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Hans-Peter Raddatz: Demokratiefeinde im Islamgewand

Die Lobbyarbeit für den Islam ist offenbar zur wichtigsten Beschäftigung der Institutionen des Staates geworden. Neben den Kirchen sehen es inzwischen auch alle säkularen Institutionen – Parteien, Universitäten, Stiftungen etc. – als ihre vornehmste Pflicht an, die Religion Muhammads als überlegenes Weltbild zu vermarkten. Insbesondere in den Medien ist es unmöglich, ohne die Parteinahme für islamische Interessen Karriere zu machen. Dabei befindet sich das Niveau des Diskurses zwangsläufig auf Sinkflug, nicht nur weil Wissen über den Islam schadet, sondern auch weil die innermediale Konkurrenz zu rustikalen Mitteln zwingt, um im täglichen Wortgewitter überhaupt auf sich aufmerksam zu machen.

Insofern darf der Medienkonsument, was Inhalte und Wortwahl der deutschen Journaille im "Islamdialog" anlangt, keine allzu hohen Ansprüche stellen. Da sich deren "Diskurs" mit den so genannten "Islamkritikern" wesentlich in Diffamierungen als "Rechtsradikale", "Islamophobe", "Volksverhetzer" etc. erschöpft, fragen sich nicht wenige Beobachter nach den Gründen, die zu einem rasanten Verfall nicht nur der Diskurs- und Medienkultur, sondern auch des Verständnisses von Demokratie und Rechtsstaat geführt haben.

Plakative Beispiele für diesen Trend lassen sich immer wieder auch bei dem WELT-Redakteur Till Reimer Stoldt nachlesen, der mit martialischen Formulierungen das Wohlwollen seiner Chefs und muslimischen Klientel auf sich lenken möchte. Deutlicher als manche andere seiner Zunft zeichnet er sich durch mangelnde Souveränität mit der Materie aus, indem er – als erklärter Anwalt für Frieden und Toleranz – bevorzugt in kriegerischen Dimensionen denkt. Dabei scheint es ihm insbesondere der Begriff der "Schlacht" angetan zu haben, die in diversen Abwandlungen gegen die nichtmuslimische Bevölkerung zu schlagen ist. Als neueste Version stimmte er in der WELT den Schlachtgesang gegen die Gehässigen an, unter denen diejenigen zu verstehen sind, die ihm nicht sofort in die Konversion zu Allahs Gemeinschaft folgen wollen. (1)

Im gleichen Artikel schnappt er auch nach dem Verfasser dieses Beitrags als jemandem, der aus seiner Sicht "mit einer Form von Muslim-Entsorgung liebäugelt". In der dem "Dialog" eigenen Diffamierungstechnik wird hier auf eine Darstellung angespielt, die sich bei Raddatz, Allah und die Juden, S. 113f. nachlesen lässt. Dort schildert der Verfasser die Zustände, die in Spanien an der Wende zum 17. Jahrhundert durch eine verfehlte Minderheitenpolitik entstanden waren. Ständiger Druck und Zwangskonversionen provozierten die Muslime zur Rebellion und gaben den Eliten den Vorwand zur Vertreibung von 300.000 Menschen. Die Mahnung des Verfassers an die Euro-Politik, aus der Geschichte zu lernen und eine diskriminierende Minderheitenpolitik zu vermeiden, nutzt Stoldt, daraus suggestiv den Aufruf zu einem ähnlich "grausamen Abtransport" abzuleiten. (2)

Abgesehen vom unappetitlichen Zynismus, den er sich damit auf Kosten der Muslime erlaubt, liefert Stoldt ein Paradebeispiel für die Freudsche Projektion, die für totalitäres Denken kennzeichnend ist. In unschöner Regelmäßigkeit erkennt er als die klassischen Abweichler vom islamischen Mainstream die "hirngewaschenen Deutschen" und "Religionskrieger", die durch allzu klare Islamskepsis seinen Beißreflex provozieren. Die linksgewirkte Kulturideologie, die sich in der Verschmelzung mit dem Islam eine neue Chance gegen das Bürgertum erhofft, – genannt "Kampf gegen Rechts" – projiziert ihre keineswegs ad acta gelegte Gewaltvision auf jene "Rechtsradikalen", die nichts anderes als einen objektiven, herrschaftsfreien "Dialog mit dem Islam" wollen.

Dass den deutschen Neo-Inquisitoren ein solcher politischer Anspruch wie die Renaissance des Kreuzzugsdenkens vorkommt, liegt in der Natur ihrer sachlich und psychisch problematischern Wahrnehmungsform. Von Wissen unbelastet, kann sie frei durch jede Logik und Geschichte flottieren, die Welt durch die in der Regel gut bezahlte Brille Allahs vermitteln und dabei die "Abweichler" zum – vorläufig noch verbalen – Abschuss vorbereiten. Dabei könnte sich Stoldt seine Aggressionen im Grunde sparen. Er scheint noch nicht bemerkt zu haben, dass der Islamtrend längst zum Selbstläufer und ersten Kandidaten des neuen Euro-Weltbilds avanciert ist. Auch wenn seine holzschnittartigen Islamdienste insofern dem Projekt vielleicht schaden mögen, so tragen doch ihre absurden Effekte zweifellos zu einem durchaus willkommenen Heiterkeitseffekt bei.

21. Januar 2010

(1) Analyse. Schlachtgesang gegen die Gehässigen. Von Till-R. Stoldt,
WeltOnline, 19. Januar 2010
http://tinyurl.com/ygf3ywa

(2) Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden, wjs verlag, FrĂĽhjahr 2007
http://www.wjs-verlag.de/buch/Allah_und_die_Juden.html

Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden. 27. Juni 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-06-27_14-47-57.html

Zuerst erschienen bei Politically Incorrect, versehen mit 64 Kommentaren

Demokratiefeinde im Islamgewand. Von Hans-Peter Raddatz,
Politically Incorrect, 19. Januar 2010
http://www.pi-news.net/2010/01/demokratiefeinde-im-islamgewa nd/


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2010-01-21_14-29-31.html
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