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Nicolas Sarkozy karikiert im ZDF

Ich habe es geahnt und beschließe deshalb, in der Nacht vom 14. zum 15. Mai 2008, von 0:35 - 1:20 Uhr, nicht die Sendung über den französischen Staatspräsidenten zu sehen. Stattdessen genehmige ich mir den wunderbaren James Bond 007 Roger Moore, im SWR: Live and let die. (1)

Weil ich aber danach guter Laune bin, schalte ich doch noch in die vom ZDF als Dokumentation bezeichnete Karikaturenserie über Nicolas Sarkozy. Den Anfang verpaßt, schaue ich diesen am folgenden Tag im Video an. Wer sich sputet, darf es mir gleichtun und sich das Werk von Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck genehmigen. (2)

Für den Fall, der Zuschauer ist Deutscher, wird das Ergebnis sein, daß er froh ist, eine Langweilerin der Mitte wie Angela Merkel zur Kanzlerin zu haben; die reißt zwar im Gegensatz zu Carla Bruni-Sarkozy, Show Girl, früher Top-Model und dann Sängerin, trotz gezeigtem tiefen Ausschnitt niemanden vom Hocker, nicht einmal Jens Jessen, Baron von Münchhausen und Lenin, aber sie präsentiert sich auch nicht in üppigem Tüll auf Laufstegen, nackt im spanischen Männermagazin oder als klampfende Sängerin mit Fistelstimmchen, und sie irrlichtert nie hyperaktiv durch die politische Landschaft, wie Carlas seit Mitte Februar 2008 angetrauter Ehemann. (3)

Sie solle mal gesagt haben: Ich will einen Mann mit Atombombe; die sind bekanntlich rar gesät. Einen, beileibe nicht irgend einen, den hat sie nun: Nicolas Sarkozy. Die Schöne und der Bombengebieter, Eros und Macht ... So beginnen die beiden Korrespondenten aus Paris, und wer assoziierte nicht den Cocteau-Film La Belle et la Bête, die Schöne und das Biest? Wer vergliche nicht Josette Day mit Carla Bruni, ja, eine so schön wie die andere, und dann, und dann? Jean Marais, der Ausbund von einem stattlichen Mann, verglichen mit Nicolas Sarkozy? Der erste Hieb sitzt. (4)

Es folgt zur Einstimmung der joggende Präsident: Er will Frankreich modernisieren. Dann wird der Titel der Sendung eingeblendet: Nicolas Sarkozy zwischen Politik und Seifenoper. Schnitt: die frischgebackene Première Dame mit Gatte beim Stattsbesuch in London. Ihr Dior-Hütchen ist nicht dezent im Vergleich zum royalen Kopfputz, sondern im Vergleich zu dem unsäglichen Dutt der Camilla. Ohne jeden Witz kommentiert der Sprecher den Auftritt: der Hofknicks comme il faut, bleh! Ein Blick in den Londoner Al-Guardian zeigt, daß Welten zwischen britischem Esprit und der deutschen Humorlosigkeit liegen, Welten! Lucy Mangan meint: (5)

Modefreaks lobten derweil ihre Kleidung - mit einem grauen Kaschmirmantel des durch und durch französischen Hauses Dior ließ sie Jackie Onassis erahnen, ohne dabei allzu offensichtlich die verschiedenen trampeligen Engländerinnen in ihrer Nähe zu beschämen - aber bezweifelten ihre Wahl des Accessoires, eines sehr kleinen Mannes aus Neuilly-sur-Seine, der ihren durchlauchtigen Liebreiz beschmutzte mit Geplapper über Politik, über das herzliche Einverständnis und so´n Zeug. Übereinstimmung herrschte, daß sie ihn das nächste Mal als Brosche tragen sollte.

Dann geht´s im deutschen Oberlehrerton weiter: Er hat mehr Probleme mit der Etikette; der Mann kann einfach nicht stillstehen. Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck bestimmen und benoten die Umgangsformen eines französischen Präsidenten, Beispiele im Video. Der Kommentator Sachsenpaule meint am 8. September 2007 zum Thema Umgangsformen und stillstehen: (6)

Natürlich ist eine derartige Hingabe und Aufgabe nicht mehr so attraktiv wie früher. Doch es gibt sie, die Butler der Nation, die diese alte Tradition fortführen. Die gleichen Umgangsformen. Ein Soldat muss nur gehorchen und kurz stillstehen können. Ein Butler hingegen muss all seine Bedürfnisse aufgeben und, einem Staubsauger gleich, solange stehen, bis er gebraucht wird. Es hat fast etwas Mönchshaftes, Meditatives, und das ist faszinierend.

