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Noam Chomsky Handapparat für für die Carl-von-Ossietzky-Universität

Bestimmt bereitet die Carl-von-Ossietzky-Universität sich schon seit einiger Zeit vor auf Sonntag, den 23. Mai 2004, auf den Empfang ihres berühmten Preisträgers Noam Chomsky. Sie vergißt dabei, wie es sich für eine Universität gehört, neben der organisatorischen Vorbereitung nicht die inhaltliche und stellt als Handapparat eine Auswahl seines umfangreichen Werkes bereit. Was käme in Frage?

Noam Chomsky, der Dissident Nr. 1

Im Zeitalter des Internets können dem interessierten Leser eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Büchern, Videos und CDs in allen Weltsprachen bereitgestellt werden. Die Angebote reichen bei Amazon.com vom Hardcover Hegemony or Survival: America´s Quest for Global Dominance (The American Empire Project) über den Paperback Media Control: The Spectacular Achievements of Propaganda (Open Media Series), die Audio CD Free Market Fantasies. Capitalism in the Real World bis zum Video Power and Terror. Noam Chomsky in Our Times.

Bei Amazon.de gibt es allein für Noam Chomskys Bücher 84 Suchergebnisse, außer Probleme des sprachlichen Wissens, Language and problems of knowledge, einem 1996 ins Deutsche übersetzten Aufguß seiner linguistischen Forschungen von 1987, liefert Amazon.de von Power and Terror (gibt es auch als Film) über People without Rights bis zu The Attack. Hintergründe und Folgen (alle broschiert). Vom letzteren "nur noch drei Stück am Lager". Die Bücher gehen weg wie warme Semmeln.

In seinen Werken verkündet der zukünftige Carl-von-Ossietzky-Preisträger scheinbar nüchtern und sachlich nichts als die Wahrheit; so auch zum Attentat des 11. September 2001, in dem er erklärt, daß aus der Sicht der mächtigen Staaten des Westens Terrorismus eine Frage des Standpunktes sei. Wenn unsere Feinde uns angriffen, handelten sie verbrecherisch, wenn wir Krieg führten, dann kämpften wir für die Freiheit. So schlicht und eingängig stellt sich einem Rezensenten im Internet Noam Chomskys Weltbild dar.

Amazon.fr bietet 383 Ergebnisse in englisch und 68 in französisch an, Spitze bei den englischsprachigen Angeboten sind 9-11, über den 11. September 2001, und Hegemony or Survival. Bei den französischsprachigen sind es Le langage et la pensée, mit drei wissenschaftlichen Vorträgen von 1967 (!), und die kämpferischen Werke Le profit avant l´homme und La loi du plus fort: mise au pas des états voyous, wobei Noam Chomsky mit voyou=Schurke pauschal die USA meint. Zwei Videos werden angepriesen, eines davon, Distorted Morality: America´s War on Terror?, ist vergriffen.

Gibt man bei Google Chomsky - guerra ein, erhält man 43 900 Angebote, bei Chomsky - terror 128 000 und Chomsky - USA - power 58 500.

Die festlich gestimmten Universitätsmitglieder benötigen auf diesem Gebiet wohl keinen zusätzlichen Vorschlag für ihren Handapparat, denn sie besitzen alle zu Hause eine stattliche Sammlung der kämpferischen Werke des Noam Chomsky, der als amerikanischer Jude den Europäern, vor allem den Deutschen, dazu dient, ihnen vorzugeben, wie weit sie gehen können, was sie über die USA, Israel und die Juden denken, sagen und schreiben dürften von dem, was sie sich selbst (noch) nicht zu äußern getrauen. Im Streitfall könnte man sich auf ihn beziehen und sich hinter ihn, den Vorzeigejuden, ins rettende Versteck verkrümeln. Was Rafael Seligmann auf deutschem Niveau seiner allzu plumpen Mein Kampf-Kampagne wegen nicht ganz so erfolgreich gelingt, das fällt Noam Chomskys intellektueller Eleganz scheinbar mühelos im internationalen Literaturgeschäft zu: er ist "the JEW ON DEMAND". Die 10 000 Euro Preisgeld wandern in seine Portokasse. (1)

