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Israel Shamir und andere antisemitische Blumen aus Galiläa - Stand: 17. September 2005

Der Wiener Verlag Promedia des Hannes Hofbauer bleibt seinem anti-amerikanischen und anti-israelischen Kurs treu und veröffentlicht nach "Ami go home", von Wilhelm Langthaler/Werner Pirker, wie versprochen, nunmehr die "Blumen aus Galiläa" des russisch-israelisch-schwedischen antisemitischen Autors Israel Shamir alias Jöran Jermas. Die Ankündigung des Verlages kolportiert alle Lügen und Halbwahrheiten des Israel Shamir über seine früheren Übersetzer- und Journalistentätigkeiten, seine Nationalität und seinen Wohnort, angeblich wohnt er in Jaffa. Stattdessen ist Jöran Jermas seit 2001 schwedischer Staatsbürger. (1)

Israel Shamir: "L´Autre visage d´Israel"

In Frankreich erscheint das revisionistische Buch bereits im Oktober 2003 unter dem prosaischen Titel "L´Autre visage d´Israel", das andere Gesicht Israels. Nach Protesten wird das Buch zurückgezogen. Der Skandal ist, daß es überhaupt erst erscheinen kann, aber in Österreich sieht man darin ja ebenfalls kein Problem noch gar einen Skandal. Die Veröffentlichung in Frankreich ist dem Gutachten der Mitarbeiterin und Freundin des verurteilten Holocaustleugners Roger Garaudy Maria Poumier zu danken, der Spanischdozentin an der Universität Paris 8, dem Sammelbecken von Antisemiten und Globalisierungsgegnern. Dort lehren Bernard Cassen und Jacques Nikonoff, Ehrenpräsident bzw. Präsident der ATTAC. Maria Poumier ist gern gesehene Referentin in Kuba, wo sie das von ihr übersetzte einzige Werk des kubanischen Nationalhelden José Martí "Lucia Jerez" vorstellt. In den 50er Jahren hat sie in Kuba gelebt. Bei Google.fr findet man den Artikel unter "ma race", meine Rasse. Über Maria Poumier und ihre Kollegen an der Universität Paris 8 ist bereits in meinem Artikel über den Verlag L´Harmattan die Rede. man trifft sie dort, im Frühjahr 2002, beim "Printemps des Poètes", wo sich Schöngeister, Antisemiten und Palästinenserfreunde die Hand reichen. Seit zwanzig Jahren werden im Verlag L´Harmattan Schriften von Holocaustleugnern, Judenhassern und Israelfeinden verlegt und vertrieben. (2)

Maria Poumier ist die Freundin der Anwältin und Ehefrau des Terroristen Carlos Isabelle Coutant-Peyre. Sie bringt das Buch von Israel Shamir in seine endgültige Fassung. Bei ihr kann man es erwerben, seit es offiziell aus dem Verkehr gezogen ist, bis es im Jahre 2004 vom Verlag Al-Qalam neu aufgelegt wird. Die Übersetzung des Buches stammt von Marcel Charbonnier, der sich auch auf den Web Sites des Holocaustleugners Serge Thion sowie des Nationalrevolutionärs Christian Bouchet äußert, des Mitbegründers, im Juni 1998 und, bis 21. April 2002, Generalsekretärs der aus der Fusion von "Nouvelle Résistance" und "Groupe Union Défense (GUD)" hervorgegangenen Gruppe Unité Radicale, als deren Mitglied Maxime Brunerie am 14. Juli 2002 ein Attentat auf den französischen Präsidenten verübt. Der angeblich linke Marcel Charbonnier ist eine Art Chefübersetzer des Israel Shamir. (3)

Der Holocaustleugner Serge Thion beglückwünscht Marcel Charbonnier zu seinem unermüdlichen mutigen Kampf zur "Dekolonialisierung von ganz Palästina", also zur Vernichtung des Staates Israel. Eine Zusammenarbeit von Serge Thion, Marcel Charbonnier und Maria Poumier besteht auch mit dem rechtsextremen Verschwörungstheoretiker Emmanuel Ratier. (4)

Der britische Lord Ahmed habe Israel Shamir in das Haus of Lords eingeladen, um dort seine revolutionären Ideen vorzutragen, und nun vermute man, daß der noble Muslim kein guter Engländer sei. Maria Poumier sorgt sich um das Leben des Israel Shamir, denn die Anti-Defamation League habe über ihn einen Fatwa gesprochen. Der sei schlimmer als der Fatwa gegen Salman Rushdie. (5)

Israel Shamir tritt gemeinsam mit Ginette Skandrani, einer vor kurzem endlich aus der Partei "Les Verts", Die Grünen, ausgeschlossenen Holocaustleugnerin in Marseille auf. (6)

