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Was das Schaf zu blöken hat...Was das Schaf zu blöken hat...

Polygamie - die Lösung für 10 Millionen einsamer Frauen!

Liebe Freunde!

Ich will Euch nicht übermäßig langweilen mit Vorschlägen aus aller Welt zur Polygamie, meine Herrin sieht es nicht gern. Sie kann dabei so giftig werden, daß ich um mein täglich Büschel Heu und mein Schälchen lauen Wassers fürchten muß - und fernsehen darf ich erst recht nicht mehr, wenn sie wütend ist. Ich aber will am Montag die 80. Folge der Telenovela Sturm der Liebe sehen; erwartet also bitte von mir keine herausragenden Obszönitäten.

Für Spanien habe ich Euch die Polygamievorschläge schon vor einem Jahr geblökt und dabei auch mal in andere Länder geblinzelt. (1)

Ich dachte, damit wäre das nun erledigt, aber nein, nun meinen russische Männer, sie müßten der Polygamie eine Lanze brechen. Es sind nämlich immer Männer, die solche Vorschläge unterbreiten. Sie wollen unbeschränkte Macht über die Frauen ausüben, sich nicht für eine entscheiden, sondern anbauen, die alte behalten, eine neue und noch eine neue dazu nehmen - und vielleicht eine vierte.

Im Falle Rußlands machen zwei Männer diesbezüglich von sich reden: der Held der Russischen Föderation Ministerpräsident Ramzan Kadyrov, Jahrgang 1976, im besten Alter, aus dem wahhabitischen Tschetschenien, und der dreißig Jahre ältere rechtsradikale Wladimir Schirinowski, ebenfalls im besten Alter; denn Männer sind für Abenteuer aller Art mit Frauen immer im besten Alter. (2)

Wladimir Schirinowski will 10 Millionen Frauen in die Knechtschaft führen, als zweite und dritt-vierte Ehefrauen. Die wären dann nicht mehr so einsam. Als wenn diese Frauen nicht froh wären, endlich die in Rußland bekannte Dreifachbelastung Ehe, Kinder, Beruf los zu sein: nascha mama wdomje otecha (oder so ähnlich), die Lektion haben zu sowjetischen Zeiten alle Russischanfänger lernen müssen. Wenn Mama im Erholungsheim ist, dann sind Groß- und Klein-Iwan aufgeschmissen, sie kriegen kein gebügeltes Hemd samt gálstuk und kein butterbrot für die Schule. Das soll nun anders werden. Ist Mama Nr. 1 nicht da, bleiben Nr. 2, 3 und 4. Der Mann und die Söhne sind nicht mehr einsam und verlassen, für sie wird immer gesorgt. Noch in diesem Frühjahr will Wladimir Schirinowski es ermöglichen, daß zweite und dritte Ehen möglich sind, ohne daß die erste aufgelöst wird. Er nennt das eine Verbesserung des Familiengesetzes. Gegen die Entrechtung der Frauen sowie gegen die mit der Einführung der Polygamie einhergehende weitere Islamisierung Rußlands hat der Politiker nichts einzuwenden, Islamisten und Rechtsradikale verstehen sich allzeit bestens, wie auch die Geschichte des Großmuftis von Jerusalem Hadj Amin al-Husseini und seiner Nazifreunde lehrt. (3)

Was scheren sich diese Männer um die Würde der Frauen. Wladimir Schirinowski bestimmt, daß 10 Millionen unverheirateter Frauen einsam sind. Er schließt von sich auf andere. Hilflos wäre er, wenn ihm seine Angetraute nicht das Essen, sein Kwas und die Pantoffeln brächte. Blök!

Polygamie gibt es in Europa schon allerorten. Ob der beliebte linksradikale Rundfunkjournalist Daniel Mermet sich zu einer afrikanischen Familie in einem Vorort von Paris begibt, wo er mittels eines Dolmetschers das Familienoberhaupt und dessen zwei Ehefrauen begrüßen kann, ob das Norwegische Direktorat für Einwanderung (UDI) im Jahre 2005 meldet, die Polygamie werde immer beliebter, oder ob in Deutschland ein Iraker für seine zweite Ehefrau durch die auf zwanzig Seiten begründete Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts von Rheinland-Pfalz eine Aufenthaltsbefugnis erhält, wie Henryk M. Broder in seinem Spiegel-Artikel zitiert: Die Klägerin kann ... die Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis verlangen, da es sich um eine auch hier als rechtswirksam anerkannte Mehrehe handele. Der arme Autor verirrt sich dabei in abenteuerliche Phantasien über ungeahnte Möglichkeiten für deutsche Männer: das Ende der Einehe ist in Sichtweite. Zum Glück braucht schaf sich dem nicht im einzelnen auszusetzen, weil die Phantastereien jetzt für 0,50 Euro zu erwerben wären, die aus der Tasche meiner Herrin zu klauen schier unmöglich und auch nicht angebracht ist. (4)

Ich habe Euch, liebe Freunde, in meinem Geblöke über Polygamie oder Monotonie? schon zahlreiche Beispiele aus westlichen Demokratien genannt, aus Spanien, Deutschland, aus den USA und aus Kanada. Dabei komme ich gern auf Daniel Pipes und Khalid Durán zurück, die schon im August 1993 ganz unschuldig vorschlagen:

Die Scharia anzuwenden, würde den Männern erlauben, sich scheiden zu lassen, wann sie wollen, die Kinder zu behalten und der geschiedenen Frau den Unterhalt zu verweigern. Sie würde ebenfalls die Polygamie für Männer gesetzlich zulassen. Das wirft eine weitere Frage auf: wenn Muslime den islamischen Familiengesetzen unterworfen sind, warum dann nicht auch ihren eigenen Strafgesetzen, einschließlich das Handabhacken bei Dieben und die Steinigung von Ehebrechern? (5)

Blök!
Euer Schaf
monogamer Heidschnuckenbock (mangels Gelegenheit )

20. Januar 2006

Quellen

(1) Polygamie oder Monotonie? 15. Februar 2005
http://www.eussner.net/schaf_2005-02-15_23-08-46.html

(2) The hero of our time - Kadyrov Jr., by Elena Lyubarskaya, Chechen State News Agency, January 10, 2005
http://www.chechenpress.co.uk/english/news/2005/01/10/12.sht ml

Schirinowski, Wladimir Wolfowitsch. Von Monika Kirschner, Lexikon Rechtsextremismus
http://lexikon.idgr.de/s/s_c/schirinowski-wladimir/schirinow ski-wladimir.php

(3) Russland: Politiker wollen Polygamie einführen. kath.net, 19. Januar 2006
http://www.kath.net/detail.php?id=12606

(4) Vom Islam lernen heißt heiraten lernen!, Henryk M. Broder, Spiegel-Online, 6. April 2004
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,294227,00.html

(5) Muslims in the West: Can Conflict Be Averted? I. Separatism. By Daniel Pipes and Khalid Durán. United States Institute of Peace. August 1993
http://www.danielpipes.org/article/232


Quelle: http://www.eussner.net/schaf_2006-01-20_00-15-04.html
Copyright © by Gudrun Eussner | 21.11.2008, 10:29 Uhr