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Robert Redeker oder: Islamkritik wird mit dem Tode bestraft

Der Platz Frankreich ist verflucht

WOYZECK: Ja, Andres, der Platz ist verflucht. Siehst Du den lichten Streif da über das Gras hin, wo die Schwämme so nachwachsen? Da rollt abends der Kopf. Es hob ihn einmal einer auf, er meint´, es wär ein Igel: drei Tag und drei Nächt, er lag auf den Hobelspänen ... (Georg Büchner: Woyzeck, ein Fragment)

Ich habe neulich berichtet, daß ich die Mainstream Medien (MSM) fast nur noch lese, um zu sehen, wie sie diese oder jene Tatsache verdrehen, unterschlagen oder gar erfinden, angefangen bei Mohammed al-Dura, der vom Fernsehsender France 2 geschaffenen Ikone der Intifada II, bis hin zum Green Helmet Guy, dem von der Nachrichtenagentur Reuters mittels Photoshopping ins rechte Licht gesetzten Retter des Libanon. Nun gibt es einen weiteren Fall, der in den französischen Medien in bester Dhimmi-Manier behandelt wird, den des 52-jährigen Studienrates und Mitgliedes des Redaktionskomitees der von Jean-Paul Sartre gegründeten Zeitschrift Les Temps modernes und der 2003 von Gyslain di Caro gegründeten Zeitschrift für politische Philosophie Les lois des hommes, Robert Redeker. Der ist auch Mitglied des Wissenschaftskomitees der Juristenzeitschrift Culture Droit. Autor zahlreicher Bücher und Mitarbeiter an zwei Filmen ist er ebenfalls. (1)

Die staatstragende Libération schildert den Fall in der ihr gebotenen Dürftigkeit:

"Als Räuber, Judenschlächter und Polygamist, so vermittelt sich Mohammed im Koran" und "Man muß den Westen als ´die freie Welt´ bezeichnen im Vergleich zur islamischen Welt". Die Anklage war in der Rubrik Debatten, des Figaro, vom 19. September, erschienen, gezeichnet von Robert Redeker, Studienrat für Philosophie am Lyzeum Pierre-Paul Riquet, Saint-Orens-de-Gameville". Ab dem nächsten Tag quollen der Anrufbeantworter und die Mailbox des Lehrers über von Beleidigungen und einigen Todesdrohungen, begleitet von Informationen über seinen täglichen Lebensablauf.

Das Ergebnis ist, daß Robert Redeker heute unter dem Schutz der Direction de la surveillance du territoire (DST), der (Geheimdienstorganisation) Direktion zur Überwachung des Landes, versteckt lebt "irgendwo in Frankreich". Wenn er auch die erzwungene Isolierung bedauert, so läßt Redeker doch wissen, daß er seine Worte nicht bedauere - er hat nur sein republikanisches Recht der Meinungsfreiheit ausgeübt - und ruft dabei Voltaire zum Zeugen an ... (2)

Was, glauben meine Leser, ist die Reaktion der Libération auf diese neuerliche Demonstration des "friedlichen Islam"? Bingo! Es werden einige Stimmen gegen den Lehrer gesammelt und den willigen Lesern vorgesetzt:

Ein anonymer Kollege des in einem Vorort von Toulouse lehrenden Robert Redeker wird zitiert, der meint, er übertreibe oft, und man könnte den Eindruck gewinnen, das wäre seine Art zu lehren. Die Moschee von Paris halte die Freiheit der Meinungsäußerung für wesentlich, aber der Respekt vor den Religionen sei ebenfalls wesentlich. Die Fédération des Musulmans de France, die Vereinigung der Muslime Frankreichs, meine, es sei überflüssig Öl ins Feuer zu gießen zu dieser Zeit, da Hakenkreuze an die Moschee von Carcassonne geschmiert worden sind. Wenn Redeker doch nur seine Adresse nicht angegeben hätte, bedauere man bei der Polizei von Toulouse. (3)

Das ist alles, was der Libération zu dem Fall einfällt. Man kann es so zusammenfassen: Schuld hat das Opfer, die Definitionsmacht über das, was unter Meinungsfreiheit zu verstehen ist, und wann sie angewandt oder eingeschränkt wird, liegt bei der Moschee von Paris, und das Urteil, was in welcher Situation sinnvoll über den Islam zu sagen ist, fällt die Vereinigung der Muslime Frankreichs. Die Lehrerschaft, die Kollegen desjenigen, der nun untertauchen muß, demonstriert, daß sie nichts mit ihm gemein hat, ja, daß sie seinen Lehrstil verurteilt, während die Polizei das unter Sicherheitsaspekten und unnötiger Arbeit betrachtet. Was veröffentlicht dieser Hirni auch seine Adresse!

