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Elhanan Yakira: Holocaust-Leugnung und die Linke

So lautet der Titel des ersten der drei Essays, die der Autor 2006 im israelischen Verlag Am Oved (Die arbeitende Nation) ver√∂ffentlicht; er ist 61 Seiten lang. Die beiden folgenden Essays behandeln den Holocaust und die guten Israelis und elaborieren √úber das Politische und Antipolitische: Hannah Arendt, Eichmann und Israel. Das Buch ist in diesem Jahr in englischer und franz√∂sischer √úbersetzung erschienen. Es hei√üt in drei Sprachen unterschiedlich. Englisch geht es um Holocaust, Leugnung, Vergessen und die Delegitimierung Israels, franz√∂sisch um Shoah, Negierung, Delegitimierung und Verteuflung (sic!) Israels, und im Original ist´s die Shoah. So ist es im Buch der Cambridge University Press angegeben. (1)

Die Titel der Essays lauten in englisch und französisch: (2)

Es versteht sich fast von selbst, daß sich in Deutschland kein Verlag findet, das Buch deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen. Die beiden ersten Essays sollten uns genauso und der dritte noch mehr interessieren als anglophone und francophone Leser, was die deutsche geistige Welt anscheinend anders sieht, haben wir doch das Stelenfeld, womit es genug sein sollte.

Am Buchtitel f√§llt auf, da√ü in der hebr√§ischen und franz√∂sischen Ausgabe von der Shoah, in der englischen aber von Holocaust gehandelt wird. Hebr√§isch hei√üt Holocaust ha-scho√Ę und meint die Judenvernichtung, wie sie durch Juden erlitten worden ist. Der Pons kennt das Wort shoah nicht, wohl aber holocauste und Holocaust. Einen Hinweis auf die Judenvernichtung gibt es dort nicht. (3)

Wikip√©dia definiert die Shoah: La shoah (h√©breu "catastrophe") connue √©galement sous le nom d´Holocauste, est l´extermination syst√©matique par l´Allemagne nazie des trois quarts des Juifs de l´Europe occup√©e ... Die Shoah, ebenfalls bekannt unter dem Begriff Holocaust, ist die systematische Vernichtung von Dreivierteln der Juden des besetzten Europas durch Nazideutschland. Deutsche Juden sind nach dieser Definition nicht umgebracht worden - oder behauptet Wikip√©dia etwa, da√ü Deutschland und die Deutschen durch Nazis besetzt und zur Judenvernichtung gezwungen worden sind? (4)

Im Angebot sind noch genocide, extermination, annihilation, V√∂lkermord, Vernichtung, Ausl√∂schung, die das Verbrechen besser kennzeichnen, aber sie haben keine Konjunktur, sondern die Begriffe Shoah und Holocaust, letzterer 1979 aus dem Franz√∂sischen in die englische Sprache √ľbernommen. Die Verschleierung um jeden Preis, wenn es um die Judenvernichtung geht, habe ich im Artikel Ex-Husband und Holocaust thematisiert. Bereits die Begriffe dokumentieren, da√ü sich niemand wirklich damit auseinandersetzen will. Im Hegelschen Sinne wird das Grauen in einem unzug√§nglichen Begriff aufgehoben. Gabriele Yonan hat 1989 das Wesentliche dazu gesagt. (5)

Englisch-, französisch- und deutschsprachige Menschen werden mit den unzugänglichen Begriffen Holocaust und Shoah konfrontiert, die ihnen nichts sagen. Was bestreitet ein Holocaust-Leugner? Was negiert die Linke, welche Katastrophe?

Elhanan Yakira wei√ü darauf keine Antwort, sondern dieser sich offen in der Linken verankert sehende Philosoph operiert ebenfalls mit Shoah und Holocaust, obgleich seine Adressaten nicht in erster Linie Israelis, sondern alle f√ľr die pal√§stinensische Sache begeisterten Linken weltweit sind. Wann endlich wird von ihnen die Auseinandersetzung mit der Judenvernichtung gefordert, mit der Geschichte des Zionismus, der Gr√ľndung des Staates Israel, der angeblich dem Holocaust geschuldet ist? (6)

Wann werden die Begriffe von den Philosophen zur√ľck√ľbersetzt? Auch der Begriff Zionismus sollte nicht ohne Erkl√§rung gesetzt werden. (7)

Ideologische Perversion?

