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Artikel

Heribert Seifert. Freundlich schreib´ ich f├╝r diese und jene ...

Eines Tages kommt Kurt Tucholsky in die WELTB├ťHNE und liefert beim Herausgeber Carl von Ossietzky einen Text ab. Der liest und fragt nach der Bedeutung einer ihm unverst├Ąndlichen Formulierung. Kurt Tucholsky: "Ich wollte sagen ...", Carl von Ossietzky: "Dann sag´s doch!" (1)

Das ist eine Anekdote, die mich seit fast 50 Jahren begleitet, sie w├Ąre gut geeignet als Richtschnur f├╝r deutsche Publizisten und Journalisten. Die aber kennen die Anekdote nicht. Einer von ihnen ist Heribert Seifert, der in der Neuen Z├╝rcher Zeitung (NZZ) schreibt: (2)

Die Unterschiede in der Einbeziehung und Gewichtung dieser Kontexte (der Instrumentalisierung ethnokultureller Pr├Ągungen?) provozierten jene kulturkampftaugliche Deutungsdifferenz, die die einen f├╝r die Verteidigung der Redefreiheit und die anderen f├╝r die Abwehr ausgrenzender und tendenziell rassistischer Diffamierung auf die Barrikaden gehen liess. Das ist das vielseitig anschlussf├Ąhige Grundmuster einer ebenso prinzipiellen wie kaum kompromissf├Ąhigen Konfliktkonstellation.

Der Artikel ist durchsetzt mit Wortm├╝ll, den Calamitas entsprechend rezensiert: Wieso der gro├če Obfuskator sich mit so einem Dreck bei den mit besonders undurchl├Ąssigen Sch├Ądeldecken Geschlagenen den Ruf eines "Islamkritikers" oder in Kreisen mit Schei├če unter denselben den eines "Vork├Ąmpfers f├╝r Rassismus und Faschismus" erwerben konnte, ist mir schleierhaft.

1 300 W├Ârter, mehr als 10 000 Zeichen z├Ąhlt Calamitas, Abbildungen der Karikaturen gibt´s selbstverfreilich nicht, es handelt sich um einen Artikel ohne Beispiele. (3)

Das ist den Dhimmis der NZZ zuzuschreiben. Wie sonst soll man sich erkl├Ąren, dass Heribert Seiferts Artikel ├╝ber die d├Ąnischen Karikaturen und den durch sie ausgel├Âsten Konflikt ohne einen Abdruck der Gegenst├Ąnde der Untersuchung auskommen muss? leite ich seine Frage bez├╝glich des unbebilderten Buches von Jytte Klausen auf ihn selbst um. Soviel Scheinheiligkeit kann man nur in MSM unterbringen. (4)

Der Schinderhannes der Sprache als Zeilenschinder. Vielleicht sollen ihn diese hehren S├Ątze ein f├╝r allemal von den Kampf-Bloggern unterscheiden? Heribert, Gutester, niemand w├╝rde Sie mit solchem Rinnstein auch nur von weitem in Verbindung bringen, seien Sie dessen gewi├č! (5)

Heribert Seifert gilt in der Gosse schon lange als MSM-Konformist, er funktioniert wunderbar, er liefert, was gew├╝nscht ist, dem J├Ârg Lau, von der altpapierverd├Ąchtigen ZEIT, liefert er die Steilvorlage, sich w├╝tender ├äu├čerungen, wie sie ein Claudius Valentin hinterlassen hat, des Mi├čbrauchs der Kommentarfreiheit wegen ab sofort schleunigst zu entledigen. Damit w├Ąre auch der Kern der Aussage und der Anreiz zum Nachdenken ├╝ber die dreisten Worte aus dem Kommentarbereich verschwunden. Was ist Islam? Ist Allah ein Terror-Gott, eine Geisteskrankheit, die zwangsl├Ąufig zu Unterdr├╝ckung, Steinigung, Terror, Gewalt usw. f├╝hrt? Die Erfahrungen der ZEIT-Leser mit Unterdr├╝ckung, Steinigung, Terror, Gewalt von Muslimen in westlichen und in islamischen L├Ąndern br├Ąuchte nicht reflektiert zu werden, oder meint jemand, da├č J├Ârg Lau und ZEIT-Autoren wie Navid Kermani solche Bl├╝ten des gelebten Islam jemals thematisieren? Die existentiellen Probleme unserer Gesellschaft schaffen es nur bis in die Kommentarbereiche der MSM sowie auf die Seiten von Bloggern, aber Heribert Seifert meint: Gro├čes Publikum bedarf vor Ver├Âffentlichung seiner Meinung vern├╝nftig abw├Ągender Beratung ... unter Anleitung verantwortlicher Meinungsf├╝hrer. Nur ein F├╝hrer kann also Claudius Valentin angemessen entgegentreten, ein verantwortlicher Meinungsf├╝hrer. (6)

So sieht es auch ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der meint da├č Nachrichten ohne ihre Deutung von Journalisten der MSM gar nichts bedeuten. Vielleicht hat er dabei an seinen Mitarbeiter Jens Jessen gedacht? Mittwochs im Vorabendprogramm jedenfalls hat er damit im ZDF geworben. Jan Ulrich Hasecke beantwortet das auf seiner Website juh´s Sudelbuch mit ├Ątzendem Spott. (7)