Der nicht einmal für kurze Zeit stillstehende Nicolas Sarkozy will anscheinend weder ein gehorchender Soldat noch ein sich selbst aufgebender Butler sein; er wartet nicht, bis er von den Deutschen gebraucht wird, sondern er ist immer in Bewegung. Das mögen wir aber gar nicht gern, gelle?

Er will nicht auf seine Berater hören, die ihn auf die unzähligen Tücken von Schloß Windsor vorbereitet haben, er ist ein unbeherrschter Zappelphilipp, der mit seinem Gezappelle der Queen an die Gliedmaßen stößt: Ruhig sitzen mag er auch nicht. Hier zu sein, und im königlichen Schloß übernachten zu dürfen, da wird ein großer Traum des kleinen Mannes wahr: "Wir können sagen, wir waren da." (7)

"Ob der Philipp heute still
Wohl bei Tische sitzen will?"
Also sprach in ernstem Ton
Der Papa zu seinem Sohn,
Und die Mutter blickte stumm
Auf dem ganzen Tisch herum.
Doch der Philipp hörte nicht,
Was zu ihm der Vater spricht.
Er gaukelt
Und schaukelt,
Er trappelt
Und zappelt
Auf dem Stuhle hin und her.
"Philipp, das missfällt mir sehr!"

Nach der Benotung seines Verhaltens folgt nun le dénigrement, die Verunglimpfung der Person. Selbstverständlich merken die beiden teutonischen Barbaren nicht die Ironie, die in diesen Worten liegt; sie wird bekräftigt durch Nicolas Sarkozys Gesichtsausdruck: Nous y étions ! wird gebraucht im Sinne von "Wir waren dabei!" in diesem Fall zugegen bei einem geschichtsträchtigen Augenblick. Frankreichs Politiker, nicht nur Nicolas Sarkozy, sehen in dem Staatsbesuch die Fortsetzung der Entente cordiale, die sich in einer franco-britischen Partnerschaft in der zivilen und militärischen Nuklearindustrie äußert. Die Briten besitzen veraltete Atomkraftwerke, die französischen Unternehmen Areva, Alstom und EDF arbeiten mit Spitzentechnologie. Zusätzlich ist der gemeinsame Bau eines nicht-atomgetriebenen Flugzeugträgers in der Planung.

Was die Einquartierung des Präsidenten und seiner Frau angeht, so sieht es das britische Königshaus als eine große Ehre für einen Staatsgast an, ihn in seinem Schloß zu beherbergen. In Frankreich stehen für solche Fälle stets einige Schlösser zur Auswahl. Wie meint Helmut Kohl seinerzeit, als er die Villa Borsig, in Berlin-Tegel, als Gästehaus der Bundesregierung vereinnahmen will? François Mitterand hat davon ein Dutzend!

Seinen Stolz, ganz oben angekommen zu sein, kann er einfach nicht verbergen, den über seine Eroberung Carlas auch nicht. Zwar gäbe es keinen Grund dazu, aber die beiden Autoren sehen es anders. Es hat für sie keinen Wert, ganz oben anzukommen, Leistung lohnt sich in Deutschland nicht, in Frankreich übrigens bis zum Amtsantritt von Nicolas Sarkozy ebenfalls nicht. Damit soll in Frankreich Schluß sein, einige der von ihm in Gang gesetzten 55 Reformen weisen in die Richtung. Carla wird als eroberter Besitz bezeichnet; noch zu Anfang der Sendung ist´s umgekehrt, da ist Nicolas Carlas Eroberung: Einen, beileibe nicht irgend einen, den hat sie nun.

Was das 15 Jahre alte freizügige Foto der Première Dame angeht, so wird genau dieses vor allem deshalb gedruckt, weil an den anderen Fotos Rechte zu erwerben wären, das von Michel Comte jedoch vom Auktionshaus Christies in New York nach dem Staatsbesuch, am 10. April 2008, versteigert werden soll. Christies hat sicherlich nichts dagegen, wenn das Foto werbewirksam veröffenlicht wird. Mehr als 90 000 Dollar bringt das hochgejubelte schwarzweiße Papier denn auch: Der Schätzpreis von Christie´s lag bei 3.000 - 4.000 Dollar. Die Carla Bruni Fotografie hat jetzt einen neuen Besitzer - einen Kunstsammler aus China. (8)

Nun interviewen Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck Nicolas Domenach: Sie hat Talent als Schauspielerin. Der Stellvertretende Redaktionsdirektor der linksnationalen Zeitschrift Marianne wird der einzige interviewte Journalist bleiben. Vielleicht kennen sie ihn aus i-télé, wo er in Talkrunden seine politischen Ansichten verkündet. Einen Eindruck, worum es sich bei der Zeitschrift Marianne handelt, mag der Kommentar von deren Herausgeber Jean-François Kahn über die Rede Roger Cukiermans, des Präsidenten des Conseil représentatif des institutions juives de France (CRIF), beim unsäglichen Dîner des CRIF, vom Februar 2005, geben. Er nimmt sich dessen Äußerungen beim Dîner vor, zu dem sich 800 geladene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter 200 linke und rechte Politiker sowie 16 Minister drängeln, um kostenlos einen schönen Abend zu verbringen und zu demonstrieren, daß sie nicht antisemitisch sind, sondern auf Seiten der Juden Frankreichs stehen. Die Einladung hierzu kann man nicht ablehnen, es sei denn, man heiße Nicolas Sarkozy.

