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Nahostkonflikt. Frankreich zwischen Hamas und Hezbollah

Die "internationale Staatengemeinschaft" legt Israel mit der UN-Resolution Nr. 1701, vom 11. August 2006 herein. Die USA, Frankreich und Deutschland sehen es als in ihrem Sinne liegend an, Israel zu nötigen, umgehend einem Waffenstillstand zuzustimmen. Im Artikel Libanon: Krankheit zum Tode kann man Einzelheiten darĂŒber lesen, wie die Vereinten Nationen alles dafĂŒr tun, den Zustand von vor Kriegsbeginn, am 12. Juli 2006, in der Beziehung von Israel zum Libanon und dem Staat im Staate Hezbollah wiederherzustellen. Die UN-Resolution dient dem Schutz der Hezbollah vor der Zerschlagung, die Bedrohung Israels wird nicht beendet, im Gegenteil, sie besteht weiter und ist ein Triumph Syriens und des Iran. (1)

Die Israel, den Libanon und die Hezbollah betreffenden Ereignisse der vergangenen vier Jahre bestĂ€tigen die Richtigkeit dieser EinschĂ€tzung. Das aber hindert die westlichen Politiker und ihre MSM nicht, in bekannter Weise Israel zu verurteilen, ihm die Schuld zu geben dafĂŒr und auch fĂŒr das, was nicht geschieht, einfach fĂŒr alles. Die UN-Resolution Nr. 1701 legt dazu, was die Nordgrenze Israels angeht, den Grundstein. Wer sich ĂŒberzeugen möchte, werfe einen Blick auf den Text der Resolution, die aus nichts als Anforderungen an Israel und einigen freundlichen Bitten an den Libanon besteht. (2)

In der 551. Sitzung des UN-Sicherheitsrates macht Frankreich Versprechungen, selbst UN-Botschafter John Bolton staunt, und niemand vermutet einen Haken. Wieso sind die Franzosen mit den USA plötzlich einer Meinung? Was ist anders als mit den Absichten Frankreichs im Irak? Niemand fragt es, prompt fallen alle rein: Frankreich schickt 200 Mann. DafĂŒr hat Israel die Kampfhandlungen beendet, und genau das hat Frankreich, um seine Interessen optimal durchzusetzen, erreichen wollen. Der Generalmajor Alain Pellegrini, Chef der UNIFIL, verwaltet auf seinem letzten Posten vor der Pensionierung seine bunte Truppe zur Durchsetzung der strategischen Interessen Frankreichs. Wirtschaft, Handel und Finanzen des Libanon sollen im Dienste der Interessen Frankreichs, gegen die USA und Israel bleiben. Das mag man als legitime Politik im nationalen Interesse Frankreichs ansehen, es bleibt aber die IrrefĂŒhrung der VerbĂŒndeten und Israels.

Frankreich betreibt diese Politik gegen Israel bereits seit Mai 1967, eine Woche vor dem Sechstagekrieg, da Israel aus RĂŒcksichtnahme fĂŒr die Interessen Frankreichs in den islamischen LĂ€ndern mit keiner militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der französischen Regierung rechnen kann. StaatsprĂ€sident General Charles de Gaulle erklĂ€rt dann auf einer Pressekonferenz, am 27. November 1967, daß die Juden ein Elitevolk seien, selbstsicher und dominierend. An dieser EinschĂ€tzung hat sich bis heute, allen Sonntagsreden der Politiker zum Trotz, nichts geĂ€ndert. Die Berichterstattung des Figaro ĂŒber die Liquidierung des Terroristen Imad Mugniyeh möge als ein Beleg dienen: Es geht um die Ermordung (!) des fĂŒr Auslandsoperationen zustĂ€ndigen militĂ€rischen Chefs der Hezbollah durch den Mossad, was Korrespondent und Nahostexperte Patrick Saint-Paul als erwiesen ansieht. (3)