Noam Chomsky für Linksradikale, Rechtsextreme, Antisemiten und Holocaustleugner

Dieser JEW ON DEMAND, mit dem es niemals einen langweiligen Augenblick gibt, Never a Dull Moment, er bedient außer den linken und linksradikalen Friedens-, Palästinenserfreunden und ATTAC-Anhängern in aller Welt auch eine andere Klientel, was vielleicht nicht so bekannt ist: Faschisten, Alt- und Neo-Nazis, Holocaustleugner und andere Rechtsextreme, wobei sich weite Bereiche des Bedarfs beider Gruppen überschneiden. Das wird beispielhaft an der positiven Aufnahme der Schriften des Noam Chomsky durch die Deutsche Nationalzeitung sichtbar, die sein neues Pamphlet Hybris. Die endgültige Sicherstellung der globalen Vormachtstellung der USA gemeinsam mit Wakaki: Terror-Tribunal. Die Nürnberger "Rechtsprechung" der Siegermächte 1945/46 wärmstens empfiehlt. Man kann die Bücher bei ihrem Deutschen Buchdienst ordern. Die Neo-Nazis stört ebenso wenig, daß Linke und Linksradikale das Buch für sich reklamieren wie umgekehrt. Keiner der von Noam Chomsky begeisterten Linken wundert sich über diesen Schulterschluß, keinen stößt er ab. (2)

Das gilt ebenso für Il Controllo dei Mass Media im italienischen rechtsextremen Verlag Barbarossa, wo von Linken unbeanstandet Noam Chomsky neben Julius Evola, Benito Mussolini, Roger Garaudy, Guiseppe Santoro und anderen Faschisten, Negationisten, Alt- und Neo-Nazis herausgegeben wird. Das Buch kommt sicherlich nicht in diesen Verlag wie mancher deutsche Professor seinerzeit angeblich in die NSDAP, nämlich unwissentlich. Noam Chomsky gibt sein Einverständnis, in einem solchen Verlag veröffentlicht zu werden, und die Linken stört das nicht. (3)

Er veröffentlicht antisemitische Beiträge und verfaßt mit den Programmen rechtsextremer Verlage kompatible Schriften, wie die für den genannten Verlag Barbarossa, Schriften, die ihm schon ihres Erscheinens in solchen rechtsextremen Verlagen wegen nicht gleichzeitig von den Linken aus den Händen gerissen werden. Sie werden nicht auf seiner von den Linken frequentierten Web Site (4) aufgeführt, und manche Linke wissen vielleicht gar nichts davon.

In einem seiner Artikel läßt er einen fiktiven Araber gegen von Juden geführte Medien und von Juden dominierte Kultur in New York argumentieren. In bekannt antisemitischer Art läßt er diesen Araber unterstellen, daß Juden nicht ihr Leben führen und Karriere machen wollen wie andere, sondern daß sie es als Agenten der jüdischen Sache tun. Die Protokolle der Weisen von Zion lassen grüßen. Geschickt kann er sich bei Kritik aus der Affäre ziehen, denn nicht er hat solche Argumente gebracht, sondern er zitiert einen fiktiven Araber. Was Noam Chomsky selbst dazu denkt, das läßt er offen. Diese unlautere Art durchzieht sein gesamtes Werk. (5)

Noam Chomsky schreibt gemeinsam mit Gore Vidal Referenzen für Veröffentlichungen des an Antisemitismus nicht mehr zu überbietenden (im Juli 2001 verstorbenen) Israel Shahak, der laut Washington Report on Middle East Affairs (WRMEA) prophetischen Stimme. Die Lügen des Israel Shahak über den Talmud, so müssen Kinder angeblich rituelle Flüche ausstoßen, wenn sie an nichtjüdischen Friedhöfen vorbei gehen, und seine Ansicht, die Israelis seien Nazis, sind weltbekannt. Beide lebenslangen Kämpfer für die Menschenrechte korrespondieren seit Jahrzehnten und treffen am 3. November 1994 endlich in einer gemeinsamen Rundfunksendung des Radio Free Maine zusammen, um sich in einem kraftvollen Gespräch über jüdischen Fundamentalismus, zionistischen Kolonialismus und US-amerikanischen Imperialismus auszutauschen. Wo treffen sie sich? Direkt im Massachussetts Institute of Technology (MIT), das zum Forum für die Hetze wird und dadurch die beiden wissenschaftlich aufwertet. Audio und Video Aufzeichnungen von dieser und anderen Reden des Noam Chomsky sind direkt beim Rundfunk erhältlich. (6)

