
Perpignan. Visa pour l´Image:
Seit wann sagen Fotos die Wahrheit?
Die 21. Ausgabe des Festivals Visa pour l´Image, in Perpignan, vom 29. August bis 13. September 2009, wolle im Zeichen der Krise "einen Fotojournalismus von Qualität fördern", erklären die Organisatoren. Um welche Qualität es sich handelt, macht schon die erste Erklärung des Festival-Generaldirektors Jean-François Leroy deutlich: "Als angefangen wurde, war die Presse in der Hand der Journalisten. Heute ist sie in Händen von kleinen grauen Männern, die von nichts als Rentabilität reden". Er beklagt "einen Niedergang der Qualität der Produktion". Der Artikel des Provinzblattes L´Indépendant ist überschrieben: Perpignan: Visa will "mehr als jemals" ein kämpferisches Festival sein. (1)
Besser kann man die Verlogenheit des Projektes nicht charakterisieren. Das erste Festival findet 1989 statt. Welche Printmedien sind zu der Zeit in Händen der Journalisten? Vielleicht meint er Le Monde. Seit 1951 gehört die Zeitung den Redakteuren. 1985 ist eine Kapitalerhöhung nötig, und die Zeitung öffnet sich Investoren von außen. Das ist vier Jahre vor der ersten Ausgabe von Visa pour l´Image. Schon 1995 ist auch damit Schluß, die 12 Jahre währende Dauerkrise des Blattes ist durch die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erst einmal beendet. Die Selbstverwaltung der Zeitung sei für sie zur Katastrophe geworden, weil es keine Persönlichkeit mit Format zur Leitung gegeben habe, meinen Pierre Péan und Philippe Cohen in ihrem als Dokumentation angespriesenen Pamphlet La face cachée du Monde. Eine selbstverwaltete Zeitung der Größenordnung und Bedeutung von Le Monde ist im modernen Medienbetrieb ein finanziell und politisch lebensunfähiger Anachronismus, was die Autoren verschweigen. (2)
Außerdem ist Le Monde nicht die Welt. Wann hätten Printmedien der Medienzaren Rupert Murdoch und Axel Springer jemals den Journalisten gehört, oder Paris Match, die vom Festival heißgeliebte Illustrierte? Die Situation der britischen Printmedien, von den Anfängen der Nachkriegszeit bis 2004, kann man im Buch von James Curran und Jean Seaton nachlesen. Von Zeitungen im Besitz der Redakteure ist nirgends zu lesen. (3)
Evene.fr charakterisiert Jean-François Leroy so: Reporter militant, kämpferischer Reporter, ausgebildeter Fotograf, abgebrochener Medizinstudent, Chefredakteur des Journals Photoreporter, dann Mitarbeiter der Photorevue. Schreibt unter Pseudonym Patrice Tounet Buch- und Ausstellungskritiken für La Vie catholique, wo seine Tante Chefredakteurin ist. Von 1984 bis 1987 ist er Mitarbeiter der Fotoagentur Sipa, ab 1989 gründet und leitet er Visa pour l´Image. Er will große Fotografen der Sozialfotografie, wie Alfred Eisenstaedt und Göksin Sipahioglu und seine dem Mai 1968 gewidmete Arbeit präsentieren. Junge Talente sollen gefördert und der Öffentlichkeit vorgestellt werden, ein einzigartiger Blick auf die Aktualität der Welt geworfen und die anthropologische Rolle zeitgenössischer Fotos wiederhergestellt werden. Bitte, frage mich keiner, was das konkret heißen soll, de grâce !
Jean-François Leroy ist Chevalier des Arts et des Lettres und Präsident der Gesellschaft Images Évidence; er hat sich Geltung verschafft als ein engagierter und zutiefst humaner Journalist, ein leidenschaftlicher Verteidiger des Rechtes auf freie Meinungsäußerung. Davon ist zu meinem Bedauern in der Ausstellung nichts zu merken. (4)
Visa pour l´Image 2001
Auf ihrer Website veröffentlicht Visa pour l´Image die Geschichte der Ausstellung seit 1989. Ich wähle das Jahr 2001, in dem der 11. September alles überschattet, an diesem Tag bin ich in Perpignan, und wie fast alle Menschen unseres Kulturkreises weiß ich noch genau, was ich an dem Tag gemacht habe, bis ich im Bristro La Source von der Terrasse weg direkt vor dem Fernseher gelandet und in Entsetzen versunken bin. (5)
Das Attentat auf die Zwillingstürme kann 2001 nicht Gegenstand der Ausstellung sein; sie findet immer Anfang September statt. 2001 ist die Intifada II in vollem Gange; ich schaue, was es dazu und über Palästina im allgemeinen gibt. (6)
- Chris ANDERSON / Aurora / Cosmos - The Stone Throwers
- Jan GRARUP / Rapho - The boys from Ramallah
- Kodak Young Photographer Award: Chris ANDERSON / Aurora / Cosmos - The Stone Throwers
Der Titel der Serie des 31-jährigen Kanadiers Christopher Anderson lautet überall im Internet: The Stone Throwers of Gaza. Platz genug wäre gewesen, aber den Ort verschweigt Visa den Lesern, er ist den Organisatoren anscheinend nicht wichtig. The British Journal of Photography setzt noch eins drauf, verlegt den Ort in der Überschrift in die West Bank, aber berichtet im Text über die David und Goliath Straßenschlachten der boys in Gaza, die keine Schurken oder Helden seien, sondern nur im Chaos und dem Wahnsinn dieser Situation verlorene unglückliche Kinder. (7)
Playing War, betitelt die New York Times den gegen Israel gerichteten Haß-Artikel, vom Heiligen Abend des Jahres 2000. Die Fotos dazu liefert Chris Anderson. (8)
Im Photography Magazine berichtet er über seinen ersten Aufenthalt in Israel, im Jahr 2000, da er umgehend nach Gaza eilt, um während eines Monats diese young guys, die jungen Burschen, zu fotografieren, die zu der Zeit Steine auf die israelische Armee werfen. Es war eine sehr menschliche Geschichte über normale junge palästinensische Kinder, die es liebten, Sachen kaputtzuschlagen, weil sie sonst keine Freizeitbeschäftigung hatten. Für sie ging es nicht nur um Politik oder Religion, sondern um Langeweile und Frustration. Die Kinder haben eine ganze lange Mittelmeerküste mit breitem Strand zum Spielen, aber das ist kein Thema. Die Kinder wären so frustriert gewesen wie ihre großen Brüder, ihre Väter und Großväter. (9)
Das ist der in Perpignan ausgestellte und dort von Kodak prämierte Fotojournalismus von Qualität. Auch der 33-jährige Jan Grarup knipst in diesem Sinne. The boys from Ramallah. Alle Fotos zeigen eine einzige distanzlose Sympathie für die Jungen, die in der Zweiten Intifada Späße machen, die von israelischen Soldaten falsch verstanden werden. Von Seiten der Jungen ist alles harmlos, was die Bildunterschriften zur Serie von 30 Fotos dokumentieren.
1. Boys train in close combat in Ramallah.
2. Ahmed and Hussein at the frontline (stone throwers).
3. Boys train in close combat in Ramallah.
4. English class at a local village school outside Ramallah.
5. One of the boys at a village school outside Ramallah- every day after school the boys go to the city inn to throw stones.
6. Tanzim Training
etc.