Die Rede des CRIF-Präsidenten demonstriere notorischen Antisemiten und Israelfeinden wie Dieudonné, daß sie recht hätten damit, daß die Juden eine mächtige Lobby bildeten, so mächtig, daß er (Roger Cukierman) ungestraft und ohne Risiko einer Erwiderung 16 Minister der Republik auf einen Streich demütigen kann. Er habe den Kampf gegen den Antisemitismus verwechselt mit einer Aktion, die Außenpolitik Frankreichs zu ändern. Die Juden haben gemäß Jean-François Kahn einmal mehr am Antisemitismus selbst schuld, sie sind es, die den Haß schüren. (9)

Nicht ein einziger Anhänger des Nicolas Sarkozy, niemand von der UMP, der Partei des Präsidenten, erhält die Gelegenheit, etwas über den Präsidenten zu sagen, ob gut oder schlecht oder neutral. 20 600 Angebote macht Google.fr für Nicolas Domenach - Nicolas Sarkozy, kein Artikel ist positiv, nicht einer. In den Aktualitäten gibt es 14 Angebote, am 15. Mai 2008. Die Berater des Präsidenten apostrophiert Nicolas Domenach in seinem letzten Leitartikel als serviteurs du roi, als Diener des Königs. (10)

Entsprechend läuft er unkritisiert und ohne jede Rückfrage der Autoren im Film des ZDF zur vollen Form auf über Nicolas Sarkozy, den Schauspieler, den Clown, er begreife sich als Mime, der zu Kinovorstellungen gehe, um zu sehen, was ankommt: Mal lachen die Leute, mal weinen sie. Seine Politik jedenfalls habe keinen Gehalt, sie sei unzusammenhängend.

Ich lebe hier und kriege allerlei mit über den französischen Präsidenten. Meinen Lesern ist es nicht entgangen, daß ich Anhängerin der Politik des Nicolas Sarkozy gewesen bin und die vom Hoffen auf seine Niederlage geleiteten Artikel in den deutschen MSM vor den Präsidentschaftswahlen entsprechend kommentiert habe. Ich teile die harsche Kritik, die jetzt von den Franzosen am Führungsstil des Präsidenten und an der Zurschaustellung seines Privatlebens geübt wird, er wird sich davon nur schwer, wenn überhaupt, erholen. Der Wunsch seiner Anhänger und Wähler, sich von seiner Politik abzukehren, ist jedoch nirgends zu beobachten, die Fähigkeit, sie durchzusetzen, wird zur Zeit allerdings eher dem Premierminister François Fillon und seinen Ministern zugetraut und zugeschrieben. (11)

Von Nicolas Domenach wenden sich die Autoren den einfachen Arbeitern von Marseille zu, ihnen verdanke er seinen Wahlsieg: Er hat ihnen Hoffnungen gemacht auf ein besseres Leben. Sie sind nun ernüchtert, einer meint, die Präsidenten stellten sich seit 30 Jahren dar als Hoffnungsträger, ein anderer ist enttäuscht, hat ihn aber nicht gewählt; denn er wußte gleich, daß das nix wird. Nun erwerben die armen enttäuschten Wähler an den Samstagen auf dem Markt im Zentrum von Marseille Klamotten aus China und Indien, zwei Teile für einen Euro: Wir sind nur für die Armen da, nicht für die Reichen, ruft ein Händler. Das alles findet erst seit einem Jahr dort statt? Ganz anders als in Deutschland ist das? In Perpignan kenne ich einen solchen Markt, wenn auch kleiner, so lange ich hier wohne, seit sechs Jahren. Es ist unwahrscheinlich, daß es ihn davor nicht gegeben haben soll. Aber die deutschen Autoren schreiben die Entwicklung dem jetzigen Präsidenten zu. Wir regeln die Geschichte mit der Kaufkraft, wir helfen unserem Kumpel Sarkozy, meint ein Händler ironisch, Ihr habt ihn gewählt, bitte sehr, das habt Ihr davon.

