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CML. Albert Camus, kein Thema im Literaturprogramm 2010. Teil VIII

2010 ist das 50. Todesjahr des Albert Camus. Er stirbt im Alter von 46 Jahren, am 4. Januar 1960, bei einem Autounfall auf einer Straße Frankreichs, in der NĂ€he von Sens, in Burgund. (1)

Der Prix MĂ©diterranĂ©e 2010 wird im Rahmen der Union pour la MĂ©diterranĂ©e (UPM) an den RegierungsfunktionĂ€r Dominique Baudis vergeben, und deshalb wĂŒrdigt das Centre MĂ©diterranĂ©en de LittĂ©rature (CML) den Schriftsteller Albert Camus, in dem der ebenfalls aus Algerien stammende Alain Vircondelet fĂŒr seinen Essay Albert Camus, fils d´Alger. Albert Camus, Sohn Algers, einen eigens geschaffenen Prix MĂ©diterranĂ©e d´essai verliehen bekommt. So ganz ohne kann man das Gedenkjahr doch nicht vorbeiziehen lassen, und wenn es durch die WĂŒrdigung eines Werkes ist, das der Rezensent Julien Dements als von einer herausfordernden NaivitĂ€t bezeichnet: Oui, ´Albert Camus, fils d´Alger´ fait la part belle aux (bons) sentiments. Ja, ´Albert Camus, Sohn Algers´ macht es den Gutmeinenden leicht. Darum sei das Buch so erfolgreich, es biete keinen eintönigen Tatsachenbericht, sondern die Vision einer Persönlichkeit. Hinzu komme auf den letzten Seiten eine negative Bilanz der algerischen UnabhĂ€ngigkeit, die das Werk in Richtung eines persönlichen Kommentares umkippen ließen. Les derniĂšres pages, un bilan nĂ©gatif de l´indĂ©pendance algĂ©rienne, font mĂȘme basculer l´ouvrage du cĂŽtĂ© du commentaire personnel. (2)

Der PrĂ€sident des CML und GeneralsekretĂ€r des Prix MĂ©diterranĂ©e AndrĂ© Bonet erklĂ€rt mit knappen Worten: Albert Camus est Ă©galement prĂ©sent cette annĂ©e parmi nous pour le 50° anniversaire de sa mort, grĂące Ă  Alain Vircondelet, laurĂ©at du 1er prix MĂ©diterranĂ©e de l´essai avec Albert Camus, fils d´Alger. Albert Camus ist dank Alain Vircondelet, des ersten PreistrĂ€gers Prix MĂ©diterranĂ©e de l´essai, mit Albert Camus, Sohn Algers, in diesem Jahr seines 50. Todesjahres ebenfalls zugegen. (3)

Ein solches Buch kann die Jury zwar auszeichnen, aber zur Algerienpolitik Frankreichs paßt es schon wegen der Tatsachenbehauptung nicht, daß die UnabhĂ€ngigkeit Algeriens unterm Strich ein negatives Ergebnis gebracht habe. Das mag zwar stimmen, man entnimmt es nahezu tĂ€glich den MSM, aber FunktionĂ€re regierungseigener oder -naher Institutionen wie Renaud Muselier, Dominique Baudis und AndrĂ© Bonet verschließen davor besser die Augen. Es ist heuer schwierig, die Arabienpolitik Frankreichs mit literarischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Man kann dem CML voraussagen, daß dies erst der Anfang des Spagates ist. (4)

WĂ€hrend ĂŒberall in Frankreich Freunde, Philosophen, Fernsehanstalten Albert Camus zu Ehren Veranstaltungen auflegen, hĂ€lt es das CML nicht einmal fĂŒr nötig, den LiteraturnobelpreistrĂ€ger 1957 im Rahmen seines Programms Lire en MĂ©diterranĂ©e 2010 vorzustellen und zu feiern. (5)

Die Librairie Sonore gibt eigens eine Doppel-CD des RundtischgesprĂ€chs, MĂ€rz 2010, mit dem GrĂŒnder und Herausgeber des Nouvel Observateur Jean Daniel und den Philosophen und Schriftstellern Michel Onfray und Bernard-Henri LĂ©vy heraus. (6)

