
Romano Prodi und die araberfreundliche EU-Politik des "harten Kerns"
Anläßlich der Parlamentswahlen in Italien befassen sich die europäischen Medien mit den Spitzenkandidaten. Für das ZDF ist Romano Prodi im Gegensatz zu Silvio Berlusconi, dem Machtmenschen, der sanfte Professor. Er setze auf Argumente statt auf Show. Professor wird er auch in Italien genannt. Professor für Industriewirtschaft und Industriepolitik ist er an der Universität von Bologna, von 1971 bis zu seinem Amtsantritt als Präsident der EU-Kommission, 1999. Man attestiert ihm Ernsthaftigkeit und Seriosität, aber er sei auch langweilig und zögerlich.
Diese Einschätzung trifft nicht auf alle seine Tätigkeitsbereiche zu. Seine erfolgreiche Arbeit in der Regierung des Bettino Craxi bei der Privatisierung von maroden Staatsbetrieben macht ihn nicht gerade zum natürlichen Partner der Linken und Linksradikalen, noch dazu, da es beim Verkauf des staatlichen Lebensmittelkonzerns SME zu einigen Ungereimtheiten kommt. Romano Prodi soll das Unternehmen unter Wert verkauft und Silvio Berlusconi, der einen alternativen Kaufvorschlag unterbreitet, im juristischen Streit darum Richter bestochen haben. Es sei aber alles mit rechten Dingen zugegangen. Conclusione : tutto regolare. Die beiden Politiker sind schon seit vielen Jahren Gegner auf mehreren Parketts. Die undurchsichtige Affäre um SME erregt auch zwanzig Jahre später, in diesem Wahlkampf, einige Gemüter, die italienische Bevölkerung allerdings weniger. Der offizielle Lebenslauf des Romano Prodi auf der Web Sites der EU vermerkt: (1)
Von 1978 bis März 1979 Minister für Industrie. Von November 1982 bis Oktober 1989 Vorstandsvorsitzender des Instituto per la Ricostruzione Industriale (IRI), Institut für den Wiederaufbau der Industrie, der seinerzeit größten Holdinggesellschaft Italiens. Unter Romano Prodis Führung wurde das IRI gründlich saniert, umstrukturiert und auf die Privatisierung der Tochterunternehmen vorbereitet.
Im Mai 1983 wurde Romano Prodi erneut die Leitung des IRI übertragen, die er zur erfolgreichen Privatisierung namhafter Tochtergesellschaften wie Credito Italiano und Banca Commerciale Italiana nutzte. (2)
Vorgeworfen wird ihm seine Koalition mit den Kommunisten; sein Mitte-Linksbündnis mit elf Parteien erwecke in Italien Zweifel, erfährt man aus einem Video, vom 7. April 2006, auf der Site des ZDF. Aus dem längeren Begleitartikel ist interessant, was das ZDF über die Zeit des Romano Prodi in Brüssel kurz und knapp zu sagen hat: (3)
Seine Regierung (in Italien) konnte sich dennoch nur bis Oktober 1997 halten, dann entzogen die Kommunisten Prodi wegen dessen Sparpolitik ihre Unterstützung. Anschließend ging er nach Brüssel (ab März 1999) und gestaltete dort in seiner fünfjährigen Amtszeit als Präsident der EU-Kommission die Euro-Einführung sowie Osterweiterung mit. Mit hohen Erwartungen gestartet, blieb seine Zeit dort aber eher glanzlos.
Glanzvoll zu nennen ist diese Zeit vor allem für die weiter fortschreitende Islamisierung der EU, für die Distanzierung der Europäer von den USA und Israel und die Verwandlung Europas in Eurabia. Dank Romano Prodi ist Europa dem Wunschbild der arabischen Staaten und ihrer Vertretungen, der Arabischen Liga und der Organization of the Islamic Conference (OIC), der Eingemeindung der Region in den Herrschaftsbereich der arabischen Staaten, ein gutes Stück näher gerückt. Dazu paßt ausgezeichnet sein Bündnis mit den Kommunisten und anderen Linken in Italien und in Europa.
Romano Prodi im Dutzend in Bat Ye´ors Buch Eurabia
In zwölf Textstellen verweist Bat Ye´or in ihrem Buch Eurabia. The Euro-Arab Axis auf den Präsidenten der EU-Kommission Romano Prodi.
1. Die EU-Kommission des Romano Prodi gibt eine Umfrage in Auftrag über die Bedrohung des Weltfriedens, der dank nicht repräsentativer Auswahl der Befragten sowie geschickter Fragestellung von den Europäern als am meisten durch Israel bedroht angesehen wird. Die Ergebnisse der Umfrage werden von der EU-Kommission im November 2003 veröffentlicht.
59 Prozent der befragten Europäer aus 15 Staaten sehen demnach Israel als die größte Gefahr für den Weltfrieden an, unter ihnen 65 Prozent der Deutschen (!), 55 Prozent der Franzosen, 60 Prozent der Briten. In der Umfrage kommen die Palästinenser nicht vor, angeblich, weil nur Staaten aufgelistet sind. Andererseits wird kein Mitgliedsstaat der EU erwähnt. Die EU selbst, ihrerseits ebenfalls kein Staat, wird von durchschnittlich nur 8 Prozent der Befragten, unter ihnen 4 Prozent der Deutschen, 6 Prozent der Franzosen, 18 Prozent der Briten, für den am meisten den Weltfrieden gefährdenden "Staat" gehalten. Dabei ist die EU gar kein Staat.
Rabbi Marvin Hier, der Gründer und Leiter des Simon Wiesenthal Center, Los Angeles, ist entsetzt über eine offenbar andauernde Voreingenommenheit in Europa gegenüber Israel. Die Ergebnisse zeigten, daß in Europa Rassismus und Antisemitismus tief verwurzelt seien, jetzt stärker als jemals nach dem Zweiten Weltkrieg. (4)
In die Diskussion greifen auch die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses (WJC) Edgar Bronfman und des Europäischen Jüdischen Kongresses (EJC) Cobi Benatoff ein mit einem Artikel in der Financial Times, vom 5. Januar 2004, der so beginnt: Untätigkeit kann ebenso eine Form des Antisemitismus sein wie direkte Schritte gegen Juden. Die Europäische Kommission hat beides zu verantworten. Beide Präsidenten werfen in dem Artikel der EU die durch einseitige Fragestellungen diskreditierte Umfrage vor. Daraufhin ist Romano Prodi beleidigt und sagt ein mit jüdischen Organisationen zur Bekämpfung des Antisemitismus für Ende Januar 2004 geplantes gemeinsames Seminar ab. Es ist ihm ein willkommener Anlaß, sich einer lästigen Pflicht zu entziehen. Mit Juden kann er sowieso nicht so gut wie mit Arabern. (5)
2. Auf Vorschlag eines österreichischen Vertreters im European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC), Anfang 2002, wird endlich das Gegenstück zu drei Untersuchungen über Islamfeindlichkeit, eine Untersuchung über den Stand des Antisemitismus in Europa, ohne große Begeisterung des Präsidenten der EU-Kommission und der Board-Mitglieder des EUMC in Auftrag gegeben. Das Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin soll den Bericht erstellen.