So geht es munter fort zwischen Fotos der kleinen Steinewerfer und ihren Schul- und Freizeitbeschäftigungen, zu denen auch das Drachensteigenlassen, das Plantschen, bekleidet mit einer französischen Markenhose zur Fußballweltmeisterschaft Mondiale France, im örtlichen Schwimmverein, sowie Spiele zu Hause gehören (Fotos 7, 8, 19 und 24). Soweit zu nicht vorhandenen Freizeitmöglichkeiten. Die armen Kinder werden laut Jan Grarup ohne Vorwarnung von israelischen Scharfschützen an City-End erschossen. Der Grund deren Einsatzes sei eine jüdische Siedlung am Ende von Ramallah (Foto 13). Im Kampf gegen Goliath halten die Jungen abrupt inne, um zu beten (Foto 14), es seien der Fatah ergebene Kinder und Jugendliche, die nicht an einen Friedensprozeß glauben, sondern an den Kampf zur Befreiung ganz Palästinas. Mohamed, ein Märtyrer, wird gezeigt wie auch dessen Vater mit, im Vordergrund, einer symbolträchtig auffliegenden weißen Taube, staged, gestellt (Fotos 16 und 17). Die angebliche Harmlosigkeit der Jugendlichen , die leider gar nicht harmlos sind, dokumentiert Jan Grarup in vielen Fotos, aber für ihn spielen die Jungen nur und wissen gar nicht, wie gefährlich sie sind und leben.
Da nützt es auch nichts, daß er sie im Training mit Erwachsenen fotografiert, die im Bildhintergrund nur bis zu den Oberschenkeln zu sehen sind, es bräche sonst die ganze rührende Geschichte in sich zusammen. (Fotos 3 und 23). Auch das Tanzim Training (Foto 6) wird nicht weiter erklärt, durchgeführt vom 1995 gegründeten militärischen Arm der Fatah. Seit Beginn der Intifada II lenkt Yasser Arafat den Terror gegen Israel über die vom Chefterroristen Marwan Barghouti geführte Tanzim, ohne daß er die Sicherheitskräfte der Autonomiebehörde dazu einsetzen muß, was den Prozeß zum Schaden der palästinensischen Führung eskalieren und eventuell zügig beenden würde. In diesem Plan spielen die kleinen Steinewerfer eine Rolle, aus deren Mitte die erwachsenen Tanzim-Kämpfer operieren und der entsetzten Weltöffentlichkeit demonstrieren, daß sich israelisches Militär nicht scheut, mit ´ner Zwille ausgestattete Jungen zu ermorden. Mohamed al-Dura ist nur der erste in der Pallywood-Propaganda-Schau. (10)
Jungen trainieren auf einer Tanzim Demonstration in Ramallah. Die älteren Jungen lehren die kleinen Jungen das Kämpfen. Der Trainer ist ein Erwachsener, wie man unschwer erkennen kann (Foto 26). Es folgt das Foto einer von Klageweibern umgebenen trauernden Mutter, deren Sohn bei der Arbeit (sic!) in City-End von israelischen Soldaten getötet wird. Das Poster, das sie in Händen hält, weist anderes aus (Foto 27). Auf dem folgenden Foto sieht man deutlich die erwachsenen Männer, die das angebliche Spiel lenken (Foto 28). Das letzte Foto zeigt die Jungen, die von der Schule direkt ins Kampfspiel eilen, in ihren Schulranzen tragen sie Schleudern (Foto 30). Diese Propaganda wird vom deutschen STERN finanziert, Pictures of the Year International (POYi), und übernommen. (11)
Die Fotoagentur Noor (Licht) stellt den Fotografen vor: Grarup´s work reflects his belief in photojournalism´s role as an instrument of witness and memory to incite change, and the necessity of telling the stories of people who are rendered powerless to tell their own. Grarups Arbeit widerspiegelt seinen Glauben an die Rolle des Fotojournalismus als eines Instruments der Zeugenschaft und der Erinnerung, um Veränderung in Gang zu setzen, und die Notwendigkeit, Geschichten von Menschen zu erzählen, die hilflos gemacht wurden, ihre eigene zu erzählen. (12)
Visa pour l´Image. Ausgewählte Beispiele ab 2002
Verlinkt werden die Fotos von Jan Grarup auf Palästinensersites, bei Mideast Just Peace beispielsweise, wobei es sich von selbst versteht, daß die Betreiber der Website wissen, was gerechter Frieden ist. Dort liest man alles rund um die Mauer, der deutsche Mauer-Fotograf Kai Wiedenhöfer ist ebenfalls vertreten, im Jahr 2003 hat er seinen Auftritt auch bei Visa pour l´Image, mit seiner Serie Perfect Peace - From Intifada to Intifada, die ausführlich gewürdigt wird auf der bundeseigenen Qantara. Es gibt bei Mideast Just Peace sogar Themen, die sich nicht um Israel und seine Diskreditierung drehen, sondern um gar zu verbrecherische Taten in islamischen Ländern, über den Sudan findet man zwei Dokumentationen. Wieso der Sudan im Nahen Osten liegt, wird daraus trotzdem nicht ersichtlich. (13)
Jan Grarup kümmert sich auch um Juden, so ist das nicht! The Boys from Hebron deckt die andere Seite der Intifada II ab, wie die Agentur Noor meint. Eine Slide Show von 18 Fotos stimmt ein darauf, was die Besucher von Visa pour l´Image 2003 außer Kai Wiedenhöfer noch erwartet:
Mario badet während der heißen Sommermonate in einer alten palästinensischen Quelle. Die Jungen schwimmen und spielen oft in den Quellen, um die palästinensischen Jungen zu provozieren. Die übrigen Fotos sind nicht beschriftet, sie zeigen die üblichen Clichés, junge Juden, die Torah küssend, die Nationalfahne schwenkend, immer wieder Juden bis an die Zähne bewaffnet, bestaunt von Jungen, Juden auf einem Acker betend, einen kleinen traurigen Jungen vor zwei israelischen Soldaten, zwei Kinder mit Luftballons vor einem bewaffneten Soldaten, einen Jungen, der mit Spielzeugpistole und -schwert simuliert, wie er einen Araber abmurkst, einen anderen vor einem Poster mit der Aufschrift Arbeit macht frei, informiert wird über das fanatical Westbank Settlement of Kiryat Arba. Lehrer unterrichten hinter kugelsicheren Glasfenstern der Yeshiva "er Menachem" die fundamentalistische Interpretation der Torah. Die militantesten Jugendlichen besuchten das Grab von Baruch Goldstein, der 1994 an Purim 29 betende Palästinenser erschossen hat. Zum Baden in den Quellen steht in der Info, daß diese den Palästinensern heilig seien. "An Purim singen, tanzen und trinken die älteren Jungen, bis sie nicht mehr sagen können, was wahr oder falsch, recht oder unrecht ist." (14)
Über Kiryat Arba informiert die Slide Show nicht, selbstverständlich auch nicht über die jüdische Geschichte von Hebron. Die Siedlung wird 1970 von jüdischen Siedlern östlich von Hebron auf einer verlassenen Militärbasis gegründet. Die ersten der heute etwa 7.000 Bewohner zogen 1971 ein. Weitere rund 2.700 Israelis leben in mehreren kleineren Siedlungen in der Umgebung, liest man bei Wiki. Auf der Website von Hebron kann man sich über 4000 Jahre Hebron sowie über den Vorort Kiryat Arba informieren. Es handelt sich um von Juden in biblischer Zeit gekauftes Land, nachzulesen in der Bibel. Bei Google.de Web gibt es 54 500 Angebote, sich über Kiryat Arba zu informieren, positive, kritische, negative. Jan Grarup reduziert Kiryat Arba, so daß es in seine Ideologie paßt. (15)
Was Baruch Goldstein angeht, wenn es ihn nicht gegeben hätte, man müßte ihn erfinden! Ein einziger Baruch Goldstein wiegt fast alle Pogrome, Morde und Attentate auf, die seit dem 7. Jahrhundert bis heute von Muslimen an Juden begangen worden sind, den Rest übernimmt Jigal Amir, der hat nämlich laut WeltOnline den größten Sinn für Perfidie. (16)
Noch nie haben Fotojournalisten wie Jan Grarup oder Kai Wiedenhöfer die Weisheit von Hanns Joachim Friedrich vernommen: Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache, von der Selbstverständlichkeit, daß sich ein guter Journalist nicht gemein macht mit einer schlechten Sache, ebenfalls nicht. Jan Grarups Agentur Noor hält es für positiv, ihm zu bescheinigen, daß er an eine Rolle des Fotojournalismus glaubt, daß seine Fotos eine Veränderung in Gang zu setzen hätten, change, und daß er sich anmaßt zu wissen, welche Menschen hilflos gemacht wurden - er weiß auch von wem, der sich an die Stelle der handelnden Subjekte setzt, in diesem Fall der armen Opfer Israels, die sich, auch das weiß er, nicht selbst artikulieren können. Zwar zeigen 30 von 30 Fotos das Gegenteil, daß sie dazu sehr wohl und zum Schaden von Israel und für ihr eigenes Leben in der Lage sind, aber es ist so wie bei allen Ideologen, die Tatsachen können ihrer Wahrheit nichts anhaben.
