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Was das Schaf zu blöken hat...Was das Schaf zu blöken hat...

Maisausreißer, M´bala, Massenmörder. Maître François Roux

Liebe Freunde!

Meine Herrin kommt aus ihrem Stamm-Café und raunzt mich an: Schaf, seit langem hast du nichts mehr zu unserer Site beigetragen, Webmaster Patrick hat dir eigens eine Seite allein für dich eingerichtet, sogar ein Archiv hast du bekommen, aber außer deinen diversen Weisheiten, von denen die meisten nicht einmal von dir sind, bringst du nichts zustande. Da hat sie mich auf der falschen Hinterkeule erwischt, und kleinlaut blöke ich: Ja, Herrin, du hast recht! Ich will sie gar nicht erst daran erinnern, daß ich eine Wahlniederlage von Barack Obama vorausgeblökt habe, aber schon rügt sie streng: Auf deine politischen Einschätzungen kann frau sich sowieso nicht verlassen, und deine Verehrung für Sarah Palin ist kein Ruhmesblatt, du warst einfach nur peinlich, wie du verliebt in den Ferni geglotzt hast.

Liebe Freunde, Ihr seht, wie nachtragend meine Herrin ist und wie selbstgerecht, als wenn sie immer alles richtig einschätzte. Wenn sie so auftrumpft, dann will sie etwas von mir, und richtig: Schaf, mir ist im Midi Libre eine kurze Meldung über die Faucheurs Volontaires aufgefallen, sieh zu, daß du Witterung aufnimmst.

Die Redakteure und Autoren der französischen MSM lieben die Faucheurs Volontaires, die freiwilligen Schnitter Frankreichs, die Maisausreißer; das ist etwas, das sie in ihren durchgesessenen Redaktionssesseln begeistert, die rond-de-cuirs, wenn sie über neuen zivilen Ungehorsam berichten können, über Zerstörungen von Pflanzen, Abfackeln von Autos, eingeworfenen Scheiben von amerikanischen Läden oder solchen, die sie dafür halten. 15 Ausreißerartikel, von denen ich mit leichter Klaue mindestens fünf beigetragen habe, findet Ihr, wenn Ihr in die neue Suchfunktion auf unserer Site faucheurs volontaires eingebt. (1)

Ich muß ziemlich ratlos dreinschauen, denn meine Herrin gibt mir den Tip, es müsse sich um eine ältere Ausreißerei handeln, der Midi Libre schreibe von 2007, gerissen worden sei im Loiret. Wie so oft bei den internationalen Qualitätsmedien, kann schaf sich weder auf den Inhalt noch die Orts- und Zeitangaben verlassen, schaf schaut besser im Internet nach.

Es gibt ein Video, auf dem Jean-Pierre Masson, ein Ausreißerfunktionär erster Ordnung, ex cathedra die Berechtigung zu den Taten erklärt, er spricht von den Ausreißereien vom 14. August 2004 und 7. Juli 2005, als vom Collectif des Faucheurs Volontaires herbeigerufene Bürger mit genverändertem Mais angebaute Parzellen in Greneville en Beauce und Neuville aux Bois "neutralisiert" haben, wie auf der Site der Bauerngewerkschaft, im Oktober 2005, vermeldet wird. Diese Taten seien im Rahmen des nicht gewaltsamen zivilen Ungehorsams verübt worden. Juristische Folgen werden von den Maisausreißern nicht akzeptiert, sie berufen sich auf von ihnen bestimmtes Recht. Die Prozeßlage sei un peu compliqué, etwas schwierig, meint Jean-Pierre Masson. Der Interviewer hört brav zu und nimmt´s kommentarlos hin, weil Linke im Gegensatz zum Papst immer ex cathedra dozieren; denn sie wissen die Wahrheit. (2)

Bei Google.fr gibt´s für faucheurs volontaires loiret Zeitangaben zwischen 2004 und 2006. Nach langem Suchen finde ich ´ne weitere Ausreißerei: In der Nacht vom 13. auf den 14. August 2006 werden 32 Maisausreißer nach der Zerstörung eines Versuchsfeldes von 3000 Quadratmetern verhört und verhaftet. Das Feld, in Villereau, im Loiret, gehört dem amerikanischen Konzern Monsanto, weiß der Fernsehsender TF1/LCI, Monsanto verlange 313 000 Euro Schadensersatz, was die Ausreißer ungeheuerlich und beleidigend finden. Nie seit der Landung in der Normandie, im Juni 1944, ist gegen die Amerikaner ein gelungenerer Auftritt zu verzeichnen als die Zerstörung ihrer Forschungen. Ganz Frankreich zittert mit den Nationalhelden. Der Sohn meiner Freundin zittert nicht mehr mit, wirft meine Herrin ein, ihm sind durch die Zerstörung eines seiner Versuchsfelder bei Toulouse zwei Jahre Forschungsarbeit zerstört worden, und nun arbeitet er in den USA weiter, sein Freund ist gerade auf dem Absprung, ihm zu folgen.