Nach einem Jahr im Amt ist er unbeliebt wie keiner seiner Vorgänger, besonders die Lebensmittelpreise machen den Franzosen schwer zu schaffen, erzählt der Sprecher, und Käuferinnen auf dem Markt setzen nach: Alles wird teurer, und das ist wirklich schlimm. So ist es, und da können wir Deutschen wirklich froh sein, daß es bei uns anders ist, eine Kanzlerin, deren Beliebtheit in den Umfragen täglich steigt, eine Regierungsmannschaft, der man vertraut, und Lebensmittelpreise, die reziprok dazu sinken, oder?

Im März 2008 kosteten Lebensmittel in Deutschland im Durchschnitt 8,6 Prozent mehr als noch im Vergleichsmonat des Vorjahres, schreibt WeltOnline, am 7. Mai 2008; das müßte der Logik unserer Autoren nach den Kapriolen und der gehaltlosen Politik des Zappelphilipps geschuldet sein. Der antwortet im Januar 2008: Was die Kaufkraft angeht, was erwarten Sie denn von mir, daß ich Kassen leere, die schon leer sind? (12)

Ja, genau das erwarten die enttäuschten Wähler nach acht Monaten Regierungszeit. Sie wissen es nicht, daß die Kassen leer sind, daß die öffentlichen Schulden mehr betragen als die aller anderer Staaten der EU, selbst mehr als die Schulden Italiens. Sie wissen nicht, daß Frankreich bei 20 Millionen weniger Einwohnern doppelt so viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst hat wie Deutschland. Diese konkreten Informationen gibt ihnen selbst der Präsident nicht, aber die desolate wirtschaftliche und finanzielle Situation macht politische Reformen dringend erforderlich.

Auf der Page Libérale schreibt Georges Lane am 25. Juni 2005, daß die Staatsverschuldung mehr und mehr ansteige. Im Kommentar Nr. 20 ergänzt Pascal ihre tatsächliche Höhe, sie beträgt nicht 1 100 Milliarden Euro, sondern mehr als 2 Billionen. In meinem Artikel Sommer in Frankreich habe ich, am 12. Juli 2005, darüber berichtet. Die Kommentare zum Artikel des Georges Lane reichen inzwischen bis zum 10. Januar 2007, eine unendliche Geschichte: (13)

Frankreich ist immer geschickt genug, falsch zu spielen und die Realität zu verheimlichen. Die Schulden betragen nicht 1 100 Milliarden, sondern 2 040 Milliarden (mehr als 130 Prozent des BIP)!!! Frankreich ist eines der einzigartigen Länder, die Pensionen der Beamten nicht gedeckt haben (auf 940 Milliarden geschätzt, mit einer Aufwertung unterhalb der reellen Inflation), im Gegensatz zum Beispiel zu Italien, das, obgleich schwer verschuldet und gehänselt, das Verdienst hat, reale Zahlen anzugeben.

Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck lassen den Wahlkämpfer Nicolas Sarkozy sprechen: Ich werde der Präsident der Kaufkraft sein. Unabhängig davon, daß man nach einem Jahr im Amt nicht viel erreicht haben kann, unabhängig davon, daß der Wahlkämpfer den Mund zu voll genommen haben mag, was, bitte ist denn im Deutschland der Großen Koalition an Verbesserungen zu sehen, was ist in Deutschland mit der Kaufkraft? Mehrere Talkrunden in ARD und ZDF befassen sich mit dem Thema und damit, daß die Verarmung inzwischen auf den Mittelstand übergreift, auf das bedrängte Drittel. (14)

Die Steuererleichterungen in Höhe von 14 Milliarden Euro sind nun dran: Es profitieren vor allem die Reichen. Sarkozy erhofft sich davon einen Investitionsschub, doch der bleibt aus. Was von dieser Behauptung zu halten ist, mag man an der Lage im Jahr 2007 und der Perspektive für 2008 auf dem Immobilienmarkt für Büroraum, Logistik und Handel ablesen: (15)

Trotz der im letzten Sommer geäußerten Befürchtungen, hat der Markt für Unternehmensimmobilien in Frankreich im Jahr 2007 neue Rekorde erreicht. 28,5 Milliarden Euro wurden so im gesamten Markt des Hexagons investiert, und etwa zwanzig Transaktionen mit einem Wert höher als 200 Millionen Euro sind registriert worden. Paris bleibt bei weitem der wichtigste Markt, selbst wenn einige Städte der Provinz, wie Lyon, Lille oder Marseille mehr und mehr Nutzer und Investitoren anziehen.