Elhanan Yakira stellt einige Holocaustleugner vor, Paul Rassinier, Robert Faurisson, Pierre Guillaume, Serge Thion und Noam Chomsky. (englische Paperback-Ausgabe, S. 5 - 45) Sie reduzieren die Judenvernichtung auf durch die Kriegsereignisse erlittene Sch√§den der Juden an Leib und Leben, streiten ab, da√ü Juden systematisch in Gaskammern umgebracht wurden, da√ü Juden als Juden vernichtet worden sind, Linguisten und Literaturwissenschaftler unter ihnen elaborieren ausf√ľhrlich √ľber die technische Unm√∂glichkeit, gro√üe Menschenmengen mit Zyklon B zu t√∂ten, und Noam Chomsky zertifiziert ihnen f√ľr all das Rederecht und Meinungsfreiheit. (S. 24)

Rudolf H√∂√ü dreht sich derweil im Grabe um. Deutsche Leser finden in meinem Archiv reichlich Beispiele von Leugnern und Negationisten des Holocausts und der Shoah sowie des Rechtes der Juden auf einen eigenen Staat, in alphabetischer Reihenfolge: Noam Chomsky, Robert Faurisson, Roger Garaudy, Pierre Guillaume, Ilan Papp√©, Paul Rassinier, Serge Thion. Die Liste ist nicht vollst√§ndig, hinzu kommen zahlreiche Freunde, Unterst√ľtzer und Dulder derjenigen, die selbstherrlich den Juden und Israel die Identit√§t und das Recht auf ihren Staat absprechen, unter ihnen Scharen von linken Juden in Israel und weltweit. (8)

Die Urspr√ľnge einer ideologischen Perversion : Der Anarcho-Pazifismus des Paul Rassinier (1906 - 1967) nennt Elhanan Yakira den Abschnitt √ľber den Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten. Hier wird die Verankerung des Autors in der Linken sehr deutlich, differenziert er doch zwischen Ideologie und ideologischer Perversion, die jedoch ist eine Tautologie. Jede Ideologie ist eine Perversion, er h√§tte es am Beispiel des Pazifismus erkennen k√∂nnen. Stattdessen meint er: Es ist hier nicht meine Absicht, pazifistisches Denken in Frage zu stellen. Pazifismus ist eine legitime philosophische und politische Position. Er kann mit vern√ľnftigen Argumenten verteidigt werden, und er dr√ľckt ein altes und √ľberschw√§ngliches Ideal aus: Frieden. (S. 15)

In existentiellen Fragen haben diejenigen mit gesundem Menschenverstand oft den besseren Durchblick als Philosophen. Der Pazifismus ist eine Kriegswaffe. Pazifisten sind Krieger. Le pacifisme c´est une arme de guerre. Les pacifistes sont des guerriers. Pacifism is a weapon of war. Pacifists are warriors. Pazifismus ist am wenigsten friedlich von allen Ideologien. Pazifisten erkl√§ren sich freiwillig zu Kriegsteilnehmern einer Seite, meistens der gegnerischen, der sie schon vorab signalisieren, da√ü sie sich ihr nicht in den Weg stellen werden. Pazifismus kann mit keinem vern√ľnftigen Argument verteidigt werden, Pazifismus ist das Gegenteil von dem, was er zu sein vorgibt, er verkehrt sich nicht unter gewissen Umst√§nden in seinen diametralen Gegensatz, (S. 13) sondern er ist von Anfang an dieser Gegensatz. Auch kann Pazifismus keinen Preis bezahlen: Und wenn die Juden h√§tten geopfert werden m√ľssen, um Krieg zu vermeiden, war das der Preis, den konsequenter Pazifismus zu zahlen bereit war. (S. 14) Ein Abstractum kann nichts zahlen, sondern die geopferten Menschen, in diesem Fall die Juden. H√§tte der Autor geschrieben Und wenn die Juden h√§tten geopfert werden m√ľssen, um Krieg zu vermeiden, war das der Preis, den konsequente Pazifisten zu zahlen bereit waren, w√§re es ihm vielleicht aufgefallen, da√ü Ideologen niemals zu zahlen bereit sind, das m√ľssen immer die anderen, ob es sich um straff√§llig gewordene Sinti und Roma und andere Einwanderer handelt, die nicht ausgewiesen, ob 280 B√§ume nicht gef√§llt werden d√ľrfen, die einem modernen Bahnhof weichen sollen, es sind immer die anderen, die zur Kasse gebeten werden, niemals die Ideologen. In ihrer moralischen √úberlegenheit sind sie nicht bereit, Verantwortung f√ľr ihre Taten zu √ľbernehmen, diese Kategorien stammen n√§mlich aus der real existierenden Wirklichkeit und nicht aus ihrem Vokabular, sie sind der Wahrheit verpflichtet, und ihre Taten sind keine. Sie beanspruchen die Definitions- und Deutungshoheit und bem√ľhen sich, sie durchzusetzen, ob es um genver√§nderten Mais, die Ansiedlung eines israelischen Exportunternehmens im Hafen von S√®te oder die Diffamierung des Thilo Sarrazin geht. Es zahlen immer die anderen.