Heraus kommt bei der Untersuchung, daß die antisemitischen und anti-israelischen Aktionen vor allem von arabischen Muslimen und von pro-palästinensischen Linken sowie von Rechtsextremen durchgeführt werden. Das führt dazu, daß der Bericht von der EU-Kommission zurückgehalten wird. Vier Mitglieder des US-Repräsentantenhauses fordern, im Juli 2003, von Romano Prodi und Javier Solana die Veröffentlichung des Berichtes. Beide erklären, letzterer in einem Brief, vom 12. August 2003, daß der Bericht unzulänglich und nicht repräsentativ sei. Romano Prodi ergänzt, anstatt die Situation in Europa anzuerkennen, daß es das Problem des Antisemitismus auch in den USA gebe. Romano Prodi und Robert Wexler, Abgeordneter der Demokratischen Partei, aus Florida, führen einen Briefwechsel, in dem der Präsident der EU-Kommission die Bedeutung der Unterscheidung zwischen legitimer politischer Meinung und der Kritik der Politik der Regierung Israels einerseits und Antisemitismus andererseits betont. Die Europäische Union wird weder Antisemitismus dulden, noch wird sie irgendeine Anspielung dulden, daß ihre Politik gegenüber dem Nahen Osten von Antisemitismus gesteuert ist. Dazu meint Bat Ye´or: Es sieht so aus, als wenn das Anzünden von Synagogen, physische Angriffe und das Schlagen von Schülern durch Araber für Prodi legitime politische Kritik der israelischen Politik sind. (6)
Die Entscheidung der EU-Kommission zur Zurückhaltung des Berichts verwundert nicht, hält sie es doch wie die globalisierungskritische Bewegung ATTAC für richtig, gemeinsame Sache zu machen mit dem Enkel des Gründers der Terrorvereinigung der Muslimbrüder, dem islamischen Fundamentalisten Dr. Tariq Ramadan. Dieser gehört als Experte mehreren Kommissionen der EU an, und er ist Mitglied der Gruppe der Weisen für den Dialog der Völker und Kulturen bei der EU, unter Vorsitz von Romano Prodi. Dort wird er, der alle zwei Wochen eine Doppelstunde zum Thema Einführung in den Islam abhält aber nicht einmal als Mitarbeiter im Vorlesungsverzeichnis geführt wird, mit den wärmsten Worten als jemand vorgestellt, der in Fribourg Islamologie lehre - und Philosophie au Collège de Genève ist ebenfalls mißverständlich; denn Tariq Ramadan lehrt an einem Gymnasium als Studiendirektor. (7)
Romano Prodi und Javier Solana sind im Dienste des Euro-arabischen Dialogs zur Verbesserung der strategischen Position der EU gegenüber den USA, da können sie mit Antisemitismus nichts anfangen. Die Folgen ihrer Verblendung treffen die Europäer, allen voran Frankreich, wie man inzwischen sieht. Vorstadt-Intifada, spektakuläre Morde an Juden, Diskreditierung Frankreichs als Wirtschaftsstandort, das ist nun erreicht, und Italien wird dank des Sieges von Romano Prodi und seiner elf mitstreitenden Linksparteien jetzt folgen. (8)
Wie lange wird die EU diesem Ausverkauf standhalten? Die jungen Wissenschaftler der EU stehen Schlange für die Green Card, nur wer aus gesundheitlichen oder gefühlsduseligen Gründen nicht weg kann, bleibt in diesem verrottenden alten Kontinent.
3. Der Ökonom Romano Prodi ist in der EU für alles zuständig, auch und gerade für die Kultur, die ebenfalls zum Dialog ansteht. In der EU gibt es keinen Bereich, der nicht durch Dialog zerredet wird. Sieger bleiben dabei bislang die Araber, sie diktieren den Europäern die Bedingungen, obgleich die EU-Kommission das anders wahrnimmt. Eine Folge davon ist, daß Romano Prodi nicht etwa die amerikanischen und ausländischen Opfer der von der EU als events, Ereignisse, entpolitisierten und banalisierten Attentate, vom 11. September 2001, bedauert, sondern er beklagt die angeblich seit der Zeit gegenüber den Muslimen praktizierte verschärfte Diskriminierung. Das Unglück der USA nutzt die EU, ihre strategische Stellung im Nahen Osten weiter auszubauen. Die Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten wird dazu weiter intensiviert.
Auf die für Mai 2004 bevorstehende EU-Erweiterung um die mitteleuropäischen Staaten reagiert die EU mit weiterer Stärkung der euro-mediterranen Partnerschaft. Wir dürften den Süden nicht vergessen, meint Romano Prodi. Im Gegenteil, das Mittelmeer müsse im Mittelpunkt stehen, nicht, in dem eine rigide unilaterale Vorstellung herrsche, sondern in dem wir uns auf eine gewisse Idee des gemeinsamen Eigentums gründen, verkündet er auf einer Konferenz des Centre d´Ã©tude et de recherche sur le monde arabe contemporain (CERMAC), des Studien- und Forschungszemtrums der arabischen Welt, der Universität Leuwen, am 26. November 2002. (9)
Das ist auch die Politik Frankreichs, das bis heute nicht anerkennt, daß seine Randlage in Europa eine derartige Politik strategisch nicht trägt. Romano Prodi ist auch Frankreichs Sprachrohr. Schon deshalb ist er bei den Linken Frankreichs besonders beliebt: Prodi !!! und Schluß mit dem Ultra-Liberalismus! dem néo-ultra-libéralisme, liest man auf Bellaciao. Es ist den Linken unverständlich, wieso die Hälfte der Italiener BERLU, Silvio Berlusconi wählt. Berlu, tu ne passeras pas ! Du kommst nicht durch! Jetzt beginne eine Zeit der Entgiftung. Nach Spanien und Italien stehe nun Frankreich an: exit AZNAR , BERLUSCONI , et bientot SARKOSY (sic!). In den allgemeinen Begeisterungstaumel mischen sich, was die Einschätzung des Romano Prodi und seiner Partei angeht, einige wenige realistische Stimmen. (10)
Es stört weder die Politiker der EU noch die Linken, daß die weiteren Konzessionen an die arabischen Staaten zur Verbreitung des politischen Islam in Europa führen. Die Schwächung der Machtposition der USA ist wichtiger. Diejenigen, die auf internationalem Parkett wortreich eintreten gegen die Hegemonialmacht USA, für die Schaffung einer friedlichen multipolaren Welt, lassen keine Gelegenheit ungenutzt, mit allen Mitteln konkurrierenden Machtzentren politisch und wirtschaftlich zu schaden, sei es den USA, sei es China.