Sowohl Jean Daniel als auch Bernard-Henri LĂ©vy sind aus Algerien stammende französische Juden. Jean Daniel, Mitglied der Jury des Prix MĂ©diterranĂ©e, hat Albert Camus persönlich gekannt. 1948, im Geburtsjahr des Bernard-Henri LĂ©vy, leben in Algerien 140 000 Juden, zehn Jahre spĂ€ter, zur Zeit des Nobelpreises fĂŒr Albert Camus, sind es 130 000, sechs Jahre nach der UnabhĂ€ngigkeit Algeriens leben noch 1 500 Juden im Land, und seit 1976 gibt es dort keinen einzigen Juden mehr. Sie sind aus ihrer Heimat vertrieben worden. Ihr Vermögen haben sie dort zurĂŒcklassen mĂŒssen. (7)

Das legt nahe, "Albert Camus" juifs zu googlen, und so kommt man schnell dahinter, warum sich AndrĂ© Bonet nicht sonderlich fĂŒr die Ehrung des Albert Camus interessiert und es gutsein lĂ€ĂŸt mit dem Preis fĂŒr Alain Vircondelet, warum nicht nur Papas Algerien tot ist, sondern der Schriftsteller Albert Camus und die Algerien-Franzosen gleich mit. "LÂŽAlgĂ©rie de papa est morte". Diese geflĂŒgelten Worte spricht Charles de Gaulle, am 29. April 1959. (8)

Schon das erste Angebot von 254 000 fĂŒr "Albert Camus" juifs fĂŒhrt mitten in den Juden- und Israelhaß: Albert Camus, Grand pourvoyeur de la colonisation juive, großer Zulieferer der jĂŒdischen Kolonisierung - was immer das heißen soll. France Culture verbreite in der Sendung, vom 4. Januar 2010, ĂŒber Albert Camus zionistische Propaganda, fördere die Kolonisierung, die poetische ErzĂ€hlung ĂŒber Barbarei, die fieberhafte Produktion einer kriegerischen Literatur des zionistischen jĂŒdischen Volkes. Albert Camus habe die jĂŒdische Kolonie inmitten einer feindseligen Welt mit Leib und Seele verteidigt. Der Blogger ist empört ĂŒber eine Sendung, die zum 50. Todestag des Schriftstellers ausgestrahlt wird. France Culture sendet am
4. Januar 2010 zahlreiche BeitrÀge zu Ehren des Albert Camus. (9)

Der zweite Artikel wĂŒrdigt den LiteraturnobelpreistrĂ€ger Albert Camus zum
50. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises fĂŒr Literatur; der dritte dokumentiert einen Artikel von Prof. Albert Bensoussan ĂŒber die jĂŒdische Kultur in Alger von 1942 bis 1962. Das sind die Jahre, in denen Albert Camus in Alger lebt, seit 1940 verheiratet mit der von Juden abstammenden Francine Faure. (10)

Die Juden Algeriens sind durch das DĂ©cret CrĂ©mieux, vom 24. Oktober 1870, bis zur Aufhebung durch die Vichy-Regierung, am 7. Oktober 1940, französische StaatsbĂŒrger. Albert Bensoussan schreibt ĂŒber die zwanzig Jahre nach der Wiedereinsetzung der Juden Algeriens in ihre Rechte als französische StaatsbĂŒrger, nach der Landung der anglo-amerikanischen Alliierten, November 1942, und der Bildung der Regierung der Widerstandsbewegung "France libre" / "France combattante" des Generals Charles de Gaulle. (11)

Albert Bensoussan ist mit zahlreichen Artikeln ĂŒber die jĂŒdische Kultur in Algerien auf der Site Terre d´IsraĂ«l vertreten. Terre d´IsraĂ«l ist auf meiner Site verlinkt. (12)

Im Artikel Pour saluer la mĂ©moire d´Albert Camus weist er auf Albert Camus´ Freundschaft fĂŒr den jungen Staat Israel hin: Et puis Camus saura soutenir le combat de la jeune nation israĂ©lienne dans les colonnes de Combat, et dĂ©fendre "l´exemplaire IsraĂ«l qu´on veut dĂ©truire sous l´alibi de l´anticolonialisme, mais dont nous devons dĂ©fendre le droit de vivre, nous qui avons Ă©tĂ© les tĂ©moins du massacre de millions de Juifs et qui trouvons juste et bon que les survivants crĂ©ent la patrie que nous n´avons pas su leur donner ou leur garder".

