
"Paradise Now", Amnesty International und die Intifada II
Große Mühe machen sich die Mitglieder der Jury, die Filmschauspielerin Nina Hoss ("Nina Hoss nude pictures"), der Filmproduzent Christoph Friedel ("The Quickie - Oleg knows too much") und die Medienreferentin der deutschen Sektion von Amnesty International (AI) Brita Lax-Engel, den erstmalig auf der Berlinale vergebenen, mit 2500 Euro dotierten Amnesty International Filmpreis an den richtigen und würdigen Filmer zu vergeben. Sie sichten viele Filme aus dem Wettbewerb und den Sektionen Panorama und Forum und achten dabei besonders auf Dokumentationen. Mit ihrem Preis wollen sie auf das Thema Menschenrechte aufmerksam machen und Filmemacher ermutigen, sich dieses Themas verstärkt anzunehmen. (1)
Im Rahmen ihrer "Kampagnen und Aktionen" stoßen sie dabei auf "Paradise Now", "eine kleine Geschichte über einen großen Konflikt - moralisch, aber nicht moralisierend; berührend, aber nicht sentimental. Ein Film, der zum Nachdenken zwingt, ohne belehrend zu sein. Ein Plädoyer dafür, dass jeder Einzelne einen Unterschied machen kann", wie es liebevoller als von Brita Lax-Engel nicht ausgedrückt werden könnte. Die Unterschiede, die der einzelne macht, die führt uns der Regisseur Hany Abu-Assad vor: es ist nicht so, daß ein einmal "ausersehener" (sic!) Selbstmordattentäter seine Arbeit dann auch macht, nein, er kann frei wählen und wieder nach Hause gehen.
Es gibt zwar irgendwo einen Beschluß von AI, in dem Selbstmordattentate verurteilt werden, das macht aber nichts - der Gründer von AI ist eh gerade verstorben und sagt nichts mehr. (2)
Mit dem ersten Filmpreis überhaupt ehrt AI den Regisseur Hany Abu-Assad, sein Team und die niederländischen, französischen und deutschen Produzenten dafür, daß sie sich "auf die Menschenrechte konzentrieren." Ja, man hat richtig verstanden. Die Vorbereitung und Durchführung von Suizidattentaten in Israel, in Bussen, vor Diskotheken, in Restaurants, die dienen den Menschenrechten und, verfilmt, gewinnt man damit Preise. Den Leserpreis der "Berliner Morgenpost" und den "Blauen Engel Preis" für den besten europäischen Film. Da nützt es auch nicht, daß Marlene Dietrich sich im Grabe umdreht. (3)
Amnesty International in der Intifada II
AI beteiligt sich nicht erst mit einem solchen Filmpreis an den Lügen für die Sache der Palästinenser, die Preisvergabe an den Film "Paradise Now" ist eine neue Art. Ein anderes Beispiel ist die Dokumentation des angeblichen Todes des 12-jährigen Palästinenserjungen Mohammed al-Dura.
Im Rahmen eines Berichtes über den exzessiven Einsatz tödlicher Gewalt durch israelisches Militär klagt AI darüber, daß auf das Werfen von Steinen tödliche Gewehrsalven der Israelis antworten. Die Demonstrationen der Palästinenser hätten sich ausgebreitet, als "Fernsehzuschauer die langanhaltende mit dem Tode endende Qual eines 12-jährigen Jungen (sahen), Mohammad al-Dura, erschossen durch israelische Sicherheitskräfte an der Netzarim-Kreuzung, am 30. September, im Gaza-Streifen, während sein Vater versuchte, ihn zu schützen." (4)
Deutlicher kann nicht beschrieben werden, welche die Intifada anheizende Wirkung von der ideologisch bestimmten einseitigen Berichterstattung des Auslandskorrespondenten von France 2 ("grand reporter") Charles Enderlin, vom Tag des Ereignisses, 30. September 2000, ausgeht. Er erklärt, obgleich er in seinem Büro in Ramallah ist und nichts sieht, die Information seines Kameramannes Talal Abu Rahma für wahr gehalten zu haben, weil sie seiner Erfahrung in Gaza und der Westbank entspräche: Der Kameramann behauptet, israelische Soldaten hätten den Jungen kaltblütig ermordet. (5)
Interessant ist, daß die immer sehr israelkritische BBC, am 18. Oktober 2000, zwar über die Fact Finding Mission von AI und deren Delegierten Elizabeth Hodgkin und Dr. Stephen Males berichtet, aber nichts über das später weltweit betrauerte Schicksal des Mohammed al-Dura zu berichten weiß. Zu der Zeit haben die Palästinenser den Jungen noch nicht als Ikone hergerichtet. (6)
Kritiklos übernimmt Amnesty International den Bericht des Charles Enderlin
AI verbreitet im November und Dezember 2001 trotz aller Zweifel, die zu der Zeit bereits herrschen, die melodramatische Geschichte vom Tod des Mohammad al-Dura an der Netzarim-Kreuzung, in Gaza, durch gezielte Schüsse israelischer Posten und fordert eine "internationale Intervention zugunsten der Menschenrechte in Israel und den besetzten Gebieten" - aber niemand höre die Rufe trotz der Vervielfachung der Gewalt.