Wie der Begriff "Ideologie" schon sagt, hat er mit Politik nichts gemein, sondern mit Ideen. Ideologien und ihre jeweiligen geschlossenen, totalit√§ren Systeme sind realit√§tsresistent und nicht politisch. Es versteht sich, da√ü derjenige, der zwischen Pazifismus als legitimer philosophischer und politischer Position und ideologischer Perversion unterscheidet, auch zwischen Islam und Islamismus trennt, das eine gut, das andere √ľbel. Einem solchen f√§llt nicht auf, was es bedeutet, da√ü Roger Garaudy zum Islam konvertiert ist, er bringt sogar Liebe ins Spiel, er sei einer Frau wegen √ľbergetreten. Es ist immer umgekehrt: So wie Hannah Arendt sich in Martin Heidegger verliebt hat, weil sie dessen Ideologie nichts entgegenzusetzen hatte, so verliebt sich aus der Affinit√§t zum Islam Roger Garaudy in eine Muslimin. Nicht "Liebe macht blind", sondern Blindheit macht Liebe.

Der Autor rechtfertigt unbeabsichtigt seitenweise das Treiben der antisemitischen, israelfeindlichen Gruppen, oder, milder ausgedr√ľckt, er l√§√üt ihnen vieles durchgehen und mu√ü sich sehr anstrengen, seine Argumente gegen sie auf die Reihe zu bekommen; er steht sich selbst im Wege. Hinzu kommt, da√ü er vom Islam keine Ahnung hat, keinen blassen Schimmer! Die Leugnung der Judenvernichtung ist f√ľr Judenha√ü und -verachtung der Muslime nicht wesentlich; denn ihnen liegt der Koran zu Grunde, die Politideologie Islam. Muslime bed√ľrfen der Negation nicht, sie ist nur ein zus√§tzliches wohlfeiles Argument. Daher ist es nicht verwunderlich, da√ü Muslime gleichzeitig die Judenvernichtung bestreiten und den Juden vorwerfen k√∂nnen, sie w√ľrden mit ihr Geld schinden. Der arabische Anti-Zionismus speist sich aus anderen Quellen als derjenige der europ√§ischen linken und rechten Anti-Zionisten. Muslime erkennen Juden eine eigene Identit√§t zu, wenn auch eine minderwertige, die in einer Ecke der islamischen Ummah vegetieren und daf√ľr Kopfsteuer bezahlen darf, der europ√§ische Anti-Zionismus erkennt den Juden eine eigene Identi√§t und damit ein Recht auf einen Nationalstaat ab. (9)

Schon den Begriff "Existenzrecht" auf ein Mitglied der internationalen Staatengemeinschaft anzuwenden, ist eine weder durch Gesetz noch Moral gerechtfertigte Anmaßung, die Linke heuer mit einer seit 1967 nicht gekannten Leichtigkeit praktizieren: thumb down, und fertig!

