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UNIFIL: Nur Mut, hauen wir ab! Ein Bericht der Metula News Agency

Zur Erinnerung:

Am 29. Dezember 2009 haben wir einen fotografischen Kn├╝ller gebracht, der auf der libanesischen Seite, einige Meter entfernt von der israelischen Grenze, das Foto eines permanenten St├╝tzpunktes der UNIFIL (Der Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon) zeigte. In franz├Âsisch: Le poids des mots, les photos du d├ęshonneur; siehe Link.

Man sieht dort zwei Panzerwagen der UNO sowie ein wei├čes Schilderhaus unter einer Hezbollah-Fahne, einem Konterfei ihres Chefs Hassan Nasrallah und einem kleineren Foto, das die Beerdigung mit milit├Ąrischen Ehren eines israelischen Fallschirmspringers zeigt, der von der schiitischen libanesischen Miliz get├Âtet wurde.

Die Aufschrift auf dem Beerdigungsfoto hei├čt arabisch: "Khitman ila zawal", was auf deutsch bedeutet: "Euere Vernichtung ist sicher!"

Abracadabra:

Es scheint, da├č man in den Vereinten Nationen beunruhigter war durch den Artikel der Mena als die gesamte Herausgeberschaft der Medien; unsere Kollegen Journalisten nahmen unsere Entdeckung mit ohrenbet├Ąubendem Schweigen auf.

Tats├Ąchlich, als ich diesen Morgen (5. Februar 2010) mit meiner Freundin Nihya und unserem Boxerhund Taz in den Obstg├Ąrten von Metula, der Position der UNO gegen├╝ber, spazierenging, bemerkte ich, da├č der Posten der UNIFIL, der sich dort seit vielen Monaten befand, ganz einfach ... hm ... verschwunden war. Auf dem dritten Foto sieht man die UNIFIL Position an diesem Freitagmorgen.

Es f├Ąllt auf, da├č die Fahne der Hezbollah - eine gr├╝ne Hand, die eine Kalaschnikow h├Ąlt - ebenfalls nicht mehr dort ist. Man wei├č nicht, wer sie entfernt hat.

Der Kn├╝ller der Mena vom Dezember hat den Soldaten der Vereinten Nationen reichlich Arbeit gebracht: nicht nur mu├čten sie das Schilderhaus abrei├čen und es anderswo hinbringen, was - ich gebe es zu - nichts von einer Herkules-Arbeit hat, aber sie haben auch die F├Ąsser wieder zusammengepackt, die es besch├╝tzten. Es sind die gr├╝nen, mit Sand gef├╝llten F├Ąsser, die man auf dem ersten Foto wahrnehmen kann, die zur Sicherheit der Besatzung der wei├čen H├╝tte gegen einen eventuellen Angriff durch ein Fahrzeug bestimmt waren. Die sind sehr viel schwerer wegzur├Ąumen.

Aber keine Frage f├╝r die tapferen Krieger, beim Abzug das Konterfei von Nasrallah mit dem Aufruf zum V├Âlkermord an uns abzuh├Ąngen. Mutig, aber nicht tollk├╝hn, diese Kameraden! Ich erinnere sie dennoch daran, da├č sie Soldaten des "Friedens" sind, und da├č der Aufruf zu einem neuen Holocaust nicht exakt eine friedliche Botschaft darstellt.

Es ist eine Tatsache, da├č ihr auf der Resolution Nr. 1701 des UN-Sicherheitsrates beruhendes Mandat auch die Entwaffnung der Hezbollah und die Kontrolle an der gesamten Grenze des Libanon zur Verhinderung der Einschleusung von Waffen und Munition f├╝r die illegalen Milizen vorsieht. Tats├Ąchlich aber ist die Hezbollah dabei, v├Âllig ungestraft jedes schiitische Dorf in S├╝d-Libanon in eine bewaffnete Bastion zu verwandeln, umgeben von sovielen menschlichen Schutzschilden, wie es Bewohner in der betroffenen Ortschaft gibt.

Jetzt sollte Richard Goldstone kommen und sich das ansehen: Wenn es erst darum geht, die Leichen einzusammeln, ist es nutzlos.

Was den Schmuggel der Waffen aus Syrien angeht, da hat die UNIFIL es nicht einmal versucht, dagegen vorzugehen. Der Zustrom dieser Waffen hat die legale Regierung des Landes der Zedern zum Beobachter degradiert, mit dem Iran als wirklichem Herrscher des Landes, so da├č ein Konflikt auf dessen Initiative hin heute unvermeidlich erscheint.

Unter diesen Bedingungen kann man den Abbau des besagten Postens nur als eine exzellente Werbeaktion f├╝r die Metula News Agency ansehen. Unsere Leser k├Ânnen somit versichert sein, da├č wir nicht ├╝berfl├╝ssig sind, da├č jedermann beeinflu├čt ist durch unsere Arbeit, und da├č diejenigen, deren Abonnement nicht geregelt ist, gut beraten w├Ąren, das umgehend zu tun, ohne erst den n├Ąchsten Konflikt abzuwarten.

Ein herzliches Dankesch├Ân von Ilan an unseren Werbeagenten Ban Ki-Moon, der nebenbei auch Generalsekret├Ąr der UNO ist, an unseren besten PR-Sprecher!