Das Googeln von Noam Chomsky - Israel Shahak bringt 2380 Angebote, aus denen der Handapparat der Oldenburger angereichert werden könnte - und hieraus auch noch:

Noam Chomsky - Norman Finkelstein: 5950 Angebote,

Noam Chomsky - Ernst Zündel (7): 277 Angebote,

Noam Chomsky - David Duke (8): 8770 Angebote.

Ein Forumsteilnehmer beim Blog des Australiers Tim Blair meint treffend, daß es einen fortlaufenden Prozeß gebe, in dem der Welt vielfache Idiotien zu einer riesigen nutzlosen Kraft würden, man sehe es daran, daß David Duke mit Noam Chomsky, dem (linksradikalen) Karikaturisten Ted Rall und mit Lyndon LaRouche einer Meinung sei. (9)

So ist es. Die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg wäre zu ergänzen.

Man braucht in allen Fällen nur die wenigen informativen Teilsätze bei Google zu lesen, um einen Eindruck zu erhalten, um wen es sich bei Noam Chomsky handelt: um einen miesen Antisemiten und Feind Israels, um einen Hasser der USA. Auf ihn können sich alle linken und rechten Globalisierungsgegner einigen. Er sagt, was sie sich nicht zu sagen trauen.

So liest man denn auch in der Deutschen Stimme von Hugo Fischer die bewundernden Sätze in einer Buchbesprechung von Claus Leggewie - Die Globalisierung und ihre Gegner:

Gut gelungen ist die Darstellung der "Päpste" der Globalisierungskritik wie Jose Bové, Jean Ziegler, Arundhati Roy, Noam Chomsky oder der im Jahr 2001 verstorbene Pierre Bourdieu, um die teilweise ein regelrechter Führerkult getrieben wird. Es ist schon verblüffend zu erkennen, wie ausgerechnet innerhalb der Linken die Ausrichtung innerhalb der Binnengruppe über die "charismatische Herrschaft" (laut dem deutschen Soziologen Max Weber eine von drei Formen legitimer Herrschaft) von Leitfiguren und die Kraft affektueller Hingabe der Gefolgschaft hergestellt wird. (10)

Es sind sich alle einig, hinter der charismatischen Persönlichkeit Noam Chomsky herzulaufen und ihm zu huldigen. Ihm gar im Namen von Carl von Ossietzky einen Preis zu verleihen, das ist legitim.

Noam Chomsky, Unterstützer von Holocaustleugnern und ihren Institutionen

Die enge Gemeinschaft Noam Chomskys mit Holocaustleugnern zeigt der Skandal um seine Unterstützung des Negationisten Robert Faurisson. Für Mémoire en défense, in dem Robert Faurisson den Holocaust leugnet, schreibt er am 11. Oktober 1980 das Vorwort und wertet Robert Faurisson, den man bereits unter die Neo-Nazis zählt, damit zum Linken um. Herausgegeben wird das Buch vom linksradikalen Verlag La Vieille Taupe, der alte Maulwurf. Die linksradikalen Ultra-Revolutionäre Serge Thion und Pierre Guillaume, vom Verlag La Vieille Taupe, fliegen eigens nach Boston, um von Noam Chomsky eine Petition für Robert Faurisson unterschreiben zu lassen. Die Flugscheine bezahlt Louis Pauwels, seinerzeit Direktor des Figaro Magazine und damit befaßt, die rechtsextremen Ideen des Alain de Benoist in Frankreich zu verbreiten. Louis Pauwels im Gespräch mit dem Nazi-Dichter Louis Ferdinand Céline, solches wird heute herausgegeben vom Musikverlag Frémeaux Associés, Vincennes. Der Monatszeitung Le Monde diplomatique ist diese Unterstützung des Robert Faurisson in ihrer Nummer vom April 2001 eine uneingeschränkte Verteidigung wert. (11)

