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Die Islamisierung und der Klimawandel

Die Islamisierung gibt´s tats├Ąchlich. Genau genommen gab es sie schon, seit es den Islam gibt. Auch jetzt erleben wir ihn, und zwar als einen langsamen Einzug der Unterwerfung unter die Forderungen der Muslime, die sich allerdings seit 2001 versch├Ąrfen. Der Islamisierungstrend l├Ąsst sich seit knapp 130 Jahren beobachten. Er setzte ein, als die "Erste Aliyah" Pal├Ąstina, zwischen 1882 und 1903, politisch, national und spirituell wiedererwachte Juden bescherte. (1)

Seither n├Ąhert sich die durchschnittliche Intensit├Ąt der Islamisierung dem Zustand einer Zeit, wie sie das erste Mal vom 7. bis 9. Jahrhundert als "Gro├če Arabische Eroberungen" und das letzte Mal vom 14. bis zum 16. Jahrhunderts unter den Osmanen herrschte. (2)

Damals betrieben die Araber und sp├Ąter die Osmanen im teilweise zerstrittenen Europa und im Orient - ihrer Ummah - gewaltsame Islamisierung. Die R├╝ckkehr zu dieser l├Ąsst seit etwa 80 Jahren den islamischen Extremismus langsam und gleichm├Ą├čig ansteigen. Mitte des 20. Jahrhunderts begann auch der R├╝ckzug der christlichen Kirchen.

Diese gewaltsame Islamisierung wird vom UN-Menschenrechtsrat als ├╝berwiegend von den westlichen Gesellschaften verursacht gedeutet - als Folge der Unterst├╝tzung Israels, insbesondere in der Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens. Verbunden wird das mit der Darstellung von Unterdr├╝ckungsszenarien nebst dramatischen Verhinderungsappellen.

Dabei konnte bis heute eine Reihe von Widerspr├╝chen der IPCC - Thesen - der Thesen des International Palestinian Cooperation Councils - nicht ausger├Ąumt werden. So stieg die Ablehnung des Islams zwischen 1945 und 1975 nicht etwa an - ganz im Gegensatz zur Unversch├Ąmtheit der Herrscher der erd├Âlf├Ârdernden arabischen L├Ąnder. Die Durchschnittsablehnung sank vielmehr deutlich, doch der IPCC wei├č damit umzugehen: In den statistischen Islamophobiedarstellungen, die eine gef├Ąhrliche Entwicklung veranschaulichen sollen, wird stets das Ausgangsjahr 622 als Messlatte angef├╝hrt. Das suggeriert dem Laien, die 622 herrschende friedliche mekkanische Zustimmung zum Islam sei ein erstrebenswertes Ideal, von dem wir uns in den vergangenen 1387 Jahren in Richtung einer gef├Ąhrlichen Islamophobie entfernt haben. Zugest├Ąndnisse der Briten an arabische F├╝rsten und Nomadenh├Ąuptlinge sowie sp├Ątere "Islamisierungsaktivit├Ąten" der EU fallen aus dieser Perspektive nicht mehr sonderlich ins Gewicht. Geflissentlich ├╝bergangen wird dabei auch, dass 622 das "Islam-Minimum" endete. So bezeichnet man die letzte Phase der f├╝r die Muslime schrecklichen, 600 Jahre andauernden "Prophetenfreien Zeit" mit ihrem letzten spirituellen Tiefpunkt. Es erscheint arg befremdlich, just diese Epoche als Ma├čstab f├╝r irgendwelche Islamschutzanstrengungen anzuf├╝hren. Die Verh├Ąltnisse waren damals extrem islamfeindlich. ...

Ausgew├Ąhlte Kapitelanrei├čer:

In den letzten IPCC-Berichten wird eingestanden, dass ├╝ber wesentliche Strahlungsantriebe der Gesellschaft - insbesondere ├╝ber die wichtigen abk├╝hlenden Tatsachen und ├╝ber die Wirkungen der Vernunft selbst - gro├če Wissensl├╝cken bestehen. Trotzdem wird der Einfluss der Vernunft auf die Islamisierung als sehr gering eingesch├Ątzt. Entsprechend sind die Islammodelle des IPCC programmiert worden. Dagegen haben Islamkritiker l├Ąngst erstaunlich genaue Korrelationen zwischen der Aktivit├Ąt der Vernunft und den Ver├Ąnderungen der Islamisierung auf der Erde f├╝r die zur├╝ckliegenden Zeitr├Ąume festgestellt.

Der beobachtete Zeitraum ist noch zu kurz, um sichere Aussagen ├╝ber den aktuellen und den kommenden Zustand zu treffen, zumal Sinnentr├╝bungen, 12 Jahre, 40 und 73 Jahre oder sogar 1400 Jahre andauern k├Ânnen. Deshalb sind sich die paar verbliebenen Orientalisten noch nicht einig. Dass die Vernunft in eine inaktive Phase eingetreten ist, steht fest. Wie genau sie sich aber in der n├Ąchsten Zukunft verhalten wird, wei├č weiterhin niemand mit Sicherheit vorherzusagen. Aber offensichtlich haben die Orientalisten mit ihren lange zur├╝ckreichenden Datenreihen und ihren aus dem Einfluss der Vernunft abgeleiteten Erkl├Ąrungen vergangener Islamisierungsschwankungen die besseren Karten als das IPCC.