4. Die EU wird nicht müde, einseitig die Interessen der Palästinenser zu vertreten. Dazu stellt sie die Verbrechen der palästinensischen Terrorgruppen als Widerstandskampf dar. Der Schlüssel zur Stabilität im Nahen Osten seien die Palästinenser. Die von den arabischen Staaten offen vertretenen Ziele des politischen Islam werden dabei nicht als dieser Religion innewohnend wahrgenommen, sondern als verursacht durch die Politik Israels gegenüber den Palästinensern. Die Politiker der EU, allen voran Jacques Chirac, Dominique de Villepin, Javier Solana und Romano Prodi, machen der Welt wider besseres Wissen weis, daß eine Ächtung Israels etwas an den Zielen des weltweiten Glaubenskrieges in Afrika, Asien und Europa ändern würde. (11)
Das 192 Tote und 2000 Verletzte fordernde Attentat in Madrid, am 11. März 2004, nennt Romano Prodi in Fehleinschätzung der Ziele des politischen Islam und seiner Terrorgruppen heftig und sinnlos. Er interpretiert dieses Massaker wie alle, die den Islam beschönigen, in dem sie bei den kriminellen Taten von Muslimen gegen Juden, Israelis, Christen die politische Komponente leugnen. In Frankreich werden muslimische Mörder von Juden ob ihrer sinnlosen Tat bevorzugt in psychiatrische Kliniken eingeliefert und daraus bald wieder entlassen. (12)
5. Am 30. März 2003 besucht Romano Prodi Algerien und am folgenden Tag Tunesien. Dort bekräftigt er erneut die enge Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten als eine erweiterte europäische Nachbarschaftsinitiative, wobei die Nachbarschaft für Romano Prodi von Rußland bis zum Mittelmeer reicht. Es stört ihn dabei nicht, daß alle nordafrikanischen Länder unter Diktaturen leben, und daß in Algerien ein Bürgerkrieg 150 000 Tote gefordert hat, daß in diesem Krieg manchmal ganze Dörfer und ihre Bewohner ausgerottet, auch Europäer ermordet werden, und in beiden Ländern der islamische Fanatismus ein Terrorinstrument geworden ist. Im Gegenteil, er lobt die Bemühungen zur Demokratisierung und zur Einleitung von Wirtschaftsreformen.
Für seine gute Zusammenarbeit zur Vertretung der tunesischen Interessen in Europa erhält Romano Prodi am 31. März 2003 die Ehrendoktorwürde der Universität Tunis. (13)
6. Am 16. und 17. Februar 2003 droht Jacques Chirac auf einem Europagipfel in Brüssel, den Beitritt der mitteleuropäischen Staaten zur EU zu blockieren wegen derer transatlantischer Neigung. Am 17. Februar 2003 spricht er in Bezug auf diejenigen mitteleuropäischen Staaten, die sich im Irakkrieg auf die Seite der USA stellen, die abfälligen Worte: Ces gens-là ne sont pas très bien élevés, ils ont perdu une bonne occasion de se taire. Diese Leute da sind nicht sehr gut erzogen, sie haben eine günstige Gelegenheit verpaßt, den Mund zu halten. Die Beziehungen Frankreichs zu dem verbrecherischen Regime Saddam Husseins sind bestimmt durch hohe Kreditschulden, die der Irak in Frankreich hat, sowie durch Iraks führende Rolle in der Politik der arabischen Staaten gegen die USA.
Am 13. Oktober 2003 hält Romano Prodi in der berühmten Bibliotheca Alexandrina eine Eröffnungsrede zu einer Konferenz des Euro-Mediterranean Partnership Program Tempus MEDA, mit dem Titel: Sharing Stability and Prosperity. Er glaube nicht an einen clash of civilisations, sagt er, das sei ein Mythos, den die europäische Bevölkerung ablehne: Wir Europäer wollen Frieden und Dialog. Die Europäer seien gegen die Errichtung von Mauern und Raketenabwehrsystemen, was übersetzt heißt: gegen Israel (Mauer) und die USA, die im März ihr geplantes mehrere Milliarden Dollar schweres Raketenabwehrsystem vorstellen: US Missile shield Won´t Work, meint dazu auch die progressive Gemeinschaft der Common Dreams. (14)
Er erzählt etwas von Proximity Policy, einer Politik der Nähe: Wir haben gelernt, daß Sicherheit nicht mit höheren Mauern oder tödlicheren Waffen kommt (nochmal ein Schlag gegen Israel und die USA), sondern mit stärkeren, stabileren auf Frieden und Wohlstand beruhenden Beziehungen. Selbstverständlich tritt er keinen Beweis an für diesen Unsinn - wie denn auch?
Die EU ist also für anhaltende Stabilität und Sicherheit, für soft security, für sanfte Sicherheit, für Handel, Austausch und Dialog. Romano Prodi betont die Gleichberechtigung der europäischen mit den arabischen Partnern: equal footing, was man bei uns im heutigen Jargon als auf gleicher Augenhöhe übersetzen würde, von dem aber niemand hier wie da weiß, was damit gemeint ist. Verstehen und Zusammenarbeit führt gemäß Romano Prodi zu Sicherheit. Die will er erreichen durch freien Handel, freie Zirkulation von Gütern und Kapital, für Dienstleistungen und Menschen. Diese Politik werde die Menschenrechte und individuellen Freiheiten sowie die Rechtssicherheit stärken. Er schmeichelt den Gastgebern der Konferenz, dieser Diktatur, die die Christen des Landes verfolgt und ihre Medien Haß gegen die USA und Israel senden und schreiben läßt: We are willing to help, insistiert er, wir sind bereit zu helfen; denn es steht die Ratifizierung des für die Wirtschaft der EU lukrativen Association Agreements zwischen der EU und Ägypten an. Die Verhandlungen dazu sind bereits am 26. Januar 2001 beendet. Aber gut Ding will Weile haben. (15)
Zwar erklärt er sich mehrfach gegen Eurozentrismus, klärt aber nicht, ob auch Arabozentrismus ausgeschlossen sein soll. Eine hochrangige Beratergruppe zum Dialog zwischen Völkern und Kulturen auf der Grundlage von Respekt füreinander wird eingerichtet. Wie Völker und Kulturen als Gruppen miteinander reden können, dafür bleibt Romano Prodi die Erklärung schuldig. Welche Völker, wer von ihnen, welche Kulturen, wie wird Kultur definiert? Es ist alles nur Geschwafel. Dann verspricht er eine Stiftung, die Euro-Mediterranean Foundation für interkulturellen Dialog. Noch eine Stiftung! Die Steuerzahler finanzieren das, ohne daß man sie fragt.