Avigdor Lieberman will einmal fĂŒr immer mit Gaza fertigwerden

Die Politik Frankreichs gegenĂŒber der Hamas und ihrem Terrorterritorium Gaza ist nicht so offen freundlich wie gegenĂŒber der Hezbollah, aber die Wirkung ist identisch, sie richtet sich ebenfalls gegen Israel. Auch hierfĂŒr ist der Figaro des UMP-Senators Serge Dassault ein AushĂ€ngeschild, kann man ihn doch als regierungsnah bezeichnen, in einigen FĂ€llen ist er Sprachrohr der Regierung und des PrĂ€sidenten Nicolas Sarkozy. (4)

Das Beispiel der Berichterstattung ĂŒber den radikalen Plan des Avigdor Lieberman möge es verdeutlichen. Es versteht sich, daß dieser Plan dem Korrespondenten Adrien Jaulmes nichts weiter fĂŒr Israel bedeutet, als sich aus der Verantwortung zu stehlen. In Israel herrsche zunehmend die Tendenz vor, die Probleme der PalĂ€stinenser zu ignorieren, sie hinter Mauern und Blockaden zu verstecken, anstatt sie zu lösen. An den GrenzĂŒbergĂ€ngen möchte Avigdor Lieberman internationales MilitĂ€r stationiert sehen, das den Waffenschmuggel verhindert, sein Plan hat sogar die französische Fremdenlegion genannt. (5)

Im Artikel Die RĂ€umung von Gaza. JubilĂ€um! gibt´s weiteres vom Entsetzen des Korrespondenten ĂŒber das Ansinnen des Avigdor Lieberman. (6)

Eine sachliche Schilderung des Plans liest man dagegen von Ulrich Sahm, auf n-tv.de, eine eigene Meinung kann man sich daraufhin selbst bilden: Der Vorschlag, den Lieberman offenbar als Versuchsballon an die Zeitung (Jedijot Achronot) weitergegeben habe, wĂŒrde bedeuten, dass Israel im Falle des Gazastreifens auf eine Kontrolle der Außengrenzen verzichtet. Dazu ist Israel aufgrund der von der Hamas niemals anerkannten Osloer VertrĂ€ge seit der Einrichtung der palĂ€stinensischen Selbstverwaltung vertraglich verpflichtet. (7)

Nebenbei erfĂ€hrt der eine oder andere unwissende Aktivist, daß Israel vertraglich verpflichtet ist, die Außengrenzen von Gaza zu sichern. Die betreffenden internationalen Gesetze, die das regeln, sollten allen bekannt sein, aber israelische Beamte haben beim Verhör der festgesetzten Aktivisten der "Gaza-Friedensflottille" von einigen vernommen, daß sie nicht wissen, daß Gaza kein Staat ist, und daß Blockade heißt, man dĂŒrfe nicht rein. (8)

Es ist schwer fĂŒr die Kuffar, fĂŒr Juden und Christen, das zu begreifen, aber Muslime danken ihnen niemals. Alles, was sie erhalten, steht ihnen sowieso zu, da Kuffar bzw. Dhimmis nur von Gnaden des Islam ĂŒberhaupt leben dĂŒrfen, in islamischen LĂ€ndern sowieso, in noch nicht islamisierten wie Europa, den USA und Australien haben sie Aufschub. Es ist eine Machtfrage. Wenn Gaza gerĂ€umt wird von Israel, dann ist das Gebiet nicht den Arabern ĂŒberlassen, sondern vom rechtmĂ€ĂŸigen Besitzer zurĂŒckerobert. Diese Eroberung wird zur Ausgangsbasis fĂŒr weitere Eroberungen, einen Frieden gibt es nicht, nur Waffenruhe, Waffenpause ist möglich, genannt Hudna, fĂŒr nicht lĂ€nger als zehn Jahre, jederzeit einseitig aufzukĂŒndigen, wenn sich die Muslime stark genug fĂŒhlen weiterzukĂ€mpfen. Eine Hudna dient niemals der Vorbereitung eines Friedens, im Sinne unserer Vorstellungen von Frieden, sondern der Regenerierung der KrĂ€fte zur Fortsetzung des Kampfes fĂŒr die Islamisierung der Welt. Handelt es sich um KĂ€mpfe von Muslimen gegen Muslime, so erklĂ€rt mindestens eine Seite, die andere sei vom Islam abgefallen, meist werfen sie es sich gegenseitig vor. (9)