Das Buch "L´Autre visage d´Israel" ist nach wie vor zum Preis von 19 Euro über Alapage.com und bei der FNAC erhältlich. Bei Amazon.fr ist der Hit gerade vergriffen. Man wird aufgefordert, regelmäßig nachzusehen, ob sich etwas daran geändert hat. Israel Shamir stellt in dem Buch mehrere seiner zwischen Februar 2001 und November 2002 veröffentlichten Artikel und Vorträge zusammen, gehalten auch in den Universitäten der USA. Die Unterstützung der Juden der USA für Israel und der "Krieg" der israelischen Regierungen gegen die Palästinenser werden denunziert. Er fordert nicht zwei, sondern einen palästinensischen Staat.

Auf dem Einbanddeckel der französischen Ausgabe liest man, die Zweite Intifada sei mehr als ein lokaler Konflikt, sie sei vielmehr ein zentraler Teil eines Kampfes der Ideen, eine Vision der Welt. So sieht es auch der Terrorist Carlos, so sehen es die wahhabitischen Islamisten, der Palästinensische Islamische Djihad (PIJ), so sehen es die Moslembrüder. Die Hamas als palästinensischer Zweig der Moslembrüder ist gemeinsam mit dem PIJ dabei, diese Vision in Israel in die Tat umzusetzen. Tariq Ramadan und seine Anhänger führen diesen Kampf der Ideen mit nichtmilitärischen Mitteln, u.a. mit dem Kopftuch.

"Die Opfer von gestern, können sie die Schlächter von heute werden? Gibt es nicht seitens des Zionismus einen Willen zur Hegemonie, gleichgültig der Preis, der zu ihrer Erreichung zu zahlen ist? ... Boshafte Rabbiner kehren dem Gesetz den Rücken zu, um ihre Träume der Weltherrschaft zu befriedigen. ...

In seinen, des Israel Shamir Artikeln wird Palästina wahrgenommen wie ein verkleinertes Modell der Welt. Die agierenden Kräfte wollen die Eliminierung der Bevölkerung, die Zerstörung seiner Kirchen und Moscheen, die Verwüstung seiner natürlichen Ressourcen mit der nachdrücklichen und blinden Unterstützung der USA. Aber dagegen leisten materielle und spirituelle, neue und alte Kräfte Widerstand, und sie machen, daß sich die besten Männer und Frauen in der Schlacht für Palästina engagieren."

Israel Shamir in der Übersetzung von Marcel Charbonnier wird auf zahlreichen palästinensischen und arabischen Web Sites veröffentlicht. Marcel Charbonnier übersetzt Artikel wie "Il est minuit moins cinq docteur Sharon", es ist fünf Minuten vor zwölf, Doktor Sharon, veröffentlicht auf Al-Oufok, der elektronischen Publikation der "demokratischen arabischen Bewegung", und vielen anderen. (7)

Marcel Charbonnier und sein Mitstreiter Pierre-Alexandre Orsoni, beide bekannt als "propalästinensische Linke", veröffentlichen bereits am 20. März 2003 in einem über E-mail an mehr als 6 800 Adressaten verschickten Rundbrief der Association médicale franco-palestinienne de Marseille (AMFP) einen von Marcel Charbonnier übersetzten Artikel des Israel Shamir "Les oreilles de Midas", die Ohren des Midas. Darin behauptet Israel Shamir, das "organisierte Judentum" wäre verantwortlich für den Irakkrieg, wie es auch für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich wäre. (8)

Als "Bücherholocaust" bezeichnet der Liebhaber antisemitischer und israelfeindlicher Kleinodien, der Zürcher Rudolf Brändli die Entscheidung des Verlegers Denis Bourgeois, das Machwerk vom Markt zu nehmen: "Der französische Verlag Balland zieht Shamirs Buch ´L´autre visage d´Israël´ vom Markt zurück und verbrennt die Auflage, auf Druck der zionistischen Inquisition - die zionistisch-rassistische Bevormundung der ´freien Welt´ geht weiter." Bei Rudolf Brändli ist auch die englische Version des Buches "Flowers of Galilee" verlinkt. (9)

Der Verlag Promedia veröffentlicht "Die Blumen aus Galiläa"