Die angeblich liberale Zeitung Libération hat sonst weiter nichts zu sagen. Sie scheint keine einzige Stimme gefunden zu haben, die sich gegen die Nötigung und Drohung durch die Muslime wendet, die verurteilt, daß Robert Redeker Beleidigungen und Morddrohungen erhält, die es einen Skandal findet, daß er in Frankreich ("Liberté, Égalité, Fraternité") untertauchen muß.

Im Nouvel Observateur setzt ein wiederum anonym redender Kollege, vielleicht ist es ja immer derselbe? noch eins drauf und moniert, daß Robert Redeker den Namen der Schule genannt hat, derweil sich der Erziehungsminister Frankreichs Gilles Robien, von der weder rechten noch linken Union de la démocratie française (UDF), zwar mit dem Studienrat solidarisch erklärt, aber gleichzeitig meint, ein Beamter habe sich unter allen Umständen vorsichtig und gemäßigt auszudrücken. Eine Schülerin, die den Koran offensichtlich gut kennt, wirft dem Lehrer vor, er habe das Buch falsch zitiert, und nun hätten alle Angst wegen der Vergeltung durch die Muslime. Dann werden noch zwei Zitate der rechtsextremen Front National (FN) und Mouvement pour la France (MPF) gebracht, so daß jeder weiß, wo man die Islamkritiker anzusiedeln hat: unter den Rassisten, Ausländerfeinden, Holocaustleugnern. Stellungnahmen des PS, der linksradikalen LCR und der LO sucht man im Nouvel Observateur vergeblich. (4)

Was schreiben andere Medien, der Express, wie der Figaro aus dem Hause des Rüstungsindustriellen Serge Dassault beispielsweise?

Meine Leser erinnern sich vielleicht. Serge Dassault stammt aus der durch die französische Vichy-Regierung verfolgten und in Montluçon und in Buchenwald eingekerkerten jüdischen Familie des Marcel Bloch: ... Um die schwarze Periode des Krieges zu vergessen, entscheiden Marcel Bloch und seine Familie (1949), den Namen zu wechseln. (5)

Im Express führt die Feder Hana al-Hussaini, was mich neugierig macht. Ein solcher Name verpflichtet. Wer denkt nicht sofort an den Großmufti von Jerusalem Haj Amin al-Husseini, den Judenfeind und Kriegsverbrecher? Was schreibt Hana al-Hussaini?

Zunächst einmal erfährt man von ihr überhaupt erst einmal, worum es geht, wenn sie auch genauso wenig wie Gilbert Laval, Libération, auf den Skandal der Muslimdrohungen eingeht. Die werden heutzutage von den MSM als selbstverständlich angenommen und nicht weiter beachtet und kommentiert. Der Lehrer wird ersetzt, berichte der Schuldirektor, der aus Sicherheitsgründen nichts weiter sagt.

"Was tut die freie Welt gegen die Einschüchterungen der Islamisten?" überschreibt Robert Redeker seinen Beitrag, den er mitten im Streit um das Papstzitat über den Islam veröffentlicht. Haß und Gewalt seien der Inhalt des Koran, nach dem die gläubigen Muslime unterrichtet würden. Was er über Mohammed schreibt, zitieren die Libération und der Express ähnlich. Darüber hinaus sei Robert Redeker besorgt über die Islamisierung Frankreichs. Tunesien habe umgehend protestiert gegen den Artikel und den Figaro vom Folgetag an im Lande verboten. (6)

Hana al-Hussaini hat wie Gilbert Laval kein einziges Wort gegen die radikalen Muslime zu sagen, während Robert Redeker der Vorwurf gemacht wird, seinen Beitrag mitten im Streit um das Papstzitat zu schreiben. Sie sieht nicht, daß alles und noch mehr sich bewahrheitet, was im Figaro von Robert Redeker veröffentlicht wurde, und was Manuel II Palaeologus im Jahre 1391 seinem persischen Gesprächspartner vorwirft: "Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat – und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten." (7)

Ähnlich wie die genannten MSM berichtet der Fernsehsender TF1/LCI auf seiner Site, und auch dort darf der anonyme Lehrer auftreten und sagen, woher der Wind weht: Er hat wiederholt die Frage des Islams in Frankreich aufgeworfen und liebte es, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nun seien alle froh im Lyzeum, der Lehrer sei ersetzt, die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, und die Briefe an den Lehrer würden überprüft. (8)

