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Konvertieren - sich profilieren - herrschen

In den Tagesthemen der ARD, vom 6. September 2007, nimmt sich Tom Buhrow der Konvertiten an. Zu Wort kommen läßt er den 32-jährigen türkischstämmigen Birand Bingül, Redakteur der Sendung Cosmo TV des WDR. Für die ZEIT endeckt wird er von Jörg Lau, am Rande einer Kongressanhörung über Migration und Muslime in Europa. Das gibt die nötigen Weihen, das ist Glaubwürdigkeit pur. Es signalisiert, daß der Redakteur Jörg Lau bis in die Machtzentren der USA Kontakte hat und dort gehört wird, es heißt, daß Birand Bingül im Dunstkreis der Macht für den WDR tätig ist, und was er von sich gibt, schon deshalb glaubhaft und bedenkenswert ist.

Pierre Vogel alias Abu Hamza

Wir erfahren von Birand Bingül über die Islam-Konvertiten das, was sie selbst dazu sagen. Er weist hin auf die zahlreichen den Pierre Vogel bei der Islamisierung Deutschlands zeigende Videos bei YouTube. Ich habe davon einige gesehen, in denen der deutsche Prediger in Kanak-Sprak seinen Allah anpreist bis zum Abwinken. Wenn´s nicht so gefährlich wäre, käme man aus dem Lachen nicht heraus. Beispiel: Im Islam heißt Glauben wissen, vollkommen überzeugt! Weitere Beispiele des Predigers in Aktion sind auf der Site anzuklicken. (1)

Birand Bingül zeigt den Konvertiten bei der Instant-Konversion eines jungen Mädchens: "... und bezeuge, daß Mohammed der Gesandte Allahs ist", betet er vor, das Mädchen spricht´s brav nach, Pierre Vogel kreischt ein lautes Allahu Akhbar!, einige Gläubige stimmen in den Ruf ein, und fertig ist die neue Muslima.

Dann kommt Pierre Vogel als Enkelsohn ins Bild; er besucht seine Großmutter: Sie ist evangelisch, wie er damals bei seiner Konfirmation. Oma und Enkel schauen alte Fotos an, darunter eines, das den Firmling zeigt. Früher war er Preisboxer, heute nennt er sich Abu Hamza und engagiert sich für Allah, informiert Birand Bingül. Abu Hamza, Vater des Löwen.

O-Ton des Abu Hamza: Da wir natürlich davon überzeugt sind, also, daß Islam der einzig wahre Weg zu Gott ist, die Rettung vor Strafen der Hölle, und der Weg ins Paradies, in die ewige Glückseligkeit, da wir für unsere Mitmenschen Barmherzigkeit empfinden, versuchen wir, das natürlich rüberzubringen. Aber das geht nicht mit Zwang.

Anstatt nun einen Satz zur mittelalterlichen Vorstellung der Wege ins Paradies oder in die Hölle zu bringen, vielleicht zu erwähnen, daß Suizidbomber wie die in Israel und die in Deutschland gerade an ihrem Verbrechen gehinderten Konvertiten sich den Weg ins Paradies wählen, daß in die Hölle kommt oder gar durch Glaubensbrüder zwangsweise in sie eingewiesen wird, wer vom Islam abfällt, läßt der Islam-Reporter der ARD die Kamera auf die liebevoll Fotos sichtende Großmutter schwenken. Der Islam als einzig wahre Religion, aber Terror verurteilt Pierre Vogel aufs schärfste, er wolle den Menschen den friedlichen Islam nahebringen, spricht Birand Bingül dazu, und seine Stimme ist die von einem, der nicht einen Augenblick an dem zweifelt, was Pierre Vogel sagt, sonst hätte es vielleicht ein wenig zögernder geheißen: Für Pierre Vogel ist der Islam die einzig wahre Religion, aber trotz der Aufforderung des Korans, die Ungläubigen zu töten, 187mal Wörter des Verbstammes qtl=töten, davon 25mal im Imperativ: Tötet sie! siehe als Beispiel die Verse der Suren 2:191, 4:89, 4:91, 5:32, 5:33 (Rechtfertigung des Mordes an Theo van Gogh), 8:39, 9:5, 33:61, die Ungläubigen nämlich, die Juden und Christen, will Pierre Vogel den Islam anders interpretieren. (2)