Dies Ă€ußert er in einer Ansprache, vom Januar 1958, mit dem Titel Ce que je dois Ă  l´Espagne. Was ich Spanien verdanke: Und dann versteht es Camus, den Kampf der jungen israelischen Nation in den Spalten der Zeitschrift Combat zu unterstĂŒtzen und zu verteidigen, "das Beispiel Israel, das man zerstören will unter dem Vorwand des Antikolonialismus, aber dessen Recht zu leben wir verteidigen mĂŒssen, wir, die wir Zeugen gewesen sind des Massakers von Millionen Juden, und die wir es gerecht und gut finden, daß die Überlebenden ein Vaterland schaffen, das wir nicht verstanden haben, ihnen zu geben oder zu schĂŒtzen." (13)

Dieses Zitat bringt auch MichaĂ«l de Saint Cheron, in der Oktoberausgabe der Zeitschrift L´Arche, der Monatszeitschrift des französischen Judaismus; es ist dokumentiert im vierten Band der Gesammelten Werke. (14)

Nein, der lebende Albert Camus wĂ€re niemals mit dem Prix MĂ©diterranĂ©e ausgezeichnet worden. Man sieht´s am diesjĂ€hrigen PreistrĂ€ger Amos Oz, und nein, eine Veranstaltung im Rahmen Lire en MĂ©diterranĂ©e wird einem solchen nicht gewidmet, wohl aber eine zur Feier des 100. Geburtstages des Juden- und Israelhassers Jean Genet, eigens gewĂŒnscht vom Kulturminister FrĂ©dĂ©ric Mitterrand. Le Magazine LittĂ©raire schreibt: PrĂšs de 25 ans plus tard, le ministĂšre de la culture a souhaitĂ© inscrire cet anniversaire Genet parmi les cĂ©lĂ©brations nationales. Un hommage accompagnĂ© d´un flot de publications, de colloques et de nombreuses reprĂ©sentations. Un "tourniquet" de festivitĂ©s aurait peut-ĂȘtre dit Sartre, lequel a beaucoup oeuvrĂ© pour bĂątir la lĂ©gende Genet ... AnnĂ€hernd 25 Jahre spĂ€ter (nach seinem Tode) hat das Kulturministerium gewĂŒnscht, diesen Geburtstag Genet unter die nationalen Feierlichkeiten einzureihen. Eine Ehrung, begleitet von einer Flut von Publikationen, Kolloquien und zahlreichen AuffĂŒhrungen. Ein "Drehkreuz" der Festlichkeiten, hĂ€tte Sartre vielleicht gesagt, der sehr daran gearbeitet hat, die Legende Genet zu begrĂŒnden ... (15)

Was kann man vom Freund thailĂ€ndischer Jungen und UnterstĂŒtzer des paedophilen Roman Polanski anderes erwarten, und was von AndrĂ© Bonet, fĂŒr den anscheinend die HomosexualitĂ€t eines Schriftstellers bereits Qualifikation genug ist, ihn ins Pantheon der Roussilloner Schriftsteller zu erheben, gleichgĂŒltig, daß es sich im Falle des Robert Brasillach um einen von Charles de Gaulle zum Tode verurteilten und hingerichteten Nazi-Verbrecher handelt? (16)

Er lĂ€ĂŸt sich den Jean Genet nicht zweimal andienen. Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun, PreistrĂ€ger des Prix MĂ©diterranĂ©e 1994, ist genau richtig, die Lobeshymnen auf die palĂ€stinensischen Fedayyin, auf den "Widerstandskampf" der PalĂ€stinenser zu verbreiten. Am Freitag, 19. November 2010, 18:30 Uhr, soll´s im Rahmen des Programms Lire en MĂ©diterranĂ©e damit losgehen.