Am 28. September veröffentlicht Le Figaro eine eindeutige Unterstützung des Robert Redeker. (9)

Die Zeitschriften Les Temps modernes, Les lois des hommes und Culture Droit, schweigen sich zunächst aus. Sie alle kennen vielleicht ihr Komitee-Mitglied Robert Redeker gar nicht. Am 29. September nimmt der Figaro Stellung zu den Beleidigungen und Morddrohungen gegen Robert Redeker: (10)

Mehrere Autoren von Artikeln oder Büchern über den Islam wurden schon Ziel von Drohungen in Frankreich und kamen eine Zeitlang in den Genuß (ont bénéficié, sic!) polizeilichen Schutzes. Das ist vor allem der Fall des algerischen Journalisten Mohamed Sifaoui, der Untersuchungen geführt hat über radikale französische Islamisten, und des Philosophen Bernard-Henri Lévy nach der Veröffentlichung seines Buches über den von Mitgliedern der al-Qaida ermordeten amerikanischen Journalisten Daniel Pearl.

Aus Mohamed Sifaouis Buch über die dänischen Karikaturen findet sich ein kleiner ins Deutsche übersetzte Auszug in meinem Archiv. (11)

Und beinahe hätte ich´s vergessen zu erwähnen: die kanadische jüdische Web Site Judeoscope teilt die Ansichten des Robert Redeker überhaupt nicht: Wenn man auch Islamismus und Islam tatsächlich nicht voneinander scheiden kann, so ist die Abwertung des Islams insgesamt genauso unannehmbar. Dennoch veröffentlicht die Site den Text, weil sie annimmt, wenn der Autor den Begriff Islam durch Islamismus ersetzt hätte, dann wäre er als Beitrag zu erhellenden Überlegungen über den islamischen Extremismus und seine perversen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft gediehen. (12)

Robert Redeker wird dieser Gedanke sehr fern liegen nach dem, was ich im Internet von ihm und über ihn gelesen habe. Außerdem beweist die Reaktion der Muslime auf den Text, daß der Autor recht hat mit seiner Einschätzung, was überleitet zum Verdikt des Yussuf al-Qaradhawi, der Robert Redeker in einem Beitrag des Senders al-Jazeera an den Pranger stellt, zunächst und mangels Macht in den europäischen Staaten nur im übertragenen Sinne. So berichtet es Caroline Fourest, die sich mit diesem Muslimbruder so gut auskennt wie mit dessen Freund Tariq Ramadan. Le Figaro, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Guardian Weekly (sic!) seien inzwischen in Ägypten verboten, auf Grund der Anschuldigung, daß sie Artikel enthielten, die behaupteten, der Islam wäre mit Gewalt verbreitet worden, und weil sie den Propheten Mohammed als einen Polygamisten und Judenmörder hinstellten. (13)

Solange die Muslime ihre eigene Geschichte verleugnen, solange sie die Tatsachen über den Religionsstifter unterdrücken, werden Gewalt und Mord nicht enden. Wer den Islam kritisiert, ist des Todes, und es werden sich immer Extremisten finden, die das Urteil vollstrecken.

Alle Beiträge, die mehrheitlich gegenüber Robert Redeker kritischen und hämischen wie die wenigen neutralen oder positiven zeichnen sich durch das absolute Fehlen jeden Mitgefühls für den Menschen Robert Redeker aus. Keinem der Journalisten und Politiker, die sich zu dem Fall bislang geäußert haben, traue ich zu, daß sie etwas für den Verfolgten und erst recht nicht für die Gründe für die Verfolgung empfinden. Dominique de Villepin findet die Drohungen gegen Robert Redeker unannehmbar. Die Welt ist gefährlich, entblödet er sich nicht, diesen Fall der Aberkennung der Souveränität eines Menschen und ganz Frankreichs durch die Muslime zu bezeichnen.

Vielleicht bin ich aber nur voreingenommen, weil der Name "Redeker" aus meiner ostwestfälischen Heimat stammt, und ich nun darüber sinniere, was die Familie Robert Redekers nach Frankreich verschlagen haben könnte ...