Am Rande sei angemerkt, daß der Koran auf der Site Kirche&Theologie im Web nicht mehr aufgerufen werden kann, stattdessen aber eine Seite Islam geboten wird, mit direkten Links zum Zentralrat der Muslime in Deutschland und zur Bundesanstalt für politische Bildung. Die Site ist dem üblichen Dialog gewidmet, nicht mehr dem Originaltext des Korans. (3)

Es folgt eine Information über Konversionen der letzten Jahre: Auch wenn die genaue Zahl niemand kennt: immer mehr Menschen fühlen sich zum Islam hingezogen, Tausende wurden in den letzten Jahren zu Anhängern Mohammeds. Die dazu gezeigten Menschen sind Männer in einer Moschee, obgleich es bekannt ist, daß mehr Frauen als Männer konvertieren - kein Wunder, neigen Frauen doch eher zum Masochismus als Männer. Für ein Interview mit den Menschen zweiter Klasse hätte eine Interviewpartnerin in die Moschee geholt werden müssen, um die hinter Gittern geparkten Musliminnen vors Mikrofon zu bekommen. Eine Erklärung wäre fällig gewesen, daß er, Birand Bingül Frauen in der Moschee nicht interviewen darf. Die Formulierung Anhänger Mohammeds ist nicht zutreffend. Die Konvertiten unterwerfen sich dem Islam. Die von Birand Bingül suggerierte Freiwilligkeit der Anhängerschaft besteht nicht.

Kai Lühr

Islamwissenschaftler wüßten, daß eine winzige Minderheit sich isoliere und radikal werde, fährt Birand Bingül fort, wobei er nicht erklärt, was unter radikal hier verstanden werden soll: die muslimischen Terroristen jedenfalls subsumiert er darunter mit keinem Wort. Stattdessen schwenkt nun die Kamera auf Kai Lühr, einen Kölner Bürger, der beruflich und privat Körper und Geist in Einklang zu bringen versuche: der Arzt und Naturheilkundler ist auch konvertiert. Er sagt, bei der Suche nach dem wahren Glauben sei er auf den Islam gestoßen. Was die beiden deutschen Konvertiten dazu bewegte, Terrorpläne zu schmieden, kann er nicht nachvollziehen. Diese Sätze werden nun nicht erklärt oder gar in Frage gestellt, Birand Bingül erwähnt nicht, daß fundamentalistische Muslime, was die Konvertiten in den meisten Fällen sind, die Aufforderungen des Korans wörtlich nehmen, wozu auch die Pflicht zur Ermordung von Ungläubigen gehört, sondern die Kamera schweift durch die mit erlesenem Geschmack eingerichtete Praxis des Kai Lühr. Medizinische Darstellungen von Männern befinden sich an den Wänden.

Als deutscher Bürger geht mir ein Zittern über den Körper, sagt er über die Nachrichten zum ausgehobenen Terrornest im Sauerland. Er schlage sich an den Kopf, und er frage sich: Was mag in den Köpfen solcher Menschen vorgehen? Der Islam und die Lehre seiner gewaltsamen Verbreitung geht darin vor, hätte Birand Bingül anbieten können.