Ein allzeit bereiter verantwortlicher Meinungsf├╝hrer ist Heribert Seifert, er kommentiert sich die eintr├Ągliche Rolle auf den Leib. Eingabe bei Google von "Heribert Seifert" ergibt ein nach allen Seiten offenes Angebot, er f├╝hrt immer die zum Publikationsorgan passende Meinung. (8)

Am deutlichsten ist das auf der Facebook-Seite zu sehen. Da schreibt Heribert Seifert: Es wird h├Âchste Zeit, die deutsche Sarrazin-"Debatte" auf internationales Niveau zu bringen, z.B. mit diesem Clip - und es folgt ein Video des PajamasTV mit einem vernichtenden Statement des Andrew Klavan ├╝ber die unterdurchschnittlichen Leistungen von amerikanischen Zelebrit├Ąten in Produktivit├Ąt, Intelligenz und moralischem Verhalten, und ├╝ber die verrottete Partei der Demokraten, die sich solcher failed personalities als Aush├Ąngeschilder bedient. (9)

Von ihm auf seiner Facebook-Seite bekundete Sympathien f├╝r die politischen Ansichten der Libert├Ąren Plattform oder Artikel f├╝r eigent├╝mlich frei (ef) sind nicht kompatibel mit Ziel und Zweck der NZZ, damit k├Ânnte man bei der "Al-Jarideh al-Jedida Zuerich" weder Zeilen noch Geld herausschinden, also vertritt Heribert Seifert dort eine andere Meinung. (10)

Damit die NZZ-Leser sich aber auskennen, berichtet er ├╝ber eigent├╝mlich frei und die Schweizer Monatshefte. Was aber auch alles im Bl├Ątterwald unterwegs ist! Das h├Ątte der Gnom von Z├╝rich sich nicht tr├Ąumen lassen! Heribert Seifert vermittelt ihm einen Eindruck von der gro├čen weiten Welt der Frechen. (11)

Wie die Lobeshymnen f├╝r die beiden Zeitschriften vereinbar sind mit dem Artikel ├╝ber die Kampf-Blogger, wie mit dem Ruf nach einem verantwortlichen Meinungsf├╝hrer, das w├╝├čte ich doch gern.

Es sind Journalisten wie Heribert Seifert, die nach meinem Publizistikstudium und nach mehreren Volontariaten zu meiner Entscheidung gef├╝hrt haben, nicht Journalistin zu werden. Solche wie er f├╝llten und f├╝llen mit Sicherheit noch heute die Redaktionen, Durchschnitt, der sich in der Verlagskantine einen ans├Ąuft, um den Widerspruch zwischen eigener Meinung und abgelieferter Arbeit auszuhalten. Augenzwinkernd produziert man dort den M├╝ll, den die Herausgeber der MSM lesen, h├Âren und/oder sehen wollen, ob es sich um Konstantin NevenDumont oder die Rundfunk- und Fernsehr├Ąte der ├Âffentlich-rechtlichen Anstalten handelt. Hauptsache, man hat einen Job und streicht Gehalt oder Honorare ein.

Abschlie├čend noch ein Wort zu der in der islamischen Welt angeblich nicht nur von Terroristen so anders als im Westen wahrgenommenen skandaltr├Ąchtigen Aff├Ąre, die am 30. September 2005 begann und nach den anhaltenden Protesten muslimischer Organisationen, islamischer Staaten und islamistischer Scharfmacher sp├Ątestens im Sommer 2006 beendet war. (2)

Der ├Ągyptische Blogger Sandmonkey wundert sich, da├č ihm die Karikaturen, um die sich die Welt zu drehen scheint, bekannt vorkommen. Er kramt in alten Zeitungen und findet sie in Al Fagr, vom 17. Oktober 2005; zu der Zeit ist┬┤s mitten im Ramadan. Niemand regt sich auf, und die Zeitung ist keine unbedeutende ... (12)

├ťber solche Heuchelei und die Konsequenzen daraus f├╝r die Einsch├Ątzung des politischen Islam w├╝rde ich gern von der NZZ informiert, aber dar├╝ber liest man nur auf Websites und in Blogs, genannt Rinnsteinpresse, niemals in MSM. (13)

16. Januar 2010

Gegendarstellung: Nix Gelsenkirchen! (14)

"He makes up his shit as he goes along". (15)

Update

Berlin-Mitte verlinkt und Heta kommentiert meinen Artikel unter einem Posting anderer Thematik des Bloggers Kewil, Finnland scannert nur Mohammedaner nackt! Bravo! als "Off Topic". (16)

Dort tauschen sich die beiden mitten in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar, um 0:43 Uhr und 2:06 Uhr, aus ├╝ber die Manipulateuse Gudrun Eussner, das hei├čt, im Grunde wird Berlin-Mitte durch Heta belehrt, wof├╝r er/sie sich nach einer M├╝tze Schlaf, um 11:27 Uhr, bei dem Meinungsf├╝hrer erkenntlich zeigt: Heta, danke!