Besonders angestiegen sei das Interesse von Investoren aus Nordamerika, gefolgt von den Briten, den Deutschen und dem Nahen Osten. Kann mir einer sagen, was die Deutschen in dem von Nicolas Sarkozy angeblich abgewirtschafteten Land wollen? Was die Probleme Frankreichs angeht, so entstehen sie weniger aus Steuergeschenken für "die Reichen", als aus der Überalterung der Gesellschaft und jahrzehntelangem Mißverständnis über die Wirkung von Frühpensionierungen, die nämlich im Gegensatz zu weitverbreiteter Annahme keine Arbeitsplätze für junge Menschen bringen. Die Lektüre des Wirtschaftsberichtes 2007 der OECD für Frankreich ist aufschlußreich. (16)

Weitere Berichte über die Herausforderungen für die Wirtschaft Frankreichs kann man auf der Site der OECD nachlesen. Da steht auch, daß die Probleme der Armut in Frankreich denen der übrigen euopäischen Staaten ähneln. Die Autoren aber beziehen das alles nur auf Frankreich, sie berichten so, als wenn das Land einsam dastünde mit seinem mangelnden Wirtschaftswachstum und seinen Defiziten. Für Deutschland wird für das Jahr 2008 ein Wirtschaftwachstum von 1,9 Prozent prognostiziert, die Mahnungen des Finanzministers Peer Steinbrück haben die ZDF-Autoren in Paris nicht mitbekommen. (17)

An dem allen trage er keine Schuld, zitieren sie den französischen Präsidenten, inhaltliche Fehler will er nicht gemacht haben. So ist es. Finanzkrise in den USA, hoher Ölpreis und der teure Euro, zu dem allen kann der Präsident nichts: Diese Lage erfordert Reformen, Veränderungen und Anpassungen. Auch das ist richtig, und die nötigen Maßnahmen können in Frankreich eher realisiert werden als in Deutschland, wo es eine Große Koalition soweit bringt, daß CSU-Chef Erwin Huber und Linken-Chef Oskar Lafontaine bei hartaberfair, am 14. Mai 2008, in ihren politischen Forderungen, Ansinnen und Versprechungen kaum noch zu unterscheiden sind. In dieser exzellenten Sendung des Frank Plasberg werden die Probleme für Deutschland angegangen, und keine demagogische Propaganda gegen Frankreich lenkt ab. (18)

Jetzt folgt die Neidberichterstattung, die man schon von den französischen Linken kennt: Nicolas Sarkozy nach der gewonnen Wahl im Fouquet´s, auf den Champs Élysées, geladen ist auch Johnny Halliday, der Steuerflüchtling, sowie französische Wirtschaftsbosse, Reiche und Berühmte, Sarkozys Freunde eben. Das sogenannte Volksfest auf der Place de la Concorde zu beehren, habe er erst anschließend Muße gefunden. Die Infamie und die Desinformation der beiden Autoren kennen keine Grenzen. Es gibt ein Video zum Auftritt des Präsidenten auf der Place de la Concorde, am Wahlabend des 6. Mai 2007. Jeder weiß, daß nach dem Wahlgang, nach dem alle sich wieder eingekriegt haben und nach dem Dîner, das den Franzosen heilig ist, gefeiert werden soll. Niemand außer vielleicht die Linken Frankreichs regt sich auf, aber das macht nichts, deutsche Berichterstattung schreibt die Geschichte nicht zum ersten Mal um. (19)

Sich für einige Tage in ein Kloster zurückzuziehen, um sich auf sein Amt vorzubereiten, Nicolas Sarkozy mag es geäußert haben, obgleich ich mich nicht erinnere. Moralisierend, besserwissend, aburteilend, so berichten die deutschen Korrespondenten darüber, daß der frischgebackene, noch nicht in sein Amt eingesetzte Präsident die Gastfreundschaft des milliardenschweren Unternehmers Vincent Bolloré für drei (!) Tage annimmt. Der nackte Neid und totale Fehlinformation springen einem aus der Rede entgegen: Es geht im Privatjet nach Malta, wo sich der Präsident und sein Gefolge auf des Gönners Yacht vergnügen. Das Gefolge des Präsidenten besteht aus noch-Ehefrau Cécilia und ihrem gemeinsamen Sohn Louis. Aber der Generalsekretär des Parti Socialiste François Hollande und die mehrheitlich linken französischen Medien kriegen sich nicht ein über den Kurztrip auf der Yacht des Vincent Bolloré. Dazu habe ich im Artikel Finky Finkielkraut, ich habe dich gewarnt! einiges gesagt; denn auch dieser ansonsten helle Philosoph stimmt ein in das moralisierende Gerede der Neider und politischen Gegner. (20)