Kai Lühr sagt von sich unter Beifall, in einem knapp fünfminütigen Video: Ich bin vor zwei Jahren, alhamdolillah, zum Islam konvertiert, und für den Beifall bedankt er sich in arabischem Gemurmel. Er will den friedlichen Islam, der er im Ursprung ist und immer sein wird, bewahren. Er habe kein eigenes Statement vorbereitet zum sogenannten (sic!) Terror in Deutschland, man dürfe ruhig darüber nachdenken, warum noch keine Bombe hochgegangen ist, wobei er den Grund selbstverständlich im friedlichen Islam ausmacht und nicht in der akribischen Arbeit westlicher Nachrichtendienste. Er liest eine Erklärung, vom 25. August 2006, von 16 muslimischen Verbänden zu den verhinderten Bombenattentaten auf die Regionalbahnen in NRW vor, sie finde sich auf islam.de., vom Samstag, den 28. August 2006: Nicht in unserem Namen! Muslimische Verbände gegen Terror und Gewalt. Es kommt der sattsam malträtierte Spruch aus Sure 5:32: Wer einem unschuldigen Menschen das Leben nimmt, handelt so, als ob er die gesamte Menschheit tötet. Er erklärt nicht, was im Islam unter unschuldig verstanden wird, was die heutigen Muslime beispielsweise darunter verstehen. Von der sechs Millionen Juden zählenden Bevölkerung Israels ist demnach keiner unschuldig, zahlreiche Fatawa der Scheichs Yusuf al-Qaradawi und Mohammed Said Ramadan al-Bouti belegen dies. Auch Salman Rushdie und Theo van Gogh sind keine unschuldigen Menschen. Dem Islam nach ist kein einziger Ungläubiger unschuldig und erst recht kein Jude, der auf ehemals islamischem Gebiet wohnt. Der Satz gilt nur innerhalb der Ummah, unter Muslimen. Jeder Muslim darf dem Koran nach jederzeit im Namen Allahs töten. Daher sind in muslimischen Staaten große Hindernisse gesetzt, Mörder zu belangen, die im Namen Allahs töten. Auch in nichtmuslimischen Staaten gibt´s die berüchtigten Ehrenmorde, die laut Islam legitim sind. Europäische Gerichte stellen sich darauf bereits ein. Sure 5:32 und 5:33 lauten so, und Mohammed erwähnt ausdrücklich nicht seine Glaubensgenossen, sondern die Juden, die Kinder Israels: (4)

Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.

Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.

Am 25. August 2006 ist die Erklärung auf dem Kinderkurier.de der Tanja Taube veröffentlicht und schwört alle am Islam interessierten Kinder auf die Friedfertigkeit des Islams ein. Die Kinder lernen, daß die armen Muslime von den Terroranschlägen doppelt betroffen sind: Einerseits sind wir als Teil der Gesellschaft ebenso ein potentielles Ziel von Anschlägen wie alle anderen Mitbürger auch, andererseits müssen wir verstärkt darunter leiden von vielen als "Mitschuldige" betrachtet zu werden. Es ist das alte Lied: die Muslime sind immer Opfer. (5)

Auf dem Podium erkennt man außer Kai Lühr vier weitere Männer; einer von ihnen ist Pierre Vogel alias Abu Hamza. Hamza nennt sich auch Roberto Hamza Piccardo, der beste Freund des Campo Antiimperialista und aktive Kämpfer für die kommunistische Partei Refundazione comunista, der Nationalsekretär der von ihm mitgegründeten wahhabitischen Unione delle comunità islamiche in Italia (UCOII), der Vereinigung der Islamischen Gemeinden in Italien. (6)

Der Name ist Programm. Auch im Islam ist der Löwe ein starkes Tier. Der Hass-Löwe Simba vertreibt im Hamas TV die Fatah: Sein Lookalike verkörpert die Hamas selber: Ein ruhiger, stolzer Löwe, der die Ratten von der konkurrierenden Fatah aus dem Gaza-Streifen vertreibt. Sicher, auch einen Judenstern wischt der Hass-Löwe mit der Pfote beiseite. Aber das Filmchen zeigt eindringlich, das für die Hamas derzeit der Kampf gegen die innerpalästinensische Konkurrenz von herausragender Bedeutung ist. (7)