Die Faucheurs Volontaires werden für eine der zahlreichen Ausreißereien, die kaum noch auseinanderzuhalten sind, zu Freiheitsstrafen verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt werden, und für die Weigerung von 13 unter ihnen, eine DNA-Probe zu hinterlegen, gibt´s von den unverschämten Richtern zwei Monate Bewährung extra. Um diese Weigerung geht es. Jean-Emile Sanchez, der Sprecher der Confédération paysanne, der "Bauerngewerkschaft", des Hérault, unseres Nachbar-Departements, hat Berufung eingelegt, und wieder mahlen die Mühlen der Justiz, die Maisausreißer kosten die französischen Steuerzahler jedes Jahr Millionen Euro, hinzu kommen die Schäden der Bauern und der privaten Firmen.

Plötzlich blöke ich so laut auf, daß meiner Herrin vor Schreck der Atem wegbleibt, dann aber sieht sie, daß mir nichts geschehen ist: Was hast du denn? Ich habe mir Sorgen gemacht, sagt sie vorwurfsvoll. Ich bin gerührt: sollte ihr wirklich etwas an mir liegen? Sie zeigt es mir so selten!

Herrin, stell dir nur vor, wer den Jean-Emile Sanchez als Anwalt vorm Obersten Gericht in Béziers vertritt und einen Freispruch erreicht! - ??? - Der Staranwalt François Roux! Das erfährt schaf im Midi Libre. Auf Romandie News, einer Site für Informationen, liest schaf, daß es sich um eine Ausreißerei vom August 2004 handelt, erfährt aber nichts über den Anwalt. Es ist wie bei den deutschen MSM, mühselig muß schaf sich die Informationen zusammenscharren und sie mit denen von Blogs aus dem Rinnstein abgleichen, um halbwegs Bescheid zu wissen, und wenn´s nur über harmlosere Tatsachen als Maisausreißerei wäre. (3)

Daher der Begriff presse de caniveau, Rinnsteinpresse. Meine Herrin erklärt voller Stolz, sie sei eine Bloggerin der Rinnsteinpresse, nein so etwas, blök!! (4)

Der Fall der Verweigerung, DNA-Proben abzugeben, tobt selbstverfreilich durch alle linken Blogs; denn wie zitiert AFP die Bauerngewerkschaft treffend? Mit dieser Entscheidung "hofft die Bauerngewerkschaft des Languedoc-Roussillon, daß das Gericht die Botschaft hört", die die Richter senden, "ein Ausreißer von genverändertem Mais handelt im Interesse der Allgemeinheit, er verübt kein Delikt, und in diesem Zusammenhang ist die Weigerung, seine DNA-Probe abzugeben, ein Recht."

Auf einem Colloquium über den Zivilen Ungehorsam doziert der Jurist François Roux in Lyon, am 6. April 2006, daß es wichtig sei, daß die Aktionen des zivilen Ungehorsams sich auf das Gebiet der Rechtsprechung übertrügen; Menschen sollten sich engagieren und die Juristen anschließend versuchen, Debatten in der Justiz und der Rechtsprechung mit dem Ziel in Gang zu setzen, die Gesetze zu verändern. François Roux, wie alle Ideologen, definiert, was recht, was Recht, was wahr und was die Wahrheit, die Regierung verabschiede ein Gesetz über genverändertes Getreide, und versuche damit in Wirklichkeit, den Agrarkonzernen zugunsten ihres Profites zu erlauben, die Umwelt zu verschmutzen. Die Aktionen des zivilen Ungehorsams würden so lange für die gerechte Sache weitergeführt, bis ein Gesetz erlassen werde, das den Forderungen seiner Klientel Rechnung trage. Er bezeichnet diese Nötigung als konform mit den Allgemeinen Menschenrechten. (5)

Es nutzt nicht, daß in den USA bereits seit mehreren zig Jahren genveränderter Mais angebaut und verfüttert wird, daß selbst französische Wissenschaftler keine Gesundheitsschädigungen durch genveränderte Mais und Soja nachweisen können, die linksradikalen Maisausreißer wissen es besser und bestimmen, was in Frankreich anzubauen ist. Der Konzern Carrefour, Vertreiber von konventionellem Getreide, wird´s ihnen vergelten, auch wenn er inzwischen von den Détectives OGM der Heuchelei und der Lüge geziehen wird: alles verseucht, Öl, Syrup, Popcorn! (6)

Das genveränderte Getreide verursache Völkermord: Tausende von indischen Bauern begehen Selbstmord nach dem Gebrauch von genverändertem Getreide. (7)

Beim Stichwort Völkermord werde ich sehr spitz und schaue nochmal in den Midi Libre; ich gestehe ehrlich, daß mich die Aktivitäten der Maisausreißer allmählich ermüden, aber Völkermord, der macht wach.