Der Philosoph Elhanan Yakira bedient sich des Ausdrucks "Judophobie" (S. 27 und 30). Judenha√ü aber ist keine krankhafte Angst, keine Abneigung, Aversion, wie Wiki sie definiert. Aversion bezeichnet die Neigung eines Organismus, auf bestimmte Reize mit Unlust zu reagieren. Demnach w√§ren Juden ein Brechmittel, oder sie l√∂sten Allergien aus. Judophobie ist ein eben solcher Nicht-Begriff wie "Islamophobie". Mit beiden wird etwas Verschiedenes umschrieben, einmal handelt es sich um ein durch nichts begr√ľndetes Ressentiment und im anderen Fall um eine durch Theorie und Praxis begr√ľndete Gegnerschaft, um Islamkritik. Nichts Krankes hie wie da. Wer von Judeophobie spricht, hat keine Argumente, wenn Tariq Ramadan sich zum "muslimischen Juden" stilisiert. (10)

Roger Garaudy und der "islamistische Humanismus"

Der Autor schildert (S. 46 - 51) kurz den Werdegang des ehemaligen kommunistischen Funktion√§rs, der 1970 aus der Partei ausgeschlossen wird, weil er erkl√§rt, die SU sei kein sozialistischer Staat, aus der √Ėffentlichkeit verschwindet, konvertiert und mit Beginn des ersten Libanonkrieges zum K√§mpfer gegen Israel und den Zionismus wird, es wird ihm zur Obsession. (11)

Der Abschnitt ist √ľberschrieben: Holocaust-Leugnung und islamistischer Humanismus. Drei B√ľcher schreibt Roger Garaudy, in deren erstem er Saudi-Arabien und den damaligen K√∂nig Fahd angreift als Kollaborateure mit der "amerikanischen Invasion", als politische Prostituierte, eine Hochburg des Fundamentalismus und eine Krankheit im K√∂rper des Islam. Es folgt ein zweiteiliges Buch √ľber den katholischen Fundamentalismus und schlie√ülich das dritte des "Tryptichons": Les myths fondateurs d´Isra√ęl, die Gr√ľndungsmythen Israels. (S. 47)

Roger Garaudy wei√ü wie jeder Ideologe, wie´s richtig sein m√ľ√üte in den drei Religionen, Israel bedeute einen Verrat an den Idealen (sic!) und Werten der Propheten Israels. Es ist √ľber jeden Zweifel wahr, was Roger Garaudy meint, er kennt die Werte der Propheten Israels. Er belege alles mit Zitaten von Lord Balfour bis zur Haaretz. Besonders sch√§tze er die "Neuen Historiker der Hebrew University" und andere Anh√§nger eines gerechten Friedens, wie Moshe Zimmermann, Baruch Kimmerling und Tom Segev, deren Deutungshoheit √ľber das, was gerecht ist, vorausgesetzt wird. (S. 47f.). Nebenbei verwechselt Elhanan Yakira den Reichsminister Rudolf Hess (1894 - 1987) mit dem Kommandanten von Auschwitz Rudolf H√∂√ü (1900 - 1947), aber was bedeutet Kritik an solchen Kleinigkeiten in Anbetracht dessen, da√ü der Leser im ganzen Abschnitt nichts √ľber "islamistischen Humanismus" erf√§hrt.

Warum will das in Torrance, Kalifornien beheimatete Institute for Historical Review, die Ansammlung der Leugner der Judenvernichtung, seinen 14. Revisionistenkongreß in Beirut abhalten, er soll vom 31. März bis 3. April 2001 stattfinden? Warum verbietet die libanesische Regierung diesen Kongreß? (12)

Warum veranstaltet die Jordanian Writers´ Association (JWA), die eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel ablehnt, am 13. Mai 2001 eine Konferenz "What Happened to the Revisionist Congress in Beirut?" Was geschah mit dem Revisionistenkongre√ü in Beirut? Warum verbietet die jordanische Regierung die Konferenz nicht, obgleich Israel mit Jordanien 1994 einen Friedensvertrag unterzeichnet hat? (13)

