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Le Roussillon insolite (Anklicken zum Vergrößern)
Foto: Monsieur Boris
Le Roussillon insolite

Frankreich. Linksradikale Israelfeinde protestieren in Sète

Die Liebe der Franzosen des Midi zu den Palästinensern zeigt sich in immer neuen Variationen. Mal pflanzt die Intifada-Kämpferin Hind Khoury in Bages, bei Narbonne, einen Olivenbaum, mal soll die Ansiedlung von AGREXCO, einer israelischen Agro-Firma, im Hafen von Sète verhindert werden. (1)

Politically Incorrect berichtet dar√ľber, am 23. Juni 2009, unter dem Titel S√®tes Kampf gegen die israelische Landwirtschaft. (2)

Bei den emp√∂rten Gutmenschen handelt es sich um die f√ľr ihren Juden- und Israelha√ü bekannten Linksradikalen des Parti Communiste (PCF), des Nouveau Parti Anticapitaliste (NPA) und der Gr√ľnen/√Čcologistes, die mit ihren Pal√§stina-Solidarit√§tsvereinigungen antreten, die Regierung der Region daran zu hindern, durch die Einrichtung eines neuen Fr√ľchte-Terminals in S√®te 200 neue Arbeitspl√§tze zu schaffen. Kommentator renato meint dazu lapidar: Pas de probl√®me, cette soci√©t√© ira s´installer √† Barcelone ou √† G√™nes, et les emplois seront perdus pour la r√©gion. Kein Problem, diese Gesellschaft wird sich in Barcelona oder Genua ansiedeln, und die Arbeitspl√§tze sind f√ľr die Region verloren.

Um welche ideologisch motivierte Heuchelei es geht, sieht man daran, da√ü die israelische Firma AGREXCO seit mehr als 35 Jahren unbeanstandet in Marseille ans√§ssig und t√§tig gewesen ist. Schon seit Anfang Januar 2009 aber arbeitet AGREXCO nicht mehr mit dem Hafen von Marseille zusammen, sondern verl√§√üt laut der kommunistischen Gewerkschaft CGT den Hafen zugunsten des italienischen Hafens von Vado. Weder AGREXCO noch der Hafen von Marseille geben die Gr√ľnde daf√ľr bekannt, die liest man in den Kommentaren zum Artikel: MERCI la CGT ! f√ľr Streik und Blockaden, ich kenne einige ernsthafte Dockarbeiter, die ihr Geld verdienen, aber sie sind leider in der Minderheit auf den Arbeitsstellen. Schon Mitte Januar ist bekannt, da√ü die israelische Firma Marseille definitiv verlassen und sich in zwei Jahren in S√®te ansiedeln will. (3)

Jetzt wachen die Pal√§tinenserfreunde auf, und der PCF ist vorn im Kampf gegen die Ansiedlung in S√®te, die Partei, zu der die CGT geh√∂rt. Angegriffen wird vor allem der juden- und israelfreundliche Sozialist Georges Fr√™che. Der 70 Jahre alte Pr√§sident des Regionalrats von Languedoc-Roussillon und des Gro√üraums Montpellier, Honorarprofessor f√ľr R√∂misches Recht, hat sich schon mehrfach bei den linksradikalen Pal√§stinenserfreunden unbeliebt gemacht. Google.fr bietet 85 300 Links zu den Suchw√∂rtern georges fr√™che juif.

Ich in Perpignan, in der Hauptstadt des Roussillon, in Nord-Katalonien, verfolge die Entwicklung mit Interesse, und das weniger aus Liebe zum Hafen, Marseille, Vado, Sète, sondern weil die Palästinenserfreunde in höchstem Alarm sind.