Die Hezbollah wendet sich gegen Frankreich

Eine in Europa bei Regierungen, MSM und Aktivisten beliebte Terrorgruppe ist die schiitische Hezbollah, die Partei Allahs, deren BegrĂŒnder Scheich Mohammad Hussein Fadlallah, von ihnen hochgeschĂ€tzt, vor kurzem gestorben ist. Er sei ein ehrbarer und anstĂ€ndiger Mann gewesen, bescheinigt ihm Frances Guy, die Botschafterin Großbritanniens in Beirut. Die Mitarbeiterin des US-Fernsehsenders CNN Octavia Nasr wird fĂŒr gleiche Äußerungen gefeuert. (10)

Tout Paris und ganz Frankreich, d.h. alles, was Rang und Namen hat, Politiker und MSM, bis in die Provinz hinein, trauern um diesen Terroristen, einen SchreibtischtĂ€ter, besser MoscheetĂ€ter. Frankreich steht der Hezbollah nicht etwa ablehnend gegenĂŒber, sondern im Gegenteil, der französische Botschafter besucht ihren ReprĂ€sentanten gern, den Bewunderer des Ayatollah Ruhollah Khomeini, weil er ein libanesischer religiöser FĂŒhrer ist, als wenn er nichts mit der Hezbollah zu tun hĂ€tte. Andere Diplomaten europĂ€ischer LĂ€nder folgen dem französischen Beispiel. (11)

Der Scheich lĂ€ĂŸt seine jungen AnhĂ€nger und SchĂŒler in Trainingslagern des Chefs der iranischen Revolutionsgarden Javad Mansuri ausbilden. Im Juni 1982 grĂŒndet er als Reaktion auf die israelische Besatzung mit Hilfe des Iran die Hezbollah. 500 SchĂŒler Fadlallahs kĂ€mpfen gemeinsam mit iranischen Pasdaran und schiitischen Amal-Milizen im selben Monat gegen das israelische MilitĂ€r, das Beirut umstellt, um gegen die palĂ€stinensischen Terroristen des Jasser Arafat vorzugehen. (12)

Der Fernsehsender Al-Arabiya TV Special zeigt, am 22. Juli 2005, wie die Scheichs Yussuf al-Qaradhawi, der Sunnit, und Mohammed Hussein Fadlallah, der Schiit, die SuizidattentĂ€ter verherrlichen. Der französische Botschafter und seine Kollegen aus anderen europĂ€ischen LĂ€ndern scheinen einverstanden zu sein mit dieser Rede des Scheichs Mohammed Hussein Fadlallah, sonst wĂŒrden sie ihn nicht mit ihrem Besuch beehren: (13)

Die MĂ€rtyreroperationen sind Teil der Kriegsbewegung, da der Kriegsfall sich vom Fall des Selbstmords unterscheidet. Selbstmord ist die Tötung seiner selbst aus persönlichen GrĂŒnden. Andererseits heißt es bei der MĂ€rtyreroperation, daß eine Person fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Sache stirbt.

Mohammad Hussein Fadlallah hat zu seinen Lebzeiten den Hassan Nasrallah zum FĂŒhrer der Hezbollah erwĂ€hlt. Diese ist nicht nur im Libanon, sondern auch in Europa aktiv. Die Hezbollah grĂŒndet BĂŒros in Europa, darunter in Hamburg im Jahre 2002. In Deutschland hat sie, im Jahr 2006, 900 Mitglieder, davon 150 in Berlin. Die Terrorgruppe fĂŒhrt weder ein Klingelschild noch eine Mitgliederkartei. (14)