Ich habe dazu Stellung genommen, wer´s lesen will, es steht als Kommentar darunter. Viel interessanter aber ist der Kommentar, den die Editrix dazu gibt, und ich hoffe, da├č Berlin-Mitte und Heta sowie die Anh├Ąngerschar des Heribert Seifert ausreichend englisch lesen k├Ânnen, um den von der Editrix verlinkten Artikel zu verstehen. (17)

Ob dem von Heta bei Kewil so vehement verteidigten MSM-Autor mit den Postings ein Gefallen getan wurde, bezweifle ich. Ich bedanke mich jedenfalls f├╝r die Verlinkung und schenke Berlin-Mitte einen meiner Spr├╝che: Alle Sch├Ângeister auf einem Haufen ergeben die gr├Â├čte M├╝llhalde der Welt.

18. Januar 2010

Quellen

(1) Kurt Tucholsky (1890 - 1935). Kurt Tucholsky-Gesellschaft
http://www.tucholsky-gesellschaft.de/

Carl von Ossietzky (1889 - 1938). Deutsches Historisches Museum
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/OssietzkyCarl/

(2) Das lange Leben der Mohammed-Karikaturen. Von Heribert Seifert,
NZZOnline, 12. Januar 2010
http://tinyurl.com/ydnv8mk

(3) Warum das Leben im Ruhrgebiet dem Charakter schadet.
Von Calamitas, Die Flache Erde, 14. Januar 2010
http://tinyurl.com/ybezta3

(4) Jytte Klausen: The Cartoons that Shook the World. Yale University Press,
September 28, 2009
http://yalepress.yale.edu/book.asp?isbn=9780300124729

The Cartoons That Shook the WorldÔÇŽwithout the Cartoons. Podcast.
Jonathan Kirsch, Sarah Spitz, KCRW, September 29, 2009
http://www.kcrw.com/etc/programs/pc/pc090929the_cartoons_tha t_sh

(5) Gesetz ├╝ber die Hundehaltung und das Kopftuch f├╝r H├╝ndinnen. 4. Mai 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-05-04_19-14-12.html

Die Kampf-Blogger. Von Heribert Seifert, Neue Z├╝rcher Zeitung, 4. Mai 2007
http://www.nzz.ch/2007/05/04/em/articleF4V6O.html

(6) Heribert Seifert. "Ausserordentliche Str├Âme von Gift". Missbrauchte
Kommentarfreiheit im Internet. NZZOnline, 7. September 2007
http://tinyurl.com/2rfaya

Debatte. Str├Âme von Gift? Von J├Ârg Lau, WebLog, Zeit.de, 29. September 2007
http://blog.zeit.de/joerglau/2007/09/29/strome-von-gift_797

(7) Nachrichten allein bedeuten gar nichts. Die Werbung der ZEIT richtig verstanden, juh┬┤s Sudelbuch 2009
http://www.sudelbuch.de/2009/nachrichten-allein-bedeuten-gar -nichts

(8) Heribert Seifert. 8630 Ergebnisse bei Google.de Deutsche Seiten
http://tinyurl.com/yavzesg

Pavarotti - Questa o quella - Rigoletto. Video. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=nmUzPIoW1Fs

(9) PJTV´s Andrew Klavan: Are You A Racist? A Frank Conversation,
Pajamasmedia, September 24, 2009
http://www.youtube.com/watch?v=M7stz35gN44

(10) Facebook. Libert├Ąre Plattform
http://www.facebook.com/LibertaerePlattform?ref=mf

Heribert Seifert, Jg. 1948, Journalist, schreibt unter anderem f├╝r die "NZZ"
http://ef-magazin.de/autor/heribert-seifert

(11) Gegen Wischiwaschi-Liberalismus. Die Zeitschriften "Eigent├╝mlich frei" und
"Schweizer Monatshefte". Von Heribert Seifert, NZZOnline, 22. Februar 2008
http://tinyurl.com/yhtmgp8

(12) Boycott Egypt. Rantings of a Sandmonkey, February 8, 2006
http://www.sandmonkey.org/2006/02/08/boycott-egypt/

(13) Solidarit├Ąt mit D├Ąnen-Zeitung Jyllands Posten! Fundsachen, 26. Januar 2006
http://www.eussner.net/fundsachen_2006-01-26_12-40-39.html

(14) gelsenkirchen schalke 1904 f├╝r deine farben leben und sterben wir.
Video. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=GUislZsOH-U

(15) Nicht die Hose voll, nur prinzipienlos. Von Calamitas, Die Flache Erde,
16. Januar 2010
http://tinyurl.com/yhkf8ls

(16) Finnland scannert nur Mohammedaner nackt! Bravo! Fakten - Fiktionen,
17. Januar 2010
http://fact-fiction.net/?p=3610

(17) Mentioning Dhimmies Brings On Drooling. The Editrix´ Roncesvalles,
May 13, 2007
http://tinyurl.com/2nv4cp


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2010-01-16_00-18-39.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 17.01.2017, 18:36 Uhr