Auch Noam Chomsky verteidigt seine Unterstützung des Holocaustleugners vehement und mit vielen Worten. Er sei nur einer von 500 Unterzeichnern der Petition. Robert Faurisson habe ein Recht dazu, und es sei gänzlich abzulehnen, daß man ihn dehalb gerichtlich verfolge und aus dem Beruf entferne. Serge Thion stellt er als einen Hochschullehrer vor, der gegen jeden Totalitarismus sei, als einen libertären Sozialisten, für den einige ja auch Noam Chomsky halten.

Das Vorwort aus seiner Feder ist nur aus Versehen in das Buch geraten. Er sei kein Holocaustleugner: the most fantastic outburst of collective insanity in human history sei der Holocaust stattdessen. Bei Werner Cohn liest man, daß dies das einzige Mal sei, daß Noam Chomsky sich überhaupt dazu äußere, und das bei den Mengen an Texten, die er verfaßt. (12)

Das in den USA residierende revisionistische Institute for Historical Review (IHR), dessen Mitarbeiter und Anhänger den Holocaust leugnen, ist eben deshalb ein Freund des Noam Chomsky. Das IHR gibt die Zeitschrift Journal of Historical Review heraus. (13)

Arthur R. Butz rezensiert dort das Buch von Robert Faurisson Mémoire en défense samt Vorwort des Noam Chomsky, erschienen im Verlag La Vieille Taupe 1980, gemeinsam mit dem 1982 publizierten Buch zur Unterstützung der freien Meinungsäußerung (!) des Robert Faurisson Intolerable Intolerance der Autoren Jean-Gabriel Cohn-Bendit, Eric Delcroix, Claude Karnoouh, Vincent Monteil, und Jean-Louis Tristani.

Jean-Gabriel Cohn-Bendit ist der "libertäre linke" Bruder von Daniel Cohn-Bendit, Eric Delcroix der rechtsextreme Strafverteidiger von Robert Faurisson und Kandidat des Front National in der Picardie, 1996 für schuldig befunden, Verbrechen gegen die Menschheit zu leugnen, Vincent "Mansûr" Monteil ist ein zum Islam konvertierter Verehrer von General Charles de Gaulle, Muammar Ghaddafi und dem Ayatollah Ruhollah Khomeini, Jean-Louis Tristani ein Anhänger des Heidentums aus den Kreisen des GRECE des Rechtsextremen Alain de Benoist, und Claude Karnoouh ist ein linker Anthropologe, Philosoph und bekannter Holocaustleugner aus dem Kreis um Serge Thion und Gabor Tamás Rittersporn, letzterer heute weiterhin angestellt beim staatlichen CNRS und beim Berliner Centre Marc Bloch. Sie alle unterstützen ab 1979 gemeinsam mit Pierre Guillaume von La Vieille Taupe den Holocaustleugner Robert Faurisson, auf daß der seine Meinung (!) mitteilen darf. (14)

Das IHR druckt Noam Chomskys Essay All Denials of Free Speech Undercut A Democratic Society, von 1985 ab. Der Essay ist ein Unterstützerbeitrag zu einem Village Voice Artikel, und Michael A. Hoffman II, vom IHR, moniert, daß man Noam Chomsky an der Cornell Medical School von einem Eröffnungsvortrag wieder auslädt. Er vermutet dahinter zionistische Intrigen. In dem Essay wiederholt Noam Chomsky noch einmal seine Unterstützung für Robert Faurisson. Dessen Verurteilung der Leugnung des Holocaust wegen erklärt er für stalinistisch-faschistisch. Es scheint Noam Chomsky bis heute nicht klar zu sein, daß die Leugnung des Holocaust keine schützenswerte Meinung ist, sondern ein Straftatbestand.