In Frankreich ist die Hezbollah ĂŒberall vertreten, in jeder Stadt, in der U-Bahn von Paris klebt sie Werbematerial. Und nun berichtet der Starkorrespondent Georges Malbrunot, daß die Hezbollah antifranzösische Stimmung im SĂŒden des Libanon, sĂŒdlich des Litani-Flusses, verbreite. In der Papierausgabe der Zeitung ist ein Foto von Jihad Siktawi zu bewundern; er heißt tatsĂ€chlich Jihad, Glaubenskrieg, im Internet ist der Fotograf nicht aufzufinden. In fehlerfreiem Frazösisch steht auf einem Poster mit dem Abbild des Hassan Nasrallah: La main qui touchera Ă  l´armement des la rĂ©sistance sera coupĂ©e. Die Hand, die an die Bewaffnung des Widerstandes rĂŒhrt, wird abgeschlagen. Dieses Foto, das im Dorf Kirbet Slem, im Innern der UNIFIL Zone, aufgenommen worden ist, verschönert nicht den Artikel im Internet, sondern da gibt´s Hassan Nasrallah auf einem AP Archivfoto von 2008. Soweit zum Mut und zur Medienpolitik des Figaro.

Dennoch kann man sich auf die Informationen des Georges Malbrunot im Gegensatz zu denen der Israelkorrespondenten immer verlassen. Frankreich erlebt jetzt, daß es von Muslimen keinen Dank gibt. Sie halten es fĂŒr selbstverstĂ€ndlich, daß Frankreich die UN-Resolution 1701, vom 11. August 2006, zugunsten der Hezbollah ausfallen lĂ€ĂŸt. Und nun stellen sie weitere Forderungen und drohen fĂŒr den Fall der NichterfĂŒllung.

Die Franzosen der UNIFIL-Truppe, französisch Finul, patrollieren eben dort, wo die Hezbollah sich bewegt, wenn sie sich der Grenze zu Israel nĂ€hert. Vom Litani-Fluß haben sich die KĂ€mpfer in den letzten vier Jahren in Richtung SĂŒden bewegt. Der Figaro liefert eine Karte (nicht online), so daß man sehen kann, um was es geht. Die Truppe der UNIFIL umfaßt inzwischen 12 000 Mann, davon 1 546 von Frankreich,
1 058 von Italien und 796 von Spanien bereitgestellt. Die Spanier sind diejenigen, die sich offen mit den AnhĂ€ngern der Hezbollah verbrĂŒdern. (15)

Die Hezbollah befindet sich in Blickweite zu Israel. Sie hat Raketen in der von Franzosen kontrollierten UNIFIL Zone bei Kirbet Slem positioniert, um sie auf die Region um Kiriat Shmona, in Israel, abzufeuern. (16)

Nach dem Krieg vom Sommer 2006 zwischen Tsahal und der Hezbollah haben die Franzosen diesen sensiblen Sektor geerbt, ein wahres Paradies fĂŒr die Guerilla. Der Einsatz der mit Sensoren ausgestatteten Panzer Leclerc erlaubt es, jede verdĂ€chtige Bewegung im Umkreis von vier Kilometern aufzufangen. Zahlreiche Waffenverstecke wurden so ausgehoben.

Aber nach&nach habe der Druck der UNIFIL nachgelassen, schreibt Georges Malbrunot. Warum, berichtet er nicht, aber, daß die Hezbollah das genutzt habe, um ihre PrĂ€senz zu festigen. Israel sei deswegen beunruhigt gewesen, und die UNIFIL sei zurĂŒckgekehrt - was heißt, daß sie nicht mehr mit Truppen prĂ€sent gewesen ist. Als sie nun wieder patroullieren, meinen die dort wohnenden Araber, die UNIFIL sei auf Geheiß Israels wieder erschienen.

Georges Malbrunot interviewt Ibrahim, der am Tag als HĂ€ndler und des Nachts wie viele Jugendliche des SĂŒdens, wo die Hezbollah ĂŒberall und nirgends ist, als Hezbollah-KĂ€mpfer unterwegs ist. Ibrahim berichtet: "Die Franzosen dringen mit ihren Panzerfahrzeugen in die Gassen ein. Sie verletzen unsere PrivatsphĂ€re. Sie fotografieren, und eine Woche spĂ€ter sieht man, daß Israel weitere Fotos von Dörfern des SĂŒdens verbreitet. Man fragt sich, ob da etwas lĂ€uft zwischen ihnen und Israel."