Da gibt´s ´nen Löwen, der vor erwartungsvollen Muslimen Allah röhrt, man google Islam - Löwe auf den deutschen Seiten, und der ganze Spuk ist in 315 000 Angeboten zu haben, beispielsweise Abbas: (m) Löwe, Onkel des Propheten Muhammad (a.s.s.). (8)

Tanzen und Schwatzen mit der DITIB und der deutschen Politik

Birand Bingül zeigt nach dem Interview mit Kai Lühr eine Folklore-Stunde bei der islamisch-türkischen DITIB in Köln. Alle Tänzerinnen und Tänzer sind auch in der muslimischen Gemeinde aktiv. Die 30 jungen Türken sind unter sich: Konvertiten sind nicht dabei, aber in der Schule interessieren sich deutsche Mädchen offenbar verstärkt für das Thema. Soweit zur Integration der Türken in die deutsche Gesellschaft.

Yasemin Kaya erzählt, daß aus dem Arabisch- und Türkischunterricht Interesse am Islam erwachse: Und einige von denen hatten auch türkische (sic!) Freund, also ´n Freund hatten die auch, und dann, schon gegen Ende des Beitrags kommt die Politik zu Worte, die nach den vereitelten Terroranschlägen alarmiert sei, die Konvertiten rücken in den Blickpunkt, so des Innenministers von Bayern Günther Beckstein:

Natürlich ist nicht jeder Konvertit ein gefährlicher Mensch, ein Terrorist, es gibt Leute, die gerade aus Humanismus (sic!) heraus auch konvertieren, aber wenn ein Konvertit bei einem islamistischen fanatischen Bereich erscheint, in einer Gruppe, die auch Gewalt für möglich hält, dann ist allerdings eine hohe Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden notwendig.

Die Kamera schwenkt wieder in die Moschee, zu den in Reih´ und Glied betenden Männern: Die Aufgabe ist schwer. Optimale Polizeiarbeit zu leisten, ohne die Konvertiten pauschal zu stigmatisieren. Damit ist der Vierminutenbeitrag beendet, in dem Konvertiten, eine Türkin, die der deutschen Sprache nicht mächtig ist, sowie der bayerische Innenminister mit beschwichtigenden Worten vorkommen. (9)

Biran Bingül: Ansichten und Thesen über die Rolle der Türken in Deutschland

Birand Bingül, die Entdeckung des Jörg Lau, ist auch Verfasser von Ansichten und Thesen über die Rolle der Türken in Deutschland. Die fand Lau so interessant, dass er ihn ermunterte, sie aufzuschreiben. Das Resultat ist hier zu lesen. Einige Einschätzungen daraus: (10)

Birand Bingül redet der Festschreibung der Trennung von türkischen Muslimen und nicht-muslimischen Deutschen das Wort. Im Vergleich zu den Forderungen des Martin Luther King kommt hinzu, daß in Deutschland eine Aufteilung der Macht zwischen Deutschen und Türken nicht zu vergleichen ist mit einer Beteiligung von Schwarzen unterschiedlicher Religion an der Macht in den USA. Die Türken sind inzwischen auf dem Wege der Islamisierung. Nicht umsonst ist jetzt erstmalig ein Türke unter den Attentätern. Die Einigung der Deutschtürken würde immer gegen die nicht-türkische Bevölkerung ablaufen. Birand Bingül fordert die Machtausweitung unintegrierter Türken, und solches findet Jörg Lau interessant für die Leser der ZEIT.