Mark Weber sieht die Verteidiger des Holocaust, d.h. der Tatsache, daß es ihn gegeben und ihm sechs Millionen Juden zum Opfer gefallen sind, immer weniger werden und stattdessen die Front der Revisionisten immer stärker anschwellen. Man könne sie nicht mehr so einfach abbürsten. Er stützt sich auf Noam Chomsky, über den er schreibt, daß er lediglich die freie Meinungsäußerung unterstütze, nicht aber die Holocaust-Revisionisten inhaltlich.

Ausführlich wird sein Werk von 1983 The Fateful Triangle: The United States, Israel & The Palestinians gewürdigt, in dem u.a. der Krieg im Libanon verurteilt wird. Die US-Politik, Medien und der Lehrkörper seien bestimmt von Pro-Zionismus, heißt es weiterhin. Der Autor schreibe, Israel dürfe nicht kritisiert werden, und es spiele eine einzigartige Rolle als Nutznießer amerikanischer Unterstützung. Zahlreiche Beispiele führe der Autor dafür an. Er wende sich gegen die Aktivitäten in den USA von jüdischen Institutionen wie B´nai B´rith, deren Opfer er selbst schon geworden sei. Er bezeichne den pseudo-heiligen Elie Wiesel als Heuchler, der keinerlei Kritik an Israel übe, da es ihm an Informationen mangele. Über den (angeblichen) Holocaust aber gebe es für den angeblichen Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel nicht genug Kritik in der Welt.

Der Rezensent L. A. Rollins erwähnt dann in einem Nebensatz, daß Noam Chomsky den Holocaust nicht in Frage stelle, aber jeder, der diese heilige Kuh Elie Wiesel öffentlich kritisiere, bedürfe der Aufmerksamkeit der Revisionisten. Noam Chomsky fordere in seinem Buch die Einstellung der Hilfe der USA an Israel, und er bringe Zitate über den Willen Israels, die Welt zu beherrschen. Das stamme nicht aus der Fälschung Protokolle der Weisen von Zion, sondern vom religiös-chauvinistischen Rabbi Elazar Valdmann, von Gush Emunim, dieser Rabbi wolle die Welt beherrschen. Trotz einiger Mängel ist The Fateful Triangle eine der besten derzeit verfügbaren Darstellungen zionistischer Mythologie. Selbst diejenigen, die Alfred Lilienthals "The Zionist Connection" gelesen haben, werden Chomskys Buch für eine ausgezeichnete Ergänzung halten, schließt der Rezensent.

Noam Chomskys wertvolle Einsichten schätzt William Grimstad in einer Rezension des 1988 von Edward Said und Christopher Hitchens (15) herausgegebenen Buches Blaming the Victims. Von hohem Wert für die revisionistische Sache sei darin der Artikel Middle East Terrorism and the American Ideological System von Noam Chomsky, der schreibe, daß die Palästinenser mit den Deutschen das Schicksal teilten, die zwei Völker zu sein, über die am meisten Lügen verbreitet würden. Noam Chomsky schreibe, daß die Israelis nicht mit den Palästinensern verhandeln wollten, gleichgültig, ob sie das Extistenzrecht Israels anerkennten oder nicht.

Theodor J. O´Keefe hält Noam Chomsky für einen ehrlichen jüdischen Geschichtswissenschaftler. Daß es Männer und Frauen gebe wie Noam Chomsky, Livia Rokach und den palästinensisch-amerikanischen Edward Said mache Hoffnung, daß Araber und Jude (sic!), von Fakten und nicht von Mythen oder Lügen über die Vergangenheit inspiriert eine gerechte und menschliche Lösung des von den Zionisten verursachten Problems ausarbeiten möchten.