Das vor zwei Jahren in Frankreich edierte Buch kommt jetzt auf deutsch unter dem Titel "Die Blumen aus Galiläa" heraus. Schon das Zitat zu Beginn der Verlagsankündigung der "jüdischen Geschichte" über das stumme Kind, daß mit 10 Jahren plötzlich seinen Mund auftut: "Die Suppe ist zu salzig!" gibt einen Einstieg in das, was zu erwarten ist. Das Kind habe geäußert, bislang sei alles in Ordnung gewesen, also hätte es nichts zu sagen gegeben. So erkläre Israel Shamir "sein plötzliches Auftauchen in den politischen Medien Westeuropas" im Jahre 2001. Vorher sei er den russischen Lesern schon bekannt gewesen. Der Autor Jermas-Shamir findet also die nahöstliche Situation bis 2001 in Ordnung? Woher der plötzliche Sinneswandel und der Wunsch, sich der westlichen Welt mitzuteilen? 1969 kommt der Autor nach Israel. Zu der Zeit bereits sind in Politik, Wissenschaft und Medien unzählige Kritiker Israels und seiner Politik unterwegs. Die Erste Intifada dauert von 1987 bis 1993, die Zweite Intifada tobt seit Ende September 2000. Dazu also gibt´s von einem heute derartig dezidierten Kritiker Israels nichts zu sagen? Jöran Jermas hat seine Erleuchtung erst 2001, oder ist bis dahin seine Aufgabe eine andere? (10)

Israel Shamir gilt jedenfalls selbst bei Palästinensern und beinharten europäischen Palästinenserfreunden als ein nicht allein gegen Israel gerichteter Antisemit. Seine Opposition gegen Israel sei nichts anderes als eine Wiederauflage der klassischen Elemente der europäischen antisemitischen Tradition. Vielleicht kennen diejenigen, die Israel Shamir und seine Äußerungen so beurteilen, seine Beschreibung von Palästinensern? Die UNESCO entblödet sich nicht, ihn vom 18. bis 19. Juni 2001 zu einer Konferenz "The Search for Peace in the Middle East" als Referenten einzuladen. Er beschreibt die Repräsentanten der Palästinenser so: "Die Palästinensische Autonomiebehörde war vertreten durch diesen beredten Teddybär, den rundgesichtigen Nabil Shaat und den geistreichen und ehrwürdigen älteren Botschafter Nasser al Kidwa. Nabil Shaat belieferte die Journalisten mit einer sehr benötigten Überschrift, als er sagte, daß sie in Taba beinahe Frieden geschlossen hätten. Meine Überschrift wäre ´A miss is as good as a mile´ ...", etwa: fast gewonnen ist auch verloren. (11)

Der Stellvertretende Chefredakteur des einseitig palästinenserfreundlichen "Monde diplomatique" Dominique Vidal erklärt gegenüber der islamischen Web Site SaphirNet.Info: "So verbreiten gewisse Leute über das Internet offen antisemitische Texte, wie die des russisch-israelischen jüdischen Intellektuellen Israel Shamir: diejenigen, die das tun, können nur allgemeine Mißbilligung hervorrufen und den Kampf für das Recht auf Selbstbestimmung des palästinensischen Volkes diskreditieren, auf das sie sich berufen ... Gewisse Leute richten ihre Aktionen gegen den Zionismus daran aus, daß sie ihn fälschlich dem Nazismus gleichsetzen. Ich denke, sie haben nicht recht. Unser Kampf für den Frieden im Nahen Osten ist ein politischer Kampf und keine ideologische Streiterei." (12)

Ali Abunimah, ein in den USA geborener und in Europa aufgewachsener palästinensisch-stämmiger Medienkritiker, und der Kommunikationsdirektor des American-Arab Anti-Discrimination Committee (ADC) Hussein Ibish schreiben, am 16. April 2001, daß die Kritik des Israel Shamir an Israel weit hineinreiche in den Antisemitismus. In einer "Osterbotschaft" wiederhole er die widerlichsten Beschreibungen von Juden als "Christusmörder":

"Jesus lehrte, deinen Nächsten zu lieben wie dich selbst, selbst wenn er ein traditioneller Feind der Juden ist, ein Samariter. Darum wurde er von den jüdischen Suprematisten seiner Zeit gehaßt. Er sagte: ihr könnt nicht Gott und dem Mammon, dem Gott der Gier, gleichzeitig dienen, ihr müßt wählen. .... Sie verurteilten ihn zum Tode, das Imperium folgte und führte die Exekution aus, um Frieden zu halten mit diesen außerordentlich wichtigen Mächten. ... Die jüdischen suprematistischen Mächte und die Anbeter der Gier taten sich noch einmal zusammen, um Christus zu kreuzigen. Die USA, dieses Neue Rom, reicht erneut die Hand und ist bereit, die Exekution durchzuführen. Nun ist es an uns zu entscheiden." Die Palästinenser seien der Christus von heute, wenn wir dazu heute schwiegen, müsse man uns Christusmörder nennen.