Gespannt bin ich, was Visa pour l´Image 2002 über das Attentat vom 11. September 2001 zu berichten hat. Um es kurz zu machen: nichts. Dafür gibt es Fotos zu aktuellen Themen wie das Altern in Amerika, drogensüchtige Mütter und Kinder, in Brooklyn, und das Weiße Haus. Zwanzig Jahre dokumentiert Diana Walker das öffentliche und private Leben der US-Präsidenten, von Jimmy Carter bis Bill Clinton. Auch in den folgenden Jahren sind Beiträge über die USA und ihre Politik in der Ausstellung Visa pour l´Image geprägt von Anti-Amerikanismus. (17)
- Ed KASHI / Rapho - Aging in America
- Brenda Ann KENNEALLY - Mothers and childs in Brooklyn ´drug
- Diana WALKER / Time Magazine - The White House
Israel wird 2002 ausgestellt mit einem der Lieblingsthemen aller Antisemiten und Israelhasser, den Haredim, das sind die mit den putzigen Löckchen, den schwarzen Hüten und Mänteln, die ihre Frauen anhalten, das Haupt zu bedecken, die Frauen nicht die Hand geben, die lieber die Torah studieren als zu arbeiten und samstags auf Parkplätzen randalieren. (18)
Die USA der Nina Berman kommen erstmalig vor bei Visa 1997, mit Crazy Americans, und ganz groß in der Jubiläumsausstellung Visa pour l´Image 2008, mit Homeland, USA. Freelens ist begeistert von Visa 2008 und von Nina Berman, sie erkundet mit ihren Bildern die Vermarktung von Krieg und die daraus resultierende Militarisierung des amerikanischen Lebens. Sie begann ihre Serie am 11. September 2001. So wird 9/11 doch im europäischen Rahmen angemessen gewürdigt, und das zum siebenten Jahrestag des Attentates auf die Zwillingstürme. Welch ein Timing, welch ein Feingefühl! (19)
Visa pour l´Image 2009. Alexandra Avakian und Françoise Demulder
Seit einigen Jahren habe ich keinen Fuß mehr in die Ausstellung gesetzt, diese Palästinenser-Adoration, dieser Juden- und Israelhaß, dieser Anti-Amerikanismus, das muß ich mir nicht auch noch in Ausstellungen antun, das lese und sehe ich täglich im Internet. Jetzt reizt es mich zu schauen, was übrig geblieben ist vom Fotojournalismus im Zeitalter des Internets. Photojournalism is Dying, lautet die Freudenbotschaft, mögen er und seine Clichés gemeinsam mit den Printmedien auf dem Altpapierhaufen der Geschichte landen.
Die Ermordung durch vier Kopfschüsse des Fotojournalisten und Dokumentaristen Christian Poveda Ruiz, am 2. September 2009, 15 km nördlich von San Salvador, macht mich zusätzlich neugierig. Auch er, geboren am 12. Janaur 1955, Sproß republikanischer Exilspanier, ist wie Jan Grarup, Nina Berman, Kai Wiedenhöfer und die gesamte Fotografenschar von Visa pour l´Image kein Dokumentarist, sondern ein Ideologe, der die letzten fünf Jahre seines Lebens in El Salvador unter mareros verbringt, unter jugendlichen Gangstern der Gangs Mara 18 und Mara Salvatrucha (MS), ihr Leben im Bild festhält und sich einmischt in die Politik des Landes. In einem Nachruf schildert Jean-Michel Caroit die Arbeit des Fotojournalisten, ohne überhaupt die geringsten Zweifel oder Bedenken lautwerden zu lassen.
Die Einmischung von Journalisten in die internen Angelegenheiten der Länder, in denen sie arbeiten, die Sympathie für eine Seite in oft komplizierten Gemengelagen, ist heutzutage derartig selbstverständlich, daß es niemandem mehr auffällt. Christian Chesnot, Georges Malbrunot, Florence Aubenas, Clotilde Reiss, sie und die anderen handeln dem Ethos des Journalisten zuwider. Sie nehmen teil, in einigen Fällen im Auftrag ihrer Regierung, anstatt so gut, wie es möglich ist, sachlich zu berichten. Christian Poveda kommt der Aufforderung der Führer der Mara 18 und der MS nach, sich in Verhandlungen mit ihnen und der Regierung einzubringen. Er spricht mit dem ehemaligen Journalisten und seit 15. März 2009 amtierenden linken Präsidenten Carlos Mauricio Funes Cartagena, von der Frente Farabundo Martà para la Liberación Nationale, daß ein Abkommen zwischen den beiden Gangsterbanden hieße, daß es pro Jahr 1500 Tote weniger gäbe. "Er hat mir geantwortet ´Bingo´, aber es wird Geld brauchen, die Unternehmenschefs müssen in ihr Portemonaie greifen," äußert er vertraulich gegenüber dem Le Monde-Autor. Nun ist der Präsident angeblich konsterniert und beauftragt eine Untersuchungskommission mit der Aufklärung des Mordes. (20)
Ihm wird im nächsten Jahr eine Hommage in Perpignan zuteil, da kann man sicher sein, und die Organisatoren werden immer noch darüber sinnieren, warum das mit dem Fotojournalismus nicht mehr läuft. Nun aber zu den beiden Damen, die ich deshalb ausgewählt habe, weil sie auch für den palästinensischen Befreiungskampf unterwegs sind.