Noam Chomsky, immer im Dienste der Wahrheit

Am 1. Januar 1980 schreibt Noam Chomsky ein Vorwort für das 63 Seiten umfassende dünne Buch von Livia Rokach, der Tochter Israel Rokachs, des israelischen ehemaligen Ministers unter Moshe Sharett, in den 50er Jahren. Sie verfaßt es über die 2400 Seiten des Tagebuches ihres Vaters. Beim Googeln von Noam Chomsky - Livia Rokach gibt es 218 Angebote, für dieses kleine Büchlein reichlich. Noam Chomsky schreibt das Vorwort zur Unterstützung der Verbreitung akurater Informationen. Der Titel des Buches lautet: Israel´s Sacred Terrorism. Eine begehrte Schrift, die in dritter Auflage erscheint. Mit Sicherheit trägt der Name des Vorwortverfassers zur Publizität des Buches erheblich bei.

Auch mit dieser Schrift will Noam Chomsky zur Verbreitung der Wahrheit beitragen, gegen Dogmen. Es besteht für ihn überhaupt kein Zweifel daran, daß die Wahrheit bei ihm und bei Livia Rokach liegt. Das eint ihn mit Festrednern wie Eckart Spoo, der 2002 ebenso klingt, als er die Verdienste Uri Avnerys würdigt. Die Wahrheit des Michael Schiffmann wird ähnlich gestrickt sein, bei dem Kreis der Antiimperialistischen Koordination (AIK) um Werner Pirker, Wilhelm Langthaler und Joachim Guilliard, zu denen er gehört. (16)

Livia Rokach zieht nach der Veröffentlichung des Buches nach Rom, wo sie sich als eine italienische Schriftstellerin palästinensischer Herkunft bezeichnet. Sie wird mit juristischer Verfolgung durch die israelische Regierung bedroht, aber das Buch erscheint in den USA bei der Association of Arab American University Graduates (AAUG). Uri Avnery, wie könnte es anders sein, wird zitiert: den Vertrieb des Buches zu verhindern, wäre ein Kardinalfehler, weil das ihm viel mehr Bekanntheit verleihen würde.

Das Buch sei ein explosives Dokument, das viel von der Wahrheit hinter den israelischen Greueltaten enthülle. So ist wieder jemand im Besitz der Wahrheit, und Noam Chomsky hat ihr geholfen, daß sie ans Licht gelangen kann.

Das tut er, ablassend von seinem Lieblingswildbret Israel, auch für die Sache der kambodschanischen Revolution: er hilft der Wahrheit ans Licht. Er, der Akademiker und Aktivist, der nie einen Fuß nach Kambodscha setzt, findet Fehler in den Texten von Jean Lacouture und François Ponchaud; beide entlarven das Mord- und Terrorregime der Roten Khmer. François Ponchaud lebt von 1965 bis 1975 in Kambodscha und spricht die Sprache, 1977 schreibt er das Buch Cambodia: Année Zero. Kambodscha: Jahr Null. 1978 kommt es in den USA in englisch heraus. Noam Chomsky erklärt die Arbeiten der beiden Autoren für Betrug. Mit Professor Edward S. Herman schreibt er einen Artikel gegen die Geschichten, die über Pol Pot verbreitet würden. Die Tatsachen können seiner Wahrheit nichts anhaben. Nach der Befreiung Kambodschas durch die Vietnamesen, Ende 1978, schreibt er 1979 mit Edward S. Herman das Buch After the Cataclysm. Darin bezweifelt er die Informationen, die aus dem Land über das mörderische Regime kommen. Alles sei Propaganda der westlichen Medien zur Unterstützung von deren Antikommunismus. Später, als nichts mehr zu beschönigen ist, spielen sie alles herunter. Edward S. Herman ist Emeritus an der Wharton School, University of Pennsylvania. Er beschreibt sich selbst heute auf seiner Web Site als Third World Traveller. Wie´s auf seiner Site aussieht, hat er bis heute wenig aus seinen Reisen gelernt. Er bleibt bei seiner Wahrheit.