Nicolas Sarkozy verbindet das Angenehme mit dem außenpolitisch Nützlichen. Die Malteser nehmen den Besuch positiv wahr. Bei einer Wahlkampfrede, in der er die Mittelmeerstaaten aufzählt, mit denen er eine Union Méditerranéenne bilden will, vergißt er, Malta zu erwähnen. Das macht er mit seinem Kurztrip vor der Küste mehr als wett. Alain Finkielkraut und mit ihm die in Ablehnung vereinigte Linke aber meinen: Drei Tage lang hat er uns Schande gemacht. (21)

Die Opposition tobt: der Präsident habe nicht Urlaub wie ein Milliardär zu machen. Dann muß es ja stimmen; denn Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck schließen sich dem an. Was die UMP-Mitglieder dazu meinen, das kommt nicht zu diesem und auch zu keinem anderen Thema der Sendung zu Wort. Die angebliche Information und Dokumentation ist einseitige linke Propaganda. Das war nicht nur völlig deplazierter Exhibitionsmus und maßloses Verhalten, das war ein politisches Programm gegen das Volk, auf jeden Fall wurde es so wahrgenommen, meint der Kommentator Nicolas Domenach. Nun, bei den Linken sicherlich, sie können alles für ihre Anwürfe gebrauchen, bei den UMP-Mitgliedern, die ich kenne, nicht.

Jetzt kommen die Autoren sogar auf ein paar positive Aspekte der Politik des Nicolas Sarkozy, in dem sie einige Frauen, darunter zwei aus dem Maghreb und eine aus dem Senegal vorstellen: Frauen auf dem Vormarsch. Dann folgt der abtrünnige Sozialist Bernard Kouchner, Frankreichs beliebtester Politiker. Die Botschaft ist klar: Nicolas Sarkozy hat ihn deshalb ins Kabinett berufen. Sie lassen ihn ausführlich zu Wort kommen, warum er die Berufung angenommen hat, aber: Schon bald wird klar, entscheiden dürfen sie nicht. Da hätte ein Blick in die Verfassung Frankreichs gereicht: der Präsident bestimmt die Politik. Ihm gebührt in allen Politikbereichen die letzte Entscheidung, das mag man angemessen finden oder nicht. Die Minister wirken wie Statisten, behaupten die Autoren des ZDF. Ich weiß nicht, wo die beiden ihre Zeit verbringen, was sie lesen, und wen sie zum Interview treffen. Keiner der Minister wirkt als Statist, und das nicht erst, seit der Präsident durch sein Verhalten streckenweise ausfällt.

G8-Gipfel in Heiligendamm. Sarkozy genießt es, im Club der Mächtigen zu sein. Diese Formulierung legt dem Zuschauer nahe, daß er da eigentlich nicht hingehört, dazu zu unreif ist, daß er sich den Platz erschlichen oder widerrechtlich erobert hat, und weil sie nichts auslassen, kommen sie jetzt auf den kurzen Ausfall des Präsidenten nach seinem Treffen mit Wladimir Putin. Die französischen Medien sind voll davon, daß der Präsident betrunken gewesen sein muß. Sehr zum Leidwesen aller Winzer Frankreichs aber trinkt Nicolas Sarkozy keinen Alkohol, nicht einmal Wein: Er will Frankreich repräsentieren und trinkt keinen Wein? Er gehört nicht zu uns: Il n´est pas des nôtres ! Davon erwähnen die Berichterstatter des ZDF nichts, daß immerhin etwas anderes hinter dem merkwürdigen Auftritt sein könnte. Weiter geht´s mit den Guignolles, den Puppen von Canal+. Selbstverständlich wird die politische Ausrichtung dieser lustigen Kasperle verschwiegen, an ihnen kann man studieren, was Populismus ist, Kult sind sie nur in einschlägigen Kreisen, und längst nicht bei allen Franzosen. Die Berichterstatter haben aber nichts anderes zu liefern als Gegnerschaft zu Nicolas Sarkozy und zum Lächerlichmachen seiner Person. Sarkozy, der Mann unter Dauerstrom, liefert ihnen seit Jahren reichlich Stoff. Welchen? Haschisch, Koks, Heroin?

Siegesgewiß läuft er durch Brüssel, EU-Gipfel 2007. Der unvoreingenommene Betrachter sieht ihn joggen, von Siegesgewißheit ist nichts zu sehen. Die Intellektuellen des Landes können mit einem joggenden Präsidenten nichts anfangen. Die westliche Zivilisation in ihrer nobelsten Art sei mit dem Spaziergang geboren: Das Gehen ist eine gefühlvolle, geistige Aktivität. Das Joggen ist eine Form der Verwaltung des Körpers, der Jogger sagt, er habe alles unter Kontrolle. Joggen habe nichts zu tun mit Meditation, meint Alain Finkielkraut, nur weil er keinen Sport treibt.

