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Imad Mughniyeh (pbuh) auf einer ganzen Seite des "Figaro"

Deutschland und Frankreich, die Regierungen und die ihnen vor- und nachplappernden Medien, wetteifern darin, sich von den USA und von Israel abzusetzen, zwielichtigen Partnerländern mit zahlreichen Beweisen und Ergebenheitsadressen zu dokumentieren, daß man derer Politik nicht folgt. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Beispiele dafür zu finden sind. Gestern Noch mehr Soldaten nach Afghanistan Fragezeichen, heute die Seite 6 des Figaro: International.

Vom immer bestens informierten Georges Malbrunot, der ehemaligen Geisel im Irak, hier einige Highlights seines Artikels Un chef terroriste du Hezbollah liquidé à Damas, ein Hezbollahführer in Damaskus liquidiert, zum Ableben des Imad Mughniyeh in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 2008:

Mehrfache Betonung, daß Imad Mughniyeh (im folgenden I.M.), auf der Liste der von den USA und Israel gesuchten Terroristen ganz oben gestanden habe.

Er werde beschuldigt, von 1985 bis 1988 auch Franzosen entführt zu haben. Nachdem man auf ihn Jagd gemacht habe, hätten ihn die französischen Geheimdienste vergessen.

Georges Malbrunot zitiert Scheich Hussein Fadlallah, den "spirituellen" Führer der Hezbollah über den nicht aufzufindenden I.M., obgleich es in Hezbollah-Kreisen nicht gern gesehen werde, wenn man von ihm spreche.

Es folgt die exakte Beschreibung von Aufenthalt und Tätigkeit des I.M. ab 1989: im Iran, Chef der Auslandsoperationen (sic!) der Hezbollah. Ziel: bis 2000 Kampf gegen die Besatzung Israels im Libanon und gegen jüdische Einrichtungen im Ausland.

Interpol sucht I.M. einer Auslandsoperation, des Attentats in Argentinien, 1994, wegen. Erklärung, warum das Attentat durchgeführt wurde: Liquidierung des Hezbollahführers Abbas Moussavi durch Israel.

Im selben Jahr 1994 wird Bruder Fouad Mugniyeh ermordet (sic!), was man dem Mossad zuschreibt.

I.M. reise des öfteren über Damaskus in den Libanon ein, denn er vergesse nicht sein Geburtsland. Ein Interview von Georges Malbrunot mit einem ehemaligen UNO-Verantwortlichen (wahrscheinlich UNIFIL) im Libanon demonstriert die engen Kontakte, die zwischen der Hezbollah und der UNO herrschen.

Ein französischer Geheimdienstmitarbeiter meint, auch Syrien käme für den Tod des I.M. in Frage, weil den USA gegenüber durch I.M.s Einreise peinlicherweise immer wieder Zusammenarbeit Syriens mit dem Hezbollahführer demonstriert worden sei.

Für die Spezialisten sei es klar, wer für den Tod des I.M. verantwortlich ist: der Mossad, die CIA oder Unterauftragnehmer, die dabei interne Rechnungen beglichen.

Seit einigen Wochen verbreiteten gewisse pro-israelische Quellen die These, daß in der Hezbollah Führungsstreitigkeiten herrschten. Das sei ´ne intox, eine Manipulation, sagt unser Experte aus dem Geheimdienst, aber wenn man dann die Liquidierung des I.M. vernehme, sei man doch beunruhigt.

Die USA urteile, daß die Welt "besser" geworden sei, seit dem Tod I.M.s. Frankreich finde es "bedauerlich", daß I.M. nicht dem Gericht zugeführt worden sei. Marie Seurat, die Witwe der französischen Geisel Michel Seurat, 1986 gestorben in der Geiselhaft im Libanon, habe ihre "große Erleichterung" ausgedrückt. (1)

Es folgt ein Interview des Georges Malbrunot mit Magnus Ranstorp, einem schwedischen Terrorismus-Experten, der darüber berichtet, daß I.M. einst Leibwächter des Scheichs Hussein Fadlallah gewesen sei, einige hätten ihn in den Spuren Jawad al-Noureddins gesehen, des geheimnisvollen Mitglieds des shoura kara, der Organisation, die die wichtigsten Entscheidungen der Hezbollah treffe. Er sei beteiligt gewesen an den Kriegsvorbereitungen und den Kämpfen gegen die israelischen Streitkräfte, im Sommer 2006, aber ab Ende der 90er Jahre sei er hauptsächlich zuständig gewesen für die Zusammenarbeit des Irans und der Hezbollah mit der Hamas in der Zweiten Intifada. I.M. habe die logistische Zusammenarbeit gewährleistet. Er sei auch verantwortlich gewesen für die Rekrutierung von Ausländern für Aufklärungsarbeiten in Israel und anderswo.

Dem iranischen Überläufer in die USA Ali Ashgari, der Ende der 70er Jahre die Hezbollah mitgegründet hat, seien wahrscheinlich wichtige Informationen zuzuschreiben, die zur Liquidierung des I.M. geführt haben.

Die Hezbollah werde wahrscheinlich nicht sofort mit Terror antworten, sondern den besten Moment abwarten. (2)

Zum Schluß - es bleibt einem nichts erspart - kommt noch ein Artikel aus dem Redaktionssessel des Thierry Oberle: Der Mord an Imad Mughniyeh gießt Öl ins libanesische Feuer. Für die Libanesen sei die Ermordung (sic!) I.M.s zu einem äußerst ungünstigen Augenblick passiert, am Vorabend einer großen Demonstration der prowestlichen, antisyrischen Mehrheit des Libanon anläßlich des dritten Jahrestages des Todes (sic!) von Rafik Hariri.