Alle, die gespannt darauf warten, werden allerdings enttĂ€uscht; denn die Veranstaltung fĂ€llt aus. RĂŒckfragen in der MĂ©diathĂšque von Perpignan bringen keine Auskunft ĂŒber den Grund. Dennoch werde ich meinen Lesern die "Stimme seines Herrn", die Elogen fĂŒr den erhabenen LĂŒgner, nicht vorenthalten. (17)

Zur gleichen Zeit wie die Geburtstagsfeier fĂŒr Jean Genet ist im Centre Culturel Catalan in Zusammenarbeit mit der Association Coup de soleil des P.-O. ein Vortrag zu Ehren des Albert Camus angesetzt: Camus und Algerien. Der Mann, dem es das Herz zerreißt. Das CML hat mit dieser Veranstaltung nichts zu tun. (18)

WĂ€hrend des zweistĂŒndigen Vortrags von Daniel Guerrier ĂŒber das Leben und Wirken des Albert Camus fĂ€llt nicht ein einziges Mal der Begriff Islam, geschweige denn Juden oder Judentum. Die Ereignisse werden niemals mit der Religion Islam in Verbindung gebracht, die jĂŒdische Kultur in Algerien spielt ebenfalls keine Rolle. Das ist schon eine Kunst fĂŒr sich, erinnere ich mich doch an meine ersten Studienjahre, in denen ich einige die Shahids, die GlaubenskĂ€mpfer, verherrlichende GesĂ€nge gehört habe. In der bis heute gĂŒltigen Nationalhymne Algeriens fließt das Blut von MĂ€rtyrern. Dort wird auch Frankreich besungen: (19)

Ô France ! le temps des palabres est rĂ©volu
Nous l´avons clos comme on ferme un livre
Ô France ! voici venu le jour oĂč il faut rendre des comptes!

Oh, Frankreich, die Zeit des Herumredens ist lÀngst vergangen
Wir haben sie beendet, wie man ein Buch schließt
Oh, Frankreich! Jetzt ist der Tag gekommen, da Rechenschaft abgelegt werden muß!

Zwar wird der Begriff shahid auch fĂŒr weltliche KĂ€mpfer benutzt, in meinem TĂŒrkisch-Deutsch-Wörterbuch von 1966 beispielsweise steht fĂŒr sehit = Blutzeuge; sehit gitmek/olmak/dĂŒsmek = vor dem Feind bleiben; bei ErfĂŒllung seiner Dienstpflicht den Tod finden, aber der Begriff ist religiös konnotiert, etwa wie der Ausstoß "Gott sei Dank" von Atheisten kommen kann, die sich nicht bewußt machen, daß sie im Grunde keine sind.

Am Ende des Vortrags kommt Stimmung auf. Algerienfranzosen und algerische Muslime diskutieren. Plötzlich springt ein ehemaliger Siedler spanischer Herkunft auf und erklĂ€rt: Schon in der ersten Regierung Ahmed Ben Bella, 1962, - er wiederholt die Jahreszahl dreimal -, hat es einen Religionsminister gegeben. Alle AuslĂ€nder, die in Algerien bleiben wollten, hĂ€tten die algerische StaatsbĂŒrgerschaft annehmen mĂŒssen. Damit hĂ€tte er kein Problem gehabt, aber in seinem Ausweis sei die Religion vermerkt gewesen: chrĂ©tienne. Er sei Atheist und nicht aus Francos Spanien fortgezogen, um in Algerien als Christ stigmatisiert zu werden. Die Christen seien ausgegrenzt und benachteiligt worden. 1964 habe er das Land verlassen. Die Juden sind ebenfalls ausgegrenzt und vertrieben worden, ist zu ergĂ€nzen. Die Juden verlassen das Land zu zig Tausenden. 1968 leben noch 1 500 Juden in Algerien.