Meine beiden Provinzbl√§tter L´Ind√©pendant und Midi Libre berichten vom Ort des Geschehens, vor dem Verwaltungsgeb√§ude des Regionalrats wird ein Transparent entrollt NON √† AGREXCO. Georges Fr√™che verliest eine Erkl√§rung, und Robert Kissous, von der bestens in die Propaganda der Pal√§stinenser integrierten Association France Palestine solidarit√© 34, einer der Sprecher des ca. 80 Vereinigungen umfassenden Anti-AGREXCO-Kollektivs (sic!) antwortet, Georges Fr√™che k√∂nne nicht f√ľr die Errichtung eines Pal√§stinenserstaates sein und diese Gesellschaft unterst√ľtzen, die Fr√ľchte und Gem√ľse auf besetztem Gebiet produziere. Er wendet sich auch gegen das "undemokratische" Verfahren, das die Vereinigungen aus angeblichem Platzmangel von einer Sitzung des Regionalrates ausgeschlossen h√§tte.

Georges Fr√™che bedauert, da√ü das Kollektiv sich nicht habe von ihm empfangen und informieren lassen, aber das w√§re nicht √∂ffentlichkeitswirksam gewesen, und Tatsachen z√§hlen eh nicht, wenn Ideologen die Wahrheit kennen. Die Situation ist derartig gespenstisch, da√ü sogar eine Frau aus dem Groupe √Čcologiste, der Umweltgruppe des Jos√© Bov√©, sich gegen die Demonstranten wendet, worauf "l´√©lectron libre", das freie Elektron der √Čcolos Silvain Pastor, Abgeordneter des Gard, die israelische Firma einsch√§tzt als "bewaffneten Arm der israelischen Regierung" und den Georges Fr√™che als Diktator, der sein wahres Gesicht gezeigt habe, und das nur, weil er es nicht zugelassen hat, da√ü eine Horde von Vertretern 80 israelfeindlicher Vereinigungen die Sitzung des Regionalrates st√ľrmt und umfunktioniert. Jemand dreht dem Geiferer den Saft des Mikrofons ab, so da√ü die √Ėffentlichkeitswirkung doch arg reduziert ist.

Der Kommunist Jean-Paul Bor√©, Vizepr√§sident der Region Languedoc-Roussillon, bef√ľrwortet nicht die Ankunft illegaler Produkte, die aus israelischen Kolonien von Pal√§stina kommen, seine Partei "fordert, da√ü die durch die EU vorgegebenen Regeln genauestens eingehalten werden." Er behauptet, Produkte aus den israelischen Siedlungen der besetzten Gebiete d√ľrften nach EU-Recht nicht eingef√ľhrt und Produkte aus den besetzten Gebieten nicht als israelisch ausgezeichnet werden. Auf der Suche nach den entsprechenden Vereinbarungen zwischen der EU und Israel hat man Schwierigkeiten mit den Suchbegriffen aus den Erkl√§rungen des Jean-Paul Bor√©, weil es so nicht stimmt, wie er es behauptet. Die nicht als israelfreundlich bekannte BBC berichtet, da√ü die G√ľter nicht mehr zollfrei eingef√ľhrt werden d√ľrfen, sie seien entgegen den Protesten der Siedler nicht eingeschlossen in das Handelsabkommen aus dem Jahr 2000: (4)

As part of the new accord, Israel will mark export goods to the EU with a town of origin as well as the nationality, an Israeli official said. There would then be an EU customs duty to pay on items made in the occupied Palestinian territories. Als Teil des neuen Abkommens wird Israel Exportg√ľter in die EU mit der Stadt ihrer Herkunft und der Nationalit√§t deklarieren, sagte ein israelischer Beamter. Es w√ľrde dann eine EU-Steuer auf in den besetzten pal√§stinensischen Gebieten hergestellte Artikel zu zahlen sein. Man k√∂nnte Israel allenfalls vorwerfen, die Waren nicht entsprechend ihrer Herkunft zu deklarieren, um somit Z√∂lle zu umgehen. Das generelle Verbot einer Einfuhr ist nirgends festgelegt. Ebenso fehlt eine nach internationalem Recht verbindliche Definition illegaler Siedlungen. Der Begriff ist strittig zwischen Israel und der EU.

Auf der offiziellen Website der EU liest man es so, wie die BBC berichtet - und mit einem Klick kommt man zum französischen Text, so daß Jean-Paul Boré es hätte wissen können. (Der französische Text ist nicht mehr online, der englische unter neuem Link): (5)

Products originating in the Israeli settlements in the West-Bank, Gaza Strip, East Jerusalem and the Golan Heights are not entitled to benefit from preferential tariff treatment under the EU-Israel Association Agreement. These products must carry proofs of origin made out in Israel that show the name of the city, village or industrial zone where production conferring originating status has taken place. More details on these regulations in the Official Journal of the EU.