Der Midi Libre berichtet über Maître François Roux, der Rechtsanwalt aus Montpellier reise zur Verteidigung von Jean-Emile Sanchez eigens aus Phom Penh an, wo er den des Völkermordes und der Verbrechen gegen die Menschheit angeklagten Kaing Guek Eav, alias Duch, im Prozeß gegen die Roten Khmer vertrete. Immer wenn Mitglieder der Bauerngewerkschaft angeklagt würden, kämen er und seine Kollegin Régine Barthélémy herbei, um die Äußerungen des zivilen Ungehorsams zu unterstützen, in diesem Falle die Argumente der Gegner des DNA-Abgleichs, der mißbräuchlich getätigt werde und gefährlich sei für die Freiheit und die Achtung der Menschenrechte. Der Jurist setzt sich an die Stelle der Gesetzgeber, der Abgeordneten der Nationalversammlung, der Jurist François Roux hält nichts von den Institutionen des Rechtsstaats und von Gewaltenteilung: "Es ist ein Paradox, man bricht das Gesetz, um Recht zu schaffen."

So sehen es in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch die Roten Khmer, die weder Rechtsstaat noch Gewaltenteilung akzeptieren, sondern Willkür und Gewalt, sie schaffen die Gesetze ab, um ihr Recht zu schaffen. Der Anwalt kennt sich aus damit, prinzipiell hat er nichts dagegen. Während der Angeklagte, dem der Mord an 16 000 Menschen vorgeworfen wird, gelangweilt erscheine, könne man das von seinen Anwälten nicht behaupten, schreibt Erich Follath, allen voran der französische Staradvokat François Roux, der ist ganz in seinem Element und spricht von den Unzumutbarkeiten, denen sein Mandant ausgesetzt sei. Wahrscheinlich widerspricht der Prozeß gegen den Massenmörder den Menschenrechten. (8)

Meine Herrin hat sich mit diesem Anwalt schon einmal auseinandergesetzt, er vertritt nämlich den Komiker Dieudonné M´bala M´bala. Der Antisemit Dieudonné kann bis zum Jahr 2005 stolz von sich behaupten, daß er für noch keinen einzigen seiner antisemitischen Ausfälle verurteilt wurde. Im Gegenteil, sein Anwalt François Roux teilt mit, daß man gegen jeden vorgehe, der ihn auch nur von weitem beleidigt und ihm Rassenhaß unterstellt. Der Anwalt spricht dabei in Rätseln: "Jeder behalte einen kühlen Kopf bei Strafe von schweren Enttäuschungen, bevor er sich in ein medial-juristisches Abenteuer stürzt." (9)

Nun muß er den Antisemiten wieder verteidigen. Der umarmt unter dem Beifall eines Saales voller französischer Antisemiten den Holocaustleugner Robert Faurisson: Der Humorist Dieudonné hat am Freitag, den 26. Dezember 2008, auf der Bühne des Zénith von Paris dem 79-jährigen Revisionisten, zu deutsch, dem Holocaustleugner, Robert Faurisson den "prix de l´infréquentabilité et de l´insolence", den Preis für Geächtetsein und Respektlosigkeit, überreicht. Dieudonné ließ Herrn Faurisson auf die Bühne kommen, wo sein Regisseur Jacky, gekleidet als jüdischer Deportierter, mit einem Judenstern an der Brust, ankam und ihm vor mehr als 5000 Zuschauern, darunter Jean-Marie Le Pen, seine Trophäe überreichte. (10)

Lange ist´s her, daß schaf eine solche Ansammlung von Linksradikalen und Rechtsextremisten hat gemeinsam im antisemitischen Delirium toben gehört. Robert Faurisson ist gerührt und hält eine Rede: Einen solch triumphalen Empfang habe ich lange nicht erlebt. Er sei bislang immer speziellen Behandlungen unterzogen gewesen, er sei ein armes Opfer der französischen Justiz, die ihm nicht gestatte, die Wahrheit über den Revisionismus zu sagen: Voilà 34 ans, 1974 à 2008, que je suis traité dans mon pays en palestinien. Et je ne peux m´empêcher de faire cause commune avec eux. Et j´ai trouvé particulièrement émouvant, ce que tu as dit à la fin au propos de la Palestine. Es sind inzwischen 34 Jahre, von 1974 bis 2008, daß ich in meinem eigenen Land wie ein Palästinenser behandelt werde, und ich kann nicht umhin, mit ihnen gemeinsame Sache zu machen. Ich habe es besonders anrührend empfunden, was du zum Schluß über die Palästinenser gesagt hast. (11)