So, und da nun der Video Player des ZDF streikt, höre ich hier auf mit der Analyse dieses miesen ZDF-Machwerks. Es folgt noch der vom Parisien zuerst veröffentlichte Faux pas in der Menge, auf der Landwirtschaftsmesse; als ein Besucher sich nicht vom Präsidenten die Hand geben lassen will und zu ihm meint, er solle abhauen, antwortet er: Casse toi pauvre con ! Etwa. Verpiß dich, du armer Irrer! (22)

Die Autoren lassen nichts aus, was das Image des Präsidenten Frankreichs beschädigen könnte. Sie verlassen sich dabei auf die Unkenntnis der Zuschauer. Dieser Mann also soll ab Juli 2008 die EU-Präsidentschaft für ein halbes Jahr übernehmen. Das kann der gewiß nicht!

Dann folgt ausführlich die einseitige Berichterstattung über die Befreiung der bulgarischen Geiseln und die Folgen für die Geschäftsfreundschaft des Nicolas Sarkozy zu Libyens Diktator Muammar al-Gaddhafi. Was von den Argumenten der deutschen Medien und Politiker zu halten ist, lese man in meinem Artikel nach: Libyen und die Heuchelei der deutschen Politiker und MSM. Die Verhandlungen über das Nukleargeschäft sind zwischen dem Diktator und der französischen Regierung schon ein Jahr vorher abgeschlossen, zur Zeit der Präsidentschaft des Jacques Chirac, und deutsche Unternehmen machen seit 50 Jahren Geschäfte mit Libyen. Den jetzigen Aufschwung in den Geschäftsbeziehungen haben die Europäer dem Druck zu verdanken, den die USA auf Libyen zur Beendigung seines Programms der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ausgeübt haben. Am 19. Dezember 2003 erklärt Libyen den Verzicht öffentlich, und seit Februar 2004 gibt es eine Interessenvertretung der USA in Libyen. (23)

Was die wesentlichen Aspekte der Zusammenarbeit Frankreichs mit Libyen angeht, erwähnen die ZDF-Korrespondenten nichts von den Bedingungen, unter denen der voraussichtliche Nachfolger des Muammar al-Gaddhafi zu einer Mittelmeerunion bereit ist; vielleicht wissen sie gar nichts darüber: Sind Sie an dem Vorschlag des Präsidenten Sarkozy zu einer Mittelmeer-Union interessiert? Ja, insofern sie nicht Israel einschließt. (24)

Schade, dazu hätte ich gern die Meinung des Präsidenten erfahren, aber das wäre zuviel verlangt von einem Pamphlet, das nicht gedacht ist, das Publikum über die Politik Frankreichs zu informieren, sondern zu nichts anderem, als Nicolas Sarkozy und die Politik Frankreichs zu diskreditieren.

Wenn ich Verantwortliche in der UMP wäre, dann würde ich das Video vom ZDF erwerben, es ins Französische übersetzen und mit einigen Erklärungen über in Deutschland weit verbreitete Eigenschaften versehen: Neid, Mißgunst, Oberlehrertum, Besserwisserei, Humorlosigkeit, Bereitschaft zur Unterordnung, zum Gehorchen, Autoritätshörigkeit, mangelnde Ironie, fehlende Lebensfreude, Schwermut.

Im Film Der rasende Präsident von Stephan Merseburger und Alexander von Sobeck sind sie alle anzutreffen.

16. Mai 2008

PS: Wer einen ausgewogenen Beitrag sehen will zum Thema Nicolas Sarkozy, der schaue den halbstündigen Film des WDR von Michael Strempel und Ellen Ehni: Die Sarko-Show. Frankreichs Präsident, die Macht und die Liebe. Die Autoren haben den Präsidenten während einer Woche beobachtet. Das Ergebnis ist ein differenziertes Porträt. (25)

PPS: Das, was Nicolas Sarkozy nicht schätzt, das ist, karikiert zu werden. Kritik, wenn sie gerechtfertigt ist, die ist legitim, die Karikatur ist´s nicht, für welchen Journalisten auch immer. Catherine Pégard, Politikberaterin des Präsidenten, am 11. Mai auf Canal+. (26)

Quellen

(1) James Bond 007 - Leben und sterben lassn (Live and let die), Großbritannien 1973. SWR Fernsehen, 14. Mai 2008, 23:00 Uhr
http://www.swr.de/tv/-/id=2798/nid=2798/did=3357054/gii5gu/i ndex.html

(2) Der rasende Präsident. Was hat Europa von Nicolas Sarkozy zu erwarten?
Von Alexander von Sobeck, Paris. ZDF, 14. Mai 2008, 0:35 - 1:20 Uhr
http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,7236699,0 0.html?dr=1