Les produits provenant des colonies isra√©liennes de Cisjordanie, de la bande de Gaza, de J√©rusalem-Est et du plateau du Golan ne peuvent pas b√©n√©ficier du r√©gime tarifaire pr√©f√©rentiel pr√©vu par l´accord d´association UE-Isra√ęl. L´origine de ces produits doit √™tre attest√©e en indiquant le nom de la ville, du village ou de la zone industrielle de production. Pour en savoir plus, consultez le Journal officiel de l´UE.

Jean-Paul Bor√©, einer der Sprecher des PCF im Kollektiv Anti-AGREXCO, deutet schon einmal an, was die israelische Firma vom "Transmissionsriemen der Partei" zu erwarten hat; denn f√ľr die Gewerkschaft CGT hei√üt das, sich nicht f√ľr die Schaffung von 200 Arbeitspl√§tzen in S√®te einzusetzen, sondern den Befehlen der Partei zu gehorchen: (6)

Ferner m√ľ√üten s√§mtliche Organisationen, vor allem die Gewerkschaften, statt das "naturw√ľchsige Gebild der proletarischen Bewegung" (16; 322) zu bleiben, von oben betriebene Transmissionsriemen der Partei werden, mit deren Hilfe sie die Aktivit√§ten der Klasse mobilisiere. Die Arbeiterklasse, und sp√§ter auch "das gesamte Volk", m√ľ√üten in politisch-ideologischer Einheit und Geschlossenheit "fest um die Partei vereint" werden.

Jean-Paul Bor√© verk√ľndet seine Interpretation der Lage auch auf seiner Website, die Einfuhr von Produkten aus den israelischen Kolonien der besetzten Gebiete habe die EU verboten, sie d√ľrften auch nicht als israelisch bezeichnet werden. Die Solidarit√§t der kommunistischen Abgeordneten des Languedoc-Roussillon mit dem um die Anerkennung seiner Rechte k√§mpfenden pal√§stinensischen Volk sei total, aber auch die gegen√ľber den fortschrittlichen israelischen Kr√§ften, die sich t√§glich f√ľr den Frieden einsetzten. Sie beruht auf Prinzipien: zwei V√∂lker - zwei Staaten, umgehende Beendigung der Kolonisierung, Respekt f√ľr die Resolutionen der UNO und des europ√§ischen Rechtes. Ob er damit auch den endlich f√§lligen Respekt der Araber f√ľr die UN-Resolution Nr. 181, vom 29. November 1947, zur Gr√ľndung eines j√ľdischen Staates an der Seite eines arabischen meint, geht nicht aus der Erkl√§rung hervor, es ist aber anzunehmen, da√ü dieser Abgeordnete nichts h√§lt von der Staatsgr√ľndung Israels. (7)

Er und zwei weitere kommunistische Abgeordnete aus dem Herault seien vor kurzem in Pal√§stina und in Israel gewesen, um Solidarit√§t durch St√§dtepartnerschaften zu entwickeln. Dar√ľber seien anschlie√üend Konferenzen abgehalten worden. Die Kairoer Rede des Barack Hussein Obama schl√§gt sich unmittelbar nieder in der Politik des Jean-Paul Bor√© gegen√ľber der Firma AGREXCO; er bezieht sich darauf und meint: Unsere Solidarit√§t mit dem pal√§stinensischen Volk und den israelischen Friedenskr√§ften mu√ü sich noch kraftvoller ausdr√ľcken. (8)

So schadet der US-Pr√§sident den Interessen Israels, wo er kann. Mit seiner Rede voller L√ľgen, Tatsachenverdrehungen und Behauptungen hetzt er nicht nur die "drei Kreise" in den islamischen Staaten auf, sondern auch die Linksradikalen der westlichen Welt. (9)