Die Soldaten des internationalen Kontingents haben also das Lager aufgel├Âst, aber beim n├Ąheren Hinsehen erkannte ich (siehe viertes Foto), da├č diese Ritter der modernen Zeiten sich nur ein wenig, etwa f├╝nzig Schritte, von Hassan Nasrallah und seinem Aufruf zu unserer kollektiven Vernichtung entfernt hatten, nur eine Angelegenheit, um politisch korrekt zu bleiben. Die Schelme haben sich im Olivenhain versteckt, um ihre Anwesenheit vor den f├╝rchterlichen Angriffen der Mena und ihrer Canon zu verbergen. Wenn sie die Absicht gehabt h├Ątten, sich vor den Blicken und den Kalaschnikows der Verr├╝ckten Allahs zu verstecken, h├Ątten sie sich auf der anderen Seite der B├Ąume versteckt. Welch eine Binsenwahrheit!

Aber das Adlerauge von Ilan Tsadik, der von klein auf gewohnt ist, diejenigen zu entlarven, die in der Umgebung verschwinden wollen, ist nicht so leicht zu t├Ąuschen. Unsere aufmerksamen Leser - die besten, um die uns der gesamte Berufsstand beneidet - werden, schon bevor ich sie aufmerksam mache, bemerkt haben, da├č das wei├če Objekt, das ich im Geb├╝sch verewigt habe, nichts anderes ist, als das Heck des rechten Fahrzeugs auf dem Foto vom Dezember (oder ein Panzerwagen desselben Modells).

Aber wof├╝r ist es gut, die M├╝hen auf sich zu nehmen, sich meiner Aufmerksamkeit zu entziehen, wenn weniger als 500 Meter von dort ein anderer Panzer der UNIFIL Wache schiebt (aber gegen wen?), unter einem anderen Poster der schiitischen Miliz, ├╝ber dem diesmal das Banner der Hezbollah im Winde flattert?

Auf dem f├╝nften Foto sieht man, wie sich auf der H├Âhe eines engen Passes vier Blauhelme in aller Ruhe unterhalten, ohne sich der Gefahr bewu├čt zu sein, unter dem Slogan "Nakhnou almofajaat!" w├Ârtlich: Wir werden Euch ├╝berraschen!

Das ist f├╝r uns bestimmt, aber es k├Ânnte auch sie angehen, wenn sie einen Augenblick das Attentat von Drakkar vergessen, die Bombardierung der Baracken in Beirut, 1983, das eben die Hezbollah ver├╝bte, und das 58 franz├Âsische Fallschirmj├Ąger das Leben gekostet hat.

Bevor ich Sie f├╝r den Augenblick verlasse, m├Âchte ich hinzuf├╝gen, da├č die Soldaten der UNIFIL keine Schuld tragen an diesem Akt der Feigheit. Trotz meiner nat├╝rlichen Schalkhaftigkeit halte ich viel davon, nicht Personen zu bezichtigen, die nicht verantwortlich sind daf├╝r, wor├╝ber ich spreche. Sie f├╝hren strikt die Befehle aus, die auf politischer Ebene ausgegeben werden. Nicht allein in Manhattan, am Hauptquartier der UNO, sondern auch an den Spitzen der Staaten, die Truppen f├╝r das internationale Kontingent bereitstellen. Diejenigen, die glaubten, da├č ihre Mission angeordnet war durch die Resolutionen des Sicherheitsrates, b├╝├čen jetzt f├╝r ihre Naivit├Ąt. Dann mu├č man aber pr├Ązisieren, da├č diese Soldaten nicht die Soldaten der Vereinten Nationen sind, auch wenn sie deren Uniform tragen.

Und Israel hat ├╝ber sich verf├╝gen lassen, als es 2006 akzeptierte, seine Operation im Libanon nach der Ermordung von acht unserer Jungs durch die Hezbollah zu beenden, gegen die Versprechungen der st├Ąndigen Mitglieder des Sicherheitsrates, angefangen bei Frankreich, dem Anstifter der Resolution Nr. 1701, die Bedingungen dieser Resolution durchzusetzen.

Micha├źl B├ęh├ę, in Beirut, dem ich diese kleine Reportage vorab gezeigt habe, sch├Ątzt ein, da├č die Aff├Ąre des Verrats der Resolution Nr. 1701 sie sehr viel mehr kosten wird als das, handelt es sich doch um die Unabh├Ąngigkeit seines Landes, seiner Freiheit und die Sicherheit der Seinen.

Er hat mich informiert, da├č er sich unseren Lesern dazu demn├Ąchst bei Gelegenheit eines Artikels anvertrauen wird. Ein Text, den man nicht missen sollte.

Originaltext in franz├Âsisch von Ilan Tsadik, Metula News Agency, 5. Februar 2010
├ťbersetzung: Gudrun Eussner, 7. Februar 2010

FINUL : courage, fuyons ! (info # 010502/10) [Reportage photo].
Par Ilan Tsadik, Metula News Agency, 5 f├ęvrier 2010
http://www.menapress.com/article.php?sid=2576

UNIFIL: Take heartÔÇŽ Run for it! [Reportage photo]. By Ilan Tsadik.
Translated from the French by Llewellyn Brown, Metula News Agency,
February 7, 2010
http://www.menapress.com/article.php?sid=2577

UNIFIL: Nur Mut, hauen wir ab! [Fotoreportage]. Von Ilan Tsadik.
├ťbersetzung: Gudrun Eussner, Metula News Agency, 9. Februar 2010
http://www.menapress.com/article.php?sid=2579

Le poids des mots, les photos du d├ęshonneur. Par Ilan Tsadik,
Metula News Agency, 29 d├ęcembre 2009
http://www.menapress.com/article.php?sid=2554

Siehe auch:

UNIFIL-Truppen salutieren dem Terroristen Imad Mughniyeh. 19. Juli 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-07-19_00-35-00.html

UNIFIL in meinem Archiv
http://tinyurl.com/mxboj9


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2010-02-07_23-04-32.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 30.03.2017, 06:36 Uhr