Alexandra Avakian
Zunächst die russisch-iranisch-armenische, aus Manhattan gebürtige Alexandra Avakian, Fotografin der National Geographic. Man hält es nicht für möglich, aber sie fotografiert unter dem Motto Journey in the Muslim World in der Nablus Casbah, März 1998, einen vermummten palästinensischen Jungen mit ´ner Zwille, die er auf israelische Soldaten hält, geistliche Größen der Hezbollah, stattliche Männer mit weißen Turbanen und festem Blick, einen vermummten Palästinenser, der gekonnt und ästhetisch gelungen über brennende Autoreifen hinweg vor israelischen Soldaten flüchtet, den Yasser Arafat, im Jahr 1988, in einem von Saddam Hussein gestellten Flugzeug von Kairo nach Tripoli/Libyen, palästinensische Jungen im Hitlergruß, Kinder, die anläßlich des Todes von Ayatollah Ruhollah Khomeini dessen Konterfei küssen, eine am Tage der Märtyrer, November 2005, um ihren Märtyrer der Hezbollah trauernde junge Frau mit ihrer maximal drei Jahre alten Tochter, ein verlobtes Paar, das sich in Isfahan unter Aufsicht zum Stelldichein trifft, Teppichknüpferinnen in Heris/Iran, ´ne kurdisch-iranische 17-jährige Braut und die muslimische Barbie-Puppe Razanne. Alles zusammen Folklore, Propaganda und der Rest ist gestellt. (21)
Die letzten beiden Fotos, die sich in nichts vom Orient unterscheiden, stammen aus den USA, man sieht einen alten Mann, in New Medinah, im Südwesten von Mississippi, einem 1987 auf dem Lande gegründeten Dorf, in dem 20 sunnitische Familien wohnen, und in Savannah, Georgia, steht eine Frau mit ihrem Kind inmitten von Ruinen einer Moschee, die im September 2003 von Unbekannten niedergebrannt worden ist. Die beiden sehr aussagekräftigen Fotos aus den USA habe ich nicht in der Ausstellung gesehen, stattdessen eine in das typische wallende Gewand verkleidete Libanesin, die ihren Rasen mäht. Vielleicht wollen die Visa Organisatoren dem Publikum nicht so deutlich die fortschreitende Islamisierung unserer Gesellschaft vorführen? (22)
13 Fotos kann man auf der Site npr betrachten, THEpictureShow. Unbeaufsichtigt spielende Kinder in Gaza, einen palästinensischen Mann, der im Begriff ist, Fisch zu verkaufen, als israelische Soldaten hinter seinem Lastwagen hervorspringen, um mit dem Gewehr im Anschlag steinewerfende Kinder zu verfolgen, israelische Siedler, wie sie in der Nähe von Khan Yunis, in der Abenddämmerung, ein palästinensisches Haus zu Kleinholz machen. Selbstverständlich gibt es nicht ein einziges Foto, das eine israelische Szenerie zeigt, etwa nach einem Selbstmordattentat, nichts. (23)
Was von ihren Reportagen zu halten ist, wird klar, wenn man sich überlegt, was es wohl gekostet hat, ins Flugzeug des Yasser Arafat zu kommen und ihn zu begleiten; denn seine Reise ist geheim. She traveled extensively with Yasser Arafat as one of the only non-Arab photographers given such access. Sie machte mit Yasser Arafat ausgedehnte Reisen als einer/eine der nicht-arabischen Fotografen, die solchen Zugang bekamen, bewirbt National Geographic ihr Fotobuch Reisen in die muslimische Welt. Von 1993 bis 1995 hat sie in Gaza gelebt, wo sie den Terroristen schätzen gelernt hat, sie ist Zeugin der dortigen Gewalt und begleitet Yasser Arafat monatelang, zur Zeit der Osloer Verträge. Von 1990 bis 1992 lebt sie in Moskau und anschließend ein halbes Jahr in Somalia. Yasser Arafat nennt sie respektvoll "Madame le Dictateur". Mit Journalismus im Sinne des Hanns Joachim Friedrich hat das nichts gemein, sondern es ist Vermarktung von Ideologie. (24)
Im Indépendant kann man über sie lesen, daß Wahrheit und Authentizität ihre Obsession seien, sie wolle einfache Antworten zu Wurzeln, familiärer Vergangenheit und zu allgemeinen Fragen: Warum so viel Gewalt, Barbarei, heftige Kämpfe für eine oft genug verlorene Sache? Das sind so die Fragen, die eine Fotojournalistin immer wieder stellt, die jahrelang mitten in den Problemen und Konflikten steckt und nichts versteht. Sie kommt aus der Theater- und Filmbranche, spielt im Film an der Seite von Jane Fonda, das mag einiges erklären.
Sie habe sich sehr stark interessiert für Ideologien und für verschiedene revolutionäre Mechanismen, berichtet Valérie Pons. "Ich liebe es, in die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele zu steigen. Ob das im Iran, in Palästina, in Somalia (während der Operation Restore Hope, 1992), in Moskau, wo ich vier Jahre geblieben bin, oder in meinem Land ist, untergetaucht in der originär islamischen Bevölkerung: sie sind 7 Millionen, und werden morgen die zweite praktizierte Religion in den USA sein. Was sollen Distanz und Umstände, das ist jedenfalls das Menschliche, das mich berührt und das mich fortschreiten läßt." Zwei Monate nach 9/11 beginnt sie, sich mit den Muslimen in den USA zu befassen. Eine Untersuchung der Hezbollah, ein Jahr vor dem Libanonkrieg ist ihre letzte Arbeit. Demnächst will sie nach Ägypten und Bosnien aufbrechen. Da kann frau gespannt sein, welche schönen Berichte in Bildern das für die zukünftigen Visa pour l´Image geben wird. (25)
Françoise Demulder
Diese 1947 geborene Fotojournalistin, die aus der 68er Bewegung kommt und mit ihrem damaligen Freund, einem Kriegsberichterstatter, nach Vietnam aufbricht, wird posthum geehrt, sie ist am 3. September 2008 in Paris verstorben. Eine der berühmtesten Kriegsfotografinnen der Welt, titelt der Spiegel. Weltbekannt wurde Françoise Demulder 1976. Als erste Frau gewann sie damals den renommierten World Press Photo Award. Ausgezeichnet wurde sie für ein bewegendes Schwarzweißfoto einer Palästinenserin, die vor einem maskierten Extremisten im brennenden Beirut verzweifelt die Hände ausbreitet. (26)
Mit diesem Foto auf einer Doppelseite wird sie im Katalog vorgestellt: Beirut, Libanon, 1976. Das Massaker von Karantina. Das wird begangen von christlichen Phalangisten, die Tausend Palästinenser massakrieren. Der Terror der Palästinenser des Yasser Arafat gegen die Christen ist kein Thema, nicht einmal andeutungsweise, etwa durch ein Foto in Paßbildgröße. Die Muslime sind immer unschuldige Opfer. Keinerlei Zusammenhänge mit der Terroristenbande des Yasser Arafat werden durch Fotos oder Texte vermittelt. Er zieht nach dem Schwarzen September 1970 von Jordanien in den Libanon, bildet dort im Einvernehmen mit libanesischen bewaffneten Terrorgruppen einen Staat im Staate gegen die westlich orientierten Christen. Der Glaubenskrieg in nationalistischem Gewande mobilisiert die Kämpfer. (27)
Der damals 35-jährige al-Fatah-Führer Yasser Arafat gibt in der Phase vor dem Sechstagekrieg eine siegesgewisse Erklärung zu Ruhm und Preis des Glaubenskrieges ab; sie ist nachzulesen in dem Buch von Michael Oren Six Days of War: "Die Verpflichtung zum Glaubenskrieg (Heiligen Krieg) und ... die Träume von revolutionären Arabern, vom Atlantik bis zum Golf." The leader of al-Fatah, a thirty-five-year-old former engineer from Gaza named Yasser Arafat, issues a victorious communiqué extolling "the duty of Jihad (holy war) and ... the dreams of revolutionary Arabs from the Atlantic Ocean to the Gulf." (28)
Eine ältere palästinensische Frau streckt vor dem brennenden Slum von Karantina in aller Hilflosigkeit einem maskierten mit einem Gewehr aus dem Zweiten Weltkrieg bewaffneten Phalangisten ihre Handflächen entgegen, während ein Palästinenser mit zwei Kindern zu entkommen versucht. Ob es sich um einen Phalangisten oder einen Palästinenser handelt, geht nicht aus dem Foto hervor, es wird auch nicht im Katalog erklärt, dazu muß man erst googlen. Auch das vierte von vier Fotos zeigt Beirut, 19. Januar 1976. Christliche Phalangisten greifen das Karantina Flüchtlingslager an. Siehe dazu auch Survival in Fatahland. (29)
Das Foto dient der palästinensischen Propaganda. Die Aussage ist: Schon Jahrzehnte leiden die armen muslimischen Araber unter Juden und Christen.
Françoise Demulder reist durch den Orient, wo sie freundschaftliche Bande zu Yasser Arafat knüpft, der sie "Fifi" nennt, weil er ihren Vornamen nicht aussprechen kann. In der Ausstellung sieht man sie in herzlicher Umarmung mit dem Terroristen, beide lachen einander an. Liest man einige Angebote von Google.de zu Françoise Demulder, so findet man Freundeskreise, die sich mit ihr und ihrem politischen Kampf identifizieren. Auch sie ist keine Journalistin, die sachlich berichtet, sondern eine politische Kämpferin. Vielleicht kann man gar kein Fotojournalist im Kriegsgebiet werden, wenn man sich nicht auf eine Seite schlägt. Andererseits, was bedeutet es, von Yasser Arafat "Fifi" genannt zu werden? Die Frage entsteht, welche Aussagekraft Informationen von solchen engagierten Journalisten haben. Ihre Berichte und Fotos agitieren, und sie appellieren ans Gefühl, ans Mitleid. Ein Kommentator meint, sie haßte den Krieg aber wollte die Ungerechtigkeit dokumentieren. Es ist auch hier wieder so, daß die Fotojournalistin weiß, wer welche Ungerechtigkeiten begeht. Die andere Seite hat gar keine Chance, auch wenn sie ebenfalls Tausende von Opfern zu beklagen hat. Im Zweifel wird die Ungerechtigkeit durch Israel begangen.