Elhanan Yakira nennt nicht das genaue Datum des Beirut-Kongresses, benennt die JWA falsch, als Jordanian Writers´ Union, und das Datum der Konferenz ist ebenfalls nicht korrekt, sie findet nicht im Mai 2003, sondern am 13. Mai 2001 statt, was in Anbetracht des 11. September 2001 von Bedeutung ist. Es wird nicht mitgeteilt, da√ü es sich im Gegensatz zum geplanten Beirut-Kongre√ü um eine rein arabische Veranstaltung handelt. (14)

Der Autor erw√§hnt dann noch die Holocaust-Konferenz in Teheran, sie habe k√ľrzlich stattgefunden. Wann? Das ist ihm nicht wichtig, wohl aber, da√ü sie nicht als antisemitisch bezeichnet werden k√∂nne. (15)

Das kommt, wenn man f√ľr Vorg√§nge in islamischen Staaten den unzutreffenden Begriff "Antisemitismus" gebraucht. Dort herrscht Judenha√ü und -verachtung, und die sind sehr wohl gegen die Juden gerichtet. Die Teilnahme der Clowns von Neturei Karta √§ndert daran nichts, sie werden vom Iran als Aush√§ngeschild benutzt und bezahlt. Anstellig, wie sie sind, kommen sie zur Gr√ľndung der antizionistischen Partei durch den Iran nach D√ľnkirchen und halten ihre lustigen H√ľte und L√∂ckchen in die Kameras. Im Centre Zahra sind sie gern gesehene G√§ste, immer in der ersten Reihe, wenn´s etwas zu demonstrieren gilt, gegen die Shoah in Gaza beispielsweise. (16)

Im ganzen Abschnitt kommt nichts vor vom "islamistischen Humanismus", weder negativ noch positiv. Es ist aber heutzutage so, daß die Aktivitäten der muslimischen Judenhasser und Israelfeinde in den islamischen Staaten und in Europa das Problem Nr. 1 sind. Die alten Garden der Holocaust-Leugner, von Paul Rassinier bis Serge Thion, sind die seit mehr als 40 Jahren verstorbenen oder noch lebenden, inzwischen pensionierten Relikte der Vor-Islamisierungszeit. Die Gemeinschaft der Schande
(S. 51 - 62) wird heuer angef√ľhrt von Muslimen. Elhanan Yakira erw√§hnt sie nebenbei, die Linken w√§ren Mitglieder sonderbarer Allianzen mit der extremen Rechten und islamischen Fundamentalisten. Von letzteren werden die Linken als n√ľtzliche Idioten eingesetzt, wie die Neturei Karta. Von den konkurrierenden Totalitarismen NS, Kommunismus/Sozialismus, Islam hat dieser l√§ngst die F√ľhrung √ľbernommen, und zwar religi√∂s und politisch, so vollst√§ndig, wie NS und Kommunismus/Sozialismus es nie vermocht haben. Die Linken d√ľrfen mitmachen, die Islam-Lobby in Politik und MSM bilden, die Frauen dabei auf dem Frauendeck der Gaza-Flottille.

Der Holocaust samt Adolf Eichmann spielt keine wesentliche Rolle, er ist im Gegensatz zur Ansicht des Autors nicht das effektivste Argument im ideologischen Kampf gegen Israel. (S. 54) Die auf dem Umweg √ľber den Holocaust auf Israel projizierte Theologie der Schuld hat sich l√§ngst verselbst√§ndigt, das gerade ist ja das Problem, da√ü eben die Linken, die "Nie wieder Auschwitz!" rufen, damit inhaltlich nichts mehr verbinden, sondern gemeinsam mit ihren muslimischen B√ľndnispartnern als Pal√§stinenserfreunde Israel diskreditieren, delegitimieren und angreifen. Israel hat kein Existenzrecht, weil es auf muslimischem Territorium liegt, einmal muslimisch, immer muslimisch. Das k√∂nnte Elhanan Yakira in der Hamas-Charta nachlesen: Jeder Muslim ist verpflichtet, solches Land zur√ľckzuerobern, jeder nach seinen M√∂glichkeiten, auch Frauen und Sklaven sind zum Kampf aufgerufen; sie brauchen dazu ihre Herren nicht zu fragen. (17)

