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Artikel

Afrika als Operationsgebiet von al-Qaida. Dokumentation

Im Juni 2006 ver├Âffentlichte Sada al-Jihad (Echo des Glaubenskrieges), eine in Saudi-Arabien (sic!) beheimatete Monats-Zeitschrift, einen Artikel des al-Qaida Strategikers Abu Azzam al-Ansari, eines ├ägypters, der in Saudi-Arabien gelebt hat, in dem er die M├Âglichkeiten und Vorz├╝ge einer Strategie f├╝r Afrika untersuchte. Die folgende Liste fa├čt die 13 Vorz├╝ge zusammen: (1)

1. "Lehren des Glaubenskrieges" sind in den meisten mehrheitlich muslimischen L├Ąndern gut verankert. Diese Ausbreitung durch Glaubenskriege hat alte Wurzeln in vielen afrikanischen L├Ąndern.
2. Das allgemeine Chaos und die Korruption, die man auf dem ganzen Kontinent findet, erleichtern "die F├Ąhigkeit der Glaubenskrieger, sich zu bewegen, zu ordnen und zu organisieren ..."
3. Stammes- und geopolitische Konflikte bringen "Gruppen und Individuen hervor, die bereit sind, (sich) heldenhaft (zu opfern)."
4. (wie Nr. 2)
5. ├ťbliche chaotische Bedingungen "bieten (eine) gro├če Menge von leicht zu erbeutenden Waffen und milit├Ąrischem Ger├Ąt ..."
6. Westliche Interessen nutzen Afrikas "Seewege, um Waffen und Material zu transportieren" und "bedienen sich dieser Wege, um ├ľl in den Rest der Welt zu verschiffen. Diese Wege anzugreifen, wird t├Âdlich sein f├╝r die Kreuzz├╝gler ..."
7. "Afrika ist auch einer der k├╝rzeren Wege nach Pal├Ąstina ..."
8. Afrikas Armut er├Âffnet Gelegenheiten, "Finanz- und Wohlfahrts"-Programme anzubieten.
9. Gebildete Afrikaner k├Ânnten f├╝r den Glaubenskrieg gewonnen werden.
10. Afrikas gro├če muslimische Bev├Âlkerung ist haupts├Ąchlich Sufi, eine Gruppe, die man als leichter zur Zusammenarbeit bereit ansieht als "jede andere Richtung, wie die Schiiten oder die Kommunisten."
11. Spezielle ├Ârtliche Konflikte lassen "wahre Muslime sich gegen Rivalen wenden; einschlie├člich die "M├Âglichkeit der Erneuerung des Konflikts in ├ägypten."
12. "Ein weiterer Vorteil ist die Verbindung nach Europa durch Nordafrika, was die Bewegung von dort zur Durchf├╝hrung von Angriffen erleichtert."
13. "Afrika ist reich an wirtschaftlichen Ressourcen, ├ľl und Rohstoffen. Das ist f├╝r die Glaubenskrieger mittel- und langfristig sehr n├╝tzlich."

Der ausf├╝hrliche Text, in englisch, ist zu lesen auf der Site Shabakada Alqimmah; abumuxsin alsomal wei├č dazu in seinem Vorwort, da├č vom Juni 2006 bis zum Dezember 2008 viele positive Ver├Ąnderungen f├╝r die Glaubenskrieger in Afrika geschehen seien:

Wir haben massiven Anstieg von Angriffen durch Tanzim al-Qaida im islamischen Maghreb gesehen, seit es sich dem weltweiten Glaubenskrieg angeschlossen hat; wir waren auch Zeugen, wie sie ihren Einflu├č in andere L├Ąnder der Gegend verbreiten und Glaubenskrieger in den Irak schicken, von denen einige nach Afghanistan gehen und davon einige, die niemals wiederkehren, dasselbe haben wir gesehen in Tunesien, Libyen und Marokko. Aber der bei weitem hei├česte Konflikt in Afrika ist der in Somalia, und in ungef├Ąhr einer Woche oder so wird der Krieg zugunsten der dortigen Glaubenskrieger enden, so Allah will. Der Sudan und Nigeria scheinen ruhig zu sein, aber Nigeria hat im Norden seine "Nigeria Taliban" Organisation (die von Taliban beeinflu├čt ist, wie Sie sehen k├Ânnen), die 2003 gegr├╝ndet wurde, und die dort 12 Staaten durch die Scharia beherrscht. Was ├ägypten angeht, wird es wahrscheinlich eine wichtige Rolle in der Wiederbelebung des Glaubenskrieges spielen m├╝ssen - und al-Qaida hat dort bereits einen St├╝tzpunkt eingerichtet - auf Grund dreier Hauptfaktoren:

Afrika entwickelt sich zum Ausgangspunkt f├╝r den weltweiten Glaubenskrieg. Neulich berichteten die Kuffar Media, die Medien der "Ungl├Ąubigen", da├č eine gro├če Anzahl von Muslimen aus Minnesota nach Somalia in den Glaubenskrieg aufgebrochen sind. Ein wei├čer Muslim aus Alabama, Abu Mansour al Amriki, ist jetzt einer der Ausbilder auf den ├ťbungspl├Ątzen der Shabab al-Mujahideen. Und ich w├╝rde nicht ├╝berrascht sein, wenn Nachbarstaaten Zeugen w├╝rden davon, da├č einige ihrer eigenen Muslime nach Somalia str├Âmen. Das alles ist sehr gute Nachricht f├╝r die Glaubenskrieger, und aller Lob und Dank geh├Ârt Allah allein. (2)

Ungef├Ąhr 20 junge somalische Amerikaner im Alter zwischen 17 und 27 Jahren, die meisten aus der Gegend von Minnesota, sind nach Auskunft von US-Beh├Ârden in den letzten 18 Monaten nach Somalia gereist, um sich einer Terrorgruppe anzuschlie├čen. (3)

In Folge 32 von Sada al-Jihad, vom 28. Januar 2009, geht es um Gaza. Die Anti-Defamation-League berichtet: Artikel in der Ausgabe fordern die Hamas auf, dem Pfad des Kampfgeistes zu folgen, um den israelischen Feind zu besiegen. Das Magazin beschreibt die Bev├Âlkerung von Gaza als Opfer der "Belagerung, die in H├Ąnden der ungl├Ąubigen Juden und hinter diesen der amerikanischen Unterdr├╝cker liegt."

In einem der Artikel hei├čt es: "Der Kampf mit den Juden und ihren Anh├Ąngern ist kein Kampf mit Worten, sondern er ist gr├Â├čer als das. Es ist ein Kampf von Blut, Zerst├Ârung, Leben und Tod ..."

Sada al-Jihad erschien erstmalig 2005 online, und ein Jahr sp├Ąter fusionierte sie mit der Global Islamic Media Front (GIMF), einer Dachorganisation islamischer Extremisten, die Videos, Literatur und andere Nachrichten f├╝r Terrorgruppen vertreiben. Das Magazin erhebt den Anspruch, es sei "f├╝r den Glaubenskrieg und den Glaubenskrieger ├╝berall." (4)

Am 23. Februar stellte ein Forumsteilnehmer auf einer Website der Glaubenskrieger mehrere Links zu einer neuen 25:01 Minuten Video-Produktion des Zweiten Mannes der Al-Qaida Ayman al-Zawahiri ein mit dem Titel: "Von Kabul ... nach Mogadischu". Das Video tr├Ągt englische Untertitel, und darin spricht Al-Zawahiri eine Menge von Themen an, einschlie├člich die unmittelbar letzten Ereignisse in Somalia, der Arabischen Halbinsel, Gaza, Afghanistan und Pakistan.

Die Site Amatu al-Jabbaar ver├Âffentlicht den Text. Al-Qaida hat das Video am 22. Februar herausgegeben. (5)

Al-Qaidas unver├Âffentlichte Strategie besteht aus vier Siebenjahresphasen. Die zweite, die "Mobilisierung" (al-Nafeer), sollte mit einem Gro├čangriff Ende 2008 beginnen ...

Ungeachtet dieser Bedrohungen (├ägypten, Saudi-Arabien, Somalia), ist es Afghanistan, wo die Organisation ihre Kr├Ąfte zusammenzieht. Neu Rekrutierte sind dorthin in den Kampf geschickt worden, den Veteranen des Irak zu folgen, die Ende 2007 begannen, dorthin zu wechseln. Das beeinflu├čte den Gang des Wahlkampfs im letzten Jahr, was zeigt, da├č al-Qaida die zentrale Bedeutung des Kampfes in Afghanistan eher erkannt zu haben scheint als die NATO. Die Voraussetzungen sind gegeben zu einer ernsthaften Konfrontation im Jahr 2009, und Drohungen gegen Deutschland - das in diesem Jahr sowohl Bundestags- als auch Pr├Ąsidentschaftswahlen vor sich hat - zeigen, da├č die Politik der Bem├╝hungen andauern wird, k├Ąmpfende Parteien zu Hause und auf dem Kriegsschauplatz zu beeinflussen ...