Knapp 800 Demonstranten protestieren gegen die Schaffung von 200 Arbeitspl√§tzen in S√®te, so kann man die Bambule zusammenfassen. 35 Widerst√§ndler vom Collectif R√©sistance N√ģmes sind zu Fu√ü nach Montpellier aufgebrochen, immerhin mehr als 50 Kilometer Marsch, und auf dem Foto sieht man, um wen es sich handelt, um Muslime, darunter drei Frauen mit Kopftuch. Ich bezweifle, da√ü diese Frauen mitgewandert sind. Der Sprecher des Kollektivs Nabil Ennasri erkl√§rt: "Dieser Umzug ist auch gegen die Apartheid in Pal√§stina ... Der Kampf gegen AGREXCO ist ein Symbol zur Anprangerung der tragischen Situation eines Volkes, das nicht √ľber sein Territorium verf√ľgen kann. Das internationale Recht wird verh√∂hnt." (10)

Wer Nabil Ennasri ist, teilt Midi Libre nicht mit, dazu mu√ü man die Website der Salafisten Oumma.com befragen. Er ist Diplom-Politikwissenschaftler der Universit√§t Aix-en-Provence und zur Zeit Student der islamischen Theologie am Institut Europ√©en des Sciences Humaines (IESH), dem Europ√§ischen Institut f√ľr Humanwissenschaften, in Ch√Ęteau-Chinon. (11)

Worum es sich bei diesem Institut handelt, kann man in meinem Artikel Mustapha Ch√©rif bei Papst Benedikt XVI nachlesen, nach Quelle Nr. 23: Das IESH ist ein privates Institut des Hochschulunterrichts in den Spezialgebieten der islamischen Theologie, der Scharia, der arabischen Sprache und des Koranlernens, zur Ausbildung von Imamen und Erziehern. Das Institut wird gef√ľhrt von der den Muslimbr√ľdern nahestehenden fundamentalistischen Union des Organisations Islamiques de France (UOIF), der franz√∂sischen Zweigstelle der Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE), der Organisations Islamiques d¬īEurope (UOIE). (12)

Sinnigerweise hei√üt der Versammlungsort der Demonstranten Place de la Com√©die, wo gleichzeitig eine Demonstration f√ľr die iranische Opposition stattfindet. "70 Prozent der Produkte von AGREXCO stammen aus den Kolonien des Jordantales," wettern die Mitglieder der Association France-Palestine, die sich im Demonstrationszug befinden. "Eine solche Handlung ist eine Verneinung des Existenzrechtes eines pal√§stinensischen Staates." Die Union juive fran√ßaise pour la paix, die franz√∂sische j√ľdische Union f√ľr den Frieden, unterst√ľtzt die Demonstranten und ruft zum Boykott auf. "Solange der Staat Israel die Menschenrechte nicht respektiert, weigern Sie sich, seine Waren zu kaufen." Jean-Paul Bor√©, der sich in der Regionalratssitzung befindet, meint, da√ü "AGREXCO sich den Regeln des internationalen Rechts zu unterwerfen hat."

Derweil ruft Georges Fr√™che, der drei Gewerkschaften, darunter die dem PS nahestehende CFDT sowie die Besch√§ftigten des Hafens von S√®te auf seiner Seite wei√ü, und der das Projekt der Ansiedlung von AGREXCO in S√®te immer unterst√ľtzt hat, zur M√§√üigung auf; er wiederholt, da√ü er ein eiserner Anh√§nger eines pal√§stinensischen Staates sei. (13)

Die Kommentare sind interessant; sie zeigen, da√ü in Frankreich - und bei uns im S√ľden - nicht alle Leute unzurechnungsf√§hig sind. Auch hier wirft einer ein, vielleicht derselbe wie im Ind√©pendant, da√ü AGREXCO dann eben nach Barcelona oder Genua gehe. Ein anderer meint, da√ü die Behandlung der Pal√§stinenser in den besetzten Gebieten nicht akzeptabel sei, aber in T-Shirts und Jeans zu demonstrieren, ohne sich zu fragen, ob sie in China, Korea, Indien oder Pakistan hergestellt worden seien, manchmal von Kindern, das sei widerspr√ľchlich. Er macht sich weitere Gedanken √ľber die Ethik der Demonstranten. Er meint, die ganze Aufregung sei nichts als politisches Gez√§nk um den Hafen und seine Verwaltung. Die Kommentatoren erinnern im Zusammenhang mit den 200 Arbeitspl√§tzen an die Arbeitslosigkeit, und auch daran, da√ü es Ausbeutung von Arabern in Spanien gebe, aber das ist wenigstens nicht auf Gebiet, das den Pal√§stinensern gestohlen worden ist. (14)

