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| Foto: Monsieur Boris |

Olivier Pithon oder: Transatlantiker machen das Geschäft
Wer in www.Google.fr viticulteurs manifestation, Winzer Demonstration bzw. Veranstaltung eingibt, erhält 140 000 Angebote. Von den ersten zehn betreffen sechs die Krise des Weinanbaus im Süden Frankreichs und eine in Cognac, ca. 90 Kilometer nördlich von Bordeaux, wobei manifestation in der Bedeutung von Demonstration gebraucht wird. Eine der Demonstrationen der Winzer richtet sich gegen den Ausbau einer TGV-Strecke . Die letzten drei der ersten Seite handeln von Veranstaltungen zu Wein aus Frankreich (zwei) und der Welt (eine). Ich liste die ersten Worte der ersten zehn Angebote auf:
Stichproben der folgenden Seiten bringen ähnliche Ergebnisse: Protest, Wein vor Rathäuser geschüttet, Schlägereien, Aufstand der armen in ihrer Existenz bedrohten Winzer, die offensichtlich wie kleinere und mittlere Bauern nicht ausreichend teilhaben an den Segnungen der EU-Subventionen für die französische Landwirtschaft.
Der französische Wein in der Krise
Durch die internationale Konkurrenz, die Weine weltweit preiswerter anbieten kann als viele französische Winzer, kommt es zur Gefährdung der Existenz Tausender kleiner Winzer, die sich vom Staat vernachlässigt fühlen und entsprechend protestieren. Hilfe wird vom Staat erwartet, das ist noch ausgeprägter als in Deutschland. Die Hilfe kommt dann auch, wie Anfang 2005, in Gestalt von EU-Subventionen und Unterstützung aus dem französischen Staatshaushalt, um eben einmal 250 Millionen Liter Wein zu destillieren, 80 Prozent davon Qualitätsweine, appellations contrôlées. Derselbe Staat engt Produktion und Vermarktung der Weine durch restriktive Gesetzgebungen und Verordnungen derartig ein, daß die Winzer daran ersticken.
Eine Regierung, die täglich in Verlautbarungen und über ihre Medien Anti-Amerikanismus verbreitet, die deshalb drittklassige Filme wie Fast Food Nation auf dem Filmfestival von Cannes fördert und den Propagandafilm mit Staatsknete umgehend ins Französische übersetzen läßt, sie lebt komfortabel damit, daß zahlreiche Winzer die Produzenten der USA verantwortlich machen für ihre elende Lage, die Coca-colonisation, aber auch Australien und andere Weinanbaugebiete der Neuen Welt sind angeblich schuld. Die Weine dieser erfolgreicheren Konkurrenz werden in übelster Weise heruntergemacht, sie schmeckten wie Fruchtsaft und hätten keine Seele. Der nationalistische rechtsextreme Präsidentschaftskandidat 2007 Philippe de Villiers, vom Mouvement pour la France, begibt sich ans Krankenbett des gebeutelten Patienten. Verteidigung, Unterstützung, Hoffnung und Lösungen erwarten die Winzer von der französischen Politik, vom Staat. Ein weites Feld ist das für Demagogen: Die Konkurrenz der Produkte aus der sogenannten Neuen Welt, die unsere traditionellen Exportmärkte überschwemmen, wird, das ist wahr, wenn nicht ermutigt, so doch wenigstens mit einer unerhörten Passivität vom Staat beobachtet. (1)
Die US-Weinhändler aber tragen zur Vermarktung der französischen Weine bei. Der amerikanische Importeur Gallo vertreibt einen Côtes du Rhône unter dem Etikett Pont d´Avignon. Dieser Name wird vom Bürgermeister Avignons an den amerikanischen Industriellen vergeben, schreibt Blogo Vino. Das bringt Geld ins Stadtsäckel. Der im kalifornischen Palo Alto, im Silicon Valley, ansässige Investor, business angel, Jeff Clavier (You can´t succeed if you don´t try) meint dazu: Mal abgesehen davon, daß "le pont d´avignon" französische Vorstellungen hervorruft, bezweifle ich, daß viele Amerikaner jemals von Avignon gehört haben. Man kann solches von den ungebildeten Amerikanern kaum erwarten, heißt das. Direkt darunter wird auf demselben Blog ein Artikel aus dem Londoner Observer verlinkt über die Krise des französischen Weines, und Zahlen über den Weinkonsum der USA im Jahre 2008 sind gelistet; da werden die US-Bürger mehr Wein trinken als die Italiener und Franzosen. Ihr Konsum steige im Vergleich zu 2003 um 28,6% an. (2)