Die linken Holocaust-Leugner und die Schande

Der Anti-Zionismus, einschlie√ülich dem der Linken wird (!), nicht kann m√∂glicherweise, zu einer Position der Vernichtung f√ľhren. Der Autor bewertet dabei das Gewicht des Holocaust √ľber. (S. 55) Muslime, die sich daran machen, Israel von der Landkarte zu tilgen, benutzen als Argument die Pal√§stinenser und nicht den Holocaust. Er fa√üt in einer Liste von 13 Punkten zusammen, was die Community of Opprobrium, die Gemeinschaft der Schande, soziologisch, strukturell und thematisch besonders charakterisiert: (S. 56 - 62)

Ich f√ľrchte, die beiden folgenden Essays bringen au√üer Informationen zur Geschichte der Holocaust-Leugnung nicht viel Kl√§rung, was heute ansteht. Es geht weiter um die Einsch√§tzung des Holocaust durch die Linken, Holo als Alibi, Holo als Instrument, Psychologieprofessor Yosef Grodzinsky, Fachgebiet Neurolinguistik, der selbsternannte Sprecher aller toten Juden und ihrer Nachkommen, Verk√ľnder seiner Meinung als Wahrheit, wird vorgestellt als einer, der Israel des Verrats und der Ausnutzung des Holocausts bezichtigt. (S. 126 - 137) In Montr√©al, Kanada, an der Mc Gill University, k√∂nnen sie ihn gut gebrauchen, chronisch unterfinanziert, wie sie sind. Mit solchen Lehrkr√§ften wirbt man Geld der arabischen √Ėlscheichs ein. Auf seiner Website f√ľhrt er eine Rubrik History, Shoah, Geschichte, Shoah, letzteres hebr√§isch geschrieben. (18)

Das Buch von Elhanan Yakira habe in Israel und in den USA eine riesige Debatte ausgel√∂st, schreibt Allegromanontroppo in der Amazon-Rezension. Es sei an der Zeit, da√ü auch in Frankreich eine Diskussion dar√ľber stattf√§nde, aber die MSM t√§ten sicher alles, sie zu unterdr√ľcken. (6)

In Deutschland gibt es nicht einmal die M√∂glichkeit, das Buch auf deutsch zu lesen. Ich bef√ľrchte, da√ü die Diskussion √ľberhaupt zu sp√§t kommt. Die Muslime, die in dem Buch kaum erw√§hnt werden, bed√ľrfen des Holocaust nicht zur Delegitimierung Israels, sie aber geben die Richtung des Kampfes vor, die Linken reihen sich ein, sie haben nach den abgewrackten Lehren von Lenin, Stalin, Mao und Trotzky eine neue Politideologie gefunden, den Islam. Ob Ilan Papp√© und Norman Finkelstein nun noch gegen den angeblichen Mi√übrauch des Holocaust zur Rechtfertigung der Existenz Israels und seiner Taten anschreiben, und Yosef Grodzinsky die toten Juden vertritt, ist nicht mehr das Thema, sondern der direkte Angriff auf Israel ist angesagt, die Durchbrechung der Blockade. Hamas, Hezbollah, die t√ľrkische IHH sind f√ľr die linken Politiker und MSM die legitimen Herausforderer Israels, sie sind al-Manar, der Leuchtturm. Die gef√§hrlichsten Gegner Israels sitzen nicht in der Hebrew University und den Universit√§ten Amerikas und Englands, sondern in der islamischen Welt. Ihre Lobbyisten findet man unter europ√§ischen und amerikanischen Politikern, ihre Schreiber in den Redaktionsstuben dieser L√§nder.