Der Islam ruiniert das Land, das seit 1962 zuungunsten aller dort lebenden ethnischen und religiösen Minderheiten arabisiert und islamisiert wird. StaatsprĂ€sident Ahmed Ben Bella setzt die Verfassung Algeriens im Oktober 1963 außer Kraft, und der Islam wird zur "Staatsreligion" erklĂ€rt. Von nun an schöpft die Regierung Algeriens ihre LegitimitĂ€t aus dem Islam.

Die algerisch-arabische Sprache wird zugunsten des Koran-Arabisch unterdrĂŒckt. Das neue Regime verweigerte dem algerischen Arabisch und der Berbersprache unter dem Vorwand, daß die Franzosen daran wĂ€hrend der Kolonialzeit interessiert gewesen seien, jeden Platz. Außerdem entschieden die algerischen Behörden, daß das algerische Arabisch und die Berbersprache "unreine" Sprachen wĂ€ren, weil sie auslĂ€ndische Wörter enthielten. (20)

Der Begriff "unrein" ist ein islamischer Begriff. Die Wörter aus Sprachen der "UnglĂ€ubigen" sind "unrein". Pakistan bedeutet beispielsweise Land der Reinen. So zieht die Islamisierung und Arabisierung des Landes auch durch die Änderung der Sprache in Algerien ein.

Albert Camus ist das Elend der Berber wohl bewußt. Elf Berichte darĂŒber verfaßt er Ende der 30er Jahre, in der guten alten Zeit des gemeinsamen Widerstandes von Arabern und Berbern gegen Frankreich. Albert Camus ist zu der Zeit seit vier Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei. (21)

Es ist gewiß, daß in einer Veranstaltung des CML zu Albert Camus aus unterschiedlichen Richtungen viele fĂŒr die Algerien- und Arabienpolitik Frankreichs und seine Union pour la MĂ©diterranĂ©e (UPM) peinliche Fragen aufgekommen wĂ€ren. Wie stand der Autor zu den Juden, zu Israel, zu den Arabern und Berbern Algeriens? Wieso gibt es fĂŒr ihn keinen israelisch-palĂ€stinensischen Konflikt? Sollte es zu der Zeit noch keine "PalĂ€stinenser" gegeben haben? Muslimische, jĂŒdische, christliche und atheistische Teilnehmer der Konferenz hĂ€tten solche Themen aufbringen können, und die Pieds-noirs, die vertriebenen europĂ€ischen Siedler Algeriens. Frankreich, dessen Regierung sich heute aufregt ĂŒber israelische Siedlungen, hat seit Generationen Siedler in Algerien gehalten, Franzosen, Italiener, Spanier, aber nicht wie die Israelis, die teils auf vor langer Zeit erworbenen GrundstĂŒcken in GalilĂ€a und Samaria, dem heutigen Staat Israel angrenzend, Rechte beanspruchen, sondern auf der anderen Seite des Mittelmeeres. Frankreich gibt mit dem DĂ©cret CrĂ©mieux den Juden, nicht aber den Muslimen, die französische Staatsangehörigkeit. Das wĂ€re den algerischen Muslimen wieder ins Bewußtsein gerĂŒckt worden. (11)

Die gesamte Politik Frankreichs und Algeriens vor und nach der UnabhĂ€ngigkeit hĂ€tten diskutiert werden können, die Vertreibung der Juden Algeriens nach der UnabhĂ€ngigkeit, die Politik gegenĂŒber den Berbern, die heutige Algerien- und Arabienpolitik Frankreichs.

Da holt man sich doch lieber Tahar Ben Jelloun, den bedingungslosen Freund und Komplizen des Jean Genet, der diesen auswÀhlt, seine Lehre zu verbreiten, die er ihm diktiert, wie auf den ersten Seiten des Buches Jean Genet, menteur sublime zu lesen ist. (22)

Das tut der Arabienpolitik Frankreichs gut. Wie schade, daß der intime Kenner des Verehrers schöner Fedayyin-Körper, tot oder lebendig, der Leila Shahid und der Mutter des Hamza, seinen Vortrag in der MĂ©diathĂšque von Perpignan nicht hĂ€lt, einer, der den Jean Genet seinen Eltern so vorstellt: "C´est un ami, il dĂ©fend les Palestiniens." Das ist ein Freund, er verteidigt die PalĂ€stinenser. Ein Schauspiel wird den BĂŒrgern von Perpignan vorenthalten!