Für die EU-Erweiterung entschuldigt sich Romano Prodi. Die euro-arabische Politik wird die arabischen Staaten für die Osterweiterung der EU entschädigen, sie werden den neuen Mitgliedern gleichgestellt, und die neuen Mitglieder könnten ebenfalls Muslime in größerer Anzahl bei sich aufnehmen. Das Einverständnis der neuen Mitgliedsländer für solche Angebote liegt nicht vor. Andererseits planen neun der 15 alten EU-Mitglieder restriktiven Zugang der mitteleuropäischen Bürger zur Arbeit in der "alten" EU, um Versprechungen den arabischen Staaten gegenüber einzuhalten. Daraus entsteht die berühmte Geschichte von dem polnischen Klempner. Die Polen machen gute Miene zum bösen Spiel, sie amüsieren sich darüber und antworten mit einer genialen Werbung: Je reste en Pologne. Venez nombreux ! Ich bleibe in Polen, kommt zuhauf! (16)
Die Rede Romano Prodis ist gegen die USA und Israel gerichtet. Faszinierend daran ist der demütige Ton, der angeschlagen wird: seht her, wir Europäer sind wirklich ganz anders als die Amerikaner und Israelis, wir sind liebe Menschen. Man sollte den Text der Rede in diesen dunklen Tagen von Gewalt und Terror, ins Arabische übersetzt, den islamischen Terrorgruppen zur Erheiterung vorlegen. Selten hätten sie so gelacht! Vielleicht hat diesen Witz ja schon jemand gemacht von den anwesenden Vertretern Saudi-Arabiens oder Syriens, die seit Jahren eben diese Gewalt und diesen Terror ihrer Proxis finanzieren, die Familien der Suizidattentäter über die Arab Bank entlohnen und die Hezbollah, die Hamas und den Palästinensisch-islamischen Djihad mit den notwendigen Mitteln ausstatten, die Juden umzubringen. (17)
Mare nostrum, unser Meer, überschreibt die ägyptische Regierungszeitung Al-Ahram ihren Bericht über die Konferenz. Romano Prodi gebraucht den lateinischen Begriff, mit dem die Römer ihr Meer bezeichnen. Um den Arabern zu gefallen, und um ihnen noch mehr zu schmeicheln, schenkt er ihnen symbolisch dieses Meer, es müsse allen Völkern gehören, die an seinen Ufern wohnen. Es gehört aber sowieso mindestens zur Hälfte den Muslimen, und die andere Hälfte wollen sie auch noch haben.
Diese Geste des Romano Prodi ist typisch für das ganze EU-Projekt des Euro-arabischen Dialogs: es wird alles verschenkt, die griechisch-römische, jüdisch-christliche Kultur, die man hat, und die strategisch-politische und militärische Macht, die man nicht hat. (18)
Im Oktober 2003 gibt die hochrangige Beratergruppe der EU-Kommission einen im Auftrag von Romano Prodi erstellten Bericht Dialogue Between Peoples and Cultures in the Euro-Mediterranean Area heraus. Einer der Berichterstatter ist Tariq Ramadan, der bei Romano Prodi immer gut im Geschäft ist. Das Titelblatt des Berichtes zeigt den mediterranen Raum in einer merkwürdigen Anordnung: Süden ist oben und Norden unten. Es entspricht der Lehre des Islams, der über die anderen Religionen und Weltgegenden herrschen soll. Die Menschen und der Elefant allerdings stehen kopf, was die Vermutung nahelegt, daß der Betrachter das Bild drehen sollte. Dann befindet sich auch die Beschriftung an ihrem Platz, rechts unten. Norden wäre oben und Süden unten. Die Mitglieder der Beratergruppe aber ordnen das Bild so an, wie sie die Welt gern hätten. Es verwundert nicht, daß dabei Menschen und Elefant kopfstehen.
Die arabischen Karthographen des Mittelalters zeichnen das Meer aus der Perspektive der Segelschiffe: wenn man das Bild dreht wie einer, der das Meer umsegelt, stehen Menschen, Elefant und Gebäude immer aufrecht. Der Euro-arabische Dialog aber führt dazu, daß die islamische Welt über der europäischen steht, was zwar den Gebäuden, nicht aber den Menschen und dem Elefanten gut bekommt. (19)
Die Stiftung ist inzwischen eingerichtet, sie arbeitet unter dem Namen Anna-Lindh Foundation und ehrt damit die am 10. September 2003 ermordete schwedische Außenministerin, die Kämpferin für die Benachteiligten dieser Welt, die zu Lebzeiten nicht rastet noch ruht, für die Palästinenser und gegen Israel zu arbeiten. Kein Hehl mache sie aus ihrem Abscheu vor der Politik des Ariel Sharon in Israel. Dieser sei ein "Wahnsinniger", mit dem man keinen Dialog führen könne. Daß die USA vor Israels Politik kuschen, konnte Anna Lindh nicht verstehen. Daß sie dies tun, wird als selbstverständlich vorausgesetzt. Anna Lindh tritt ein für den Boykott Israels und für eine andere Politik Yasser Arafat gegenüber als die der USA. Im selben Zeitraum wurden mit Anna Lindh drei schwedische Spitzenpolitiker ermordet, die alle eines gemeinsam hatten: sie traten offen dem Zionismus entgegen. Da braucht man nicht mehr auszusprechen, was so nahe liegt: Israel hat die Ermordung von Anna Lindh zu verantworten, der Mossad. Der Name der Stiftung ist der EU Programm. Die Institution ist eine Propagandamaschine gegen die USA und Israel. (20)