Neue Fronten m├Âgen helfen, Unterst├╝tzung anzuziehen, obgleich die Gruppe unter dem Vorwurf leidet, zu viele Muslime umzubringen. Milit├Ąrische Siege in Afghanistan werden ihr helfen, obgleich das ein langes Spiel sein wird. Deshalb ist die Option, die ├╝brigbleibt, die Lieferung eines Gro├čangriffs im Westen. Ja, die Sicherheitsdienste haben bislang Erfolg gehabt darin, das zu verhindern; aber es ist wie mit den irischen Terroristen, "sie m├╝ssen nur ein einziges Mal damit Gl├╝ck haben". (6)

Die islamischen Terroristen liefern m├╝ndlich, schriftlich, in Videos und mit der Waffe eine F├╝lle von Beweisen - gerade jetzt in Somalia, da├č der pal├Ąstinensisch-israelische Konflikt Teil des weltweiten Glaubenskrieges ist. Vielleicht werden westliche Politiker und MSM dies eines Tages zur Kenntnis nehmen?

├ťbersetzung und Anmerkungen: Gudrun Eussner, 12. April 2009

Update

Die New York Times bringt einen ausf├╝hrlichen Artikel ├╝ber den US-B├╝rger aus Alabama Omar Hammami, der unter dem Namen Abu Mansour al Amriki zu einem der Anf├╝hrer der Glaubensk├Ąmpfer von al-Shabab al-Mujahideen in Somalia geworden ist. (2)

Leider sind daraus diese Lehren zu ziehen:

Helf Er sich!

31. Januar 2010

Quellen

(1) Making Sense of Jihad. Somalia Then and Now. By Marisa Urgo, April 1, 2009
http://www.makingsenseofjihad.com/2009/04/somalia-then-and-n ow.html

(2) Al-Qaa´idah is moving to Africa. By Abu ´Azzam al-Ansari, June 2006,
Shabakada Alqimmah, December 18, 2008
http://www.alqimmah.net/showthread.php?p=5354

Tanzim al-Qaida du Maghrib
http://tanzim.over-blog.com/

Somali Terrorist Group Releases Recruitment Video Featuring "the American", Anti-Defamation League, April 2, 2009
http://www.adl.org/main_Terrorism/al_shabaab_video_the_ameri can.htm

(3) Minnesota Men Suspected of Joining Somali Terrorist Group,
Anti-Defamation League, March 31, 2009
http://www.adl.org/main_Terrorism/al_shabaab_minnesota+.htm

(4) Islamic Militant Online Magazine Focuses on Gaza,
Anti-Defamation League, February 17, 2009
http://www.adl.org/main_Terrorism/sada_al_jihad.htm

Gaza Galore in New Issue of Sada al-Jihad. By Thomas Hegghammer, Jihadica, January 28, 2009
http://www.jihadica.com/gaza-galore-in-new-issue-of-sada-al- jihad/

(5) Al-Sahab Releases New Al-Zawahiri Video on Somalia, Yemen, Gaza, Afghanistan. Jihadist Websites, Amatu al-Jabbaar, February 23, 2009
http://tinyurl.com/cu62xj

(6) The Mobilisation: Al-Qaeda in 2009. By Hugh McLeod, ContingencyToday, February 23, 2009
http://tinyurl.com/c7thoc

(7) The Jihadist next Door. By Andrea Elliott, The NY Times, January 31, 2010
http://tinyurl.com/ybaam9z

(8) Ates und Kelek von Islamkonferenz ausgeladen. Gastbeitrag von byzanz,
Politically Incorrect, 30. Januar 2010
http://tinyurl.com/yegd6p6

Abu Mansour al-Amriki. 155 000 Ergebnisse bei Google.de. Mit Videos!
http://tinyurl.com/ybgdgk4

Artikel in meinem Archiv:

Somalia
http://tinyurl.com/cllrrp

Shabab
http://tinyurl.com/yd5l7gz

Global Islamic Media Front (GIMF)
http://tinyurl.com/dbb6gc


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2009-04-12_19-17-36.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 30.03.2017, 06:38 Uhr