Diese Art von Rhetorik bringe die Palästinenser nicht weiter, meinen Ali Abunimah und Hussein Ibish, gleichgültig, woher das komme. Israel Shamir diskreditiere die Sache der Palästinenser.

In einem Vortrag in der Tufts University habe Israel Shamir erklärt, die Israelis repräsentierten eine Virus-Form von menschlichem Wesen, weil sie überall leben könnten, berichte "The Tufts Daily", am 10. April 2001, "die Juden als Parasiten", eine Form des politischen und rassistischen Antisemitismus, der schon einmal in die Judenvernichtung geführt habe. Die Palästinenser beschreibe er als aufrechte völkische Menschen.

Am 30. März 2001 veröffentlicht die Jerusalem Post einen Bericht über einen Vortrag, den Israel Shamir vor einer hauptsächlich jüdischen Zuhörerschaft gehalten habe: "Juden existieren nur, um das Blut palästinensischer Kinder in ihre Matze zu träufeln," gemäß "The Jewish student - a minnow among sharks".

"Viele Leute haben die Beiträge von Israel Shamir in gutem Glauben willkommen geheißen, aber wir meinen, daß sie nicht genug Aufmerksamkeit dem widmen, was er sagt." (13)

"Brückenschlag in Wien", von Karl Pfeifer, und die Erwiderung des Verlegers Hannes Hofbauer

Von Hannes Hofbauer sollte man nicht annehmen, daß ihm diese antisemitischen und rassistischen Ausfälle des Israel Shamir unbekannt sind, so daß man getrost davon ausgehen kann, daß er mit den Ansichten des Israel Shamir übereinstimmt. Diese Ansicht erhärtet sich, wenn man den anläßlich der Veröffentlichung des Buches "Blumen aus Galiläa" verfaßten kritischen Artikel von Karl Pfeifer "Brückenschlag in Wien" und die Erwiderung, vom 26. Juli 2005, "Betrifft: Blumen aus Galiläa von Israel Shamir/Antisemitismus" von Hannes Hofbauer liest. Er bezeichnet die belegten Vorwürfe im Artikel von Karl Pfeifer als "ausgestreutes Gerücht". Es gehe in dem Buch nicht um Juden oder um die jüdische Religion. Die Angriffe gegen Israel Shamir seien ungerechtfertigt. Die beiden Artikel sind hier verlinkt, so daß sich der Leser selbst ein Bild machen kann. (14)

Es ist verständlich, daß der Verleger den Artikel "Brückenschlag in Wien" nicht verlinkt, sondern nur den von Ludwig Watzal, den er ohne jede Ironie so empfiehlt: "Wer sich kurz aus seriöser Hand informieren möchte, der kann auf die eben erschienene Besprechung des Titels in der Wochenzeitung "Freitag" zurückgreifen." Selbstverständlich veröffentlicht Israel Shamir diese lobhudelnde Rezension, in der Ludwig Watzal dem Israel Shamir moralisch-ethische Gründe zur Verweigerung des "nationalen Konsenses" bescheinigt. Ludwig Watzal meint: "Das brutale Vorgehen des israelischen Militärs gegen die Al-Aqsa-Intifada der Palästinenser bewirkte in ihm 2001 einen Sinneswandel." Dadurch, und daß er zum Christentum konvertiert sei, habe er große Schwierigkeiten bekommen: "Hinzu kam, dass er dem Beirat von "Deir Yassin Remembered" angehört, einer Organisation, die das Massaker jüdischer Terrororganisation (sic!) an den Bewohnern des Dorfes Deir Yassin vor dem Vergessen bewahren will." (15)

Bei dem Thema kommt man auf die nächsten antisemitischen und anti-israelischen Freunde des Israel Shamir, auf Gilad Atzmon, für den die Anzahl der durch die Nazis ermordeten Juden völlig unwichtig ist, der Holocaust sei wie andere historische Schilderungen ein dynamischer Prozeß von Realisierung und Interpretation, und auf Paul Eisen, den Kodirektor von "Deir Yassin Remembered". Paul Eisen hält Ernst Zündel, den Autor von "Did Six Million Really Die?" und den Ko-Autor von "The Hitler We Loved an Why" für einen liebenswerten Mann, der Menschen und die Geschichte verstehe. Über die Vernichtung der Juden meint er, daß niemand uns in Auschwitz oder sonstwo auch nur ein einziges dieser "chemischen Schlachthäuser" zeigen könne. (16)

