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Israel. Offener Brief von Maurice Ostroff an Katya Adler, BBC-Reporterin

Liebe Katya Adler,

ich war heute fasziniert von Ihrem Bericht √ľber die UNHCR Resolution; wenn er auch grunds√§tzlich den Tatsachen entsprach, informierte er doch Ihre Zuschauer falsch, in dem h√∂chst bedeutsame FAKTEN ausgelassen wurden.

Erstens erw√§hnten Sie, da√ü Mahmud Abbas urspr√ľnglich um eine Verschiebung der Resolution bat, "vermutlich" (sic) auf Grund von Druck der USA. Wenn aber ihre Zuschauer angemessen informiert bleiben sollen, dann mu√ü ihnen auch gesagt werden, da√ü einige verl√§√üliche Quellen andere Gr√ľnde "vermuten". Al-Ahram wies beispielsweise hin auf Korruption und behauptete, da√ü Israel der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde (PA) gedroht habe mit der Verweigerung der Lizensierung der neuen pal√§stinensischen Mobilphone-Gesellschaft Wataniya (Heimat!), an der einer der S√∂hne von Mahmud Abbas beteiligt ist.

Der Arab Monitor wurde deutlicher. Unter dem Titel "Pal√§stinensische Autonomiebeh√∂rde verkauft die Angelegenheit der Menschenrechte f√ľr die Interessen der Wataniya-Gesellschaft" berichtete er, da√ü "im Vorfeld des jetzigen Treffens des UN-Menschenrechtsrates Israel die PA schlicht und einfach erpre√üt hat und damit drohte, alle Frequenzen f√ľr Wataniya auf unbestimmte Zeit zur√ľckzuhalten, wenn die pal√§stinensische Delegation ihr Einverst√§ndnis mit dem Goldstone Bericht nicht zur√ľckziehe."

Und nach Ansicht von Al-Ahram hatte der wahrscheinlichste Grund f√ľr die Entscheidung der PA zu tun mit Israels Drohung, Aufzeichnungen von zwischen israelischen und PA Beamten gef√ľhrten Gespr√§chen zu ver√∂ffentlichen, in denen die PA sich daf√ľr aussprach, den Krieg in Gaza fortzuf√ľhren, um die Hamas fertigzumachen und zu zerschlagen.

Zweitens machten Sie ihre H√∂rer glauben, da√ü allein Israel Gaza blockiert. Ich glaube, da√ü intellektuelle Redlichkeit es erfordern w√ľrde, da√ü Sie Ihre √Ėffentlichkeit vollst√§ndig informieren, in dem Sie mitteilen, da√ü Israel nur eine Partei der Blockade ist. Die andere ist √Ągypten. Tats√§chlich kann man Israels Blockade im Angesicht der fortw√§hrenden Lieferung von Elektritzit√§t, Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten an das, was wirklich ein feindlicher Staat ist, h√∂chsten als teilweise beschreiben, w√§hrend die Blockade √Ągyptens strenger ist.

Da dies ein Offener Brief ist, wird er ver√∂ffentlicht, und ich w√ľrde eine wohl√ľberlegte Antwort sehr sch√§tzen, die auf die gleiche Art ver√∂ffentlicht wird.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen,
Maurice Ostroff
16. Oktober 2009 (1)

√úbersetzung: Gudrun Eussner

Die BBC ver√∂ffentlicht die Stimmen f√ľr und gegen den Goldstone Bericht.

Es ist interessant, da√ü die BBC nur die ihrer Ansicht nach wichtigsten bef√ľrwortenden Staaten auflistet, sie h√§lt es nicht f√ľr n√∂tig, die 21 anderen Bef√ľrworter zu nennen, obgleich nur durch diese das haushohe Ergebnis entsteht. Wer die drei nicht abstimmenden sind, ist der BBC ebenfalls nicht wichtig, wohl aber alle Enthaltungen. Bei den Gegenstimmen setzt die BBC die USA nach vorn, dann folgen die in ihrem Sinne unwichtigeren in alphabetischer Reihenfolge.