Jean-Marie Le Pen, Pate des vierten Kindes von Dieudonné, ist begeistert. Beide verteidigen die Leugnung des Holocaust als Meinungsfreiheit.

François Roux ist auch einer der beiden französischen Anwälte, die in den USA an den Gerichtsverhandlungen gegen Zacarias Moussaoui, in Alexandria, Virginia, teilnehmen. Zacarias Moussaoui ist der Komplizenschaft bei den Attentaten des 11. September 2001 angeklagt und erklärt sich für schuldig, der zwanzigste Attentäter zu sein. (12)

Seine Vertretung des Zacarias Moussaoui wird auf einem eigenen Blog Sauvons Zacarias Moussaoui de la peine de mort! Retten wir Zacarias Moussaoui vor der Todesstrafe, gewürdigt. Am 4. März 2006 tut er den Ausspruch: "An diesem Tag führt Frankreich die Todesstrafe per Vollmacht wieder ein." (13)

Bei den Wahlen zur Nationalversammlung, im Juni 2007, kandidiert er für eine anti-liberale linksradikale Splittergruppe, die Gauche Alternative, die mit François Pellissier in Paris einen der Stellvertretenden Bürgermeister stellt: Gauche Alternative pour un Paris solidaire, écologiste, altermondialiste, autogestionnaire, féministe et antiraciste, Alternative Linke für ein solidarisches, ökologisches, globalisierungskritisches, selbstverwaltetes, feministisches und antirassistisches Paris. In Frankreich ist alles möglich, da würde man Aufregungen wie die um Andrea Ypsilanti gar nicht verstehen. (14)

Meine Herrin muckst sich plötzlich. Schaf, meint sie, du weißt, daß Intelligenz definiert ist als Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen?

Ich bin beleidigt: Was meinst du, Herrin, blöke ich böse, habe ich nicht schon sehr klug vieles über diesen Linksanwalt zusammengekratzt? Nun ist sie empört, daß ich nicht errate, was sie von mir will. Ich sage nur: Jacques Vergès, wirft sie hin, bist du nicht stutzig geworden, hast du mein Dutzend Artikel über diesen Feind Israels und den Verteidiger hoffnungsloser Fälle nicht gelesen? Gib den Namen in unsere Suchfunktion ein, und du bekommst zwölf Beiträge von mir, aber einer ist sogar von dir, er ist fünf Jahre alt, schon zu der Zeit gibst du zu, daß du nicht liest, sondern nur wie ein Wilder mit deinen Klauen die Tasten meines Dells zerhackst! (15)

Mein Schafskopf raucht - daß ich daran nicht gedacht habe! Ich suche nicht lange: François Roux wird an der Seite des kambodschanischen Anwalts Kar Savuth arbeiten, der Duch seit seiner 1999 erfolgten Verhaftung durch die Militärbehörden verteidigt. Es wird vermutet, daß Jacques Vergès, ein anderer französischer Anwalt, den ehemaligen Staatschef der Roten Khmer Khieu Samphan vertritt, er ist aber bis heute noch nicht vereidigt. (16)

Was schaf von der Qualität der Informationen der MSM halten kann, sieht schaf einmal mehr am Artikel des Express, der sich bescheidet, über Jacques Vergès zu schreiben: "Der Intellektuelle" der Roten Khmer wird vor allem durch den französischen Anwalt Jacques Vergès verteidigt, den er vor einem halben Jahrhundert, während seines Studiums in Paris kennengelernt hat. (17)

Auch der Spiegel berichtet nichts weiter: Der französische Staranwalt Jacques Vergès, 83, Co-Verteidiger von Khieu Samphan, zeigt sich gegenüber dem SPIEGEL überzeugt, dass es zu dem Prozess gegen seinen Mandanten aus verfahrenstechnischen Gründen gar nicht kommen werde. (18)