W√§hrend sich die Linksradikalen und ihre arabischen Mitstreiter noch austoben, unterzeichnen Georges Fr√™che f√ľr den Hafen S√®te und Jordi Valls i Riera f√ľr den Hafen Barcelona in Montpellier einen Vorvertrag √ľber ein Abkommen der Zusammenarbeit der beiden H√§fen.

Das Asiengesch√§ft geht zu 75 Prozent √ľber die H√§fen des europ√§ischen Nordens, nur 25 Prozent √ľber S√ľdeuropa. Das Mittelmeer solle ein logistischer Anlaufplatz werden, nicht S√®te sei der Konkurrent von Barcelona, meint Jordi Valls i Riera, sondern Nordeuropa. An 800 Kilometer Atlantikk√ľste w√ľrden 40 Millionen Container pro Jahr verladen, w√§hrend an 800 Kilometern Mittelmeer nur sechs Millionen verladen w√ľrden. Georges Fr√™che fragt: "Kann man ihnen n√ľtzlich sein, in Genua und Barcelona? Der Hauptkonkurrent von S√®te ist Marseille. Man kann als Unterst√ľtzung f√ľr Barcelona und Genua arbeiten." So sieht es auch die Gewerkschaftsgruppe der CGT des Hafens von Marseille und vertreibt AGREXCO. Jetzt darf man abwarten, wohin die Gewerkschaftsgruppe der CGT des Hafens von S√®te sie mit Hilfe der zum Anti-AGREXCO-Kollektiv zusammengeschlossenen 80 linksradikalen und Pal√§stinenservereinigungen vertreibt. (15)

Sage niemand, f√ľr meine Unterhaltung im Roussillon sei nicht gesorgt, das wunderbare Festival Pablo Casals, vom 26. Juli bis 13. August 2009, gibt´s als Dreingabe f√ľr diejenigen, f√ľr die Musik nicht haram ist. (16)

26. Juni 2009

Update

Georges Fr√™che kann ja nur die Wut der Linksradikalen und ihrer arabischen Freunde auf sich ziehen; er und die B√ľrgermeisterin von Montpellier H√©l√®ne Mandroux nehmen wie schon im letzten Jahr in Grammont teil an den Feiern zum Jerusalemtag. Der Midi Libre l√§√üt das Wort J√©rusalem vor Schreck aus dem Titel weg. Der Jerusalemtag steht unter dem Motto "J√©rusalem capitale √©ternelle du peuple juif", Jerusalem, die ewige Hauptstadt des j√ľdischen Volkes. Eine Debatte findet dort statt zwischen dem Historiker und Journalisten David Shapira und dem zu einigen Konferenzen in Europa weilenden St√©phane Juffa, Chefredakteur der israelischen Metula News Agency (Mena) und Beobachter des Nahostkonflikts von seinem B√ľro an der libanesischen Grenze aus. Von der Redaktion aus kann er die Hezbollah-Terroristen sehen, wie sie unter den Augen der UNIFIL Waffen transportieren und lagern, ich habe dar√ľber berichtet. (17)

Er und die Mena sind es auch, die den Fall des Pallywood-Theaters um den pal√§stinensischen Jungen Mohammed al-Dura zuerst ver√∂ffentlicht haben, und nicht etwa die n√ľtzliche Schelmin Esther Shapira oder gar der zum eigenen Ruhme durch die Weltgeschichte tingelnde Philippe Karsenty. (18)