7. Die EU betrachtet die arabischen Staaten als ihren Hinterhof, wenn diese auch jene mit größerem Recht als ihren Hinterhof wahrnehmen. Die EU will vermeiden, daß die USA durch Vermittlung der neuen EU-Mitgliedsstaaten Zugang zu der Region bekommen. Das mediterrane Projekt des Jacques Chirac, der es bereits 1996 in Kairo verkündet, und seines Freundes Romano Prodi ist durch die Unterstützung der neuen Mitgliedsstaaten für die USA und den Krieg im Irak gefährdet. Deshalb sind sie und Javier Solana entsetzt über die im Frühjahr 2004 erneut betonte atlantische Orientierung dieser Staaten. (21)
8. Die EU gründe Stiftungen, Komitees und Subkomitees für Dialog wie Krebsmetastasen, meint Bat Ye´or. Damit parallel gehe das Herunterspielen der terroristischen Bedrohung. Meßbare Ergebnisse im Bereich Demokratisierung und Verbesserung der Rechte der arabischen Bevölkerung hat der Euro-arabische Dialog nicht. Derweil werden, bezahlt von den europäischen Steuerzahlern, eine Mediterranean Parliamentary Assembly sowie der Europäischen Investmentbank (EIB) unterstellte Finanzierungsinstitutionen gegründet. Entsprechend bläht sich das Budget der EU-Kommission immer mehr auf. Am 10. Februar 2004 fordert die EU-Kommission einen Anstieg des Haushaltes in Höhe von 38 Milliarden Euro, oder 32 Prozent über sieben Jahre. Romano Prodi erklärt die Notwendigkeit der gestiegenen Kosten für Forschung, Entwicklung, internationale Hilfe und des interkulturellen Dialoges wegen. Letzterer beschäftigt auch einen Konferenzzirkus, immer an schönen Touristenorten. Die europäischen Steuerzahler finanzieren unzählige kulturelle Projekte und Vereinigungen, in denen die Kultur des Hasses gegen die USA und Israel gepflegt und die Eingemeindung Europas in die Ummah betrieben werden. Die Zusammenarbeit mit der EU hindert die arabischen Staaten nicht daran, die Protokolle der Weisen von Zion weiter zu veröffentlichten und die von Syrien produzierte 29-teilige Fernsehserie Al-Shatat (Diaspora) über angebliche rituelle Verbrechen der Juden von Damaskus vom Hezbollah-Sender Al-Manar senden zu lassen. In Ägypten wird 2002 für die arabische Welt die mehrteilige Fernsehserie A Rider without a Horse produziert. Der Plot gründet ebenfalls teilweise auf den sogenannten Protokollen der Weisen von Zion. Die EU sieht sich trotz aller Dialoge nicht veranlaßt, die arabischen Staaten zu ersuchen, diese Serien aus dem Programm ihrer staatlichen Sender zu entfernen, was jüdische Gruppen, Israel, die USA und andere Länder und Organisationen ab dem Erscheinen der Serien fordern. (22)
9. Bedingt durch die in den arabischen Staaten herrschende Politik des Djihad und der europäischen Feindseligkeit gegenüber den USA und Israel kann die euro-arabische Partnerschaft zwar bedingten Frieden aber keine endgültige Freiheit von islamistischen djihadistischen Absichten bringen. Spanien erkennt Israel erst 1984 diplomatisch an und gibt zahlreiche pro-palästinensische und araberfreundliche Erklärungen ab. Es ändert nichts daran, daß Spanien wie Portugal, Griechenland, Sizilien und einige ost-europäische ehemalig islamische Gebiete sich in der gleichen Kategorie wie Israel befinden. Sie alle sind Länder unter dem Schwert. Jeder Muslim ist aufgefordert, dafür zu kämpfen, daß diese Gebiete wieder der Ummah zugeführt werden. (23)
Nach den Zugbombardierungen von Madrid, 11. März 2004, fährt Luis Rodriguez Zapatero eine Beschwichtigungspolitik gegenüber islamischen Terrorgruppen. Damit schließt er sich der eurabischen Dhimmi-Politik von Romano Prodi und Javier Solana an. Diese Politik führt zu Niederlagen. Bereits am 2. April 2004 wird eine weitere Bombe auf der Strecke Madrid-Sevilla gefunden. Sie ist den vom 11. März in der Art gleich. Niemand der verantwortlichen EU-Politiker sieht jedoch diese zweite Bombe als Beweis dafür an, daß die Attentate weder mit dem Irakkrieg noch mit dem palästinensisch-israelischen Konflikt zu tun haben, im Gegenteil, man kann sich wundern, daß keine Verschwörungstheorien auftauchen.
Ende März erklärt Romano Prodi in einem Brief an den Corriere della Sera den Krieg im Irak für ungerechtfertigt und illigitim, er plädiert für eine von den Vereinten Nationen geleitete humanitäre Operation, an der auch und besonders Truppen aus islamischen Staaten beteiligt werden sollten. Die Erfahrungen mit derartigen UNO-Einsätzen scheinen an Romano Prodi vorbeigegangen zu sein: Srebrenica, Ruanda ...