Welche Beziehungen dieser Anwalt, der heute 83 Jahre alt ist, zu den Verbrechern unterhält, hat meine Herrin ausführlich berichtet. Es wird vermutet, daß der Anwalt acht Jahre bei seinen Freunden verbringt. 1970, zur Zeit des Staatsstreichs von Verteidigungsminister Lon Nol gegen König Sihanouk, verschwindet er spurlos aus Paris, der Mossad und andere werden verdächtigt, ihn ermordet zu haben, aber der Anwalt scheint sich am Machtkampf im fernen Kambodscha zu beteiligen. Am 17. April 1975 erobert Pol Pot mit chinesischer Unterstützung Phnom Penh. Er wird Premierminister. Yeng Sary, die "graue Eminenz", und Khieu Sampan, der Ideologe der Evakuierung der Städte und der Zwangsarbeit, steigen mit ihm auf. Als es deutlich wird, daß die Zeit der Massenmörder zu Ende geht, ein Jahr vor der Befreiung Kambodschas durch die Vietnamesen, ist Jacques Vergès plötzlich wieder in Paris; als wenn er nie fortgewesen wäre, sieht man ihn beim Einkaufen in einem Lebensmittelladen. Auf Anfragen über seinen Verbleib äußert er sich nicht, was ganz untypisch für den brillianten Redner ist. Ich bin von der anderen Seite des Spiegels gekommen. Dies ist mein Schattenbild, sagt er 1983.

Nun kehrt er zurück auf die andere Seite des Spiegels, und sein Kollege François Roux ist mit ihm. Wenn es um die Menschenrechte geht, sind Frankreich, seine Regierung, Behörden, Medien und Eliten immer vorn. Kaing Guek Eav, alias Duch, und seine Folgsamkeit, obedience, möge man nicht zum Sündenbock machen, sagt er im Interview mit der Phnom Penh Post. Es entspräche bei uns der Forderung, für die Verbrechen des Dritten Reiches Adolf Hitler und vielleicht zwei oder drei weitere Personen der Hierarchie verantwortlich zu machen, was gerade kämpferischen Naturen aus linken Kreisen wie François Roux in Wut brächte. Was für Rechts gilt, das ist für Links nicht anwendbar, es gilt juristisch zweierlei Maß. So belehrt uns ein französischer Anwalt.

Die Verbrechen des Massenmordes nennt François Roux eine kambodschanische Tragödie, es ist wie mit den palästinensischen Selbstmordattentätern, ihre Verbrechen werden ebenfalls als Tragödien bezeichnet und somit jenseits aller Schuld und Verantwortung angesiedelt. He has to be judged for what he has done, not for the whole tragedy. Er muß für seine Taten gerichtet werden und nicht für die ganze Tragödie. Seine Taten bestehen laut Anklage aus Mord an 16 000 Menschen, fürwahr nicht die ganze "Tragödie". Im Interview hält er ein Plädoyer für den Ungehorsam, ziviler Ungehorsam sei vom Gesetz abgedeckt. Das sehen er und seine Freunde die Faucheurs Volontaires und der Komiker Dieudonné M´bala M´bala so, der den Holocaustleugner Robert Faussisson einlädt, um somit das Recht auf freie Meinungsäußerung durchzusetzen, aber nicht jeder Franzose folgt ihm darin, sondern in Frankreich scheint ähnliches Recht zu herrschen wie in Deutschland, wo nach Artikeln 19 und 20 des Grundgesetzes, jedem der Rechtsweg offen ist, und Widerstandsrecht besteht, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist, gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen. (19)

Ein Jurist behauptet, gegen das Gesetz zu sein, sei vom Gesetz abgedeckt: Mich interessiert seit langem die Idee, daß Gehorsam nicht immer eine Tugend ist. Und auch über Autorität ... Der französische Autor Georges Bernanos schrieb, daß "ein freies Volk ein undiszipliniertes Volk ist". Ziviler Ungehorsam ist im Gesetz festgeschrieben. Deshalb betrifft er nicht nur Aktivisten. Ich bin jetzt geleitet, von einem Extrem ins andere überzugehen. Das ist kein Zufall, und das ist eine einzigartige menschliche Erfahrung. Wir erreichen die Idee der Menschheit.

Das steht da wirklich, den Artikel der französischen Verfassung hat er allerdings nicht griffbereit, schade, ich habe ihn eben vergeblich gesucht, blök! (20)

Die Verantwortung beginne, wenn jemand einer kriminellen Ordnung folge. Die Verteidiger von Duch versuchten zu vestehen, wie das habe geschehen und wie es habe wirken können, und ob man ihm irgendwelche mildernden Umstände zusprechen könnte. Hätte er doch besser in seiner Jugend Mais ausgerissen, dann wäre er nicht zum Massenmörder an Intellektuellen, Bürgern und Bauern geworden, sondern er hätte vielleicht nur einmal einen einzelnen Bauern in den Selbstmord getrieben. (21)

Warum er den Angeklagten Kaing Guek Eav, alias Duch, verteidigt, erklärt er mit hehren Gründen: ein Anwalt sollte jeden gleichermaßen verteidigen, so wie ein Arzt ebenfalls jeden behandle. Da wüßte schaf aber doch gern, warum immer gerade solche dabei sind wie die Maisausreißer, wie der Antisemit Dieudonné M´bala M´bala und jetzt der Massenmörder. Diese Frage stellt schaf schon bei der Einschätzung der Tätigkeit des Anwalts Jacques Vergès.