Soweit zum Thema Georges Fr√™che. Wenn man nun die Lage der H√§fen des Mittelmeeres betrachtet, so wird die Infamie der "Freunde des Camps von Bin Laden", wie Georges Fr√™che sie nennt, erst richtig deutlich. Die Gesch√§fte des Hafens von Barcelona sind im Mai 2009 um 34 Prozent weniger als im Mai 2008. Der Einbruch von einem Jahr zum anderen betr√§gt 25 Prozent. Die Hafenverwaltung senkt die Tarife f√ľr Containerschiffe. (19)

Der Kommentator, der meint, AGREXCO k√∂nne nach Barcelona ausweichen, kennt die Zahlen wahrscheinlich. Der jahrelang von Barcelona betriebene Plan f√ľr ein Projekt eines Trockenhafens von B√©ziers, einem mit dem Hafen verkoppelten Containerterminal, wird auf Betreiben von Georges Fr√™che nicht weiterverfolgt. Ich habe es im Midi Libre gelesen, es ist leider nicht online. Der Hafen von S√®te kann froh √ľber jeden sein, der sich dort niederl√§√üt. Wie verblendet m√ľssen der PCF und sein "Transmissionsriemen" sein, das nicht zu sehen. Die Revoluzzer der Olivier Besancenot, Daniel Cohn-Bendit und Jos√© Bov√© will ich gar nicht erw√§hnen, so wenig wie die ausf√ľhrenden Organe der gut dotierten Muslimvereinigungen.

Mit welchem Recht maßen sie alle sich an, dem Hafen von Sète seinen wirtschaftlichen Erfolg zu reduzieren - vom Ruf gar nicht zu reden?

Georges Fr√™che setzt derweil auf die Unterst√ľtzung Barcelonas f√ľr den TGV zwischen Barcelona und N√ģmes, der auch durch Perpignan f√ľhrt: "Man sollte keine Linie Saragossa-Toulouse hervorholen, die Katalonien und Languedoc-Roussillon meidet ... Die Interessen unserer beiden Regionen sind miteinander verbunden, und die Bedrohungen sind zahlreich." Kreuzfahrtschiffe zwischen Genua und Barcelona sollten zwei oder drei Tage anhalten in S√®te, damit die Passagiere das Languedoc-Roussillon kennenlernen k√∂nnen.

F√ľr diejenigen, die franz√∂sisch verstehen, erkl√§rt Georges Fr√™che in einem Video von knapp drei Minuten, worum es geht, um das Gebiet zwischen Montpellier und Perpignan. Dazu sollten die Katalanen des Nordens und des S√ľdens zusammenarbeiten. Dominique de Villepin h√§tte in Barcelona eine Schiffsroute verhandelt, die √ľber die Wahlkreise von St-Jean-de-Luz der Mich√®le Alliot-Marie, Bordeaux des Alain Jupp√© und Poitou-Charentes des Jean-Pierre Raffarin reiche; alles hochrangige Parteifunktion√§re der UMP und ehemalige Ministerpr√§sidenten, Mich√®le Alliot-Marie, incontournable, ist vom Verteidigungsministerium √ľbers Innenministerium inzwischen im Justizministerium angekommen. Von Aufruhr und Demonstrationen der Linksradikalen dort habe ich nichts vernommen, die richten sich vornehmlich gegen Georges Fr√™che. (15)

Am Sonntag wird Jean-Paul Alduy, vom Parti Radical, der √§ltesten Partei Frankreichs, wahrscheinlich zum B√ľrgermeister wiedergew√§hlt. Die Partei ist mit der UMP im Regierungsb√ľndnis. Ob das den Projekten der Mittelmeerh√§fen Barcelona und S√®te zus√§tzlich n√ľtzt, und ob man die Destruktionsversuche der israelfeindlichen Linksradikalen und Pal√§stinenserfreunde erfolgreich in die Schranken weisen kann, wird man sehen. (20)

27. Juni 2009 / 3. November 2009 - Aktualisierung im Bereich der Quelle Nr. 5

Quellen

(1) Frankreich und die Palästinenser. Eine Liebesgeschichte. 14. Juni 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-06-14_01-29-06.html

AGREXCO. Carmel
http://www.agrexco.co.il/en/home.asp

(2) Sètes Kampf gegen die israelische Landwirtschaft, Politically Incorrect,
23. Juni 2009
http://tinyurl.com/lq2brf