Um Robert Redeker zu unterstützen, kann man ihm auf sein Konto eine Spende überweisen: (14)

Robert Redeker
IBAN: FR 76 3006 6106 2100 0109 8640 1 63
Code BIC CMCIFRPP

Überweisungen aus Frankreich sind auch mittels Scheck möglich. Näheres findet sich im Aufruf von André Glucksmann, Claude Lanzmann und Bernard-Henri Lévy.

29. September 2006 - Mit dem Aufruf, die Petition für Robert Redeker zu unterschreiben! 30. September 2006, und dem Link zu Robert Spencers Artikel im FrontPageMagazine.com, October 2, 2006

Quellen

(1) Robert Redeker. Mon CV
http://www.robertredeker.net/moncv.htm

(2) Direction de la surveillance du territoire. Wikipédia. L´Encyclopédie libre
http://fr.wikipedia.org/wiki/DST

(3) Un prof de philo sous protection de la DST. Par Gilbert Laval, Libération, 28 septembre 2006
http://www.liberation.fr/actualite/instantanes/histoiredujou r/207342.FR.php

(4) Les réaction. NouvelObs.com, 28 septembre 2006
http://permanent.nouvelobs.com/societe/20060928.OBS3961.html

(5) Le Monde selon Bush - ein Film für französische Heuchler. 11. Juli 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-07-11_18-09-29.html

(6) Un prof menacé de mort. Par Hana al-Husseini. L´Express, 28 septembre 2006
http://www.lexpress.fr/info/quotidien/actu.asp?id=6080

Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre ? Par Robert Redeker. Le Figaro, 19 september/Resilience, le 30 septembre 2006
http://www.resiliencetv.fr/modules/smartsection/item.php?ite mid=130

(7) Glaube, Vernunft und Universität. Erinnerungen und Reflexionen. ANSPRACHE VON BENEDIKT XVI. Aula Magna der Universität Regensburg, Dienstag, 12. September 2006
http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2006 /september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-rege nsburg_ge.html

(8) Menacé de mort pour une tribune sur l´islam. TF1/LCI, 28 septembre 2006
http://tf1.lci.fr/infos/france/faits-divers/0,,3335672,00-me nace-mort-pour-tribune-sur-islam-.html

(9) "Le Figaro" et la liberté d´expression. Par FRANCIS MOREL, DIRECTEUR DE LA PUBLICATION et NICOLAS BEYTOUT, DIRECTEUR DE LA REDACTION. Le figaro, 28 septembre 2006
http://www.lefigaro.fr/debats/20060928.WWW000000387_le_figar o_et_la_liberte_dexpression.html

(10) Un enseignant menacé pour un texte sur le Coran. Par Jean Chichizola. Le Figaro, 29 septembre 2006
http://www.lefigaro.fr/france/20060929.FIG000000050_un_ensei gnant_menace_pour_un_texte_sur_le_coran.html

(11) Plume du Paon - Die "in Dänemark zu hassenden Leute", von Mohamed Sifaoui. 13. September 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-09-13_19-03-44.html

L´affaire des caricatures de Mahomet. Par Mohamed Sifaoui, Éditions Privé
http://www.fnac.com/Shelf/article.asp?PRID=1845862

(12) Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre ?. Judeoscope, 20 septembre 2006
http://www.judeoscope.ca/breve.php3?id_breve=2640

(13) Sur Al Jazira, Youssef al-Qaradawi désigne Robert Redeker à la vindicte. Caroline Fourest. ProChoix News, 25 septembre 2006
http://prochoix.org/cgi/blog/2006/09/25/873-sur-al-jazirra-y oussef-al-qaradawi-designe-robert-redeker-a-la-vindicte

(14) Entreprendre. Soutien (financier) à Robert Redeker. André Glucksmann, Claude Lanzmann, Bernard-Henri Lévy. ResilienceTV, le 24 octobre 2006
http://www.resiliencetv.fr/modules/news/article.php?storyid= 1357

Petition für Robert Redeker. Politically Incorrect, 30. September 2006
http://myblog.de/politicallyincorrect/art/4484436/

Siehe auch:

Robert Redeker schreibt an André Glucksmann. 29. September 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-09-29_02-10-39.html

The Philosopher and the Fatwa. By Robert Spencer. FrontPageMagazine.com, October 2, 2006
http://www.frontpagemag.com/Articles/ReadArticle.asp?ID=2469 2

Großveranstaltung zur Unterstützung von Robert Redeker: für Gesetz, republikanisches Recht und Meinungsfreiheit. 10. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-10_14-40-01.html


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2006-09-29_00-01-34.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 07.02.2012, 20:10 Uhr