

Suha for President!
Liebe Freunde!
Mit Yasser Arafat, diesem vor sich hin verscheidenden "Präsidenten" haben meine Herrin und ich weniger Probleme als mit der Wahl des US-Präsidenten. Im Gegenteil, ihr Gelächter und mein Geblöke über die Farce, die sich im Militärkrankenhaus von Percy mit Hilfe der französischen Regierung abspielt, wollen einfach nicht aufhören. Deshalb traue ich mich, heute mein Geblöke zu veröffentlichen. Diesmal muß ich nicht fürchten, dafür in den Kochtopf oder an den Spieß zu kommen.
Wir sind Zeugen von zur Schmiere verkommener Politik des Jacques Chirac, der immer mitmischen will, obgleich er nicht einmal in der Lage ist, die Ehefrau des Laurent Gbagbo in der Elfenbeinküste dazu zu bringen, ihre Begeisterung für die Evangelikalen der USA zurückzuhalten und brav zu schweigen. Jetzt sieht er sich einer weiteren Frau gegenüber, die nicht Ruhe geben will. Die schafft den französischen Präsidenten genauso wie Lady Gbagbo, wetten?
Ist es nicht wunderbar, wie sich der Krankenhaussprecher General (!) Christian Estripeau wie ein Idiot vorführen läßt? Ein General der französischen Armee, der Armee der Grande Nation! Napoléon dreht sich im Grabe um, blök!
Wie er seine Anweisungen von der fast Witwe Suha Tawil erhält und das ausführt, was sie anordnet, um gemeinsam mit ihrem seit einigen Monaten in Paris wirkenden Freund Muhammad Rashid, dem Finanzberater von Yasser Arafat, bis zu dessen offiziellem Tode den Verbleib von 4,2 bis 6,5 Milliarden Dollar zu regeln?
Muhammad Rashid ist, wie die Financial Times, vom Dezember 1998, berichtet, gemeinsam mit der palästinensischen Telefon-Monopolfirma Paltel zwischen Anfang 1996 und Ende 1997daran beteiligt, von Israel an die PA überwiesene 160 Millionen Dollar des Gaza Employee Pension Fund zu stehlen, wie Beth Goodtree vom israelinsider am 10. November berichtet.
Am Projekt der Suha Tawil arbeitet auch ihr langjähriger Freund und Finanzberater Pierre Rizk, Anfang der 80er Jahre der Geheimdienstchef der chritlichen libanesischen Phalange während des libanesischen Bürgerkrieges. Er ist während der Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern von Sabra und Shatilla in engem Kontakt mit den phalangistischen Milizen, die das Verbrechen verüben, berichtet der Korrespondent der Haaretz Arnon Regular, am 10. November.
Bald ist´s vollbracht. Dann ist auch die französische Staatsanwaltschaft ausgetrickst, die sich um läppische 11,4 Millionen und um irgendwelche weiteren kurz vor dem Abflug von Yasser Arafat nach Paris auf ihr Konto eingezahlten 60 Millionen Dollar schert. So lange wird der bereits Tote in alter orientalischer Tradition warm gehalten, wie es die osmanischen Sultane über Jahrhunderte vormachen, denkt nur an das Ende des Sultans Murad II und die Machtübergabe an seinen Sohn Mehmet II.
Yasser Arafat soll, wie AlJazeera.com am 1. November 2004 weiß, angeblich einen letzten Willen verfaßt haben, in dem er anordnet, die Verfügung über seinen Besitz Familienmitgliedern seiner Frau zu übereignen. Da wären die "Abus" aber Neese, was? Nun kämpfen sie einmal nicht gegen Israel, in dem sie Unglück über dessen Menschen bringen, sondern sie fighten um´s schnöde Geld. Mahmoud Abbas meint doch tatsächlich, die Milliarden gehörten dem palästinensischen Volk. Seit wann das denn? Das palästinensische Volk ist doch bislang bei niemandem dieser Kämpfer von Interesse, oder warum dulden sie jahrelang die Alleinherrschaft und Korruption des Yasser Arafat? Warum hetzen sie Palästinenser in den Tod? Welche Karriere haben sie denn seit Kuwait 1959 hinter sich gebracht? Mord und Terror pflastern ihren Weg.