(3) Das Bundes-Dekolleté. Calamitas, Die Flache Erde, 15. April 2008
http://calamitas-bystander.blogspot.com/2008/04/das-bundes-d ekollet.html

Carla Bruni, la presunta primera dama francesa desnuda en la portada de DT, fotografías.net, el 22 enero 2008
http://tinyurl.com/2eoqsl

(4) La Belle et la Bête. Réalisé par Jean Cocteau, 1945
http://www.allocine.fr/film/fichefilm_gen_cfilm=772.html

(5) Carla Bruni. Gallische Verführerin ... 31. März 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-03-31_17-34-35.html

Gallic Charmer. Carla Bruni. By Lucy Mangan, Al-Guardian,
March 29, 2008, p. 2 (nicht mehr online)

(6) Verlorene Paradiese. Sachsenpaule, 8. September 13:10. Melancholie Modeste
http://modeste.twoday.net/stories/958410/

(7) Heinrich Hoffmann: Der Struwwelpeter. Die Geschichte vom Zappel-Philipp
http://www.i-bahmueller.de/xstruwwelpeter/philipp.htm

(8) Carla Bruni Fotografie für 90 000 Dollar versteigert, artinfo24.com,
11. April 2008
http://www.artinfo24.com/shop/artikel.php?id=274

(9) Dieudonné und das Dîner des CRIF. 24. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-24_16-23-00.html

Dieudonné-Cukierman. La double défaite des antiracistes. Par Jean-François Kahn. Marianne, 19 au 25 février 2005, page 3

(10) Les Éditos de Marianne. L´UMP se lance dans la chasse aux connards de l´Elysée. Par Nicolas Domenach, 15 mai 2008
http://www.marianne2.fr/

(11) Wenn Sarko siegt, gibt es Krieg? 22. April 2008
http://www.eussner.net/artikel_2007-04-22_01-02-44.html

(12) Die wahren Gründe für hohe Lebensmittelpreise. Von Claudia Ehrenstein, WeltOnline, 7. Mai 2008
http://tinyurl.com/58vyfc

(13) Le Louvre oder: Frankreichs Elite versinkt in Neid, Haß und Realitätsverlust. 30. Januar 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-01-30_20-34-59.html

Les causes de l´endettement public croissant. Attention aux imposteurs et aux impostures. Par Georges Lane. La Page libérale, 25 juin 2005. Commentaire # 20, par Pascal, 1 juillet 2005, 10:42 am
http://www.pageliberale.org/?p=1372

(14) Das bedrängte Drittel. Von Professor Dr. Udo di Fabio. F.A.Z.,
28. Oktober 2006
http://tinyurl.com/5dwat7

(15) Bilan 2007 et perspectives 2008. L´immobilier d´entreprise en France
http://www.icg-asso.fr/index.php?id=1932

(16) Economic survey of France 2007: Coping with demographic ageing. OECD, June 27, 2007
http://tinyurl.com/62eddo

(17) Kräftiger Dämpfer für Wirtschaftswachstum, von imo/dpa, Tagesspiegel,
12. Dezember 2007
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Konjunktur;art271,2438490

(18) Steuern runter, Geld für alle – ja haben wir denn schon Wahlkampf?
Frank Plasberg, hartaberfair, DasErste, 14. Mai 2008
http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2008/20080514.ph p5?akt=1

(19) Sarkozy à la Concorde, Dailymotion, 6 mai 2007
http://tinyurl.com/6y4pnd

(20) Finky Finkielkraut, ich habe dich gewarnt! 8. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-08_02-49-31.html

(21) Dénégations inaugurales [2]. Malte, le plan Com, mediapol, 22 mai 2007
http://mediapool.over-blog.com/article-6663780.html

(22) Nicolas Sarkozy - " Casse toi pauvre con ". Video, 25. Februar 2008
http://www.kewego.de/video/iLyROoaftLNS.html

(23) Libyen und die Heuchelei der deutschen Politiker und MSM. 29. Juli 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-07-29_02-54-52.html

(24) Seif Kadhafi : "La Libye sera un pays moderne et heureux." Propos recueillis à Tripoli par Pierre Prier. Le Figaro, 8/9 décembre 2007
http://tinyurl.com/ysh2t8

(25) Die Sarko-Show. Frankreichs Präsident, die Macht und die Liebe.
Von Michael Strempel und Ellen Ehni, WDR Weltweit, 8./9. Mai 2008
http://www.wdr.de/tv/weltweit/sendungsbeitraege/2008/0508/in dex.jsp

(26) Coulisses/Politique. Le Figaro Magazine, 17 mai 2008, p. 22
http://www.lefigaro.fr/lefigaromagazine/index.php


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Copyright © by Gudrun Eussner | 04.07.2008, 16:55 Uhr