Alcyon, eine französische Beraterfirma für die Vermarktung von Wein, findet, daß die Amerikaner den Franzosen eine Lektion in Marketing erteilt hätten. Das kann man getrost annehmen, bevor man auch nur eine Zeile des Beitrages gelesen hat. Wer hier in Frankreich an Marketing oder nur an einfaches Verkaufsverhalten im Laden denkt, der weiß wovon die Rede ist. Die Kunden können dankbar sein, daß sie bedient werden. Es ist dabei nicht so wie bei Deutschen, die besser gehorchen oder herrschen als dienen können, sondern in Frankreich will man anscheinend nicht dienen. Die Beziehung geht vom Verkäufer aus, der entscheidet, wann er sich dem Kunden und wie er sich ihm zuwendet. Dem Kunden muß es zunächst gelingen, das Interesse des Verkäufers zu wecken. Wenn er es dann schafft, sein Problem zu dem des Verkäufers zu machen, bekommt er alles, was er will und noch mehr. Als Kundin in Paris habe ich erlebt, daß zwei Verkäufer sich trotz meines Eintretens in den Laden und längeren Wartens weiterhin scherzend und lachend über den Hund des einen unterhielten. Auf meine wirklich freundlich formulierte Vorhaltung, wenn das so weiterginge, käme ich nicht wieder, antwortete der eine: C´est votre choix, Madame ! Das ist Ihre Wahl! Etwa in dem Sinn und mit der Betonung: Wie Sie wollen, bitte sehr, wayne interessiert´s!
Alcyon hält die Einführung des Namens Pont d´Avignon für eine geniale Leistung des amerikanischen Importeurs, der bereits den Wein der Kooperative Sieur d´Arques, aus dem Languedoc, unter dem Namen Red Bicyclette für 10 Dollar/Flasche verkauft und ihn präsentiert auf einer eigenen lustigen Web Site. Dort gibt es einen Franzosen mit traditionellem Beret, der Baskenmütze, er radelt, bepackt mit Baguette-Broten, von denen eines sein Hund erbeutet. Die Site ist sehr liebevoll gemacht. (3)
Mit den beiden Weinen wolle Gallo die USA regelrecht überschwemmen, und es zeige sich damit auf frappierende Art, daß die ausländischen Weinhändler mehr vom Verkauf verstünden als ihre französischen Kollegen. Pont d´Avignon ist gleichzeitig ein historisches Denkmal und das berühmte Kinderlied; das sei auch in den USA bekannt. 5 Millionen Dollar investiert Gallo in die Vermarktung des Weins, der pro Flasche 15 Dollar kosten soll. Der sinnbildliche Widerstand des Dorfes Aniane, im Hérault, dargestellt im Film Mondovino, liege damit weit zurück. In diesem anti-amerikanischen Beitrag zum Festival de Cannes sagt der US-Amerikaner Neal Rosenthal in einem Dialog: "In Bordeaux, the terroir is there, but they´re destroying it. They´re suppressing their terroir. Just as our freedoms are being suppressed here, in the US. People say: "let´s be patriotic, therefore let´s give up our freedoms. Let´s not debate anything anymore. Let´s just accept." Ich habe diesen Film im Freundeskreis gesehen, und alle wußten danach wieder einmal Bescheid. Alles klar? Gegner sind George W. Bush und die US-Regierung. (4)
Die verfehlte Verkaufsstrategie der Winzer, wenn man überhaupt von einer Strategie sprechen kann, ist derjenigen ähnlich, die bei der Bewerbung der Stadt Paris als Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 entwickelt wird. Muffige Präsentation längst vergangenen Glanzes, Idylle der 50er Jahre: die fabelhafte Welt der Amélie Poulain, Medien, die dem Staatspräsidenten Jacques Chirac nach dem Munde reden und schreiben und der Bevölkerung Lügen über die Chancen der Bewerbung präsentieren, und als der erhoffte Zuschlag nicht eintritt, Schuldzuweisungen überallhin: der Sieg sei anders zustande gekommen als durch Olympiageist. Als gallische oder auch deftige Illusionen bezeichnet der UMP-Abgeordnete Pierre Lellouche solche Einstellung in seinem Buch Illusions gauloises. Am 31. März 2006 präsentiert er in Perpignan seine Thesen über die verfehlte Politik des Jacques Chirac. (5)
Einen guten Wein produzieren und ihn verkaufen!