Das kleine schwarze Büchlein mit den Kontonummern ist nicht mehr aufzufinden. Muhammad Rashid hat es auch nicht. Einen Letzten Willen gebe es nicht, sagt er. Er stellt recht und schlecht - vielleicht aus dem Gedächtnis? - eine Liste von Konten auf. Er meint, wenn er Konten finde, gehöre das Geld der Palästinensischen Autonomiebehörde. In einem Interview mit Al Arabia TV Dubai sagt er am 7. November, dass Yasser Arafat, soviel er wisse, und er arbeite seit 25 Jahren mit ihm zusammen, keinerlei Eigentum besitze, nirgendwo, kein Zelt oder Haus oder Gebäude oder sonst etwas - auch kein Bankkonto, das als persönliches Konto auf den Namen Yasser Arafat bezeichnet werden könnte. Nichts also mit Privateigentum an Hotels in Spanien, Italien, Frankreich, Öesterreich und der Schweiz, keine Aktien in algerischen und tunesischen Telefongesellschaften. Es gibt demnach auch keine Partner des Raïs in Syrien und dem Irak.
Er wisse nichts von einem Letzten Willen - und dann fängt er an zu weinen, kann gar nicht sofort antworten auf die Frage des Journalisten von Al Arabia: "Ich behalte meinen tiefen Glauben an Allah."
Während die Sache mit den Finanzen geregelt wird, und Suha kreischt, wie slate.com am 8. November berichtet, "Suha´s Scream", stehen die Mitkämpfer des Abu Ammar in Paris Schlange und wollen vorgelassen werden zum Raïs. Der gehöre nämlich nicht allein seiner Frau, sondern dem palästinensischen Volk: "Wir kannten Abu Ammar schon, bevor sie geboren wurde", haben sie als Argument. Wer länger lebt, hat noch nicht recht, blök!
Eine Reihe der engsten Vertrauten Yasser Arafats sagt zu allem überhaupt nichts, sein Neffe Nasser Al-Qidwah, Kämpfer und Fatah-Führungskraft, Nabil Abu-Radeina, sein Berater, Ramzi Khouri, der Direktor des Büro des Präsidenten - keiner nimmt irgendwie Stellung. Sie alle warten anscheinend, dass die Verteilung der Finanzen unter den Erben abgeschlossen wird. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.
Derweil geht in der Fatah die Rangelei um die Nachfolge los. Wer könnte diesen großen Staatsmann Yasser Arafat ersetzen, der es wie kein anderer während seines ganzen Kämpferlebens versteht, seine getreuesten Gefolgsleute so gegeneinander auszuspielen, dass nichts von ihnen übrigbleibt, dass sie allesamt Schranzen von Abu Ammars Gnaden sind? Der betreibt schon lange eine "One-man Operation", meint Barry Rubin im Middle East Quarterly, vom Frühjahr 2004. Macht habe der noch nie geteilt. Er verkörpert alles, was die Palästinenser vorzuweisen haben.
Jetzt, da es mit ihm zu Ende geht, ist bis auf die 4,2 bis 6,5 Milliarden Dollar auch die "palästinensische Sache" am Ende. Die Zeit der "Abus" aus Tunesien ist abgelaufen, und nichts Neues ist in Sicht. Marwan Barghouti sitzt im Knast, ohne ihn sind die jüngeren radikaleren Fatah-Kämpfer kopflos. Hamas und Palästinensisch-islamischer Jihad kriegen ohne Yasser Arafat auch nichts zustande außer wildesten Terror, den aber wollen weder die USA noch die EU und est recht nicht Israel weitergeführt sehen. Ja, Abu Ammar kann der EU und den arabischen Petromonarchen vormachen, der Terror wäre Politik, und sie so im Glauben wiegen, sie könnten mit Hilfe des "israelisch-palästinensischen Konflikts" ihren Machtbereich erhalten oder gar ausdehnen, die Nachfolger aber sind dazu nicht geschickt genug. Sie sind entweder im jahrelangen Befreiungskampf ermüdete Weicheier (Abu Mazen, Abu Ala) oder plumpe Gewalttäter.
Abu Lotf, Faruq Al-Qaddumi beispielsweise, geht so weit, von Anfang an allen zu erzählen, dass er gegen die Oslo-Verträge, von 1993, ist. Dennoch übernimmt er den Posten des "Außenministers" in der PLO, schon allein, um dort für Syrien die Stellung zu halten. Er hat keine militärische Ausbildung, zwar ist er bei der berühmten Schlacht von Karameh dabei, aber den Krieg im Libanon, 1982, verbringt er lieber in Europa. Seine Söhne arbeiten bei Pepsi Cola und Citibank, weiß Danny Rubinstein, im Middle East Quarterly, vom März 1996.
