www.eussner.net
Artikel

Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich

Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti: "Fatawa" und "Monthly Word"

"Islam könnte ein Ersatz für die Neue Weltordnung sein", meint der Negationist und schon vor vielen Jahren zum Islam konvertierte ehemalige leitende Kader der Französischen Kommunistischen Partei (PCF) Roger Garaudy. Wie für die Islamisten der arabischen Staaten und ihre Anhänger in Europa sind auch für ihn die USA das größte Übel. Der Zusammenbruch der einzigen Supermacht der Welt könnte beschleunigt werden durch arabisch-islamische Beharrlichkeit gemeinsam mit der Formierung einer islamisch-christlichen Allianz. "Ich trage Jesus noch immer im Herzen, wenn ich auch zum Islam konvertiert bin", meint dieser Leugner des Holocaust und der Gaskammern. Den Begründer der Theologie der Selbstmordattentate Scheich Yussuf al-Qaradawi und den Verherrlicher des Glaubenskrieges gegen die Juden zur Vernichtung Israels Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti stellt er dar als Vertreter des verantwortungsvollen und ausgewogenen Islam. (1)

Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti, dieser Feind Israels, ist 74 Jahre alt. Er lehrt an der Universität Damaskus islamisches Recht, die Schari'a. Er geht hervor aus den Moslembrüdern Syriens, und zwar zu der Zeit, als Said Ramadan, der Vater des Tariq Ramadan, in Damaskus die syrische Zweigstelle der Moslembruderschaft aufbaut. Heute ist er einer der spirituellen Mentoren der französischen Islamisten.

Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti hält alle Moslems für aufgerufen, das ganze Palästina in den Grenzen von vor 1948 mittels Glaubenskrieg von Israel und den Juden zu befreien. Auf die Frage eines Gläubigen: "Ist ein Nichtpalästinenser verpflichtet, aus einem fremden Land zu kommen, um gegen die Juden in Palästina, die unsere moslemischen Brüder im Heiligen Land abschlachten, den Glaubenskrieg (isteshhad fee sabiliah) zu führen?" antwortet Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti: "Nicht allein die Palästinenser sind verpflichtet, den Glaubenskrieg zu führen, was solange zu geschehen hat, bis Palästina von den Aggressoren und Besatzern befreit ist, sondern alle Moslems sind verpflichtet, ihn zu führen, weil Palästina ein Land des Islam ist, das alle Moslems hüten und vor Angriffen schützen müssen." (2)

Die Veranstaltungen mit diesem Friedensfreund sowie weiteren Referentinnen und Referenten werden im Kulturzentrum der größten Pariser Moschee Adda'wa (Aufruf) stattfinden. Folgende Themen werden behandelt, zu denen Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti als Hauptredner sprechen wird:

Es wird kein Vertreter der jüdischen Gemeinde anwesend sein. Es mag sein, daß eine Einladung seitens der Juden abgelehnt wurde.

An der Veranstaltung werden Moslems und Christen als Referenten teilnehmen.

In der Moschee Adda'wa ist Larbi Kechat Rektor, bislang bekannt als ein moderater Moslem, der sich noch vor wenigen Jahren für das friedliche Zusammenleben aller im laïzistischen Raum einsetzt. Frankreich sei gleichzeitig christlich, islamisch, jüdisch und laïzistisch. Nun lädt er den gegen "die jüdischen Kreuzzügler" anpredigenden Scheich ein, der den 11. September 2001 für ein zionistisches Komplott zur Verhinderung der Ausbreitung des Islam hält, und der die Gläubigen mittels "Nachrichten eines gedemütigten Sklaven an den Großen Gott" aufhetzt. Die Juden hätten dem Islam "das Hemd des Terrors" übergezogen, ihn zum Verbrechen erklärt und in den Medien die Todesstrafe über ihn ausgesprochen. Diese Todesstrafe sei der Hintergrund der nach und nach erfolgenden Ermordung Unschuldiger im Land Palästina.

Er lädt salafidische Islamisten und europäische salafidische Kovertiten ein, die dort, im Kulturzentrum der Moschee Adda'wa missionieren werden. Dessen kann man zumindest bei Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti und dem Botschafter a.D. Wilfried Murad Hofmann gewiß sein. (4)

Diese Situation zeigt, daß von den Festreden des Innenministers Nicolas Sarkozy, Ehrengast des Dîners anläßlich des 44. Kongresses der Ligue internationale contre le racisme et l'antisemitisme (LICRA), der Internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus, nichts zu halten ist. "Es gibt keine antisemitische Aggression, Beleidigung, Drohung, die nicht mit aller Kraft bekämpft werden wird," erklärt er dort, am 24. Januar 2004. (5)

Ein Prediger wie Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti, der zur Vernichtung Israels aufruft und dies auf seiner Web Site weltweit kundtut, wird von der französischen Regierung nicht daran gehindert, mitten in der Hauptstadt Frankreichs seine Hetzreden zu halten und für die Wahhabiten weitere nützliche Kontakte zu knüpfen. Oder glaubt jemand, bei der Behandlung der veröffentlichten Themen wird es bleiben? Der Scheich wird sich über die Lage der Missionierung von Europäern in Deutschland und in Frankreich informieren sowie seine Schäfchen indoktrinieren und ihnen Mut und Kraft geben, ihren Glaubenskrieg gegen Juden und andere Ungläubige fortzusetzen. Seine Lehre wird bis nach Israel gehört und befolgt werden.

Die Frauen wird er bestärken darin, sich nicht beirren zu lassen, ihrer Unterdrückung "freiwillig" zuzustimmen. Derweil beschließt die französische Nationalversammlung das Anti-Kopftuchgesetz.

Anmerkungen

(1) Islam Can Replace 'Collapsing' U.S. Empire: Garaudy, by Hadi Yahmid, Islamonline, 7.8.2003
http://www.islamonline.net/English/News/2003-08/07/article01 .shtml

(2) Mohamed Said Ramadan al-Bouti. Fatawa
http://www.bouti.com/bouti_e_fatawa.htm

(3) Veranstaltungen Nr. 989 bis 992 mit Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti
http://oumma.com/agenda/detail.php?NumEvenement=989/990/991/ 992

(4) Monthly Word - April 2003. A Message From A Humiliated Slave To The Grand Lord
http://www.bouti.com/bouti_e_monthly34.htm

(5) Au congrès de la Licra, Nicolas Sarkozy a cherché à rassurer face à la peur des agressions antisémites (Auf dem Kongreß der LICRA hat Nicolas Sarkozy im Hinblick auf die Angst vor antisemitischen Angriffen versucht zu beruhigen), par Xavier Ternisien, Le Monde, 26 janvier 2004
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3226,36-350515,0.h tml

29. Januar 2004


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_10-57-28.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 11.10.2008, 13:16 Uhr