In der Vereinigung "Deir Yassin Remembered" sitzt der zum orthodoxen Christentum konvertierte Israel Shamir neben der schon immer christlichen Hanan Ashrawi, dem "Neuen Historiker" Ilan Pappé, neben Paul Findley, Mordechai Vanunu und anderen im Aufsichtsrat. Der ehemalige US-Kongreßabgeordnete Paul Findley ist der Autor des Bestsellers "Who dares to speak?", das die angebliche Kontrolle der "jüdischen Lobby" über den Regierungsapparat der USA behandelt. ZOG, Zionist Occupied Government, nennen Israel Shamir und andere Rechtsextreme und neuerdings auch Linksradikale das. Niemanden außer das Anfang April 2005 des Israel Shamir wegen aus dem Aufsichtsrat ausgeschiedene Mitglied Jeff Halper stört es, mit Israel Shamir zusammenzuarbeiten; sie sind alle gleich. (17)

"Die meisten Palästinenser heute haben wahrscheinlich mehr hebräisches Blut im kleinen Finger als die meisten westlichen Juden im ganzen Körper", meint Paul Eisen. Diese und ähnliche Sprüche zum "endlosen Konflikt" sind mit schönen Fotos versehen, u.a. mit dem unvermeidlichen palästinensischen kleinen Jungen, der einen Stein gegen einen riesigen israelischen Panzer wirft: "David und Goliath". (18)

An dieser Stelle soll kurz Israel Shamirs neuestes Werk erwähnt werden, es ist 61 Seiten lang und heißt "Pardès", das Paradies. "Pardès" ist eine Art Höhepunkt des antisemitischen, rassistischen bigotten Deliriums des Israel Shamir. Auf der französischen Web Site des Israel Shamir liest man über eine neugegründete Vereinigung zur Verteidigung der Gedankenfreiheit und der Meinungsäußerung, "Entre la Plume et l´Enclume", Zwischen Feder und Amboß. Diese verschicke das nicht im Handel erhältliche Werk. Man könne es per Email anfordern. Die englische Version kann man für $12.99 kaufen. (19)

Auf seiner Site kündigt er "Pardès" so an: "Ein Jude weiß oder versteht selten, was die Juden von sich selbst und der verwunderten Menschheit wollen. Dieses fehlende Verständnis führt bei vielen guten Männern und Frauen dazu, der politischen Gruppe, genannt ´die Juden´, ihre Unterstützung (oder Gegnerschaft) zu erklären." (20)

Über seine Arbeit an "Pardès" berichtet er auf der Site des Holocaustleugners Theodore O´Keefe "The Truth Seeker". Sein Ziel sei es, zu verstehen und zu erklären, was "die Juden" wollen. "Der Begriff ´Die Juden´, wie er in diesem Artikel gebraucht wird, soll eine geistige Person höheren Ranges unterscheiden in Bezug auf einzelne Juden, in gleicher Weise wie die Katholische Kirche bezogen ist auf einen individuellen Katholiken, oder ein Bienenstock auf eine Biene." Er wolle den einzelnen Juden dazu verhelfen, entscheiden zu können, ob sie Juden sein wollten oder nicht.

Theodore O´Keefe ist bis Mitte 1995 leitender Mitarbeiter des revisionistischen "Institute for Historical Review". 1996 veröffentlicht er das Buch "The Liberation of the Camps: Facts versus Lies". Im selben Jahr wird eine deutsche Übersetzung dieser Publikation von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. (21)

2002 unterzeichnet Theodore O´Keefe zusammen mit vielen international bekannten Holocaust-Leugnern und Rechtsextremisten eine Petition an die kanadische Regierung zur Freilassung des inhaftierten Holocaustleugners Ernst Zündel. (22)

Israel Shamir bezieht sich in seinem letzten Buch "Pardès" auf Rechtsextreme, auf Alt- und Neo-Nazis, auf Otto Weininger, der das Judentum abgelegt hätte, "für Otto Weiniger war das Judentum weder eine Rasse, noch ein Volk, noch ein anerkannter Glaube, sondern eine Geisteshaltung ....Um das Judentum zu besiegen, muss ein Jude zuerst sich selbst verstehen und gegen sich selbst kämpfen. Nur ein fester Vorsatz verbunden mit Selbstrespekt kann einen Juden vom Judentum befreien. ...", er erinnert an den bayerischen Poeten Dietrich Eckart, den "väterlichen Freund" Adolf Hitlers. Er "kombinierte die anti-jüdische Linie mit anti-kapitalistischen Gedanken. Er glaubte, dass das jüdische Element in allen Völkern und Nationen existiert; es muss überwunden, kann aber nie völlig ausgelöscht werden. Seiner Meinung nach verhalten sich Juden und Arier zueinander wie Ying und Yang und etwas ´Judentum´ (Egoismus) braucht jede Nation, um zu überleben. Er hatte grossen Respekt für Juden, die zu Christus fanden. Hitler widmete ihm den zweiten Band von Mein Kampf", schreibt Israel Shamir.