Weine aus dem Roussillon kommen aus 118 Gemeinden des Département Pyrénées-Orientales; sie erstrecken sich über 4800 Hektar in fünf großen Zonen: die Täler der Agly, der Têt und des Tech, den Aspres und den Albères, schreibt der Internet-Exporteur Vin-Export, Libourne. (6)
Während dort manche kleine Winzer wütend sind, demonstrieren, Wein wegschütten und auf finanzielle Zuwendungen vom Staat warten und hoffen, der aber in seinen Plänen wie in der Landwirtschaft mit Sicherheit zunächst die Großen bedenkt, erfahren die Leser des Provinzblattes L´Indépendant von Olivier Pithon, einem 39-jährigen Winzer aus Calce, einem kleinen Ort, 15 Kilometer von Perpignan. Es ist hier ebenso wie schon im Fall der Berichte über den in Venezuela entführten Bürger des Roussillon Christophe Beck, eine Frau bringt Spannung ins müde Blättchen. Im Fall des Christophe Beck ist es Sandra Canal, die im Oktober 2006 für ihren ausgezeichneten Journalismus mit dem Prix Alexandre Varenne ausgezeichnet wird. Olivier Pithon wird interviewt von Marcelle Santa Maria. (7)
Er ist Winzer von Kindheit an. Einen guten Wein zu produzieren, heißt noch lange nicht, ihn auch zu verkaufen. Das wissen alle, nur, was tun?
Olivier Pithon steigert den Verkauf seines Weines der Domaine Pithon in fünf Jahren von 15 000 auf mehr als 35 000 Flaschen, er gilt bei diesen Mengen als kleiner Winzer. Er arbeitet mit zwei Angestellten. Was tun im Zeichen der Krise, die in Frankreich die Winzer trifft? Olivier Pithon verkauft seinen Wein dort, wo er am meisten geschätzt wird, in den USA. Die Journalistin wundert sich, da doch bekannt sei, daß die Amerikaner allein den Bordeaux liebten. Der Winzer stellt vor Ort fest, daß dem nicht so ist.
Ausgehend von einigen Visitenkarten von Importeuren, die er auf dem alle zwei Jahre stattfindenden Salon Vinisud, in Montpellier, kennenlernt, kontaktiert er sie, die sich dort nur ein wenig umgeschaut und Wein anderer Winzer verkostet haben, und kündigt seinen Besuch bei ihnen an: der Wein aus dem Roussillon verkauft sich nicht von allein. Ein halbes Jahr bereitet er seinen Besuch vor, läßt seine Prospekte ins Englische übersetzen und informiert in einer Präsentation mit Text und vielen Fotos ausführlich über sein Dorf, die Domaine Olivier Pithon und die Region. Er vermittelt ein ganz persönliches Image seines Weines, eine Mischung aus Information, Poesie und Überzeugung. Er zeigt, daß er seinen Wein liebt, und daß er die anderen überzeugen möchte, ihn ebenfalls zu lieben. Seinen Kontakten vom Salon Vinisud schickt er Kostproben des Weines. (8)
Während der Vorbereitungszeit spart er mehrere Monate für die einwöchige Reise und heuert einen Dolmetscher an. Dann schnürt er, der kein englisch spricht, sein Ränzel, und reist in die USA. Dort empfängt man ihn merveilleusement, wundervoll! Von den Professionellen des Marketings und einigen Verkäufern abgesehen, haben die meisten noch niemals einen französischen Winzer gesehen; daß einer sie persönlich besucht, finden sie großartig. Er wird mit Fragen überschüttet. Amerikaner lieben die kleinen französischen Familienbetriebe, sie kommen ins Schwärmen.