Seine Äußerungen vom März 2004 haben vor allem wahltaktische Gründe; denn seiner Koalition wird Unglaubwürdigkeit in ihrer Opposition gegen die Präsenz von italienischen Truppen im Irak vorgeworfen. Soeben haben in Spanien die Sozialisten mit dem Versprechen des Abzuges ihrer Truppen die Wahlen gewonnen. Für Italien stehen im Juni 2004 die Wahlen zum Europaparlament sowie Kommunalwahlen an. (24)
Bei einem Wahlsieg seiner Mitte-Links-Koalition werde er die im Irak stationierte 2600 Mann starke italienische Truppe abziehen, so bald wie möglich, präzisiert er jetzt, vor den April-Wahlen 2006. Silvio Berlusconi sieht den Rückzug für Ende 2006 vor. Das italienische Kontingent hat zu Kriegsbeginn für die USA vor allem symbolischen Wert für die Legitimierung des Einsatzes. Die derzeitige Lage im Irak benötigt keine Symbolik mehr. (25)
10. Die Zusammenarbeit von Romano Prodi mit dem salafistischen Prediger Tariq Ramadan im Dialog zwischen Völkern und Kulturen habe ich bereits erwähnt. Dem Präsidenten der EU-Kommission macht es nichts aus, daß er durch eine solche Beziehung die Sicherheit der moderaten Muslime gefährdet, die sich in unsere Gesellschaft integriert haben. Tariq Ramadan arbeitet daran, Europa zu islamisieren, in dem er aus muslimischen Immigranten in Europa europäische Muslime macht und mittels Missionierung, da´wa, europäische Konvertiten gewinnt. Er setzt alles daran, daß die Muslime sich nicht in unsere Gesellschaft integrieren, sondern sie sollen das dar ul-islam, das Haus des Islam, in Europa errichten. Dazu erfindet er von anderen islamischen Fundamentalisten abgelehnte unislamische Konstrukte wie dar ul-da´wa. Dies kann man auf seiner Web Site in englisch und französisch nachlesen. Es ist nicht anzunehmen, daß Romano Prodi die Politik des Tariq Ramadan nicht kennt. Er setzt ihr nichts entgegen oder akzeptiert sie gar. (26)
11. Die euro-mediterrane Anna Lindh Foundation soll sich laut Romano Prodi der Aufgabe widmen, in den nächsten 50 Jahren die europäischen und arabischen Mittelmeeranrainerstaaten in ihrem täglichen Leben einander anzugleichen. Da die EU keine kulturellen und gesellschaftlichen Änderungen in die arabischen Staaten bringen kann, wird der Stiftung wertvolle Aufgabe, Vorurteile abzubauen, nur in der EU für die arabisch-muslimischen Immigranten zu verwirklichen sein, während die landeseigene arabische Fremdenfeindlichkeit nicht angesprochen werden wird. (27)
Der Islamisierung Europas ist damit Tür und Tor geöffnet. Von wechselseitigen Veränderungen kann keine Rede sein. Die inzwischen täglich in den Medien berichteten Forderungen der islamisch-fundamentalistischen Vereinigungen nach scharia-konformen Maßnahmen sowie die Angriffe von radikalisierten Muslimen bei uns und in den arabischen Ländern auf Christen, die Attentate auf Juden in Israel und in Europa zeigen, daß die Araber nicht im geringsten daran denken, sich auf unsere Kultur einzulassen. Die Anna Lindh Foundation soll Interessen, Werte und politische Ziele der EU und der arabischen Staaten zusammenbringen, sie soll ungleiche Beziehungen zwischen Staaten, zwischen Bevölkerungen, zwischen Männern und Frauen und zwischen Individuen bekämpfen. Die Erwähnung der Individuen geschieht zum Schluß der Aufzählung. Die EU hat unter der Präsidentschaft von Romano Prodi das arabische Prinzip der Ummah angenommen bzw. sich des alten Prinzips der Volksgemeinschaft erinnert; die westliche Kultur jedoch baut auf den Grundrechten des Individuums auf: Artikel 1, Satz 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. (28)
12. Inzwischen wird die Politik der arabischen Staaten gegenüber dem Westen, wie sie auf den zahlreichen Konferenzen seit der Lahore Islamic Conference, 1974, beschlossen worden ist, in Europa von willfährigen Politikern, Intellektuellen, Medien und Vertretern christlicher Kirchen umgesetzt. Einer der Architekten dieser Politik ist Tariq Ramadan, der in der Schweiz geborene Enkel des Gründers der Muslimbruderschaft Hassan al-Banna und Sohn des Salafisten Said Ramadan. Er hätte beinahe die Möglichkeit erhalten, in den USA den von der hochrangigen Beratergruppe der EU-Kommission erfundenen Dialog zwischen Völkern und Kulturen zugunsten des politischen Islam fortzusetzen. Tariq Ramadan ist, benannt von Romano Prodi, Mitglied dieser Beratergruppe. Die europäischen Steuerzahler finanzieren die Islamisierung Europas. Die US-Regierung verweigert ihm im letzten Augenblick das Visum, und der Prediger bleibt uns erhalten. (29)
Einer seiner Schweizer Anhänger, der ihn persönlich kennt, hadert mit mir, daß ich es nicht annehmen könne, daß uns ein überzeugter Muslim entgegentritt. Mit ihm träten uns eine Lebenseinstellung und ein Glaube gegenüber, die sich nicht mit unseren deckten. Diese Tatsache könne ich einfach nicht annehmen. Das ist unzutreffend; denn es ist so, daß ich diese Tatsache nicht annehmen will. Von ihm und seinesgleichen geht nicht nur ein geistiger, sondern auch ein politischer Kolonialismus aus und zwar ein militanter, gespeist aus dem vermeintlichen Besitz der ewigen Wahrheit. Die europäischen Dialogpartner der Araber sowie die europäischen Linken sind diesem Kolonialismus bereits erlegen, von den Rechtsextremen nicht zu reden. Wie die Afrikaner zu Livingstone´s Zeiten handeln sie sich einige Glasperlen ein.
Romano Prodi und sein Linksbündnis gewinnen die Wahlen
Eine solche Perle ist das Wahlergebnis des Romano Prodi, dessen Linksbündnis nicht etwa dank der darob stolzen Auslandsitaliener, sondern dank der Stimmen der Muslime die Parlamentswahlen gewinnt. Dessen ist der Konvertit Roberto Hamza Piccardo überzeugt. Er ist Nationalsekretär der l´Unione delle comunità islamiche in Italia (UCOII), der Vereinigung der Islamischen Gemeinden in Italien, Italiens größter muslimischer Gruppe. Bislang hätten die Muslime nie eine Wahlempfehlung erhalten, aber jetzt sei alles anders: Außer unserer Empfehlung, für die kommunistische Partei Refundazione comunista des Oliviero Diliberto zu stimmen, war ein wichtiger Aspekt die Anwesenheit von mehreren (muslimischen) Kandidaten in den Parteien des Linksbündnisses. Das Fehlen von muslimischen Kandidaten im Bündnis von Silvio Berlusconi sei der Schlüssel zu dessen Wahlniederlage. Der Verwaltungsrat der UCOII stellt sich hinter die Herausgabe der Wahlempfehlung. Sie sei eine persönliche Meinung ihres Nationalsekretärs. (30)
Wer ist dieser Roberto Hamza Piccardo? Mehrere Artikel auf der Site des Scheichs Abdul Hadi Palazzi geben Auskunft. (31)
In einem von ihnen berichtet der Stellvertretende Direktor des Corriere della Sera Magdi Allam über die Rolle der neo-nazistischen Gruppe al-Awda Italia und die der UCOII des ex-Autonomen, einer Gruppe der extremen Linken, Roberto Hamza Piccardo bei der widerlichen Propaganda gegen Amerikaner und Juden: eine rot-grün-braune Allianz. Seine Mitstreiter sind unter anderem Miguel Martinez und Susanne Scheidt, jener von der extremen Rechten, diese von der extremen Linken. Zu beiden finden sich in meinem Archiv Artikel, die auch Kontakte zu den bei uns bekannteren Wilhelm Langthaler und Werner Pirker feststellen. (32)
Roberto Hamza Piccardo, der Nationalsekretär der wahhabitischen UCOII, sei der Sprecher der Hamas für Italien, schreibt Magdi Allam. Im Jahr 2002 unterschreibt er auf der italienischen Site von Al-Jazeera ein Dokument der Muslimbrüder zur Verherrlichung des Suizid-Terrorismus: die Märtyreroperationen der Palästinenser dienten der Befreiung der besetzten Territorien und dem Kampf gegen Unterdrückung. Sie seien die höchste Form des Glaubenskrieges, der Tod sei ein heroischer Akt und die höchste Form des Martyriums eines Menschen, der seine Seele Gott opfere, um sein Vaterland, seine Ehre und den Islam zu verteidigen. Darin könnte man die Palästinenser nicht allein lassen, der Glaubenskrieg sei eine göttliche Verpflichtung für die italienischen Muslime und für die ganze Ummah. Es handele sich um einen wahren und sauberen Fatwa gegen die zionistische, rassistische, kolonialistische Einheit, den Roberto Hamza Piccardo im Namen der UCOII unterzeichnet habe. Der Fatwa richte sich ohne Unterschied gegen alle Israelis, weil alle Unterdrücker der Welt die Würde verletzten und deshalb als Kombattanten anzusehen seien. Die UCOII sei wichtig in der weltweiten Strategie der Integristen, die sich zusammenfänden mit Kräften der extremen Linken und der extremen Rechten in Italien. (33)
Wenn man auf der italienischen Seite des Campo Antiimperialista Piccardo eingibt, erhält man 76 Angebote über den Freund des Romano Prodi, der dem wahhabitischen Konvertiten Hamza Roberto Piccardo seinen Wahlsieg zu verdanken hat. Dreißig Jahre Zusammenarbeit der Araber mit den Europäern im Euro-Arab Dialogue haben sich ausgezahlt. Demnächst werden ihre Interessen in Italien noch besser vertreten als bislang schon, und was die deutschen und französischen Politiker angeht: Berlin weint Berlusconi keine Träne nach, und Angela Merkel freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit Romano Prodi. Das haben diese Europäer mit den Regierungen der arabischen Staaten und den Islamisten in aller Welt gemein.