Stefan Weidner

Aber nicht nur er. Auch die Süddeutsche Zeitung (SZ), die keinen Platz findet für die Veröffentlichung des Artikels Flüchtling im eigenen Land, von Robert Redeker, obgleich Fritz Glunk, von der Gazette, dem Heribert Prantl gern ein Forum für sein Geprantle gibt, hat ihre Islamapologeten im Angebot. Heute ist´s Stefan Weidner, für den die Konversion zum Islam ein Mysterium ist, dem er allerdings nichts abgewinnen könne, weil er einfach keine autoritären Typen ausstehen könne, selbst wenn sie Allah heißen. Solches steht in der SZ unter der Rubrik Kultur, der Vorschlag an den autoritär strukturierten Teil der Deutschen, der Politideologie Islam beizutreten und den Auftrag Mohammeds jetzt umzusetzen, die Belohnung, wenn man gehorcht: Warum der Islam auch für Westler so verführerisch sein kann, es aber für den Freigeist Stefan Weidner nicht ist. (11)

Er macht uns weis, daß Allah, den er Gott nennt, in seinen eigenen Worten wettere. Diese Formulierung zeigt, daß er anscheinend doch zum Islam konvertiert ist, sonst würde er erkennen, daß ein selbsternannter Prophet und auf dubiose Weise in die Machtpositionen geratene Nachfolger, Kalifen, Sultane, Emire und andere Eroberer wettern, die Bevölkerung unterdrücken, sie fünfmal am Tag mit dem Gesicht in den Staub zwingen, er würde davon schreiben, daß sich manche Koranleser deshalb persönlich angeredet fühlen, weil ihnen der Text Allmachtsgefühle vermittelt. Es ist angeblich Allah, der jeden Muslim beauftragt, Macht auszuüben über die Ungläubigen. Das ist die vielgepriesene Klarheit, die den gläubigen Muslimen ein einfaches Leben in Geborgenheit vortäuscht. Den Herrschern und Imamen gegenüber haben sie nichts zu sagen - so gleicht es sich aus. Wer am transzendenten Prinzip zweifelt, geht bei der Herrschaftssicherung über die Gesellschaft und beim Beutemachen leer aus. Dies ist, meine ich, die Urszene jeder persönlich motivierten Konversion. Religionswissenschaft und Soziologie haben dazu nicht viel zu sagen. Der Verfassungsschutz allerdings sehr wohl.

Deshalb nennt er die Politik nicht; denn er geht anscheinend aus vom demnächst gewonnenen Kampf der totalitären Politideologie Islam über den Rest der Welt: charia coming soon. Man muß als Konvertit keinen seelischen Schaden haben, aber er kann hilfreich sein bei der Beschleunigung der Selbstaufgabe. Wer sich vor 1989 in sozialistischen Kreisen aufgehalten hat, in Ost oder West, der weiß, wovon die Rede ist: es geht um die Geborgenheit in der Partei durch die Zurückstellung der eigenen Individualität und später die der anderen Genossen, freiwillig oder gewaltsam. Wer sich vor 1945 in Nazi-Deutschland wohlgefühlt hat, in der Volksgemeinschaft oder als jüngerer Mensch zumindest nachempfinden kann, worum es dabei geht, der hat keine Schwierigkeit, das Phänomen der Konversion zum Islam zu begreifen, der wird sich nach dem todbringenden Allah an seiner "Halsschlagader" sehnen:

Ein Volk kommt über Euch, das den Tod so liebt wie Ihr das Leben! heißt der Schlachtruf der Glaubenskämpfer bei der Eroberung Baghdads schon in der ersten Schlacht Dhat Al-Salasil im Euphratdelta, 634 d.Z. (12)

Das ist das Angebot der Brautwerber, und Stefan Weidner bezieht nicht nur sich, sondern auch seine Leser ein in sein Delirium: wir ... wir Demokraten gar, sind vernarrt in alle Arten von Versicherungen, wir wollen, Hand aufs Herz, von der eigenen Kultur Geborgenheit, uns fehlt im Christentum Herznahrung. Ja, geht´s noch? Die SZ gibt nicht einem Analysten der Hysterie, sondern einem Islamwerber Raum, seinen furchtbaren und anheimelnden Gott zu verkaufen? Gibt´s dafür Petrodollar aus Saudi-Arabien, Heribert Prantl? Und merk´ Er sich: wo es keine Persönlichkeit gibt, da ist auch keine Persönlichkeitsspaltung.