François Roux erwartet als große Neuigkeit die Darstellung des Duch, Knüller werde es sicherlich nicht geben, aber Richtigstellungen, Einzelheiten, neue Aspekte. Man wisse nicht, was Duch sagen werde. Was wissen Sie darüber, wer er nach 30 Jahren geworden ist? Nichts. Was wissen Sie darüber, was die Opfer dem Duch sagen werden? Was wissen Sie darüber, was er ihnen sagen wird? Das sind Fragen, die den Staranwalt bewegen, darum verteidigt er ihn, und schaf wüßte gern, wer ihn bezahlt. Wer finanziert ihm den Flug von Phnom Penh nach Frankreich zur Verteidigung des Maisausreißers Jean-Emile Sanchez, der keine DNA-Probe abgeben will? Die französische Justizkasse, sprich die Steuerzahler? Die einst den Roten Khmer befreundete Volksrepublik China? Ein edler Spender, dessen Geschäfte mit der Zerstörung Kambodschas aufgeblüht sind? Gar er selbst als Werbung für den Kämpfer für die Menschenrechte, aus seiner Privatschatulle? (22)

Erzieherische Aufgaben weist sich François Roux zu, das hat er gemein mit den europäischen MSM, die kaum eine Gelegenheit zur Erziehung von Menschen und Schafen verstreichen lassen. Zum Schluß des Interviews behauptet dieser Anwalt, nach dem Ende des Prozesses könnten alle sagen, der Gerechtigkeit sei genüge getan: ´Justice has been done´. Der arme Irre! (23)

Schaf, holt mich meine Herrin aus meinen Gedanken und packt mich bei den Hörnern, das ist ja alles ganz in Ordnung, was du da ausgebuddelt hast, aber du weißt doch, daß ich mich bei solchen Leuten brennend interessiere, was sie zu Israel meinen, zu Gaza, das ganze Programm. Könntest du diesbezüglich nachschauen, bitte?

Das habe ich nun von meiner Arbeit, sie dankt mir nicht, sondern ich soll noch mehr herausfinden. Herrin, ich bin mir sicher, daß dieser Anwalt nicht anders ist als sein Kollege Jacques Vergès, nämlich ein Israelfeind, blöke ich müde, aber für diese Extrapolation kriege ich nur einen Blick der Verachtung: Such! Ich verstehe es nicht, daß meine Herrin sich immer Leid zufügen muß. Reicht denn nicht die Schilderung über Maisausreißer, den antisemitischen Komiker und den Massenmörder in Kambodscha?

Liebe Freunde, darf ich es mit einem Beleg bewenden lassen? Er ist aus dem Archiv der Reformierten Protestanten und handelt von einer Debatte von lauter Menschenrechtlern, die sich rührend um die Palästinenser sorgen, über den im September 2004 während der Reise von Botschafter Stéphane Hessel, Anwalt François Roux und Regisseur Bernard Mounier von diesem in Israel und dem Westjordanland gedrehten Film Si eux se taisent, les pierres crieront, Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien. Der 20-minütige Film handelt von der im Bau befindlichen Trennungsmauer, le Mur de séparation. Gezeigt wird er von den Reformierten, am 10. Oktober 2004, in der Sendung Présence protestante, im Staatsender France 2, bekannt durch die Lügen des Charles Enderlin über die Ermordung des Mohammed al-Dura durch israelische Schüsse. Meine Herrin hat jede Menge darüber berichtet, gebt nur mohammed al-dura in die Suchfunktion ein. Einmal mehr sind es Christen, die Israel an den Pranger stellen, es hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert. Mit dem Film tingeln der Botschafter, der Anwalt und der Regisseur durch Frankreich, ein Halt ist in Manosque, in der Provence, wo er von der den Palästinensern ergebenen Association France Palestine Solidarité vorgeführt wird. Ein Blick auf die Startseite dieser Vereinigung zeigt, daß Israelis kein Verstehen und erst recht keine Gnade erwarten können. (24)

Die jüdische Vereinigung B´nai B´rith, angeblich eine Nichtregierungsorganisation zur Verteidigung der Menschenrechte, fordert eine Diskussion, und so kommt es, daß im Senat unter der Leitung von Jean-Luc Mouton, dem Direktor von Réforme, und Thierry Lachkar, vorgestellt als Mitglied von B´nai B´rith, stattdessen Präsident der Loge, der Botschafter und der Anwalt mit den französischen Juden Alain Finkielkraut und Jacques Tarnéro über den Film diskutieren.