"Die internationale Staatengemeinschaft ist noch immer nicht eingeschritten" gegen die Gewalttaten der israelischen Sicherheitskräfte oder der Individuen und bewaffneten Gruppen der Palästinenser, beklagt AI. (7)
AI wiederholt diese Klage im Jahresbericht über Israel und die besetzten Gebiete: "Ein Jahr der Intifada", im Dezember 2001. Das Dokument daraus, über den Tod des Muhammad Jamal al Dura, wird von Gérard Huber in seinem Buch "Contre-expertise d´une mise en scène", Gegengutachten einer Inszenierung, zitiert.
In dem Dokument wird u.a. behauptet, daß "steinewerfende Palästinenser" bewaffneten Israelis gegenübergestanden hätten, obgleich zu der Zeit längst klar und von keiner Seite bestritten ist, daß es sich nicht um Steine, sondern um Salven aus Kalaschnikows der Palästinenser handelt. Es wird die eidesstattliche Aussage Talal Abu Rahmas, vom 3. Oktober 2000, vor einem Anwalt des "Centre palestinien de défense des droits humain" ausführlich zitiert. Inzwischen hat der Kameramann die Aussage widerrufen. (8)
AI behauptet, daß auch der Fahrer der Ambulanz, die den Jugen und seinen Vater retten will, durch israelische Schüsse an der Kreuzung getötet wird. Es gibt aber kein Filmmaterial, das zeigen würde, daß dort ein Rettungswagen erscheint. AI behauptet weiterhin, daß der israelische Generalstab eingestanden habe, daß seine Soldaten den Tod des Mohammed al-Dura verursacht hätten. Ein solches Eingeständnis existiert nicht, sondern es wird von der israelischen Armee eingeräumt, daß es sein könnte, daß Israelis den Jungen erschossen.
Die Darstellung basiert auf der Ortsbesichtigung der bereits erwähnten AI-Delegierten, u.a. des Briten Dr. Stephen Males, eines "ehemaligen für die Aufrechterhaltung der Ordnung in schwierigen Situationen verantwortlichen Polizisten", am 10. Oktober 2000. Zu der Zeit hat die israelische Armee, nachdem der Ort der Tötung des Mohammed al-Dura fotografisch dokumentiert wurde, die Gebäude der Kreuzung beseitigt, da von dort, wie auch am 30. September 2000 geschehen, immer wieder palästinensische Heckenschützen auf israelische Zivilisten schießen. (9)
Im Archiv von AI ist das von Gérard Huber zitierte Dokument MDE 15/083/01 zwischen MDE 15/082/01 und MDE 15/084/01 heute nicht mehr aufzufinden. (10)
Als wenn das noch nicht reichte, mischt AI weiter mit und behauptet, daß 45 Minuten, bevor Mohammad al-Dura erschossen wird, die Schießerei der Palästinenser beendet gewesen sei. Man erinnert sich: vorher behauptet AI, die Palästinenser hätten Steine geworfen. Gleichzeitig wiederholen die Palästinenser ihre Vorwürfe, daß niemals ein israelischer Soldat der Erschießung des Jungen wegen angeklagt worden sei und bezeichnen alle Erklärungen der Israelis, die Palästinenser trügen die Verantwortung für den Tod des Jungen, als Ablenkung von ihrer militärischen Brutalität. (11)
Die kleine israelische Nachrichtenagentur Metula News Agency (MENA) ist dabei, die Fakten über den Vorgang zu klären. Das Buch von Gérard Huber ist ein erster Schritt dazu. Inzwischen gestattet France 2 endlich, am 22. Oktober 2004, daß das lange verschlossen gehaltene Filmmaterial von neutralen Journalisten gesichtet werden kann. Heraus kommt dabei, daß es keine Agonie des Mohammad al-Dura gibt, und daß die übrigen aufgenommenen Szenen durchweg gestellt sind: Palästinenser spielen, verwundet und getötet zu werden. Palästinensische Kameraleute westlicher Agenturen filmen die gestellten Szenen und lassen sie als Propagandamaterial für die palästinensische gerechte Sache von westlichen Fernsehkanälen senden. (12)
Man darf gespannt sein, was im nächsten Bericht von AI dazu steht. Weitere Lügen oder einfach - nichts? Aber AI sollte erwägen, dem Bericht des Charles Enderlin den nächsten AI-Filmpreis für gelungene Propaganda zukommen zu lassen.