Auch bei AP findet man nichts au√üer meist waren es Entwicklungsl√§nder, die daf√ľr waren. Man sieht daran, wie unbedeutend die Entwicklungsl√§nder f√ľr die ver√∂ffentlichte Meinung sind, Stimmvieh eben. Ohne dieses Stimmvieh w√§re der Goldstone Bericht 4:6 abgelehnt worden. (3)

25 Staaten stimmten f√ľr die Resolution, darunter mehrere arabische und afrikanische Staaten, w√§hrend sechs dagegen waren, wei√ü Al-Jazeera, das seinem Publikum alle Gegenstimmen, Enthaltungen und Abstinenzen vorenth√§lt. Im Video hingegen werden Israel und die USA als Gegenstimmen genannt. (4)

Unterboten werden diese sp√§rlichen Informationen noch von den deutschen MSM, der K√∂lner Stadtanzeiger nennt, obgleich bekannt, kein einziges Stimmergebnis, berichtet aber, da√ü √Ągypten, Nigeria, Tunesien und Pakistan die Resolution eingebracht h√§tten. (KStA)

Die S√ľddeutsche Zeitung wei√ü, da√ü Richard Goldstone als Jude entt√§uscht ist, nennt kein Stimmergebnis, wie auch der Focus, der die Israelis unter die Kriminellen einreiht, Politiker und Milit√§rs k√∂nnten jetzt vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden - die Araber aus dem Gaza-Streifen und ihre Terrororganisation Hamas werden am Rande erw√§hnt. (SZ M√ľnchen, Focus)

Seit 14:21 Uhr ist das Ergebnis in der Jerusalem Post nachzulesen.

Die westlichen pal√§stinenserfreundlichen MSM m√∂gen ihrer Klientel anscheinend nicht mitteilen, um wen es sich bei den zustimmenden Staaten handelt, dazu mu√ü man die Jerusalem Post konsultieren. Es sind die Staaten Argentinien, Bahrain, Bangladesh, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Cuba, Djbouti, √Ągypten, Ghana, Indien, Indonesien, Jordanien, Mauritius, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Katar, Ru√üland, Saudi-Arabien, Senegal, S√ľdafrika und Zambia. Welche erlauchte Gesellschaft an islamischen und linkspopulistisch regierten Entwicklungsl√§ndern!

Angola, Frankreich, Großbritannien, Kirgistan und Madagaskar haben nicht abgestimmt. (5)

Wenn man in die Google.de News "Richard Kemp" eingibt, so wei√ü kein einziges deutsches MSM von diesem Mann, aber man hat ja Blogs. Oberst Richard Kemp tritt am 16. Oktober 2009 als Zeuge vor dem UN-Menschenrechtsrat auf: Herr Pr√§sident, gr√ľndend auf meiner Kenntnis und meiner Erfahrung kann ich dies sagen: W√§hrend der Operation Gegossenes Blei tat die israelische Streitkraft mehr, die Rechte von Zivilisten in einer Kampfzone zu sch√ľtzen, als jede andere Armee in der Kriegsgeschichte. (6)

Das √§ndert nichts am Vorurteil der Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats; es ist wie immer ein Sieg der Ideologie √ľber Tatsachen. Nun geht die Farce vor den UN-Sicherheitsrat. Affaire √† suivre ...

16. Oktober 2009

Quellen

(1) An open letter from Maurice Ostroff to BBC reporter, Katya Adler.
Israel Matzav, October 16, 2009
http://tinyurl.com/yg3n8to

(2) UN backs Gaza ´war crimes´ report. BBC News, October 16, 2009
http://news.bbc.co.uk/2/hi/middle_east/8310754.stm

(3) UN vote sends Gaza war report to Security Council. By Frank Jordans (AP),
16. Oktober 2009
http://tinyurl.com/yzbdt7p

(4) Video: UNHRC backs Gaza report. Al-Jazeera, October 16, 2009
http://tinyurl.com/ylkx94h

(5) UNHRC endorses Goldstone´s report. Jerusalem Post, October 16, 2009
http://tinyurl.com/ylgpute

(6) Testimony at the UN. Self-Defense is not a Crime of War. UN Watch
Oral Statement, Delivered by Colonel Richard Kemp, 16 October 2009
http://tinyurl.com/yzv7v97

Siehe auch zahlreiche Artikel und Videos bei 2nd Thoughts:

Judgment on Goldstone by David Kaplan in the Jerusalem Post,
October 16, 2009
http://www.2nd-thoughts.org/id239.html

Countering Bias and Misinformation mainly about the Arab-Israel conflict
THE GOLDSTONE MISSION TO GAZA 2009
http://www.2nd-thoughts.org/id220.html


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2009-10-16_21-06-08.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 20.02.2017, 15:21 Uhr