Sehr schnell wurde mir klar, daß meine Vorstellungen vollkommen falsch waren: weit entfernt von den festen in Frankreich tief verwurzelten Vorstellungen, sind die Amerikaner, die ich getroffen habe, sehr neugierig auf Neuheiten, offen für Experimente, aufmerksam für das, was sie nicht kennen. Die totale Überraschung! Und sie lieben den Wein, haben einen guten Geschmack für Wein, für französischen Wein, das Synonym für Vollendung und Luxusklasse.
Olivier Pithon macht weitere Entdeckungen, über die Falschinformation beispielsweise, daß die Beurteilung der Weine durch den berühmten Robert Parker das Schicksal der Weine und ihres Verkaufs bestimme. Das sei so in Frankreich, nicht in den USA. In Frankreich steigen oder fallen die Preise für Bordeaux-Weine zwischen 10 und 100 Prozent, wenn im Parker die Noten zwischen 50 und 100 vergeben werden. (9)
Die nächste Überraschung: sofort ist von Geld die Rede. Alles wird direkt und ohne jede Heuchelei angesprochen. Das irritiert den Winzer, der eine andere Preispolitik macht, in Abhängigkeit von vielen aus seiner Arbeit resultierenden Faktoren. Ihn interessiere nicht, welchen Preis der Restaurateur oder der Händler realisiert, was nicht heiße, daß er seinen Wein verschleudere, sondern seine Weine seien teuer: sie kosten die Arbeit, die vom Team hineingesteckt wurde. ... Ein guter Bordeaux kann für 200 Euro/Flasche verkauft werden, also, warum unserer nicht?
Der kleine Winzer, durch seine Regierung und die Medien vollgedröhnt mit anti-amerikanischer Propaganda, lernt in einer Woche die ganze Verlogenheit dieser Propaganda kennen, und er lernt das, was ihm hier verschwiegen wird, was er aber benötigt, um mit seiner Familie ein angemessenes Leben als Winzer führen zu können. Er erfährt, daß der Parker keinen Stellenwert hat in den USA, was für ihn bedeutet, daß er sich nicht verstecken muß, sondern daß ihm der US-Markt offensteht, daß die Amerikaner eine andere Vorstellung von Luxus haben als die Franzosen. Sie kaufen, wenn ihnen der Wein schmeckt, eben einmal mit Begeisterung 100 Flaschen. Wenn sie die finanziellen Mittel haben, was dort nicht selten ist, dann geizen sie nicht. Ich habe an der Westküste alles verkauft, sagt Olivier Pithon, und vor einem Monat habe ich mit der Ostküste, New York und Kanada angefangen. Das heißt aber nicht, daß er Kalifornien vernachlässigt, er will diversifizieren, damit er nicht nur einmal verkauft, und das war´s, sondern sich langfristig einen Kundenstamm in Amerika heranzieht. Er kalkuliert ein, daß die Qualität des Weines nicht jedes Jahr gleich ist, und es leicht passieren kann, daß Kunden abspringen. Die Mundpropaganda habe schon begonnen, aber man dürfe da kein Schweigen aufkommen lassen.