1988 schreiben er und Noam Chomsky das Buch Manufacturing Consent. Herstellung von Übereinkunft. Ein Propagandamodell. Darin gehen sie auf 36 Seiten noch einmal auf Kambodscha ein, bringen aber nichts Neues. 1995 schreibt Edward S. Herman das Buch Triumph des Marktes. Die vier Kapitel heißen: Banalität des Bösen, Richtung auf demokratische Medien, das Ende der Demokratie?, das Weltimperium. (17)

Edward S. Herman scheint eine Art Volksausgabe des Noam Chomsky zu sein, seine Bücher sind für den Handapparat der Universität Oldenburg zu empfehlen.

In der Forschungsarbeit The Khmer Rouge Canon 1975-1979 analysieren Sophal Ear und Ronald E. McNair, von der University of California Berkeley, in dem Kapitel Chomsky, Herman, and the STAV ausführlich das Buch After the Cataclysm. Sie nennen die beiden Autoren dialektische Akrobaten. Gegen Schluß des Berichtes wird Noam Chomsky als derjenige bezeichnet, den alle Teilnehmer der Debatten als den noch am ehrbarsten von allen Pol Pot Verklärern ansehen. Einen sachlichen Blick auf die Tatsachen und eine fundierte Analyse der Lage könne ihm keiner attestieren, vielmehr lege er die Fakten, die ihn nicht groß zu kümmern schienen, passend zu seinem Vorurteil aus. Berichte von geflüchteten Bauern interessierten ihn überhaupt nicht. Sie stünden seinen Anschauungen über die Bauernrevolution entgegen. Noam Chomsky behauptet heute noch, seine Ansicht sei nicht widerlegt. (18)

The Khmer Rouge Canon 1975-1979 ist eine empfehlenswerte Lektüre. Sie macht anschaulich, wie ein ideologisch verstellter Blick auch noch die klarste Tasache verdunkeln kann. Der Revisionismus blüht wie bei den Holocaustleugnern auch hier.

Vielleicht fragt Noam Chomsky ja eines Tages Maître Jacques Vergès, dem man nachsagt, er habe von 1970 bis 1978 in Kambodscha bei seinen Freunden Pol Pot, Kieu Sampan und Heng Sary gelebt, der nach Paris zurückkehrt und auf Anfrage sagt: Ich bin von der anderen Seite des Spiegels gekommen. Dies ist mein Schattenbild. Dann gäbe es eine weitere Wahrheit, die höchstwahrscheinlich nichts mit den Tatsachen zu tun hat.

Das alles aber soll die Stadt Oldenburg nicht anfechten. Auch sie hat ihre Wahrheit: Die Stadt Oldenburg will mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis die inhaltliche Auseinandersetzung mit Werk und Leben Carl von Ossietzkys fördern und über Oldenburg hinaustragen. (19) Na, bitte. Was hat das mit Noam Chomsky zu tun? Gar nichts. Hauptsache, es wird eine schöne Feier, und es regnet nicht. Dann kann das Gruppenfoto mit Chomsky draußen aufgenommen werden.

Anmerkungen

(1) Life in Germany. Never a Dull Moment, by Henryk M. Broder.
Speech at the Library of Lion and Martha Feuchtwanger, Villa Aurora,
L.A., Pacific Palisades, May 5, 2004
http://www.henryk-broder.com/html/tagebuch.html?a=1

(2) Wie Bush die Welt betrügt. Dr. Noam Chomsky enthüllt. Dr. Gerhard Frey, Nationalzeitung
http://www.dsz-verlag.de/Artikel_04/NZ06_2.html

(3) Società Editrice BARBAROSSA
http://www.libroelibri.com/barbarossa.htm

(4) CHOMSKY.INFO
http://www.chomsky.info/

(5) Partners in Hate. Preface to the 1994 Edition, by Werner Cohn,
Avukah Press Cambridge 1985/1995
http://www.wernercohn.com/Chomsky.html

(6) Review of RFM Recording of Noam Chomsky and Israel Shahak speaking on Jewish Fundamentalism. Recorded on 11/3/94, at MIT, Cambridge MA
http://www.radiofreemaine.com/rfm/shahak.html

(7) Ernst Zündel ist ein deutsch-kanadischer Neo-Nazi. Zündel, Ernst (auch Zundel geschrieben), geb. 1939. Lexikon Rechtsextremismus. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/z/z_u/zuendel-ernst/zuendel-ernst.php