(3) Agrexco devrait quitter le port. La Provence, 22 janvier 2009
http://tinyurl.com/nt6gbh

(4) EU deal in ´Made in Israel´ row, BBC News, August 5, 2004
http://www.bilaterals.org/article.php3?id_article=343

(5) Bilateral Trade Relations. Occupied Palestinian Territory.
European Commission (neuer Link)
http://tinyurl.com/yhly453

Bilateral Trade Relations. Territoires palestiniens occupés.
Commission européenne (Link nicht mehr online)
http://ec.europa.eu/trade/issues/bilateral/countries/palesti ne/index_fr.htm

(6) Walter Rösler: "Historische Mission der Arbeiterklasse"? marx-forum.de
http://www.marx-forum.de/philosophie/begriffe/begriffe_m/mis sion.html

(7) Die Antwort der Delegation der arabischen Staaten auf die
UN-Resolution 181 zur Teilung Restpalästinas, vom 29. November 1947
http://www.eussner.net/artikel_2006-12-02_19-01-46.html

(8) Les élus communistes de la Région Languedoc-Roussillon ne cautionneront
pas l´entr√©e de produits ill√©gaux provenant des colonies isra√©liennes
en territoire palestinien
http://www.jean-paul-bore.com/?p=351

(9) Barack Hussein Obama in Kairo. Die Aufhetzung der "drei Kreise". 6. Juni 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-06-06_23-13-57.html

(10) Manifestation. 35 marcheurs contre l´entreprise Agrexco, Midi Libre,
26 juin 2009
http://tinyurl.com/n5dggd

(11) Biographie. Nabil Ennasri, Oumma.vom
http://oumma.com/_Nabil-Ennasri_

(12) Mustapha Chérif bei Papst Benedikt XVI. 18. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-18_00-54-52.html

(13) Agrexco, Sète et Ben Laden, Midi Libre, 25 juin 2009
http://tinyurl.com/nc2qqt

(14) Le conflit isra√©lo-palestinien s´invite √† la session de la R√©gion,
L´Ind√©pendant, 26 juin 2009
http://tinyurl.com/n2hr4t

Agrexco. Huit cents manifestants devant la Région, Midi Libre, 26 juin 2009
http://tinyurl.com/ngyv4r

(15) R√©gion/Transports - Lancement d´un partenariat entre les ports de S√®te et de Barcelone, la lettre M, 26 juin 2009
http://tinyurl.com/l3gc2x

30 01 09. Partenariat ports Barcelone-Sète. Video. YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=hTU9iU_AUp4

(16) Festival Pablo Casals. Programme 2009. 39 Concerts
http://tinyurl.com/mr5p34

(17) Hier Grammont. La communauté juive réunie pour le 32e journée de,
Midi Libre, 15 juin 2009
http://tinyurl.com/lvlsqn

Etat des lieux des partis politiques israéliens. David Shapira, journaliste et historien, répond à nos questions. Institut de Relations Internationales et Stratégiques, 9 février 2009
http://www.affaires-strategiques.info/spip.php?article751

Jacob Kaplan, un rabbin témoin du XXe siècle. David Shapira,
Historien et journaliste, Akadem, Paris, février 2007
http://www.akadem.org/sommaire/themes/histoire/6/4/module_20 56.php

(18) Esther Schapira. Eine n√ľtzliche Schelmin. Von St√©phane Juffa,
Metula News Agency, 14 mars 2009
http://www.menapress.com/article.php?sid=2355

Esther Schapira. Eine n√ľtzliche Schelmin. Von St√©phane Juffa, Mena,
13. März 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-03-13_20-09-46.html

Stéphane Juffa in meinem Archiv
http://tinyurl.com/lbwaeu

(19) El Puerto de Barcelona modifica sus tarifas para el tr√°fico de contenedores.
Por I.P. Barcelona, 26 de junio de 2009
http://www.expansion.com/2009/06/25/catalunya/1245959680.htm l

(20) Jean-Paul Alduy, Sénateur des Pyrénées-Orientales. Parti Radical
http://tinyurl.com/mk29ej


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