Olivier Pithon lernt in den USA, daß seine Nähe zu Barcelona zählt; denn diese erstaunlichen Kunden, Liebhaber des guten Weines, kennen das katalanische Priorat, el Priorato, wie es spanisch heißt, und die dortigen oftmals nur Eingeweihten bekannten kleinen Winzer, im Zentrum von Tarragona, in der Weingegend südlich von Barcelona. Das Geschäft laufe, wenn man sage, das Roussillon liege eine Stunde entfernt vom Priorat. (10)
Solches hat dem Olivier Pithon der fürsorgliche Staat niemals mitgeteilt, dafür alle Gesetze, Regeln und Beschränkungen seines Winzerlebens, und hin&wieder fallen ein paar Euro Subventionen der EU ab. Im francophonen Kanada ("Vive le Québec libre!") liebt man Frankreich, und es verkaufen dort sogar schon vier oder fünf Winzer aus dem Roussillon ihre Weine. Es müßten mehr werden, meint Olivier Pithon, damit das Roussillon und seine Weine bekannt würden: es ist Platz für alle Produzenten, die etwas anderes machen als Durchschnitt. Was Olivier Pithon produziert, zeigt er auf seiner originellen Web Site, wo Weine nach ´ner Kuh benannt sind, Laïs, und nach der Route départementale D 18, der Straße zwischen Calce und dem Col de la Dona, mit Blick auf den Canigou. (11)
Entdeckungen kann ein weltoffener Franzose in Amerika machen! Sie haben kaum etwas gemein mit dem, was den Franzosen von ihrer Politik und den Medien an Propaganda über die USA vorgesetzt wird. Mehr Artikel bitte von den Frauen des Indépendant!
13. Januar 2007
Update
Ich gebe mein Wort, daß ich die Aktion nicht bestellt habe (*irony off*); sie wird nach der Weinlese ausgeheckt. Am 19. Januar 2007 zieht eine Kolonne von fünf Traktoren, drei Kleinlastwagen und einigen Begleitautos mit an die zwanzig friedlichen Winzern, bepackt mit 500 Weinkartons (3 000 Flaschen) aus dem Languedoc-Roussillon, von Montpellier nach Paris, um Abgeordnete der Nationalversammlung und Senatoren sowie Verantwortliche der Supermärkte zu Verhandlungen zu treffen. Sie gehören zum parteiunabhängigen collectif "Paysan toujours", Bauern immer und allzeit! Sie veranstalten einmal mehr, was Google.fr unter viticulteurs manifestations 140 000-fach anbietet: Protest. Sie verteidigen den Wein. Sie wollen von ihrem Wein leben und nicht von Subventionen, die ihnen der Staat in unregelmäßigen Abständen überweist. Hauptschuldige am Elend sind diesmal nicht die Weine der Neuen Welt, sondern es sind die des Nachbarn Spanien, wo mehr Wein verkauft als produziert werde, hygienische und Herkunftskontrollen des in Frankreich anlandenden Weines würden nicht durchgeführt; das haben die Winzer im August bei einer Aktion auf einem von Valencia kommenden Schiff im Hafen von Sète festgestellt.
Sie wollen solche Kontrollen, und außerdem wollen sie, daß der Wein nicht mehr verteufelt, sondern als Nahrungsmittel in die französische Verfassung aufgenommen werde. Hier in der Gegend ist keine Karnevalszeit.
Die Supermärkte verkaufen preisgünstigere Importweine bei gleichzeitiger Erhöhung der Preise für französische Weine. Dagegen suchen die Winzer Hilfe bei den Politikern. Sie wollen keine Subventionen für das Ausreißen von Weinstöcken, sondern vom Verkauf ihres Wein leben, sagen sie denen. Im Languedoc-Roussillon gibt im Durchschnitt jeden Tag ein Winzer auf. Von 1980 bis 1990 sind 160 000 Hektar Weinstöcke ausgerissen worden, die Hälfte der Produktion. Das Languedoc-Roussillon sei besonders betroffen, weil dessen Wein nicht so bekannt sei in der Welt wie Bordeaux und Burgunder.