21. November 2010

Bisher erschienen:

Perpignan. Das Centre Méditerranéen de Littérature (CML)
Roussillon, 18. Oktober 2010
http://www.eussner.net/roussillon_2010-10-18_17-04-30.html

Die Mittelmeerunion, ihr Kulturprojekt und das CML. Teil II.
20. Oktober 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-10-20_14-54-44.html

Der Kulturrat der Mittelmeerunion und das CML. Teil III. 24. Oktober 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-10-24_13-39-05.html

CML. Im Griff der französischen Arabienpolitik. Teil IV. 27. Oktober 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-10-27_16-08-15.html

CML. Die Arabienpolitik Frankreichs. Das KuriositÀtenkabinett. Teil V.
10. November 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-11-10_15-23-47.html

CML. Israelfeindchaft auf hohem Niveau. Heute mit Amos Oz. Teil VI.
13. November 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-11-13_18-40-31.html

CML. Amos Oz in Perpignan: Woanders, zu einer anderen Zeit. Teil VII.
16. November 2010
http://www.eussner.net/artikel_2010-11-16_15-17-29.html

Quellen

(1) Albert Camus (7 novembre 1913 - 4 janvier 1960). WebCamus
http://webcamus.free.fr/

(2) Alain Vircondelet : Albert Camus, fils d´Alger, Editions Fayard, 2010
http://tinyurl.com/2eercg8

Albert Camus, fils d´Alger. La critique. Par Julien Dements, evene.fr,
janvier 2010
http://www.evene.fr/livres/livre/alain-vircondelet-albert-ca mus-42654.php

(3) Il Ă©tait une fois la MĂ©diterranĂ©e. L´Ă©crivain israĂ©lien Amos Oz invitĂ© d´honneur
de la 26° édition du Prix Méditerranée. Par André Bonet, CML
http://tinyurl.com/357ckxz

(4) Lire en Méditerranée. 26e édition du Prix Méditerranée. CML, p. 19 + 27
http://www.prixmediterranee.com/images/stories/cml-brochure- 2010pdf.pdf

(5) "Albert Camus" "cinquante ans" mort. Google.fr 57 800 Ergebnisse
http://tinyurl.com/2ekggh8

Albert Camus´ speech at the Nobel Banquet at the City Hall in Stockholm,
December 10, 1957. English, French. Nobelprize.org
http://tinyurl.com/nbnp7w

(6) Autour d´Albert Camus - Table ronde Ă  l´Auditorium du Monde, 2010. 2 CD.
Direction artistique: Lola Caul-Futy Frémeaux. La Librairie Sonore
http://www.lalibrairiesonore.com/catalogue/philosophie/table -ronde-camus.html

(7) Jean Daniel et Bernard-Henri LĂ©vy. BHL, mars 2010
http://www.bernard-henri-levy.com/jean-daniel-4578.html

Die Entstehung des arabischen Antisemitismus und die Vertreibung
der Juden aus den arabischen Staaten. Das FlĂŒchtlingsthema einmal
anders betrachtet. 11. Oktober 2003
http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html

(8) Prix Méditerranée. Jury. CML. Lire en Méditerranée
http://tinyurl.com/34ts3uo

Pierre Laffont : Brusquement, au matin du 5 juillet 1962 , vers 11 heures,
des coups de feu Ă©clatent Ă  Oran: la chasse Ă  l´EuropĂ©en commence.
Bab el Oued Story
http://babelouedstory.com/ecoutes/laffont_txt/laffont_txt.ht ml

(9) Antipropagande. Albert Camus, Grand pourvoyeur de la colonisation juive.
Par davidel, 5 janvier 2010
http://tinyurl.com/292qqvt