Die Frage, wie es zu den Operationen der Phalangisten oder auch der israelischen Armee in der Region kommt, soll man nicht stellen. Ich aber glaube "Fifi" kein Wort, auch wenn sie den World Press Photo Award 1976 erhält. Was wird ausgezeichnet? Wenn man im Internet verschiedene Unterschriften zu dem Foto liest, so sind es einmal mehrere Hundert, einmal tausend einmal mehr als tausend Palästinenser, die von den Phalangisten ermordet werden. Selbstverständlich stellt niemand die Frage nach Zusammenhängen. Das Foto sagt alles. (30)
Das tut aber dem Erfolg der Ausstellung keinen Abbruch. Eine halbe Million an Websites bietet Google.fr Web für "Visa pour l´Image". Die Frage des Betruges und der ideologischen Indoktrination oder zumindest der absoluten Überflüssigkeit solcher Fotos stellt sich nicht. Tatsachen interessieren nicht, sie würden die kunstvoll konstruierte Wahrheit der Ausstellung widerlegen. (31)
Die Wahrheit
Den Gipfel an Naivität bietet der Kommentar des Indépendant. Da macht sich R. P. stark für La Vérité. Gebildet, wie französische Journalisten sind - Bildungsferne überlassen sie gern den immigrierten Arabern - zitiert ein Journalist mit dem Kürzel R. P. den Filmregisseur Jean-Luc Godard: Die Fotografie ist die Wahrheit. Und das Kino ist 24mal pro Sekunde die Wahrheit." In der Ausstellung Visa pour l´Image springt sie dem/der R. P. nur so ins Auge, ja, sie knallt regelrecht auf seinen/ihren Körper. Es handele sich nicht um Paparazzi, die einen Marcello Mastroianni in "La dolce vita" auf der Via Veneto verfolgen, sondern um Fotoreporter, die in diesem Augenblick über die Aktualität der Welt berichten. Die Kriegsreporter, was die meisten von ihnen seien, folgten häufig unter Einsatz ihres Lebens der Wahrheit in ihrer Roheit und Grausamkeit. Christian Poveda wird als Beispiel angeführt. Es sei eine Wahrheit, daß noch ein weiter Weg zurückzulegen sei bis zu einem hypothetischen Weltfrieden. Die schockierenden Fotos seien ein Gegengewicht zum "Gewicht der Worte", meine Paris Match in einer berühmten Formel.
Was der Indépendant für die Bürger von Perpignan und Umgebung, das ist Le Monde für ganz Frankreich, Meinungsmacher. Zeiten der Prüfung seien für den Fotojournalismus angebrochen, weiß Claire Guillot in Le Monde. Angereichert ist der Beitrag mit drei Fotos, eines davon, das größte, ein Trümmerfoto des Visa-Fotografen 2006 Bruno Stevens, diesmal mit drei unglücklichen Trümmerfrauen, rechts vorn in Szene gesetzt, statt einer, The Unluckiest Woman in Libanon, die vor immer neuen Trümmern die Arme gen Himmel reckt. (32)
Bruno Stevens ist auch für das vom Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen Jean Ziegler überwachte World Food Programme der Vereinten Nationen als Fotograf unterwegs, Aktivisten für die palästinensische Sache nehmen seine Fotos gern in Anspruch für Propagandaveranstaltungen gegen Israel. No Fences: Festival for Peace and Justice in Palestine, mit Fotoausstellung Palestine Now, von Bruno Stevens, in Nelson/Neuseeland, am 29. Dezember 2006. Envoyez - Argent - Palestine fordert ein Inserat neben der Ankündigung, schickt schnellstmöglich Geld nach Palästina. (33)
Das auf der Veranstaltung gesammelte Geld ist für die Ghalia-Familie bestimmt. Man erinnert sich? Die Familie soll am 9. Juni 2006 am Strand von Gaza, von israelischen Granaten tödlich getroffen worden sein, die elfjährige Huda Ghalia, das Symbol für die Leiden Palästinas, steht weinend neben dem toten Vater. Aber selbst deutsche MSM bezweifeln die Darstellung. (34)
Es ist selbstverständlich, daß Bruno Stevens nach der Operation der israelischen Armee in Gaza sofort zur Stelle ist, als westliche Journalisten wieder einreisen dürfen, und über die Zerstörung und noch brennenden Phosphor berichtet: "Was ich Ihnen sagen kann, viele Häuser wurden von Granaten getroffen, und sie benutzten weißen Phosphor." Das zitiert Al-Guardian. "Es scheint wahllos gewesen zu sein." In der Nähe eines Dorfes stehende nicht von Granaten getroffene Häuser wären in Brand gesteckt worden. Noch selbstverständlicher ist es, daß dieser unparteiische, ausgewogene Sachbericht von einer Araberin vor Ort stammt, und am selbstverständlichsten, daß Le Monde eines der Fotos veröffentlicht, um sich damit über das Elend des Fotojournalismus auszuweinen. (35)
In diesem Rahmen bewegen sich Visa pour l´Image und die französischen MSM, unprofessionell, kritiklos, distanzlos, unsachlich, Produzenten von Agitprop für die muslimischen Araber, gegen Israel.
Visa beklage seit 15 Jahren den Niedergang, schreibt Claire Guillot. Gamma sei im Juli in Liquidation gegangen und entlasse alle ihre Fotografen, mit Magnum, gegründet 1947 von Henri Cartier-Bresson und Robert Capa gehe es bergab, sein Umsatz sei im Vergleich zum letzten Jahr um 30 Prozent zurückgegangen, es gebe dort einen Sozialplan, und auf die Gebäude wäre eine Hypothek aufgenommen. Printmedien wie L´Express und andere kauften Fotos nur noch von einer einzigen Agentur, für einen monatlichen Pauschalbetrag, alle anderen Agenturen seien damit aus dem Rennen. Claire Guillot bringt erschütternde Beispiele von Fotografen, die an einer Woche Arbeit nur 4000 bis 5000 Dollar verdienen, ja, die sich mit Fotos für Nicht-Regierungsorganisationen über Wasser halten. Diese von den Regierungen und anonymen Spendern gut dotierten ideologischen Vereinigungen, die in den Konflikten direkt Position beziehen, aber ohne demokratische Legitimation handeln, können solche Fotos, wie sie in Visa ausgestellt werden, gut gebrauchen. Manchen Fotografen ist das denn doch (noch) zu kraß, und sie schlagen sich mit "people" Fotos durch, im Regenbogenstil. Die glorreichen Zeiten sind dahin, sie kommen nicht wieder. (36)
Jetzt darf man raten, wer von Claire Guillot verantwortlich gemacht wird für die Misere, für die Prüfung. Wer? Richtig, Fotografen mit Problemen der Deontologie, der Berufsethik. Damit meint sie nicht die Visa-Fotografen, die statt zu dokumentieren, ihre linke Ideologie verbreiten, sondern Amateurfotografen mit zweifelhafter Vertrauenswürdigkeit. Deren Fotos würden jetzt von Spezialagenturen wie Citizenside verkauft. Dort ist die französische Nachrichtenagentur AFP vorausschauend Aktionär geworden. Auch die bei Flickr eingestellten Fotos fänden kostenlose Verbreitung. So hätte Time im Dezember 2008 eine aus Flickr-Fotos zusammengestellte Serie von Fotos über Barack Obama veröffentlicht, ohne daß die Fotografen auch nur das geringste Entgelt gesehen hätten. Na ja, von Bloggern und Website-Betreibern klauen solche MSM ganze Recherchen und Texte. (37)
Claire Guillot und andere wiederholen wie ein Mantra, daß solche Fotos wie die von Visa veröffentlichten, wahr sind, daß sie die Wahrheit dokumentieren. Jedes einzelne der oben genannten Fotos, die ich am Ausstellungsort Couvent des Minimes gesehen habe, ist die Lüge in schwarzweiß oder bunt. Da ziehe ich die Paparazzi auf der Via Veneto allemal vor. Man sieht deren Fotos als zu nichts verpflichtende Unterhaltung. Die Fotos der Ausstellung aber transportieren die Ideologie der jeweiligen Fotografen. Damit das eine einheitliche Ideologie bleibt, und die Ausstellung so richtig schön rund ist, bedarf es eines Generaldirektors wie Jean-François Leroy, der alles in einem einzigen poltischen Sinne ausrichtet, links. Das geht schon mit dem Werbeposter los. Brennan Linsley hat Fotos von Guantánamo Bay und seinem Gefängnis aufgenommen. Bill Mesta, von der Marine, tauscht dort nach der Amtseinführung von Barack Obama das Foto aus, endlich kommt George W. Bush von der Wand!