Die Opposition defiliere ebenfalls zu Ehren des I.M., des großen Glaubenskämpfers des islamischen Widerstandes im Libanon, Hunderttausende aus beiden unterschiedlichen Lagern würden in einem Klima extremer Anspannung aufeinandertreffen. Al-Manar TV habe einen Tag der Trauer und der Wut angekündigt: I.M. ist als Märtyrer gestorben, ermordet durch die zionistischen Israelis, meine Al-Manar TV. Der Zeitpunkt der Ermordung des Mughniyeh ist nicht neutral, die Lage im Libanon werde sich verschärfen, wisse ein europäischer Diplomat, die moralische Spaltung des Landes werde vertieft; nicht nur die moralische, berichtet Thierry Oberlé, sondern auch die Machtfrage zwischen den beteiligten Fraktionen, der Amal, der Verbündeten der Hezbollah, zwischen pro- und antisyrischen Drusen, Anhängern der prowestlichen Mehrheit und der Opposition. Walid Jumblatt fordere die Hezbollah auf, mit ihren Waffen und ihren Medien südlich Beiruts ihren eigenen Kleinstaat einzurichten, und fertig: Mögen sie uns bitte in Frieden leben lassen.

Wir sehen uns einer politischen und terroristischen Präsenz der syrischen und iranischen Regime gegenüber, wettert Saad Hariri, Sohn des Rafik und Chef der antisyrischen Mehrheit, aus seinem provisorischen Sitz in Tripoli, weiß Thierry Oberlé. Michel Aoun, von der Amal, hat ebenfalls etwas zu protestieren, die Hezbollah erkläre, sie sei am Ende ihrer Geduld angekommen, sie wolle aber keinen internen Streit, um ihre Aura des Widerstandes gegen Israel aufrecht zu erhalten. (3)

Zum Schluß gibt´s noch eine kleine Nachricht von Patrick Saint-Paul, aus Jerusalem, für den letzten, der´s noch nicht begriffen hat, wer den Mord an I.M. zu verantworten hat, ob direkt, indirekt oder per Telepathie: Israel ist erfreut über den Tod seines öffentlichen Feindes, aber übernimmt nicht die Verantwortung dafür. Israel, das Vergeltung befürchte, bestreite jeden Zusammenhang mit dem Mord (sic!) an I.M.; dennoch hätten sich viele politische Führer offen beglückwünscht zu dem Ableben des öffentlichen Feindes Nr. 1 des Landes. Wer immer für die Ermordung verantwortlich sei, er sei gepriesen, zitiert Patrick Saint-Paul den Umweltminister und ehemaligen Verantwortlichen für die Geheimdienste Gideon Ezra. (4)

Eine blutige Liste terroristischer Aktionen ist in der dritten Spalte des Artikels von Georges Malbrunot eingeschoben; man ersieht daraus mit einen Blick, was dem I.M. vorgeworfen wird. Wenn man diese Liste mit denen auf Israel wohlgesonneren Sites vergleicht, beispielsweise mit der von Leonard Zelig, auf Wind in the Wires, sieht man, was der Figaro selbst bei den paar Daten verschweigt: Das Bombenattentat 1983 auf die US-Botschaft in Beirut (63 Tote) und 1992 auf die israelische Botschaft in Buenos Aires (29 Tote, 242 Verletzte). (5)

1983: Mughniyeh wird verdächtigt, mit den Attentaten gegen die amerikanischen und französischen Soldaten der Multinationalen Streitkraft im Libanon zu tun zu haben (350 Tote)
1984: Verwickelt in die Entführung des CIA-Chefs in Beirut William Buckley, der exekutiert wird.
1985: Verantwortlich für die Entführung einer Boeing der TWA in Beirut (ein amerikanischer Toter).
80er Jahre: Verwickelt in die Entführungen im Libanon von mehreren westlichen Bürgern, darunter Franzosen.
1994: Verwickelt in das Attentat gegen ein jüdisches Gemeindezentrum in Argentinien (85 Tote).

14. Februar 2008

Le Figaro, 14. Februar 2008, Seite 6

(1) Un chef terroriste du Hezbollah liquidé à Damas. Par Georges Malbrunot

(2) Magnus Ranstorp: "Il avait un pied au Liban, un autre en Iran". Propos recueillis par G.M. (Georges Malbrunot)

(3) L´assasinat d´Imad Moughnieh jette l´huile sur le feu libanais.
Par Thierry Oberlé
http://tinyurl.com/33b4t9

(4) Israël se réjouit de la mort de son ennemi public mais ne la revendique pas.
Par Patrick Saint-Paul

(5) Une liste sanglante d´actions terroristes

Zum Ableben des Imad Mughniyeh siehe auch:

Strike! Von Lizas Welt, 14. Februar 2008
http://www.lizaswelt.net/2008/02/strike.html

Got ´im just in time. By Robert Spencer, JihadWatch, February 14, 2008
http://www.jihadwatch.org/archives/019956.php

Imad Mughniyeh eines natürlichen Todes gestorben. Von Rowlf, Spirit of Entebbe, 13. Februar 2008
http://tinyurl.com/2ocn4q

Imad Mughniyeh: Rest in Pieces (!). Medien BackSpin. 13. Februar 2008
http://backsp.wordpress.com/2008/02/13/imad-mughniyeh-rest-i n-pieces/

Imad Mougniyeh - Death of a Terrorist. By Ami Isseroff, ZioNation,
February 13, 2008
http://www.zionism-israel.com/log/archives/00000492.html

Ding Dong, the Witch Is Dead! Von Leonard Zelig, Wind in the Wires,
13. Februar 2008
http://wind-in-the-wires.blogspot.com/2008/02/ding-dong-witc h-is-dead.html

Mit vielen weiterführenden Links ...


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2008-02-14_17-56-54.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 07.09.2008, 15:37 Uhr