Mitglieder der Anti-Defamation League (ADL) sind für ihn "Biester", wozu der Duden erklärt, Biest sei ein umgangssprachliches Schimpfwort für "Tier". Andernorts sind die Juden für ihn Bienen. Sie hätten ein Bienenstockverhalten, das sie selbst nicht verstünden. Der zionistische Staat erscheine einem nur wie eine Demokratie, "um irrezuführen und anzuziehen".

Israel Shamir bezieht sich ausdrücklich positiv auf David Duke, Horst Mahler, Pat Buchanan, Justin Raimondo, der ihm übrigens noch nicht antisemitisch genug ist. Dann kommt die Geschichte von drei Dieben, die sich gegenseitig betrügen. Der Gewinn aus dem Bankraub geht letztlich an einen Spekulanten: die Geschichte der Entstehung amerikanischer Vermögen könne damit verdeutlicht werden: "Die Welt ist aufgeteilt in Menschen, die zu einer bestimmten Gruppe dazugehören oder nicht. Die Ursache ist auch gleichzeitig die Folge: Sie sind reich, weil Sie Jude sind, Sie sind Jude, weil Sie reich sind ...", meint er in Abwandlung eines Spruches von Frantz Fanon. Ein Robert Rockaway schreibt ein entschuldigendes Buch über jüdische Gangster, von denen 50 Prozent Juden gewesen seien. "Die heutige Spitze der amerikanischen Juden sind zu einem Grossteil die Söhne jüdischer Gangster, Killer, Schmuggler und Betrüger." Dann bezieht er sich auf den rechtsextremen Rassisten William Pierce. Dessen Einstellung mache aber seine Forschungsergebnisse über "jüdische Betrüger" nicht wertlos.

Auf den weiteren Seiten geht es Schlag auf Schlag. Israel Shamir läßt nichts aus. Christen seien bekannt dafür, daß sie den "Mammon" ablehnen, sie würden traditionell gelehrt, sich für Reichtum zu schämen. Bei Juden bemerke man, daß sie sich ständig für jüdisches Verhalten entschuldigen usw. usw. Da müßte also einmal Woody Allen mit dem Baseballschläger dazwischen gehen, um die Haßtiraden des Israel Shamir zu beenden.

Ich weigere mich, die 61 Seiten dieses Werkes "Pardès" auszudrucken und warte lieber, bis Hannes Hofbauer es im Promedia Verlag herausgibt. Dann bestelle ich bei ihm persönlich ein Exemplar und rezensiere es angemessen. Versprochen!

7. August 2005

Nachtrag, vom 19. August 2005

Am 18. August begibt sich der Kulturzeit-Moderator des Senders 3sat Ernst A. Grandits ins Gespräch mit diesem russisch-schwedisch-israelischen Antisemiten, das heißt, er läßt ihn ausführlich, ohne die leiseste kritische Rückfrage seine antisemitische, anti-israelische Propaganda vortragen. Auf der Titelseite der "Jüdischen" wird der Link zum Video veröffentlicht: "Hass im Internet: Kulturzeit von 3sat bietet antisemitischem ´Israelkritiker´ Israel Shamir ein Podium". Da können diejenigen, denen dieses Interview entgangen ist, Israel Shamir per Video eine Weile sehen. Außer mir mögen sich weitere Zuschauer beschwert haben; nun ist das Video im Internet nicht mehr aufzufinden. Wer´s nicht glaubt, google "Ernst Grandits - Israel Shamir". Es erscheint die 3sat-Titelseite von heute, und das Video, das in der Web-TV-Archivliste unter "Israel Shamir: Räumung des Gaza-Streifens" aufgeführt ist, wurde entfernt. Es ändert nichts an der Tatsache, daß die preisgekrönte Sendung "Kulturzeit" des Senders 3sat sich zum Sprachrohr von Antisemiten und Israelhassern gemacht hat.

Nachtrag, vom 17. September 2005

Am 6. September soll vor dem Zivilgericht in Nanterre, demselben übrigens, vor dem Edgar Morin seines antisemitischen Artikels in der "Le Monde" wegen, am 12. Mai 2004, in erster Instanz freigesprochen wird, die Klage der Ligue Internationale contre le Racisme et l´Antisémitisme (LICRA), der internationalen Liga gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen den Verlag Al Qalam verhandelt werden. Dieser übernimmt es, das antisemitische Werk des Israël Shamir "L´Autre visage d´Israel" zu verlegen, nachdem die Éditions Balland es vom Markt nehmen, so daß Kenner es zunächst nur noch bei Maria Poumier, der Freundin und Mitarbeiterin des Holocaustleugners Roger Garaudy, erwerben können, quasi "unterm Ladentisch".