WĂ€hrend es also selbstverstĂ€ndlich ist, daß die UNIFIL mit den KĂ€mpfern der Hezbollah fraternisiert, Telefon und Wasser mit ihnen teilt, ihre Fahne neben ihrer wehen lĂ€ĂŸt, darf keiner der UNIFIL auch nur von weitem in Verdacht geraten, mit Israelis etwas zu tun zu haben.

Und so wenden sich die KĂ€mpfer nunmehr gegen ihre einstigen besten Freunde und Gönner, greifen einen französische Konvoi mit KnĂŒppeln und Steinen an, die Bewohner bemĂ€chtigen sich der Fahrzeuge und demĂŒtigen die Blauhelme, in dem sie sie entwaffnen.

Solche Aktionen sind genauestens von der Hezbollah vorbereitet, am Steuer eines Mercedes folgt ein MilizionĂ€r der französischen Patrouille und leitet seine Leute per Mobilphone an, den Konvoi in eine Sackgasse zu lenken. In fließendem Französisch ruft einer der KĂ€mpfer aus: "Ihr seid gewarnt. Von nun an hat sich die Lage geĂ€ndert." In anderen Worten: Wir wollen euere eindringenden Patrouillen nicht mehr.

Im Angesicht der Drohungen Israels, das die Hezbollah beschuldigt, sich seit 2006 machtvoll wiederbewaffnet zu haben, möchte die "Partei Allahs" (Georges Malbrunot schreibt immer: le parti de Dieu, die Partei Gottes) frei sein, sich auf den nĂ€chsten Konflikt mit Israel vorzubereiten. Auf die Gefahr hin, die Resolution 1701 der Vereinten Nationen zu verletzen, die der UNIFIL mehr Mittel an die Hand gibt, vor der Beförderung von Waffen in den SĂŒden des Libanon zu warnen.

Es ist genau das, was bei Verabschiedung der UN-Resolution 1701 befĂŒrchtet bzw. erwartet worden ist. Heute, schreibt Georges Malbrunot und zitiert den ehemaligen Chef der UNIFIL General Alain Pellegrini, "versucht die Hezbollah die geheime Kontrolle der Zone wieder zu erlangen, um sich zu wehren/zu reagieren, wann und wo sie will."

Diese Formulierung zeigt, daß es nicht um Reaktion oder Abwehr geht, sondern um die Vorbereitung eines Angriffs, der dann als Verteidigung ausgegeben wird, oder was heißt es sonst, sich zu wehren/zu reagieren, wann und wo die Hezbollah will.

Die Hezbollah kenne sich bestens mit der UNIFIL aus, sie habe solide Informationen, sie könne das Gebiet flĂ€chendeckend ĂŒberziehen, ohne eine einzige Waffe zu zĂŒcken. DarĂŒber seien die Westler beunruhigt, noch dazu, da die libanesische Armee eine gewisse PassivitĂ€t zeige, meint Geoges Malbrunot. Aber nicht wirklich, nein? Das ist alles abzusehen gewesen, auch die Kampfbereitschaft bzw. die fehlende Kampfbereitschaft der libanesischen Armee ist im Sommer 2006 bekannt. Die Armee ist von Hezbollah-KĂ€mpfern und Sympathisanten durchsetzt.

Drei Tage vor Beginn der UNIFIL Manöver in Beirut warnt der libanesische Verteidigungsminister die Truppen der UNIFIL, nicht auszurĂŒcken, sie sollten sich in acht nehmen, meint auch Nabil Fawaz, der BĂŒrgermeister von Tibnine. Der französische Aktivismus stört die Hezbollah. Sie muß einige ihrer Waffen in den Moscheen und unter den FußballplĂ€tzen lassen. Aber im Gegensatz zu den Israelis denken die westlichen MilitĂ€rexperten nicht, daß die Hezbollah seit 2006 eine bedeutende Menge von Munition in den SĂŒden gebracht hat. Ihre PrioritĂ€t liegt im Norden der UNIFIL Zone und des Flusses Litani. Dort lĂ€gen die aus Syrien und dem Iran gelieferten Hochtechnologiewaffen, auch in den von Christen bewohnten Gebieten.