Es versteht sich, daß bei einem solchen Programm der festen Überzeugung, der gepachteten Wahrheit, Israel einmal mehr hinten herunterfällt, dessen Leben, Probleme, Freuden und Leiden passen nicht in die Vérité, wie das unzählige Male reproduzierte Foto der Françoise Demulder. Die ganze Ausstellung lebt im Wolkenkuckucksheim. Einige verdienen gut daran.
Visa pour l´Image. Der Katalog
25 € zahlt der Besucher, um das Elend des Fotojournalismus so richtig von Herzen bedauern zu können. Der zweisprachige Katalog umfaßt neben einer Seite Vorwort über den sterbenden oder bereits toten Fotojournalismus und mit Fotos angereicherten Kurzdarstellungen der zwei Dutzend Aussteller eine ca. 45 Seiten umfassende reich bebilderte Einführung in die Philosophie der Ausstellung, von Abax Communication. (38)
Sie beginnt mit einem Beitrag von Abax Mitarbeiter Thomas Bart über Audiovisuelle Projektion, englisch betitelt Thoughts on Things Audivisual (S. 014-017). "Ein Bild entspricht 1000 Worten", und ähnliche Weisheiten folgen, das Bild allein reiche nicht, es bedürfe des Kontextes, das sei eine moralische Frage, man könne sonst alles hineinsehen. Wer? Wo? Wann? sei das geforderte Minimum, das selbst für das schönste Foto der Welt gefordert würde. Um es auf das Foto von Yasser Arafat im Flugzeug zu übertragen: Dieser, im Flugzeug von Kairo nach Tripoli, 1988. Als Dreingabe noch, das Flugzeug ist gestellt von Saddam Hussein, das Foto ist von Alexandra Avakian.
Mehr sei auch nicht für Projektionen auf Leinwände nötig, nur daß dort ein Cliché nicht genüge, Visa zeige oft zwei bis fünf Fotos auf einmal. Das aber ist nur das Vorgeplänkel, jetzt folgt eine exakte Beschreibung, wie die Organisatoren der Ausstellung und der Leinwandprojektionen das Publikum manipulieren. Sie sagen es offen, frank&frei. Sie wählen Fotos aus, die sich in der Aussage ergänzen, verstärken oder gegenseitig schmälern können, wichtig sei die Größe, entschieden werde, ob Ton unterlegt wird, Sprache, Musik, ob ein Text dazu nötig ist, und wenn ja, wie er präsentiert werden sollte. Diese Aspekte hätten Einfluß darauf, wie die Arbeit des Fotografen und dadurch das Thema wahrgenommen werde. Alle diese Entscheidungen seien dazu da, Sinn zuschaffen, to produce meaning, créer du sens. Über das, was sinnvoll ist, entscheiden die Organisatoren, und darüber, was von den Fotos erzählt werden soll.
Ein Bild allein kann nicht die ganze Geschichte erzählen, aber wenn sie sinnvoll aufbereitet werden für die Leinwand, können einige Bilder in der Tat sehr viel mehr erzählen als tausend Worte. Das beabsichtigen wir mit unseren magischen Laternen zu tun.
Die Größe der Leinwand und die entsprechende Vergrößerung der Fotos richtet sich nach der Größe des Publikums, Visa pour l´Image hat von Anfang an Leinwände von acht Metern Höhe eingesetzt.
In der Leinwandprojektion liege ein autoritäres, fast autokratisches Element, denn die Zuschauer könnten nur entlang der Projektion folgen, nicht anhalten und/oder die Präsentation verlangsamen. Zeit und Geschwindigkeit werden vorgegeben. Diese Tatsache hat mich schon davon abgehalten, bei Gruppenwanderungen mitzumachen, erst recht werde ich mich nicht freiwillig den von noch so fähigen und bemühten Organisatoren ausgewählten, mit Text und/oder Musik unterlegten Fotofolgen aussetzen. Welchen Informationswert sollte das für mich haben?
Das Medium, das wir benutzen, ist wirklich mächtig, und wenn wir auch feste Überzeugungen haben mögen, und gewiß bereit sind, sie zu verteidigen, tun wir dennnoch alles, Präsentationen zu verhindern, die nur eine Sichtweise zeigen.
In der Ausstellung ist davon nichts zu verspüren, auch die Fotografen und Themen der Ausstellungen früherer Jahre deuten nicht darauf hin. Feste Überzeugungen oder besser, eine feste Überzeugung hat alle Ausstellungsstücke an die Wände des Couvent des Minimes und die anderen Ausstellungsorte gebracht, das gilt für Darstellungen des Nahostkonfliktes, und es gilt ganz allgemein. Nirgends findet man Zweifel eines Fotografen an seiner eigenen Wahrnehmung oder gar Auseinandersetzungen von Fotografen verschiedener politischer Meinung, niemand legt Wert darauf, die Komplexität eines Konfliktes zu zeigen, sondern die Fotoserien vermitteln eine Botschaft: Glaubt, daß es so ist bzw. war! (6)
Ein Beispiel, das Zombietime bringt, möge erhellen, was ich meine. Es geht um den im San Francisco Chronicle veröffentlichten Ausschnitt eines Fotos mit dem Titel People of Colour say "No to War!" einer Demonstration in San Franzisko und Die Anatomie einer Fotografie. Zombie verfolgt den Ausschnitt zurück und setzt ihn wieder ins ganze Foto. Lesens- und sehenswert! (39)
Visa pour l´Image besteht nur aus solchen Ausschnitten, ganze Fotos gibt es nicht, sie sind nicht gewollt. Die Mehrdeutigkeit des einzelnen Fotos und sein Kontext, durch die sich von allein Kritik und unterschiedliche Meinungen einstellen würden, sind nicht Thema der Ausstellung, sondern jedes Foto transportiert eine Aussage, immer die gleiche. Die Zuschauer werden indoktriniert, sie sollen glauben.