Die jüdischen Diskutanten sind über den Film empört, Alain Finkielkraut erklärt: "Das ist ein Propagandafilm, ich bin erstaunt, daß er während einer religiösen Sendung vorgeführt worden ist. ... Ich bin einverstanden, daß über den Verlauf der Mauer diskutiert wird, aber ich lehne es ab, daß man von Apartheid spricht. Was diesen Film angeht, so wäre es das mindeste gewesen, daß man uns einen Selbstmordanschlag gezeigt hätte."

Die Christen rechtfertigen in dem Bericht über die Diskussion, daß sie die Belange Israels und seiner bedrohten Bevölkerung unberücksichtigt gelassen haben, er solle einfach nur zeigen, welche negativen Folgen die Mauer für die Palästinenser habe, die Israelis, die in dem Film zu Wort kommen, sind einschlägig bekannte Gegner des Sicherheitszaunes, es würde schaf nicht wundern, wenn Teddy Katz, der Erfinder des Massakers von Tantura, mitwirkt bei der Pallywood-Propaganda. Nach dem sich über die Politik der israelischen Regierung empörenden Botschafter Stéphane Hessel, der betont, daß er ehemaliger KZ-Häftling sei und damit seinen Äußerungen mehr Gewicht zu verleihen versucht, hat der Anwalt François Roux das Wort, der sich vorstellt als "engagierter, nicht gewalttätiger Protestant, der wünscht, Brücken zu bauen", er betont: "Aus allen diesen Gründen, konnte ich es nicht unterlassen, an den Fuß der Mauer zu treten." Der Anwalt erinnert an die Resolution des Internationalen Gerichtshofes, der die Einschränkungen der Rechte der Palästinenser anprangert. Sein Ziel ist dies: Wiedereinsetzung und Verteidigung des Rechts und der Notwendigkeit seiner Anwendung. Der Anwalt erwähnt mit keinem Wort, daß es sich bei der Resolution um ein gegen Israel gerichtetes Gutachten mit Empfehlungen handelt, die keinerlei rechtliche Verbindlichkeit besitzen.

Man kann aus dem Propagandafilm sowie der Argumentation des Berichtes schließen, daß es für diese Christen Israel schon irgendwie nicht mehr gibt, es werden ihm keine Rechte, weder auf das Leben seiner Bürger noch auf die Unversehrtheit seines Territoriums und Besitzes zugebilligt. Was den Internationalen Gerichtshof angeht, so bin ich dort als Gerichtsberichterstatter gewesen. Meine Einschätzung über die 14 älteren Männer und eine Frau, die das Ergebnis des Verfahrens schon vorab festgelegt haben, könnt Ihr gern nachlesen. (25)

Nun kannst du dir vom Anwalt François Roux ein Bild machen, Herrin! Sie dankt es mir mit bitterer Miene, und ´ne Möhre zur Belohnung kriege ich auch nicht.

Blök!
Euer Schaf
lieber ein Schaf, als ein Vogel wie François Roux!

24. Februar 2009

Siehe auch:

Killing Fields. Von Michael Mannheimer, Achse des Guten, 26. Februar 2009
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/killing _fields/

The Khmer Rouge Canon 1975-1979. The Standard Total Academic View (STAV) On Cambodia. Sophal Ear, Ronald E. McNair, University of California Berkeley,
Mai 1995
http://jim.com/canon.htm

Noam Chomsky, immer im Dienste der Wahrheit. Noam Chomsky Handapparat für für die Carl-von-Ossietzky-Universität. 13. Mai 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-05-13_03-06-06.html

Quellen

(1) faucheurs volontaires
http://tinyurl.com/bf4tlc

(2) Les Faucheurs volontaires du Loiret. Dailymotion. Video.
Pris le : 06 janvier 2007. Lieu : Orléans, France
http://tinyurl.com/baj7wd

ex cathedra. Von Werner Kaltefleiter. Das Vatikan Glossar
http://www.kath.de/kurs/vatikan/ex_cathedra.php

(3) Justice. A Béziers, relaxe d´un faucheur d´OGM pour le refus de prélèvement d´ADN. Par A.K. Midi Libre, 21 février 2009
http://tinyurl.com/cvkgpk