26. September 2010

Quellen

(1) Elhanan Yakira: Post-Zionism, Post-Holocaust. Three Essays on Denial,
Forgetting, and the Delegitimation of Israel. Translated by Michael Swirky,
Cambridge University Press, New York 2010
http://www.cambridge.org/us/catalogue/catalogue.asp?isbn=978 0521127868

Elhanan Yakira : Post-sionisme, post-Shoah : Trois essais sur une négation,
une d√©l√©gitimation et une diabolisation d´Isra√ęl,
Presses Universitaires de France - puf 2010
http://tinyurl.com/33t82wk

Elhanan Yakira: Post-Tsiyonut, post-Sho´ah, Am Oved 2006
http://www.am-oved.co.il/htmls/article.aspx?c0=12167&bsp=120 06

(2) Elhanan Yakira: Post-Zionism, Post-Holocaust. loc. cit.
http://www.cambridge.org/us/catalogue/catalogue.asp?isbn=978 0521111102

Post-sionisme, post-Shoah. Elhanan Yakira, puf
http://www.puf.com/wiki/Autres_Collections:Post-sionisme%2C_ post-Shoah

(3) holocauste = Brandopfer. Pons. Das Sprachenportal
offrir un animal en holocauste = ein Tier als [Brand]opfer darbringen
http://de.pons.eu/dict/search/results/?q=holocauste&in=fr&l= defr

(4) Shoah. Wikipédia
http://fr.wikipedia.org/wiki/Shoah

(5) Eine sprachhistorische Erg√§nzung zum Begriff ¬īHOLOCAUST¬ī,
von Gabriele Yonan (1989)
http://kultur-netz.de/archiv/sonstig/holocau.htm

Ex-Husband und Holocaust. 11. Juni 2002 / 11. März 2006
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-24_16-54-47.html

(6) Nécessaire, opportun et brillant. Par Allegromanontroppo,
Commentaire en ligne, Amazon.fr, 16 mai 2010
http://tinyurl.com/3xqnqlu

(7) Zionismus. Lexikon: Politik. cecu.de
http://www.cecu.de/709+M55fa3e3a3ce.html

(8) Noam Chomsky in meinem Archiv - http://tinyurl.com/2ugwc4g
Robert Faurisson in meinem Archiv - http://tinyurl.com/24e3m5f
Roger Garaudy in meinem Archiv - http://tinyurl.com/39ayotz
Pierre Guillaume in meinem Archiv - http://tinyurl.com/32smbj9
Ilan Pappé in meinem Archiv - http://tinyurl.com/34mymaw
Paul Rassinier in meinem Archiv - http://tinyurl.com/3ak36f5
Serge Thion in meinem Archiv - http://tinyurl.com/37euqrj

(9) Der Judenhaß der muslimischen Welt und der Antisemitismus der Nazis haben keinen gemeinsamen Ursprung! 8. September 2006 / 5. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2006-09-08_01-09-41.html

(10) Der Salafist Tariq Ramadan: "verunglimpft wie ein muslimischer Jude".
15. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-15_23-54-57.html

(11) Libanon 1982 - 1985. What happened in Lebanon during the Israeli campaign there? Palestine Facts
http://palestinefacts.org/pf_1967to1991_lebanon_198x_idf_cou rse.php

(12) Institute for Historical Review
http://www.ihr.org/

(13) Your Voice in a World where Zionism, Steel, and Fire, have Turned Justice Mute. "AZAR Association", April 15, 2001
http://www.freearabvoice.org/NewDateForForumInAmmanOnRevisio nism.htm

(14) Die Organisation der Revisionisten-Konferenz in Beirut und deren Ersatzkonferenz in Amman. Von Jens Heibach, HaGalil, 8. August 2004
http://www.hagalil.com/antisemitismus/rechte/kooperation-5.h tm

(15) Iran president says Israel¬īs days are numbered. By Paul Hughes. Reuters,
wisbangblog.com, December 12, 2006
http://wizbangblog.com/content/2006/12/12/iran-says-israels- days-are-num.php

Der Judenhaß der muslimischen Welt und der Antisemitismus der Nazis,
a.a.o., ab Anmerkung 9

Teheran Holocaust-Konferenz in meinem Archiv
http://tinyurl.com/2v37qdf

(16) Centre Zahra
http://www.centre-zahra.com/

Der Iran gr√ľndet in Frankreich eine antizionistische Partei. 18. M√§rz 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-03-18_03-05-24.html

(17) Hamas Covenant in meinem Archiv
http://tinyurl.com/36gugus

(18) Yosef Grodzinsky. Homepage
http://tinyurl.com/2vjlfoh


Quelle: http://www.eussner.net/artikel_2010-09-26_17-25-47.html
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