France Culture
http://www.franceculture.com/

"Albert Camus" juifs. Google.fr 254 000 Ergebnisse
http://tinyurl.com/276j3ea

(10) 10 décembre 1957 : Albert Camus reçoit le Prix Nobel de littérature.
Bloc-notes de Jean-Laurent, 10 décembre 2007
http://www.jlturbet.net/article-14492249.html

La culture juive Ă  Alger par le Prof. Albert Bensoussan.
Blog du site terredisrael.com
http://www.terredisrael.com/wordpress/?p=2196

(11) CrĂ©mieux francise les juifs d´AlgĂ©rie, 24 octobre 1870. Par Joseph SavĂšs,
Herodote.net. EvĂšnements
http://www.herodote.net/histoire/evenement.php?jour=18701024

(12) Albert Bensoussan. Blog du site terredisrael.com
http://www.terredisrael.com/wordpress/?tag=albert-bensoussan

(13) Pour saluer la mĂ©moire d´Albert Camus. Par le Pr Albert Bensoussan,
Blog du site terredisrael.com, 19 janvier 2010
http://www.terredisrael.com/wordpress/?p=16755

(14) Albert Camus, la derniÚre décennie. Par Michaël de Saint Cheron,
L´Arche N° 629 / octobre 2010, p. 81

Albert Camus : OEUVRES COMPLÈTES III, IV [2008]. Édition publiĂ©e sous
la direction de Raymond Gay-Crosier, 3120 pages,
Collection BibliothĂšque de la PlĂ©iade, Gallimard, 140,00 €
http://tinyurl.com/27ogeo6

(15) Commémorations à foison pour le centenaire de Jean Genet.
Le Magazine Littéraire, 17 octobre 2010
http://tinyurl.com/2a2fwr9

(16) Frédéric Mitterrand in meinem Archiv
http://tinyurl.com/25kv5cr

Robert Brasillach, der Denunziant, der noch immer "ĂŒberall ist".
19. Januar 2003 / 7. Mai 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-22_11-28-11.html

Les défenseurs de Bonet commencent à donner raison à perpignan-toutvabien.
Par Fabrice Thomas, 25 janvier 2003
http://tinyurl.com/ygcxmld

André Bonet in meinem Archiv
http://tinyurl.com/2e9rh5n

(17) RĂ©seau des bibliothĂšques de Perpignan. Mairie de Perpignan
http://mediatheque.perpignan.fr/

(18) Coup de soleil des PyrĂ©nĂ©es-Orientales prĂ©sente Albert Camus et l´AlgĂ©rie.
L´homme dĂ©chirĂ©. Une confĂ©rence-dĂ©bat animĂ© par Daniel Guerrier.
Confédération Nationale du Travail des Pyrénées-Orientales, 16 novembre 2010
http://www.cnt-f.org/cnt66/spip.php?article476

ConfĂ©rence de Daniel Guerrier : Camus et l´AlgĂ©rie. L´homme dĂ©chirĂ©. L´IndĂ©pendant, 17 novmebre 2010, p. 5
http://tinyurl.com/244u2lu

(19) Ya chahid. Chants patriotiques Algériens 1. Vidéo. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=y3YCnnCaNOY

Algerie - Hymne National Complet (Chant + Texte). Vidéo. Youtube
http://www.youtube.com/watch?v=mHGkAwl7UQY&feature=related

(20) 4.2. Le président Ben Bella (1962-1965). denoel74, 24 avril 2010
http://denoel74.over-blog.com/archive-4-24-2010.html

(21) Ecrits journalistiques d´Albert Camus. ´´MisĂšre de la Kabylie´´, les inoubliables reportages. Par sinistri, Carnets berbĂšres et nordafricains, 1 janvier 2008
http://sinistri.canalblog.com/archives/2008/01/01/7423984.ht ml

"Albert Camus" berbĂšres. Google.fr 172 000 Ergebnisse
http://tinyurl.com/385kz43

(22) Jean Genet, menteur sublime. Tahar Ben Jelloun, Gallimard 2010
http://tinyurl.com/2g8u27k


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