Dieser ältliche Abu, Veteran im Fatah-Zentralkomitee, wohnt in Tunis und kommt nur zum Abschied von seinem Weggenossen am 3. November nach Clamart. Man kann aber nie wissen, ob er nicht eine Chance erhält, Abu Ammar zu beerben. Mit Suha versteht er sich nicht mehr sehr gut, so dass er mit Hamas und PIJ gemeinsame Sache machen müßte. Das wäre die permanente Intifada - jedenfalls so lange, bis die israelische Armee den letzten Terroristen beseitigt; denn er äußert der Zeitung Al-Bayan gegenüber in Dubai, im Oktober 2002, dass die PLO Verfassung von 1968 weiter gelte, dass Israel nicht anerkannt würde, die PLO solle den Israelis und ihrem Staat das Existenzrecht wieder aberkennen. Das ist 1996 vom Palästinensischen Nationalrat anerkannt worden, aber nach guter islamischer Art ist´s eine "Hudna".
Ihr seht schon, dank der klugen Politik des Yasser Arafat bleibt ein undurchsichtiges Chaos nach seinem Tode zurück. Sämtliche Mächte der Region sowie die EU, die USA und wer weiß, wer noch, müßten sich wieder voll engagieren, um möglichst optimal von der Lage zu profitieren. Frankreich will sicherlich eine Rendite von der Investition in Yasser Arafat. Die Saudis hätten auch ihre Milliarden lieber nicht in den Wüstensand gesetzt, sondern gern ihre wahhabitische Macht weiter verbreitet, Israel hätte über weitere Jahre und Jahrzehnte Gewalt und Terror zu befürchten, und die USA kämen mit ihrem Plan des "Greater Middle East" nicht mal in die Gänge, geschweige denn weiter.
Darum schlage ich vor - und ich gebe zu, das klingt zunächst befremdlich -, dass Suha Tawil, Witwe Arafat, Präsidentin wird. Es ist nur eine Frage, wie man´s verkauft. Die besten PR-Agenturen der westlichen Welt müßten sich mit den islamischen Religionslehrern und einigen westlichen politischen Beratern zusammentun und ein Konzept ausarbeiten. Den einfachen "Palästinensern auf der Straße" würde sie als seine liebende Witwe, die nächste Angehörige ihres geliebten Landesvaters und Mutter seiner Tochter angedient, den fortschrittlichen Frauen als Vorbild, sich wie sie ohne Kopftuch, in Pariser Modellkleidern und mit gefärbten Haaren zu präsentieren, und den orthodoxen Christen als Hoffnung, dass Minderheiten im Land geduldet werden. Den für die Finanzen verantwortlichen PA-Mitarbeitern könnte sie einige Milliarden, vielleicht drei? rüberreichen, so dass sie die öffentlich Bediensteten bezahlen. Sie, mit ihrer bei orientalischen Männern so beliebten üppigen barocken Gestalt wäre auch gut geeignet, die Petromonarchen zu bezirzen, weiterhin großzügig Millionen Dollar abzudrücken. Die saudischen "Wohlfahrtsorganisationen" verdienten so endlich ihren Namen, und wären nicht mehr dazu da, Terrororganisationen und -aktionen zu alimentieren und den Familien der Suizidterroristen ein Auskommen zu sichern.
Der französischen Regierung müßte sie natürlich aus ihrer Privatschatulle die Kosten für Transport und Aufenthalt ihres verstorbenen Mannes ersetzen, und bei Jacques Chirac könnte sie sich vielleicht zusätzlich erkenntlich zeigen, in dem sie ihn in ein Luxushotel am Strand von Gaza einlädt.
Blök!
Euer Schaf
Kurfürst
10. November 2004 - ergänzt um die Information über Pierre Rizk und die u.a. Links,
am 11. November 2004
Yassir Arafat: 1929-2004. HonestReporting´s biography, with links to important sources, including Arafat´s Dark Legacy, 1-minute online film. HonestReporting.com
http://www.honestreporting.com/articles/45884734/critiques/Y assir_Arafat_1929-2004.asp
Dean´s Rant. Front Page: Arafat Still Dead.
The Indepundit, June 2002/ November 10, 2004
http://www.indepundit.com/archive2/2004/11/arafat_still_de_1 .html