Darf ich die Statistik darüber, daß Muslime (gleich ob gläubig oder nicht) ... rein statistisch betrachtet, umgänglicher (sind) als der durchschnittliche Mitteleuropäer, darf ich die einmal sehen?

Unter der Überschrift Zu streng mit diesem Gott folgen Schüttungen von Spekulation: Die gottsucherische Seite des Islams, wo bitte, soll die sein? Es geht darum, daß Willkürherrscher Allah die Muslime angeblich gefunden hat und ihnen nun diktiert, was sie zu tun haben. Das meint die Jewish World Review seinerzeit mit dem herrlichen Spruch, für den ich leider keinen Link habe: Es ist die Entscheidung des Menschen, des einzelnen. Wer glaubt, Gott hätte ihn gefunden, der gehört zum Psychiater. Konvertiten gehören zwar dorthin, leider aber lassen sie sich vereinnahmen als willfährige Diener der Machtansprüche muslimischer Funktionäre. Wir müssen durch Parteieintritt - in alle wirklich demokratisch gesinnten Parteien - dazu beitragen, dass die Parteiprogramme islamkonformer werden. (13)

Glaubenseifer und Überzeugungsdrang gehören nun mal dazu, wenn man plötzlich etwas gefunden hat, das einem zum Paradies geworden ist, meint Hadayatullah Hübsch. Er arbeitete acht Jahre für die FAZ, war lange Vorsitzender des Hessischen Schriftstellerverbandes und veröffentlichte zahlreiche Essays, Sachbücher und Gedichtbände, schreibt die Berliner Zeitung, die Stimme des aufgeklärten Obskurantismus. Dieser Mann, der, wie die Orientalen sagen würden, keinen Fuß hat in den Wahrheiten, der schreibt überall, im Taunus- und im Berlinblättchen. Ich habe ihn mehrfach im Artikelarchiv. (14)

Weintrinken, Lesen von Gedichten und nur gelegentliches Blättern im Koran weisen den bereits vom Islam abgefallenen Muslim aus, den Sufi gar, wie am Beispiel des Dichters Fariduddin Attar zu sehen ist. (15)

Es gibt kein kaum entwirrbares Gemisch, in das die neuen Islamdenker noch modernes westliches Gedankengut integriert haben, wie Stefan Weidner meint. Wenn es das gäbe, warum nennt der Autor keine Namen dieser Gemischtwarenhändler? Der Islaminteressierte wüßte doch gern, wo lesen und glauben, wo und wie endlich nach eigener Façon glücklich werden. (16)

seht ihr was für ein chaos in eurer religion herrscht? da bin ich im islam viel besser aufgehoben. seit der niederschrift bis jetzt hat sich bei uns nichts verändert und es wird auch so bleiben, meint Mehdi, auf dem Blog von islam-deutschland.info. Da hinein will Stefan Weidner neues Chaos bringen, nur weil er den Lesern der SZ den Islam schmackhaft machen möchte? Die Fundamentalisten werden sich seiner annehmen, damit nicht die falschen Konvertiten den Weg zu Allah verstellen. Jeder einzelne von ihnen hat die Funktion, die nicht er, sondern seine religiösen Führer bestimmen. Das begreifen die meisten westlichen Islamapologeten nicht, sie wollen es nicht begreifen, oder sie haben es begriffen und lügen ihrem Publikum etwas vor. (16)

Das Problem ist nicht die muslimische Seite. Das Problem liegt auf unserer Seite, meint Henryk M. Broder im Deutschlandfunk. (17)

So ist es!