Die LICRA fordert 50 000 Euro Schadensersatz und den Rückzug des Buches vom Markt.

Eine Petition samt Spendenaufruf zugunsten des angeblich zu unrecht verfolgten Verlages Al Qalam und seines Autors Israël Shamir, der selbst der ansonsten fast immer kritiklos propalästinensischen Zeitung "Le Monde diplomatique" zuviel ist, wird von des Autors eigener sowie einer von ihm inspirierten Web Site "Entre la plume et l´enclume", zwischen Feder und Amboß, sowie von islamistischen, linksradikalen und rechtsextremen Web Sites in Frankreich veröffentlicht. (*)

Es bedarf mehrerer Tage, bevor man erfährt, was aus dem Verfahren geworden ist. Am 15. September 2005 veröffentlicht die Schweizer Coordination Intercommunautaire Contre l´Antisémitisme et la Diffamation (CICAD), die innergemeinschaftliche Koordination gegen Antisemitismus und Diffamierung, einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß mit der Verkündung des Urteils am 2. November 2005 zu rechnen sei. (**)

Affaire à suivre ...

Quellen

(*) Halte au massacre des éditeurs. The Writings of Israël Shamir / Entre la plume et l´enclume
http://www.israelshamir.net/French/AlQalam.fr.htm
http://www.geocities.com/plumenclume/textes/petition.pdf

Stop Targeting Publishers! The Writings of Israël Shamir
http://www.israelshamir.net/Reviews/Review13.htm

(**) Compte-rendu du procès intenté aux Editions Al Qalam, par la LICRA. Coordination Intercommunautaire Contre l´Antisémitisme et la Diffamation (CICAD), jeudi 15 septembre 2005
http://www.cicad.ch/E0610E957ABE44648C8F8D42C009D7EE_B2752D6 CC9C247D0B05055D6B47E2BE0.htm

(1) Israeli Writer is Swedish anti-Semite. By Tor Bach, Sven Johansen and Lise Apfelblum, Searchlight Magazine, Mai 2004
http://www.searchlightmagazine.com/index.php?link=template&s tory=6

(2) "Lucia Jerez" , le seul roman de José Marti, enfin disponible en français. Entretien avec sa traductrice et présentatrice de l´ouvrage, Maria Poumier
http://www.radiohc.cu/marti/frances/Marti-Lucia.htm

Woher der Wind weht ... Über Auschwitzleugner, Judenhasser und Israelfeinde beim Verlag L´Harmattan und an der Universität Paris 8, St Denis. 6. November 2002. Darin der Abschnitt: Verbreitung von Schriften der Holocaust-Leugner, Judenhasser und Israelfeinde durch den Verlag L´Harmattan
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-25_19-33-56.html

(3) Unité Radicale. Dossier Extrême Droit Radicale (mit Link zum Front National des Jean-Marie Le Pen und zum Mouvement National Républicain des Bruno Maigret)
http://francepolitique.free.fr/PUR1.htm

Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich, 25. April 2004
Darin der Abschnitt: Israel Shamir: "L´Autre visage d´Israel"
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-25_00-27-51.html

(4) Faits et Documents, la lettre d´informations confidentielles d´Emmanuel Ratier
http://www.faits-et-documents.com/

(5) Les médiateurs. Par Maria POUMIER. The writings of Israel Shamir
http://www.israelshamir.net/French/Mediators.htm

Les médiateurs. Par Maria POUMIER. www.Quibla.net, 24 avril 2005
http://quibla.net/protocoles/protocoles101.htm

(6) Israel Shamir, l´antisioniste qui venait du froid. Arche no 551-552, janvier-février 2004
http://www.col.fr/arche/551-552/art3.htm

(7) Il est minuit moins cinq docteur Sharon, par Israel Shamir. Al-Oufok, Publication électronique du Mouvement démocratique arabe, dediée à l´intifada
http://www.aloufok.net/article.php3?id_article=670

(8) "Notre ami Israël Shamir", par Henri Pasternak. L´Arche, n° 543, mai 2003
http://www.phdn.org/antisem/antision/notreami.html

(9) 451 °F – Inquisizionisten bewirken Buchverbrennung in Frankreich: Holocaust der freien Meinung AusShamir Letter, 30Oct03.
http://www.etrend.ch/fundgrube/win_fundgrube/is_031031_buech erholocaust.htm