Frankreichs Präsident Jacques Chirac schickte bereits seine Glückwünsche an Prodi. Er sei überzeugt, dass Frankreich und Italien nun ihre "Zusammenarbeit im Dienste des europäischen Projekts verstärken" würden, sagte Chirac in einem Telefonat dem Elyséepalast zufolge.
Dessen kann man sicher sein, allerdings nur bis zu den nächsten Präsidentenwahlen, im April 2007. (34)
12. April 2006 - Ergänzungen, 14. und 17. April 2006
Zwei Ergänzungen
1. Ein kleines Schmankerl, das nach allem, was über Romano Prodi bekannt ist, nicht der Komik entbehrte, wenn es nicht so traurig wäre, entdeckt im Wiener Standard: Prodi wird außerdem die pro-israelische Haltung Berlusconis durch die traditionell NEUTRALERE POSITION ITALIENS IM NAHOST-KONFLIKT ersetzen. (*)
2. Der designierte Ministerpräsident Romano Prodi ist noch nicht im Amte, da verkündet er den Europäern schon, wo´s demnächst langgeht mit der EU. Während der potentielle Kandidat der Präsidentschaftswahlen 2007 in Frankreich Nicolas Sarkozy sich eine Entwicklung der EU um die Länder Deutschland-England-Frankreich-Italien-Polen vorstellt, um somit Schwerpunkte der Integration des alten und neuen Europas zu bilden, sieht der harte Kern Europas für Romano Prodi anders aus: Deutschland-Frankreich-Italien-Spanien.
Er sieht vor, daß Großbritannien, die Niederlande und die Neumitglieder Mitteleuropas außen vor gelassen werden. Er will eine Allianz mit denjenigen europäischen Staaten, die am entschlossensten eine gemeinsame europäische Politik vorantreiben.
Wir brauchen eine starke Beziehung nicht nur zu Frankreich, sondern auch zum Europa der Sechs, Ländern wie Belgien und Luxemburg, aber nicht mit den Niederlanden, verkündet er gegenüber der Sunday Times, die entsprechend titelt: Prodi Plan, Britannien draußen in der EU Kälte stehen zu lassen. Es ist ihm bei seinen demagogischen Reden nicht wichtig, daß eine Trennung Belgiens und der Niederlande auf Grund derer engen Verflechtung gar nicht möglich sein wird. Weder die deutsche noch die österreichische Berichterstattung über Romano Prodis der Sunday Times gegenüber geäußerte Absichten erwähnt den geplanten Ausschluß der Niederlande. Die Tagesschau und der Kurier mögen als Beispiele für diese Reduzierung der Information dienen.
Wie eine Trennung von Großbritannien im Bereich der militärischen Zusammenarbeit bei Romano Prodis hartem Kern möglich sein könnte, kann er dem Journalisten der Sunday Times nicht erklären, da wird er vorsichtiger: he took a more cautious line.
Über Großbritannien sagt er: Großbritannien hat entschieden, kein Referendum über Europa durchzuführen, und es hat somit die europäische Position nicht gutgeheißen. Allem Anschein nach ist es einer Politik treu, die unabhängiger von der EU ist. Das ist im Angesicht des Reinfalls in Frankreich, vom 29. Mai 2005, realitätsfern, wenn nicht Hohn und Spott. Die Briten haben auf Grund dieses vernichtenden Ergebnisses von einem Referendum abgesehen.
Die niederländische Presse bemerkt, daß Großbritannien kein Referendum durchführte, daß aber sowohl Frankreich als auch die Niederlande die Europäische Verfassung per Referendum ablehnten. Das hindere Romano Prodi nicht, Frankreich zu dem stets kleiner werdenden harten Kern zu zählen, die Niederlande jedoch nicht. Der Staatssekretär für Europäische Fragen Atzo Nicolaï erklärt am 17. April 2006 im niederländischen Rundfunk: Prodi realisiert offensichtlich nicht, daß das Problem mit den Grundwerten (der EU) nicht allein bei Frankreich und den Niederlanden liegt.
Romano Prodi programmiert den Konflikt in der EU vor. Er will durch Ausgrenzung unliebsamer EU-Mitglieder regieren. Der Grund ist offensichtlich. Er beabsichtigt, alle diejenigen auszuschließen, die sich nicht vollständig der Politik des Euro-Arab Dialog, sprich der engen Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten in Gegnerschaft zu den USA und Israel verschreiben. Eine solche Politik bekommt er mit den araber- und palästinenserfreundlichen elf Parteien des Linksbündnisses bestimmt auf die Reihe. Die Integration der mitteleuropäischen EU-Mitglieder ist nicht das Anliegen des designierten Ministerpräsidenten. Von dort aber wird ihm bald ein Strich durch die Rechnung gemacht werden.