28. Februar 2005
Constantin Film geht shoppen: ´Paradise Now´- 03.03.2005 08:04:07 Uhr oder: Israelis als Statisten im palästinensischen Drama!
Constantin Film Verleih hat sich auf dem Filmmarkt in Berlin die deutschen Verwertungsrechte von Hany Abu Assads "Paradise Now" gesichert, der im diesjährigen Berlinale-Wettbewerb lief und für viele Journalisten ein Bärenkandidat war. Das Drama (sic!) um die letzten 24 Stunden zweier palästinensischer Attentäter gewann den Blauen Engel als bester europäischer Film und den erstmals vergebenen Filmpreis von Amnesty International.
http://www.medienhandbuch.de/prchannel/details.php?callback= index&id=2356
Der Constantin Film Verleih gehört dem Produzenten Bernd Eichinger, der schon am "Untergang" gut verdient. Die letzten Tage des Adolf Hitler und die letzten 24 Stunden im Leben der Selbstmordattentäter, das paßt gut zusammen.
Kugel oder Gift? 28. September 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-09-29_00-58-04.html
Rushes
(1) Nina Hoss - hot photos, pictures, images - Nina Hoss. Photos of Nina Hoss nude. Pictures of Nina Hoss naked. The best naked images of Nina Hoss. Please Visit!
http://www.mahabc.com/femalestars/nina_hoss
The Quickie. Hollywood.com
http://www.hollywood.com/movies/detail/movie/417213
(2) Kampagnen & Aktionen. amnesty international auf der Berlinale
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/windexde/KA2005007
(3) Berlinale. Preise und Ehrungen in der Übersicht. Preise der unabhängigen Jurys. Die Preisträger der Berlinale 2005
http://www.berlinale.de/de/das_festival/auszeichnungen_/uebe rsicht_auszeichnungen/Auf_einen_Blick_1.html
(4) Israel and the Occupied Territories. Excessive use of lethal force. AI Index: MDE 15/041/2000, 19 October 2000
http://web.amnesty.org/library/Index/ENGMDE150412000?open&of =ENG-351
(5) Der Fernsehkanal France 2 als aktiver Kämpfer der Al-Aqsa Intifada, 11. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-10_01-52-36.html
(6) Israel accused of ´excessive force´. By BBC News Online´s Kathryn Westcott. BBC News, 18 October 2000
http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/middle_east/978320.stm
(7) Une année d´Intifada . Les appels à une intervention internationale en faveur des droits humains en Israël et dans les Territoires occupés n´ont pas été entendus malgré la multiplication des violences. Amnesty International Éfai. Index AI : NWS 21/009/01. DOCUMENT PUBLIC. Londres, novembre 2001
http://web.amnesty.org/library/Index/FRANWS210092001?open&of =FRA-2S5
(8) Statement under oath by a photographer of France 2 Television. The killing of the child Mohammed al-Durrah by Israeli Occupying Forces was intentional and happened in cold blood. Palestinian Center for Human Rights, 3 October 2000
http://www.pchrgaza.org/special/tv2.htm
(9) AI:MDE 15/083/01, Document Public, Londres, décembre 2001. In: Gérard Huber: Contre-expertise d´une mise en scène. Éditions Raphaël, Paris 2003, pages 235-237
(10) Israël et territoires occupés. Archivs, Amnesty International
http://web.amnesty.org/library/fra-isr/index&start=151
(11) Muhammad al-Durrah. Answers.com
http://www.answers.com/topic/muhammad-al-durrah
(12) The Al-Dura case : a dramatic conclusion (info # 010311/4EV). Par Stéphane Juffa. Metula News Agency, Wednesday 03 November 2004. Translated by Llewellyn Brown
http://www.menapress.com/article.php?sid=962