Über die audiovisuellen Programme schreibt Emmanuel Sautai (S. 018-057). Abax Communication stellt, nachdem die eingereichten Fotos bei der Pariser Agentur Images Évidence vorgesichtet worden sind, der Gesellschaft, deren Präsident Jean-François Leroy ist, für sechs Abende die Fotos zusammen, in Chagny/Burgund. Dort wird die Manipulation organisiert, das Programm konstruiert. Dazu ist ein feines Selektionsverfahren entwickelt worden, einige Themen werden sofort verworfen, weil sie sich in völliger Diskrepanz mit der Identität des Festivals befinden, avec l´identité du festival, unsuited to the spirit of the festival. Die Selektion in Chagny kann durchaus im Widerspruch zu der von Images Évidence erfolgen. Die Abax-Mitglieder kommen aus der Kunstakademie der 80er Jahre. Sie konstruieren die Themen, die projiziert werden sollen. Emmanuel Sautai berichtet des weiteren über die ersten Jahre und die Verfeinerung der Manipulation, sie wird immer schöner und vollkommener, die Fotos werden eingebettet in Geschichten, die das Team schreibt, das Ziel sei, die Zuschauer dahin zu bringen, wo der Fotograf gewesen ist, das heißt, anstatt daß die Zuschauer einen klaren Kopf bekommen, sich kritisch mit den Fotos auseinanderzusetzen, werden ihnen Ort und Sichtweise des Fotografen aufgenötigt, sie sollen die Atmosphäre sehen und fühlen; dazu müßten die Fotos Stärke und emotionale Kraft ausstrahlen und die Zuschauer aufrichtig die Hingabe des Fotografen an seine Geschichte fühlen.
Es ist das Prinzip jeder gelungenen Holocaust-Ausstellung in Deutschland, die Schauder des Entsetzens, Betroffenheit und den Schwur "Nie wieder!" produziert, und die Zuschauer entläßt mit dem grimmigen Vorsatz, Israel seine Politik gegenüber den Palästinensern nicht mehr durchgehen zu lassen.
An jedem der sechs Abende, berichtet Emmanuel Sautai, werden zehn bis fünfzehn Minuten dazu benutzt, etwa fünfzehn Aktualitäten des Jahres nach der letzten Austellung, von September bis August, in Abschnitten von je zwei Monaten vorzutragen, ihre Übel und Veränderungen, auch ihr Lachen werden in Bildern und mit auf Band aufgezeichneten Kommentaren präsentiert, pro Aktualität ´ne Minute. In diesem Jahr gibt es die hauptsächlichen Ereignisse für jeden Kontinent: Republik Kongo, Gazastreifen, Georgien, Pakistan, Afghanistan, Zimbabwe, die Gewalt in Lateinamerika. Jahrestage und Weltereignisse werden gewürdigt, wie die Wahl des Barack Obama zum Präsidenten der USA, die Wirtschafts- und Finanzkrise von 1929 und ihre sozialen Folgen; eine Reise ins Zentrum des Iran der Weißen Revolution bis heute; 100 Jahre Jazz; der 40. Jahrestag des ersten Schrittes auf dem Mond.
Man muß es sich vorstellen, im Zeitalter des Internet werden Zuschauer mit aufbereiteten Themen der vergangenen Monate indoktriniert, sie bekommen gesagt, was die Übel und die Veränderungen der Welt waren, und wo sie, bitte, zu lachen haben. Die Abax Mitarbeiter merken nicht einmal, was sie anrichten, sie haben die Ideologie verinnerlicht. Wen wundert es, daß sich Carla del Ponte zu solchem Tun hingezogen fühlt? 2004 ist sie Gast bei Visa.
Ab Seite 063 folgt in alphabetischer Reihenfolge die Präsentation der Fotografen, angereichert mit einigen ihrer Fotos. Da wird dem Publikum La vérité präsentiert, die Wahrheit.
Zum Thema Wahrheit von Fotos: Gerade neulich ist die Heilige Kuh Robert Capa geschlachtet worden. Was den Palästinensern ihr Talal Abu Rahma, ist den spanischen Bürgerkriegern der Robert Capa - oder: Talal Abu Rahma, der Robert Capa für Arme. Weisheit von mirrr und von Calamitas! blökt mein Schaf dazu. Eines seiner berühmtesten Fotos, vom "Loyalistischen Soldaten im Moment seines Todes", ist gestellt. Auch Robert Capa transportiert seine Ideologie, wenn auch, zugegeben, in einem gelungenen, ästhetisch sehr beeindruckenden Foto. (40)
Weitere derartige Lügen werden in den Pallywood-Produktionen unters Publikum gestreut, angefangen bei Mohamed al-Dura bis zum Film Paradise Now. Dagegen ist Jean-Luc Godard ein Waisenknabe! (41)
Wer eine ausführliche Dokumentation sogenannter Wahrheit und des Photochopping konsultieren möchte, der begebe sich in die Welt des Green Helmet, des White T-Shirt, der brennenden und rauchenden Autoreifen aka von israelischen Soldaten angeblich in Brand geschossenen Häuser im Libanon, der trete ein die reine Wahrheit und nichts als dieselbe vollständig verkehrende Welt der Nachrichtenagenturen wie ar-Reuters und die linksliberalen US-amerikanischen Printmedien, von mir in mehreren Artikeln gewürdigt als Obama-Kampfmaschinen.
- Anatomie eines Fotos
- Der Ambulanzwagen des Roten Kreuzes
- Der Reuters Fotoskandal. Eine Klassifizierungslehre des Betruges
- Rückkehr des Green Helmet Guy
Das ist zu finden auf der Zombietime- Betrugsseite, beim Jawa Report und vielen anderen aufrechten Bloggern und Website-Betreibern. Wenn man die Fotos und die Kommentare dazu gesehen und gelesen hat, fallen einem viele Themen ein für Visa pour l´Image. Aufklärung über Manipulationen, Schluß machen mit der widerlegten Behauptung, Fotos sprächen wahr. Selbst Fotos, die nicht gestellt oder verändert sind, vermitteln keine Wahrheit, niemals. Lösungen erarbeiten, wie Fotos trotzdem Informationen unterstützend eingesetzt werden können, und man könnte darüber nachdenken, wie man die Ideologie aus der Ausstellung herausbekommt, wie man sich auf die Weisheit von Hanns Joachim Friedrich besinnt. Dann wüßte man, daß die Bezeichnung "kämpferischer Journalist" kein Lob, sondern eine Beleidigung ist. (42)
7. September 2009
Quellen
(1) Perpignan : Visa se veut "plus que jamais" un festival militant.
L´Indépendant, 12 mai 2009
http://tinyurl.com/lqmrng
(2) Statt einer Rezension: "Le Monde" - das entblößte Gesicht der
Pariser Abendzeitung. 4. März 2003
http://www.eussner.net/artikel_2005-12-06_17-25-09.html
(3) James Curran, Jean Seaton: Power without Responsibility: the press,
broadcasting, and new media in Britain, 1981. Sixth Edition.
Fontana London 1984
http://tinyurl.com/no9f5r
(4) Jean-François Leroy. Photographe journalistique, evene.fr
http://www.evene.fr/celebre/biographie/jean-francois-leroy-3 9210.php
(5) Perpignan. La Source. Bar Café
http://www.fra.cityvox.fr/bars-et-boites_perpignan/la-source _46227/Profil-Lieu
(6) Visa pour l´Image. History
http://www.visapourlimage.com/history.do
(7) Kodak Young Photographer Award: West Bank Story.
The British Journal of Photography, October 24, 2001
http://www.bjp-online.com/public/showPage.html?page=13561
(8) Playing War. By Michael Finkel, The New York Times, December 24, 2000
http://www.nytimes.com/2000/12/24/magazine/playing-war.html? pagewanted=all
(9) Christopher Anderson. The stone throwers piece ... Q&A.
pdngallery.com, 2002
http://tinyurl.com/n9e8f2
(10) Fatah Tanzim. Global Security
http://www.globalsecurity.org/military/world/para/fatah-tanz im.htm
Alle Artikel über Mohammed al-Dura in meinem Archiv
http://tinyurl.com/bzawqy
(11) World Understanding Award. Jan Grarup Rapho / Stern Magazine.
"The Boys From Ramallah". POYi Winners
http://www.poyi.org/59/WUA/WUAgrarj01.html
(12) Jan Grarup (born 1968). Noor
http://www.noorimages.com/index.php?id=about1
(13) A Voice for Resistance from Palestine to Traverse City
http://www.mideastjustpeace.org/war-photography.html
Perfect Peace - From Intifada to Intifada. Von Kai Wiedenhöfer, Qantara,
13. März 2003
http://tinyurl.com/ljkzpw
(14) Jan Grarup: Hebron, occupied West Bank 2002/2003.