(8) David Duke ist ein US-amerikanischer Neonazi. David Duke Online
http://www.duke.org/

(9) Blair´s Law, May 16, 2002
Dr. Frank over at the Blogs of War has reminded us that the spectacle of David Duke agreeing with Noam Chomsky and Ted Rall (and Lyndon LaRouche) is the natural outcome of Blair´s Law, described as the ongoing process by which the world´s multiple idiocies are becoming one giant, useless force. posted by H.D. Miller on 6:24 PM. . .
Blair: http://timblair.net/
http://travellingshoes.blogspot.com/2002_05_12_travellingsho es_archive.html

(10) Der Globalisierungsgegner - das unbekannte Wesen. Im Buch »Die Globalisierung und ihre Gegner« untersucht ein Politikwissenschaftler auch die Positionen der NPD. Von Hugo Fischer, Deutsche Stimme, Juli 2003
http://www.deutsche-stimme.de/Sites/07-03-Wirtschaft.html

(11) Faurisson, Robert, geb. 1929. Lexikon Rechtsextremismus. Informationsdienst gegen Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/f/f_a/faurisson-robert/faurisson-robe rt.php

85-Robert Faurisson, Mémoire en défense, introduction de Noam Chomsky, la Vieille Taupe, 1980
http://www.barruel.com/biblio.html

Augustin Barruel Publishing. Der Verlag nennt sich nach dem Begründer aller Konspirationstheorien Abbé Augustin Barruel (1741 - 1820).
http://www.barruel.com/indexgb.html
http://www.answers.com/topic/abbe-augustin-barruel

Noam Chomsky: un linguiste édité par les néo-fascistes... Par Didier Daeninckx, Amnistia.net, 16 juillet 2002
http://www.amnistia.net/librairi/amnistia/n21/chomsky.htm

(12) HIS RIGHT TO SAY IT Noam Chomsky The Nation, Feb. 28, 1981, p. 23. In: Shofar FTP Archive File
http://www.nizkor.org/ftp.cgi/people/c/ftp.py?people/c/choms ky.noam/nation-article-810228

(13) IHR. Dort beim IHR internen Google 37 Einträge zu Noam Chomsky. Aus einigen wird im folgenden zitiert.
http://www.ihr.org

(14) Un historien aux oubliettes, Par Didier Daeninckx, Points de vue, novembre 1996
http://www.regards.fr/archives/1996/199611/199611pdv01.html

Le négationnisme - une maladie de l´Ã¢me, par Jacques Tarnero. Mémoire 2000
http://www.memoire2000.asso.fr/Documents/tarnero.html

(15) The Christopher Hitchens Web: Blood, Class, and Empire ...
http://users.rcn.com/peterk.enteract/

(16) Israel´s Sacred Terrorism, by Livia Rokach, First published in the United States of America by AAUG Press c1980, 1982, 1986 by the Association of Arab-American University Graduates, Inc. All rights reserved in the U.S. Published 1980. Third Edition 1986
http://www.chss.montclair.edu/english/furr/essays/rokach.htm l

(17) Edward S. Herman. Third World Traveller
http://www.thirdworldtraveler.com/Herman%20/Edward_Herman.ht ml

(18) The Khmer Rouge Canon 1975-1979. The Standard Total Academic View (STAV) On Cambodia. Sophal Ear, Ronald E. McNair, University of California Berkeley, Mai 1995
http://jim.com/canon.htm

(19) Carl-von-Ossietzky-Preis. Zur Geschichte
http://www.oldenburg.de/cvo-preis/geschichte.html

13. Mai 2004
Ergänzung und Anpassung der Anmerkungen, am 10. April 2005

Und hier das Neueste:

Chomsky´s Book Burners. By Tom Nichols, FrontPageMagazine.com, March 30, 2005
http://www.frontpagemag.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=1750 6

The Definitive Anti-Chomsky Link List
http://plaza.ufl.edu/slasher/antichomsky.htm


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2004-05-13_03-06-06.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 02.09.2010, 13:19 Uhr