Refus de prélèvement ADN: un faucheur de plants OGM relaxé à Béziers.
Par AFP, Romandie News, 20 février 2009
http://www.romandie.com/infos/news2/090220181918.qkpuhetz.as p

Monsanto France
http://www.monsanto.fr/index.phtml

Monsanto. Who We Are
http://www.monsanto.com/who_we_are/default.asp

(4) Auf geht´s! Laßt die alten Medien links liegen, und lest stattdessen Blogs!
1. März 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-03-01_21-20-05.html

(5) Liens. Colloque de Lyon sur la désobéissance civile (7) Intervention de
François Roux. Wikipedia
http://fr.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois_Roux

(6) Alerte! Après le dérèglement climatique ... le dérèglement génétique !
http://francedenbas.free.fr/distributeurs/Carrefour.htm

(7) Le génocide OGM. Par Christian Berdot, Les amis de la terre,
3 novembre 2008
http://francedenbas.free.fr/

(8) Völkermordprozeß in Kambodscha. Von Erich Follath, SpiegelOnline,
17. Februar 2009
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,608240,00.html

(9) Pornographie der Erinnerung. Der Humorist Dieudonné geht zum Gegenangriff über. 21. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-21_01-01-24.html

(10) Robert Faurisson - Dieudonné: Liberté d´expression et de recherche,
Vidéo. Paris, Zénith, 26 déc 2008
http://www.youtube.com/watch?v=WvxjzVm17ZI&feature=related

(11) Dieudonné-Faurisson at Zenith Theatre Paris France. Video. YouTube,
27 décembre 2008
http://www.youtube.com/watch?v=4z8AkcdnDIo

(12) Der Effekt Dieudonné - weitere rassistische Agressionen gegen Juden.
6./7: März 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-03-06_22-08-35.html

(13) François Roux, avocat de Moussaoui. Sauvons Zacarias Moussaoui de la peine de mort! 4 mars 2006
http://sauvons-moussaoui.over-blog.com/article-599888.html

(14) Gauche Alternative, législatives 2007
http://www.alternativeunitaire2007.org/spip/

Liste de la Gauche Alternative, Paris 13ème
http://tinyurl.com/dah893

(15) Maître Jacques Vergès - Verteidiger hoffnungsloser Fälle. 24. April 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-04-24_23-31-17.html

Versuch zur Freilassung von Tarek Aziz und Florence Aubenas. Schaf,
21. März 2005
http://www.eussner.net/schaf_2005-03-21_02-01-55.html

(16) Tribunal Khmer Rouge- L´avocat français François Roux assermenté pour défendre Duch (www.lepetitjournal.com Cambodge) 10 août 2007
http://www.lepetitjournal.com/content/view/17544/1841/

(17) Douch sera le premier Khmer rouge jugé, L´Express.fr, 19 janvier 2009
http://tinyurl.com/brjvbp

(18) Völkermordprozess in Kambodscha: Anatomie eines Alptraums, SpiegelOnline, 17. Februar 2009
http://www.spiegel.de/dertag/pda/avantgo/artikel/0,1958,6082 40,00.html

(19) Christian Vanneste sur la désobéissance civile. Christian Vanneste,
député du Nord. Le courage du bon sens ! 4 février 2009
http://www.christianvanneste.fr/?p=1800

(20) Constitution française de 1958. Wikipédia
http://fr.wikipedia.org/wiki/Constitution_de_1958

(21) José Bovés Sommervergnügen mit tödlichem Ausgang. 6. August 2007
http://www.eussner.net/artikel_2007-08-06_22-23-33.html

(22) François Roux : sous la robe, le militant des droits de l´Homme.
Par Stéphanie Gee, ka-set.info, 16 avril 2008
http://tinyurl.com/bx28g7

(23) Defending Duch´s obedience. By Anne-Laure Porée, The Phnom Penh Post, December 22, 2008
http://tinyurl.com/c4we4q

(24) Débat autour du Film Si eux se taisent, les pierres crieront, de
Bernard Mounier. Association France Palestine Solidarité 04, 29 mars 2005
http://afps04.site.voila.fr/soiree06.html

Association France Palestine Solidarité 04
http://afps04.site.voila.fr/index.html

(25) Actualité - Israël et nous. Au-delà des souffrances.
Par Nathalie de Senneville- Leenhardt, Reforme n° 3110 du 2005-01-13
http://www.reforme.net/archive2/article.php?num=3110&ref=239

Ein Schaf im Internationalen Gerichtshof von Den Haag. Schaf, 25. Februar 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-09-18_22-49-17.html


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