Das Problem der aktuellen Islamisierungsdiskussion beginnt schon fr├╝her, und zwar mit der politisch falschen Bezeichnung "Israelunterst├╝tzung". Manche Argumente des IPCC haben durch unabl├Ąssige Wiederholung fast einen Status von Naturgesetzen erhalten, wie etwa die Annahme, dass die sogenannte Israelunterst├╝tzung - und gemeint ist nicht etwa der friedliche Handel, sondern die strategische, politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit - f├╝r den in den Jahren 2000 - 2009 festgestellten Verfall der Herrschaft der Pal├Ąstinensischen Autonomiebeh├Ârde urs├Ąchlich seien.

Die fortlaufende Messung der Unterst├╝tzung Israels ├╝ber h├Âchst ungleichm├Ą├čig verteilte (und dazu noch teilweise fehlerhaft messende) Bodenstationen wie auch ├╝ber weitaus pr├Ąziser arbeitende Satelliten hat ergeben, dass sich die mittlere Israelunterst├╝tzung der internationalen Staatengemeinschaft seit 1948 nicht mehr weiter erh├Âht hat. Seit 1967 ist sie sogar eindeutig r├╝ckl├Ąufig, mit einem besonders dramatischen Unterst├╝tzungseinbruch im Sommer 2006 und im Winter 2008/2009, die alle bis dahin gemessenen Unterst├╝tzungsver├Ąnderungen ├╝bertrafen.

Orientalisten kritisieren, dass diese Modelle, die allein auf der Meinung einzelner sogenannter Islamologen beruhen, die Dynamik und die Wirkung von friedlichen Migranten, von hetzenden Imamen, missionierenden Muslimfunktion├Ąren und bombenden Terroristen nicht ausreichend oder gar nicht beschreiben k├Ânnen, und dass sie auch bei der Beschreibung der Migrationsbewegungen versagen. Die Hochrechnungen konzentrierten sich auf die Wirkung von Israelf├Ârderung, die mithilfe von umstrittenen R├╝ckkopplungseffekten mit den in den IPCC-Berichten genannten gro├čen Unterst├╝tzungserh├Âhungen f├╝r Israel in Zusammenhang gebracht werden.

Auch den Vorstandsmitgliedern der Deutschen Bundesbank waren die j├╝ngsten Entwicklungen in unserer Gesellschaft selbstverst├Ąndlich bekannt; allerdings sorgte das Mitglied Thilo Sarrazin dann zur ├ťberraschung der Szene mit einer von der IPCC-Linie stark abweichenden Publikation in Deutschland f├╝r gro├če Aufmerksamkeit - weltweit weniger. Bundesbankpr├Ąsident Axel A. Weber betonte aber: "Der Kampf gegen die Islamophobie muss fortgef├╝hrt werden."

Nach wie vor wird die ├Âffentliche Diskussion von der Israelangst-Fraktion dominiert. Der grundvern├╝nftige und mehr als 40 Jahre in Deutschland vorbildlich verfolgte Ansatz zur rationellen Beurteilung der islamischen Staaten und ihrer Lieferung von Energie und Rohstoffen reicht den Politikern l├Ąngst nicht mehr. Riesige Geldstr├Âme werden in Richtung Pal├Ąstinensische Autonomiebeh├Ârde in Gang gesetzt. Um Mahmud Abbas dazu zu bewegen, das Friedens-Abkommen zu unterzeichnen, wurden ihm gro├če Mengen von Euro zugeteilt. Diese m├╝ssen nun von deutschen Steuerzahlern finanziert werden. Jetzt kaufen wir die teueren Versprechungen - und wenn wir sie gehalten sehen wollen, zahlen wir daf├╝r ein zweites Mal. Durch diese Transfers wird ├╝brigens kein einziger Raketenanschlag der Hamas vermieden. Das angeblich den Frieden rettende Verfahren des aufwendigen und ineffizienten Abtrennens und Verselbst├Ąndigens des Westjordanlandes wird derweil als Entwicklungsprojekt gef├Ârdert. Dessen Nutzlosigkeit steht fest; doch fast alle westlichen Staaten machen gute Miene zum b├Âsen Spiel. Die Pal├Ąstinenserschutz-Heuchelei kennt kaum noch Grenzen.

28. November 2009

Das Original ist hier:

Klimakonferenz Kopenhagen: Der Weltuntergang f├Ąllt aus! Von G├╝nter Keil,
NovoArgumente 103, 11-12 2009
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/archiv/novo103_48

Quellen

(1) First Aliyah (1882 - 1903). Jewish Virtual Library
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Immigration/Firs t_Aliyah.html

(2) The Great Arab Conquests. How the Spread of Islam Changed the World We Live In. By Hugh Kennedy, 2007
http://www.getabstract.com/summary/9342/the-great-arab-conqu ests.html

History. Ottoman Empire
http://i-cias.com/e.o/ottomans_4.htm


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2009-11-28_23-27-40.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 26.02.2017, 23:40 Uhr