(*) Prodis Programm. APA, Der Standard.at, Politik, 14. April 2006
http://derstandard.at/?url=/?id=2413213
(**) Prodi, avocat du noyau dur et de la constitution, Midi Libre, 17 avril 2006
http://www.midilibre.com/actuv2/article.php?num=1145206983
Prodi plan to leave Britain out in EU cold, by John Follain, Sunday Times, April 16, 2006
http://www.timesonline.co.uk/article/0,,2089-2136355.html
Prodi für Bildung von EU-Kerngruppe. APA,TAN, Kurier.at, 16. April 2006
http://kurier.at/ausland/1340531.php
Prodi-Vorschlag zur EU. Gruppe von Kernstaaten soll Reformen voranbringen
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5438006 _REF1_NAV_BAB,00.html
Prodi wil EU-kerngroep zonder Nederland. De Telegraaf, 17. April 2006
http://www.telegraaf.nl/buitenland/38014141/Prodi_wil_EU-ker ngroep_zonder_Nederland.html
Quellen
(1) SME - tutte le sentenze. Una vicenda già esaminata dalla magistratura dalla A sino alla Z. Conclusione : tutto regolare.
http://europa.eu.int/comm/archives/commission_1999_2004/prod i/president/sme_it.htm
(2) Präsident Romano Prodi. Archiv der Europäischen Kommission
http://europa.eu.int/comm/archives/commission_1999_2004/prod i/president/cv_de.htm
(3) Der sanfte Professor, ZDF mit Material von dpa und AFP, 9. April 2006
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,3921648,00.html
(4) Bat Ye´or: Eurabia. The Euro-Arab Axis, Madison. Teaneck Fairleigh Dickinson University Press 2005, S. 124
(5) FLASH EB no 151 "Iraq and Peace in the World" (08/10/2003 - 16/10/003) - Report published November 2003, p. 78
http://europa.eu.int/comm/external_relations/iraq/doc/fl151_ iraq_full_report.pdf
Bei Google bitte eingeben: Eurobarometer - Iraq - Peace - World
Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich und Europa, 23. Januar 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-10_13-34-18.html
(6) Bat Ye´or: Eurabia, S. 127 f.
Das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) unterdrückt einen Bericht über Antisemitismus in Europa (Stand: 30. November 2003)
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-25_19-18-55.html
(7) Tariq Ramadan. europaparlament
http://www.europarl.eu.int/hearings/20030617/afet/cv_tra.pdf
Prof. Dr. Tariq Ramadan - 12 Jahre im Dienste des europäischen Islamismus, 19. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-19_05-29-16.html
(8) E.U. Accused of Burying Report on Antisemitism Pointing to Muslim Role. Politics Trumped Truth, Scholar Charges, by Marc Perelman, Forward, November 28, 2003
http://www.forward.com/issues/2003/03.11.28/news1.html
(9) Bat Ye´or: Eurabia, S. 141
(10) La gauche italienne remporte les élections, Bellaciao/Libération, 10 avril 2006
http://bellaciao.org/fr/article.php3?id_article=26100
http://www.liberation.fr/page.php?Article=373930
(11) Bat Ye´or: Eurabia, S. 185
(12) 11 March 2004 train bombings. Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/11_March_2004_Madrid_attacks
(13) Bat Ye´or: Eurabia, S. 201
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(14) US Missile shield Won´t Work. By Jim Wolf, Common Dreams News Center, March 13, 2004
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(15) EU-Egypt relations: initialling of new Association Agreement. IP/01/123 - EU External Relations, Brussels, 26 January 2001
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(16) Le plombier Polonais reste chez lui. Venez nombreux ! Par Methieu Gandou. Hexali, 21 juin 2005
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http://europa.eu.int/comm/external_relations/euromed/publica tion/euromed_report66_en.pdf
(18) Mare nostrum, by Gamal Nkrumah. Al-Ahram Weekly, 16-22 October 2003
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(19) Dialogue Between Peoples and Cultures in the Euro-Mediterranean Area. High level Advisory Group to the EU, Brussels, October 2003
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Warum starb Anna Lindh wirklich?
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Al-Shatat: The Syrian-Produced Ramadan 2003 TV Special. Memri Special Dispatch, December 12, 2003
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http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-30-03.html
(24) Italy´s left will recall Iraq troops: Prodi, Reuters, Dawn, March 28, 2004
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(25) Prodi Says He Would Pull Troops From Iraq. By Alessandra Rizzo. The Washington Post, April 3, 2006
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Bat Ye´or: Eurabia, S. 251
(26)Tariq Ramadan
http://www.tariqramadan.com/rubrique.php3?id_rubrique=5
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(27) Bat Ye´or: Eurabia, S. 261
(28) Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Datenschutz und Recht. Datenschutz Berlin
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(29) Bat Ye´or: Eurabia, S. 266
(30) Italy Elections: Prodi Won Thanks to Muslim Vote, Islamic group Says. Ham/aki, adnkronosinternational, April 11, 2006
http://www.adnki.com/index_2Level_English.php?cat=Politics&l oid=8.0.285916221&par=0
ELEZIONI 2006: l´Unione delle comunità islamiche in Italia difende l´imperiese Hamza Piccardo, Radio Amicizia, 10 aprile 2006
http://www.radioamicizia.it/articolo_politica.asp?id_art=104 99
(31) Istituto Culturale della Comunità Islamica Italiana
http://www.amislam.com/italian.htm
Parla Abdul Hadi Palazzi dell´Assemblea Musulmana d´Italia: "Attenti ai falsi profeti del Corano", di Dimitri Buffa, Giovedì 16 giugno 2005
http://www.amislam.com/padania10.htm
(32) Mit Faschisten gegen die USA. Miguel Martinez und seine antiimperialistischen Freunde, 8. März 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-03-08_02-32-43.html
Miguel Martinez hat nichts mit Rechtsextremen zu tun, sagt er im Leserbrief, vom 9. März 2005. Brief und weitere Informationen über die rot-braune Zusammenarbeit der AIK anbei
http://www.eussner.net/artikel_2005-03-10_05-27-31.html
(33) Proclami in Italia degli amici di Yassin, di Magdi Allam, Corriere della Sera, 23 marzo 2004
http://www.amislam.com/scheidt.htm
(34) Campo Antiimperialista - Bitte Piccardo eingeben!
http://www.antiimperialista.org/index.php
(35) Berlin weint Berlusconi keine Träne nach. Von Von Björn Hengst und Severin Weiland, Der Spiegel, 12. April 2006
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,411119,00.h tml