The Boys from Hebron. Slide Show. Noor
http://www.noorimages.com/index.php?id=312
(15) Hebron in meinem Archiv
http://tinyurl.com/lhhfgh
A Hebron Community. City of the Patriarchs
http://www.hebron.com/english/
1. Mose 23. wiki.volxbibel
http://wiki.volxbibel.com/index.php/1.Mose_23
Kiryat Arba. Google.de Web 54 500 Angebote
http://tinyurl.com/m5tssn
(16) Baruch Goldstein and Hebron Ten Years Later. By Ariel Natan Pasko.
Intellectual Conservative.com, 2 March 2004
http://www.intellectualconservative.com/article3182.html
Rabins Mörder feiert 12 Jahre nach der Tat. Von Norbert Jessen, WeltOnline,
2. November 2007
http://tinyurl.com/2y3req
(17) Online NewsHour: Diana Walker, PBS
http://www.pbs.org/newshour/media/walker/
(18) Visa pour l´Image. History. 2002
http://www.visapourlimage.com/history/2002.do
(19) Perpignan: Fotos, so weit die Füße tragen, Freelens, 5. September 2008
http://www.freelens.com/node/28293/pdf
Homeland, USA. Nina Berman/Redux Pictures for The Sunday Times Magazine.
30 August 2008 to 14 September 2008
http://www.photographie.com/?evtid=116508&lang1=de
Visa pour l´image - Perpignan 2008 / Rencontre avec Nina Berman /
Video. Live du vendredi 5 septembre 2008 Ã 15h30
http://www.photographie.com/?pubid=105073
(20) Le reporter-photographe Christian Poveda assassiné au Salvador.
Le Monde, 3 septembre 2009
http://tinyurl.com/l6ftf5
Christian Poveda. Par Jean-Michel Caroit, Le Monde, 5/6 septembre 2009
http://tinyurl.com/lugzzx
(21) Windows of the Soul: My Journeys in the Muslim World. National Geographic
http://tinyurl.com/m7mjs5
(22) New Medinah, Mississippi
http://www.newmedinah.com/
City of Savannah, Georgia
http://www.savannahga.gov/cityweb/SavannahGaGOV.nsf
(23) Journeys in the Muslim World. By Claire O´Neill, npr, July 23, 2009
http://tinyurl.com/lw2sxk
(24) Alexandra Avakian. Windows of the Soul: My Journeys in the Muslim World, Visa pour l´Image 2009
http://www.visapourlimage.com/exhibition/4049.do
Alexandra Avakian. Windows of the Soul. Photographic Home, September 3, 2009
http://blogs.nationalgeographic.com/blogs/photography/window softhesoul/
(25) Confrontée au pire, Alexandra Avakian n´a jamais cédé à la peur.
Par Valérie Pons, L´Indépendant, 2 septembre 2009
http://tinyurl.com/kkbosx
Photographer: Alexandra Avakian. National Geographic
http://tinyurl.com/lotk63
(26) Françoise Demulder ist tot. SpiegelOnline, 4. September 2008
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,576341,00.h tml
(27) Libanon. Bürgerkrieg (1975 - 1990). Encarta
http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761564963_7/Libanon.h tml
(28) Michael B. Oren: Six Days of War. June 1967 and the Making of the
Modern Middle East. Presidio Press Book, New York 2002
http://tinyurl.com/m6o5ew
Die Rolle des Islams im Sechstagekrieg. 12. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-12_23-03-45.html
(29) Françoise Demulder. Visa pour l´Image
http://www.visapourlimage.com/exhibition/4083.do
Visa pour l´Image Perpignan 2009. Catalogue International Festival,
Snoeck 2009
http://www.visapourlimage.com/festival/books.do
Survival in Fatahland. Salah Khalaf: Encyclopedia Beta
http://en.allexperts.com/e/s/sa/salah_khalaf.htm
(30) Exposition Françoise Demulder /
Visa pour l´Image du 29 août au 13 septembre 2009, idgo.fr
http://tinyurl.com/lh7htc
Francoise Demulder Google Bilder
http://tinyurl.com/lrqp22
(31) Visa pour l´Image bei Google.fr Web. 520 000 Angebote
http://tinyurl.com/mgesh6
(32) The Unluckiest Woman in Lebanon, Zombietimes, July/August 2006
http://zombietime.com/fraud/#unluckiestwoman
(33) La sécheresse dans la corne de l´Afrique, B. Stevens / Cosmos pour WFP.
Photographier des catastrophes naturelles. CLEMI Académie de Montpellier,
Visa pour l´Image, Perpignan, septembre 2006
http://tinyurl.com/l4j85e
No Fences: Festival for Peace and Justice in Palestine, January 22, 2006
http://tinyurl.com/m8rv96
(34) Gaza Beach Explosion (2006). Wikipedia
http://en.wikipedia.org/wiki/Gaza_beach_explosion_(2006)
(35) Israel accused of war crimes over 12-hour assault on Gaza village.
By Fida Qishta in Khuza´a and Peter Beaumont in London,
Al-Guardian, January 18, 2009
http://www.guardian.co.uk/world/2009/jan/18/israel-war-crime s-gaza-conflict
(36) Photojournalisme. Le temps des épreuves. Par Claire Guillot,
envoyée spéciale à Perpignan, Le Monde, 5 septembre 2009, p. 14
http://tinyurl.com/kjvndt
(37) Le temps des épreuves. Par Claire Guillot, Le Monde, 5/6 septembre 2009
http://tinyurl.com/lnejec
(38) Fnac Perpignan, the official bookshop of Festival Visa pour l´Image
http://www.visapourlimage.com/festival/books.do
(39) Anatomy of a Photograph. An analysis of a single seemingly innocuous
photograph, and the pervasive media bias it reveals, zombietimes,
September 24, 2005
http://tinyurl.com/djxh5
(40) Im Moment der Wahrheit. Von Javier Cáceres, sueddeutsche.de,
20. Juli 2009
http://archiv.sueddeutsche.de/A5938t/2973625/Im-Moment-der-W ahrheit.html
Wrong place, wrong man? Fresh doubts on Capa´s famed war photo.
By Giles Tremlett, The Observer, June 14, 2009
http://www.guardian.co.uk/world/2009/jun/14/robert-capa-spai n-photography
La foto del miliciano caÃdo de Robert Capa fue un montaje. Por Ernest Alos,
elPeriódico, 17 de julio de 2009
http://www.elperiodicoextremadura.com/noticias/noticia.asp?p kid=455219
Capa´s greatest creation: himself. By Phillip Knightley, September 1, 2002
http://phillipknightley.com/2002/09/capas-greatest-creation- himself/
(41) Esther Schapira: Das Kind, der Tod und die Wahrheit. ARD, 4. März 2009
http://www.eussner.net/artikel_2009-03-03_14-30-41.html
Pallywood in meinem Archiv
http://tinyurl.com/mrmfcn
(42) Anatomy of a Photograph. An analysis of a single seemingly innocuous
photograph, and the pervasive media bias it reveals, zombietimes,
September 24, 2005
http://tinyurl.com/djxh5
The Red Cross Ambulance Incident. How the Media Legitimized an
Anti-Israel Hoax and Changed the Course of a War, zombietimes,
August 23, 2006
http://www.zombietime.com/fraud/ambulance/
The Reuters Photo Scandal. A Taxonomy of Fraud. A comprehensive
overview of the four types of photo fraud committed by Reuters, August, 2006,
zombietime
http://www.zombietime.com/reuters_photo_fraud/
Return of the Green Helmet Guy (Updated Again & Again...). The Jawa Report,
December 8, 2006
http://mypetjawa.mu.nu/archives/185655.php
Zombietimes Fraud Page. Fraudulant Photojournalism
http://zombietime.com/fraud/
"Green Helmet" in meinem Archiv
http://tinyurl.com/lgu9cf
|
 |