Diesen Nachrichten, die seit Jahren bekannt sind, lauschen in Paris Abgeordnete der Nationalversammlung der regierenden UMP, anschließend des PC, und im Senat trifft man Vertreter des PS. Am Vorabend gibt es eine Veranstaltung der Confédération paysanne, der Bauern"gewerkschaft", bekannt durch die Maisausreißaktionen des José Bové und seiner Freunde, der Faucheurs volontaires. Das Motto lautet Contre les naufrageurs du vin, gegen die Totengräber des Weins. Künstler und einige Abgeordnete unterzeichnen eine Petition gegen die Totengräber, genannt werden Wein produzierende Länder wie Chile und Neuseeland. Deren Weine würden importiert, in Frankreich fermentiert und als Vins français verkauft. Die Supermarktketten förderten diese Praktiken. (12)
Keiner der Politiker, erst recht nicht jetzt im Wahlkampf, weist die Winzer darauf hin, daß sie mit solchen Aktionen nichts erreichen außer Strapazierung ihrer Nerven, Frust und weitere finanzielle Verluste durch die Kosten der Aktion. Keiner sagt ihnen, daß weder die CAP Agrarsubventionen in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro noch der Europäische Globalisierungsfonds von bis zu 500 Millionen Euro für die kleinen Winzer gedacht ist, sondern beide Fonds sind auf Veranlassung Frankreichs von der EU geschaffen worden für französische Großunternehmen, die durch geschicktes oder gerade durch bewußt ungeschicktes Management als Kandidaten in Frage kommen. (13)
24. Januar 2007
Quellen
(1) Fast Food Nation - MALBOUFFE - Anti-Amerikanismus pur. 24. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-24_18-45-17.html
Villiers au chevet de la viticulture, MPF, 9 février 2006
http://www.pourlafrance.fr/propositions/agriculture/viticult ure.htm
(2) E.&J. Gallo Winery
http://www.gallo.com/
Why France is whining about wine. By Tim Atkin, The Observer, January 30, 2005
http://observer.guardian.co.uk/comment/story/0,6903,1401762, 00.html
Le pont d´avignon américain?? Blogo Vino, 11 février 2005
http://www.blogovino.com/francais/international/index.html
People. Jeff Clavier. ziki. be visible
http://www.ziki.com/people/jeffclavier
(3) Red Bicyclette
http://www.redbicyclette.com/
Leçon de marketing en France par les américains... par leon, alcyon consulting, le blog du marketing du vin, 14 janvier 2005
http://winemarketing.blogs.com/wine_marketing/2005/01/leon_d e_marketi.html
(4) Mondovino. Un film de Jonathan Nossiter. USA/France 2004
http://www.gros-plan.org/soirees/mondovino.htm
Mondovino. Un film de Jonathan Nossiter. Festival de Cannes
http://www.festival-cannes.fr/films/fiche_film.php?langue=60 02&id_film=4183104
(5) Sommer in Frankreich. Abschnitt: Die Olympiabewerbung von Paris JO 2012. 12. Juli 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-07-12_03-52-17.html
Illusions gauloises. 1 avril 2006
http://www.eussner.net/roussillon_2006-04-01_23-23-23.html
(6) Vin-Roussillon. Vin-Export.com
http://www.vin-export.com/fr/cave/listereg/13/Roussillon.htm l
(7) Sandra CANAL de L´INDEPENDANT, pour son reportage intitulé : Génération puissance six ! Lauréats 2006. Fondation Varenne
http://www.famv.com/Concours/concours_PQR-Laureats.htm
(8) Vinisud. Prochaine édition : les lundi 18, mardi 19 & mercredi 20 Février 2008. Montpellier - France
http://www.vinisud.org/
(9) Le diktat de Parker. 75cl.info
http://www.75cl.info/article.10.124.1443.htm
(10) Denominación de Origen Priorat. VinosBodegas.Es
http://vinosbodegas.es/do/priorat/gmx-niv95.htm
(11) Vin à forte typicité: comment s´organiser pour réussir à l´export. Recueilli par Marcelle Santa Maria. L´Indépendant, 11 janvier 2007
http://www.lindependant.com/actui/article.php?num=1168463748
Domaine Olivier Pithon
http://www.domaineolivierpithon.com/
(12) Viticulture : les tracteurs sont entrés dans Paris. Par Catherine Methon, L´Indépendant, 24 janvier 2007, page 16
http://www.lindependant.com/actui/article.php?num=1169582375
Des vignerons et leurs tracteurs vont boire le calice jusqu´à Paris. Par Carole RAP. Libération, 17 janvier 2007
http://www.liberation.fr/actualite/economie/229514.FR.php
(13) Who gets what from the Common Agricultural Policy. framsubsidy.org
http://www.farmsubsidy.org/