Auch das ist schon seit 2006 bekannt. Das ganze Gebiet sĂŒdlich des Litaniflusses wird nach dem Willen Teherans und der Hezbollah in eine Pufferzone fĂŒr einen zukĂŒnftigen Krieg gegen Israel verwandelt. Zerstörte Dörfer werden dort nicht wieder aufgebaut. SĂŒdlich des Litaniflusses dĂŒrfen nach Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates keine Waffen getragen werden. Einzelheiten ĂŒber das gegen Israel gerichtete Projekt erfĂ€hrt man von Amir Taheri: IranÂŽs Land Grab, der Griff des Iran nach dem Land. Teheran kauft ĂŒber StrohmĂ€nner und Firmen der Hezbollah libanesische Dörfer auf, und die Zone nördlich des Litaniflusses wird zum Aufmarschgebiet fĂŒr Waffen ausgebaut. Es handelt sich um ein Milliardenprojekt des Iran zur politischen und wirtschaftlichen Kolonisierung des Libanon und zur militĂ€rischen Vorbereitung seines SĂŒdens fĂŒr den nĂ€chsten Krieg gegen Israel. (17)

Die Zusammenarbeit mit dem DrusenfĂŒhrer Walid Jumblatt fĂŒhrt dazu, daß die Hezbollah auch in dessen Gebiet freie Hand hat, im Nordosten der UNIFIL Zone. In dieser neuen Einflußzone macht die Hezbollah auch klare Ansagen: Im FrĂŒhjahr ist der niederlĂ€ndische VerteidigungsattachĂ© von schiitischen Milizen an einer geheimen Straßensperre angehalten worden, und sein Auto wurde durchsucht.

Offiziell herrscht wieder gutes Einvernehmen der Hezbollah mit den Franzosen, man habe eine "Friedenswasserpfeife" geraucht. Gleichzeitig droht die Hezbollah. "Wenn die Franzosen ihr Verhalten nicht Ă€ndern, wird es eine andere Erwiderung geben," versichert Hola Ibrahim aus Kirbet Slem. Nicht ausdrĂŒcklich gesagt: ein Attentat gegen das französische Kontingent wĂ€re nicht auszuschließen.

Soweit Georges Malbrunot. (18)

Die Politik Frankreichs gegenĂŒber Israel hat sich seit Mai 1967 nicht grundlegend geĂ€ndert. Wen wundert es da, daß es keine Initiative, jedenfalls keine erfolgreiche, zur Freilassung des französischen StaatsbĂŒrgers Gilad Shalit gibt. Was stattdessen an Araberhörigkeit von Frankreich geboten wird, kann man im Artikel Die Welt ohne Zionismus nachlesen. (19)

Hamas und Hezbollah zermalmen derweil die Interessen Frankreichs in der Region. Die französische Regierung hat es sich selbst zuzuschreiben. Die Folgen der UN-Resolution 1701 sind abzusehen gewesen. Die Folgen der Politik Frankreichs gegenĂŒber der Hamas und Gaza ebenso. Es wird nicht die strategische Stellung gegenĂŒber wem auch immer ausgeweitet, sondern sie wird auf Null reduziert. Die französischen Aktivisten der "Gaza-Friedensflottille", wie der Organisator des Flottillenschiffes Sofia Thomas Sommer-Houdeville und alle Israelhasser der Linken tragen dazu bei. (20)

19. Juli 2010

Quellen

(1) Libanon: Krankheit zum Tode. 21. August 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-08-21_00-11-31.html

(2) Resolution 1701 (2006). Adopted by the Security Council at its
5511th meeting, on 11 August 2006. ReliefWeb.int
http://tinyurl.com/63bfgv