(10) Israel Shamir. Blumen aus Galiläa. Schriften gegen die Zerstörung des Heiligen Landes
http://www.mediashop.at/022polit/202shamir.htm

(11) Up to a Point. By Israel Shamir. Media Monitors Network, July 20, 2001
http://shamir.mediamonitors.net/july202001.html

(12) Non la France n´est pas l´objet d´une flambée antisémite ! Entretien avec Dominique Vidal, SaphirNet.Info, samedi 12 Avril 2003
http://www.saphirnet.info/article_563.html

(13) SERIOUS CONCERNS ABOUT ISRAEL SHAMIR. From Ali Abunimah & Hussein Ibish (acting solely in his private capacity). www.abunimah.org, April 16, 2001
http://www.abunimah.org/features/010416shamir.html

Ali Abunimah. Palestine: Information with Provenance
http://student.cs.ucc.ie/cs1064/jabowen/IPSC/php/authors.php ?auid=206

Hussein Ibish. Hussein Ibish is the Communications Director for the American-Arab Anti-Discrimination Committee (ADC), the nation´s largest Arab-American membership organization
http://www.adc.org/ibish.htm

(14) Karl Pfeifer: Brückenschlag in Wien. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
http://www.doew.at/frames.php?/aktuell/aktion/pfeifer2.html

*Betrifft: Blumen aus Galiläa von Israel Shamir/ Antisemitismus*, Hannes Hofbauer, Promedia Verlag, Kominform.at, 26. Juli 2005
http://www.kominform.at/article.php?story=2005072618271038

(15) Ludwig Watzal: Die echten und die falschen Juden. FREITAG Nr. 22, vom 3. Juni 2005
http://www.freitag.de/2005/22/05221501.php

Ludwig Watzal. FREITAG/Web Site von Israel Shamir
http://www.israelshamir.net/German/German18.htm

(16) The Open Society and its Enemies - The Story of Auschwitz, by Gilad Atzmon, 2004
http://www.gilad.co.uk/html%20files/Auschwitz.html

The Holocaust Wars. By Paul Eisen, December 2004
http://www.israelshamir.net/Contributors/Contributor13.htm

Weitere Artikel von Israelhassern und Negationisten, darunter von Gilad Atzmon, auf der Site von Israel Shamir
http://www.israelshamir.net/

How did the far Left manage to slip into bed with the Jew-hating Right? By David Aaronovitch. TimesOnline, June 28, 2005
http://www.timesonline.co.uk/article/0,,22369-1671715,00.htm l

(17) Veteran Congressman Paul Findley Exposes Israel´s Lobby. 22-Year veteran of the House dares to speak out—again—in video interview, by Mark Farrell
http://www.nationalvanguard.org/printer.php?id=3873

Jeff Halper resigns from Board of Deir Yassin Remembered. Sue Blackwell´s Pages, April 10, 2005
http://www.sue.be/pal/Halper_DYR.html

(18) Palestine - Israel, l´interminable conflit. Certains mythes ont la vie dure
http://membres.lycos.fr/wotraceafg/conflit_pal_isr_3.htm

Deir Yassin Remembered. Board of Advisors
http://www.deiryassin.org/board.html

(19) Israel Shamir: Pardes. Eine Studie der Kabbala (deutsch)
http://www.israelshamir.net/shamirImages/Shamir/PardesGerman .pdf

Israel Shamir: Pardes (Arabic)
http://www.israelshamir.net/Arabic/pardes_Arab.pdf

Israel Shamir: Pardes (English)
http://www.booksurge.com/product.php3?bookID=GPUB02699-00001

Les écrits d´Israel Shamir. "Entre la Plume et l´Enclume", Association culturelle nouvellement créée, se donne pour but de défendre la liberté de réflexion et d´expression. Elle offre à ses adhérents un exemplaire du nouveau livre d´Israel Adam Shamir, "PARDES, Une Etude de la Kabbale", 158 p. Contact : kussek@hotmail.fr (Note: ouvrage non disponible dans le commerce)
http://www.israelshamir.net/French/French.htm

(20) Israel Shamir. Working toward Peace through Information and Education
http://www.israelshamir.net/

(21) The Liberation of the Camps. By Theodore O´Keefe
http://www.thetruthseeker.co.uk/article.asp?ID=55

(22) Theodore O´Keefe. Lexikon. Informationsdienst gegen Rechstextremismus
http://lexikon.idgr.de/o/o_k/okeefe-ted/okeefe-ted.php

Ernst Zündel. Lexikon. Informationsdienst gegen Rechstextremismus
http://lexikon.idgr.de/z/z_u/zuendel-ernst/zuendel-ernst.php


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2005-08-07_02-05-28.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 06.01.2009, 22:05 Uhr