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Sammlers Lust. Brücke - Blauer Reiter - Bauhaus

Kunstausstellung in Herford, vom 20. April bis 31. August 2008

Der Chemiker Karl Ziegler (1898 - 1973) leitete von 1943 bis 1969 das Max-Planck-Institut für Kohleforschung in Mülheim an der Ruhr. Für seine Entdeckung des Niederdruck-Polyäthylens erhielt er 1963 den Nobelpreis für Chemie. Aus den Patentrechten erhielt er so große Einnahmen, dass er die Mülheimer Forschungsstätte als einzige unter den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft finanziell unabhängig stellen konnte. An seinem 70. Geburtstag gründete Karl Ziegler den mit 40 Millionen DM dotierten Ziegler-Fonds; damit verzichtete er auf die im Laufe von 16 Jahren erwirtschafteten Erlöse aus seinen Patenten und Lizenzen zugunsten seines Instituts. Sein Engagement für die Stadt und den Forschungsstandort Mülheim war damit jedoch noch nicht erschöpft: 1981 stiftete das Ehepaar Ziegler dem Mülheimer Museum seinen bedeutenden Kunstbesitz.

Seit den späten 1950er Jahren sammelte Karl Ziegler gemeinsam mit seiner Frau Maria vor allem Gemälde des Deutschen Expressionismus und brachte im Laufe von rund 25 Jahren eine Sammlung von internationaler Ausstrahlung zusammen, darunter Werke von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Karl Hofer, Alexej von Jawlenski, Paul Klee, Oskar Kokoschka, August Macke, Franz Marc, Otto Mueller, Emil Nolde, Christian Rohlfs, Oskar Schlemmer und Karl Schmidt-Rottluff.

"Ausschließlich die Freude am Schönen war jeweils der Anlass zum Erwerb der uns umgebenden Kostbarkeiten" äußerte sich Karl Ziegler später einmal. Gesammelt wurde also nicht nach kunsthistorischen Gesichtspunkten, sondern nach rein ästhetischen Vorlieben, wobei das Ehepaar Ziegler die Bilder fast immer gemeinsam aussuchte. Das besondere Augenmerk ruhte dabei auf den heiteren und leisen Arbeiten des Expressionismus: Blumenbilder, Stilleben, Landschaften und immer wieder Tier- und Kinderbilder.

Die Sammlung spiegelt die Liebe zu Natur und Garten sowie die Beziehung zu den Orten, zu denen die Eheleute eine enge Bindung hatten. So erinnert etwa Lyonel Feiningers Gemälde "Roter Turm II" von 1930 — es zählt zu den herausragenden Werken der Sammlung — an die Stadt Halle. Von dort war die Familie im Jahr 1943 nach Mülheim an der Ruhr gezogen. Aus diesem intuitiven Zugang zur Kunst entwickelte sich eine konsistente Kunstsammlung, die einen sehr persönlichen Einblick in die deutsche Malerei des frühen 20. Jahrhunderts gewährt. Die Stiftung ergänzt und bereichert den Sammlungsbestand des Mülheimer Museums: Die glanzvollen Kernstücke der Gemäldesammlung sind unter anderem Meisterwerke von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky.

Text: Herforder Kunstverein im Daniel-Pöppelmann-Haus e.V.

Dauer der Ausstellung: 20. April bis 31. August 2008
Herforder Kunstverein im Daniel-Pöppelmann-Haus e.V.
Deichtorwall 2, 32052 Herford
Ausstellung: Telefon (0 52 21) 18 96 89

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr
Sonntag 11 bis 18 Uhr
Montag geschlossen
Eintrittspreise:
Erwachsene 4,50 Euro; ermäßigt 2,50 Euro

Weiteres unter:
Die Kunstsammlung des Nobelpreisträgers Karl Ziegler und Meisterwerke aus dem Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr. Herforder Kunstverein im Daniel-Pöppelmann-Haus e.V.
http://tinyurl.com/ynww43

Stadt Herford. Offizielle Website der alten Hansestadt
http://www.herford.de/

Herford. Google Maps Deutschland
http://maps.google.de/maps?oi=eu_map&q=Herford&hl=de

Am 4. April 2008 feiere ich den 124. Geburtstag meines Großvaters Oskar Aschoff, aus Herford/Ostwestfalen


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2008-04-03_13-36-11.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 21.08.2008, 21:07 Uhr