(3) Israël attend la vengeance de lŽorganisation chiite. Par Patrick Saint-Paul,
Le Figaro, 15 février 2008, p. 6
http://tinyurl.com/3xev29

(4) Serge Dassault. Faire gagner l´Essonne. Servir la France
http://www.sergedassault.com/

(5) Israël. Le chef de la diplomatie israélienne veut en finir avec Gaza.
Par Adrien Jaulmes, Le Figaro, 17/18 juillet 2010
http://tinyurl.com/248fglw

(6) Die RÀumung von Gaza. JubilÀum! 18. Juli 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-07-18_13-49-42.html

(7) EU soll Hamas anerkennen. Lieberman ĂŒberrascht mit Idee.
Von Ulrich W. Sahm, n-tv.de, 16. Juli 2010
http://www.n-tv.de/politik/Lieberman-ueberrascht-mit-Idee-ar ticle1074416.html

Israel "droht" mit PalÀstinenserstaat. Politically Incorrect, 19. Juli 2010
http://www.pi-news.net/2010/07/israel-droht-mit-palaestinens erstaat/

(8) The Gaza flotilla and the maritime blockade of Gaza.
Documentation. 1. Juni 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-06-01_06-50-10.html

(9) Was heißt eigentlich "Hudna"? Die "Hudna" der PalĂ€stinensergruppen vom
29. Juni bis 21. August 2003. Embassy of Israel - Vienna
http://tinyurl.com/29gpuc4

(10) British diplomat elogizes Fadlallah. By Roee Nahmias, YNetNews,
July 8, 2010
http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3917128,00.html

UPDATE: CNN Fires Octavia Nasr for Hezbollah Tweet. Honest Reporting Communique, July 8, 2010
http://tinyurl.com/2uwxfb2

(11) Der Fernsehsender Al-Manar TV, die französische Regierung und der CRIF.
21. November 2004/15. August 2005
http://www.eussner.net/artikel_2004-11-21_02-47-37.html

(12) Sheikh Fadlallah was the terrorist mastermind behind the Lebanon hostage crisis. By Con Coughlin, Telegraph.co.uk, July 5, 2010
http://tinyurl.com/2aqjhf3

Bayynat. Mohammad Hussein Fadlallah´s Website
http://www.bayynat.org.lb/

Mohammad Hussein Fadlallah in meinem Archiv
http://tinyurl.com/294zwha

(13) Al-Arabiya TV (Dubai): Special on the Culture of martyrdom and
Suicide Bombers. Clip # 807, July 22, 2005
http://tinyurl.com/27j9byh

(14) Libanesen in Berlin: Wo bitte gehtÂŽs hier zur Hisbollah. Von Yassin Musharbash, SpiegelOnline, 3. August 2006
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,429843,00.h tml

(15) Jawdropper of the hour. Photo. Little Green Footballs, September 21, 2006
http://tinyurl.com/32d8cdf

Die Alianza de (Civilizaciones) Terroristas in Aktion. 4. September 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-09-04_02-01-08.html

(16) DĂ©ploiement terrestre de la FINUL (Mars 2007).
Carte géographique. TTU Online
http://www.ttu.fr/francais/Dossiers/Resources/diapolibana.jp eg

(17) IranÂŽs Land Grab. By Amir Taheri, The New York Post, September 2, 2007
http://tinyurl.com/2y4rjx

Imad Mughniyeh (pbuh) ist der Dauerbrenner im "Figaro". 15. Februar 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-02-15_19-38-13.html

(18) Le Hezbollah sÚme un vent antifrançais au Liban-Sud.
Par Georges Malbrunot, Le Figaro, 19 juillet 2010, p. 6
http://tinyurl.com/26z9sx3

UNIFIL in meinem Archiv
http://tinyurl.com/mxboj9

(19) Die Welt ohne Zionismus. 16. Juli 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-07-16_19-55-44.html

(20) Thomas Sommer-Houdeville in meinem Archiv
http://tinyurl.com/393rfzn


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2010-07-19_16-30-50.html
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