8. September 2007

Quellen

(1) Glaube - Vortrag - Pierre Vogel. Google Video, 12. September 2006
http://video.google.de/videoplay?docid=-8308756795993913654

(2) Die Surenwahl
http://www.chj.de/Koran/Einzelsuren/Arab_Koran_Surenwahl.htm l

Zur Gültigkeit der Koransuren:
Peace or Jihad? Abrogation in Islam. By David Bukay, The Middle East Quarterly, Volume XIV: No. 4, Fall 2007
http://www.meforum.org/article/1754

(3) Der Heilige Koran
http://www.theology.de/koran.htm

Kirche&Theologie. Impressum
http://www.theology.de/impressum.php

Islam. Kirche&Theologie
http://www.theology.de/religionen/islam.php

(4) Sure 5. Al-Ma´ida. Arabische Schrift und Sprache
http://www.chj.de/Koran/Einzelsuren/Sure005.html

Site von Christian und Sara ... und noch was dahinter
http://www.chj.de/Arab-Author.html

(5) Kai Lühr: Mein Weg zum Islam, 11. April 2007
http://www.myvideo.de/watch/1231858

"Nicht in unserem Namen!" Der Kinder Kurier. Nachrichten für neugierige Kids,
25. August 2006
http://derkinderkurier.wordpress.com/2006/08/25/nicht-in-uns erem-namen/

Tanja Taube, sprechen - moderieren - synchronisieren
http://www.tanjataube.de/

(6) Konvertiten als Brückenkopf der weltweiten Islamisierung. 29. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-29_02-25-26.html

(7) Logbuch al-Qaida. Hass-Löwe, Terror-Biene, Märtyrer-Maus. Von Yassin Musharbash, SpiegelOnline, 1. September 2007
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,503223,00.html

(8) Islam: Lion roars "Allah". Nizam&Co, Google Video, 5. März 2006
http://video.google.com/videoplay?docid=-2764633579093046327

(9) Tagesthemen mit Tom Buhrow, ARD, 6. September 2007, 22:20 Uhr
http://www.tagesschau.de/sendungen/0,,SPM11_OID7428236,00.ht ml

(10) Deutschtürken, kämpft selbst für eure Integration! Von Birand Bingül,
DIE ZEIT Nr. 05, 5. Januar 2007
http://www.zeit.de/2007/05/Titel-Binguel-deutsch-05?page=all

(11) Mysterium Konversion. Von Stefan Weidner, Süddeutsche Zeitung,
7. September 2007
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/169/131932/

Lob der Bindestrichidentitäten. PolitikCity.de Forum mit Kommentaren,
musel, 5. Februar 2007
http://www.politikcity.de/forum/showthread.php?t=16898

"Plume du Paon" - Robert Redeker: Flüchtling im eigenen Land, nun auch noch seines Textes enteignet. 28. Juni/30. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-06-28_17-41-09.html

(12) The Arab conquest and the coming of Islam. FortuneCity
http://members.fortunecity.com/thuraya/iraq_his.htm

(13) Wilfried Murad Hofmann, Botschafter a. D. der Bundesrepublik Deutschland, ebenfalls a.D. Im Gespräch mit islam.de. 30. August 2004
http://www.muslimliga.de/archiv/hofmann1.html

(14) Der wahre Dschihad ist der gegen sich selbst. Von Hayadatullah Hübsch, Berliner Zeitung, 7. September 2007
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/feuilleton /684382.html

"Der wahre Dschihad". Von Henryk M. Broder, Achse des Guten,
8. September 2007
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_wah re_dschihad/

(15) Das Meer der Seele. Mensch, Welt und Gott in den Geschichten des Fariduddin Attar. 26. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-26_23-09-26.html

(16) Mehdi. Islam und die allgemeine Meinung, islam-deutschland.info,
20. März 2007, 20:44
http://tinyurl.com/3ypuf4

(17) Broder warnt vor Selbstmord der westlichen Kultur. Moderation: Christian Schütte, Deutschlandfunk, 7. September 2007
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/667130/

Der Artikel ist ein Beitrag zu:

ARD und ZDF und der ausgewogene und objektive Journalismus. 16. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-07-16_19-18-50.html


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2007-09-08_19-55-02.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 20.11.2008, 19:29 Uhr