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Was das Schaf zu blöken hat...Was das Schaf zu blöken hat...

Ein Schaf im Internationalen Gerichtshof von Den Haag - es berichtete schon am 25. Februar 2004, wie das Gutachten aussehen würde ...

Liebe Freunde!

Nichts ahnend, grase ich so vor mich hin, da treffe ich auf die TAZ, die ankündigt, im Haag würde ein Sperrzaun vor Gericht gestellt. Der ist mir schon hin und wieder auf Fotos in anderen Zeitungen aufgefallen. Da könnt Ihr Euch vielleicht denken, daß mich das ganz fickrig gemacht hat. Endlich! Zäune - ich hasse sie. Mich sperrt man ständig hinter Zäune. Das muß ich sehen, daß da endlich einer von ihnen für zur Rechenschaft gezogen wird.

Ich also nichts wie hin, nach Den Haag, wo ich ein einziges Chaos vorfinde. Vom Sperrzaun keine Spur, der ist wohl in Handschellen, in sicherer Verwahrung, aber jede Menge lärmender Leute sind da, und ein schrottreifer Autobus, alle drum herum, Polizei, Menschen, Schafe, Fahnen ohne Fahnenstange, ich verziehe mich schnellstens in das Gerichtsgebäude. Dort hinein kommt schaf nur, wenn schaf angemeldet ist, wie die anderen auch. Dafür habe ich vorgesorgt. Ich also rein. Fläze mich gleich gegenüber auf einen der Stühle, wo ich die 15 Richter über den Sperrzaun würde gut sehen können.

Die lassen sich Zeit. Dann endlich, sie kommen würdig hereingeschritten, 14 ältere Männer und eine Frau - Proportionen wie im richtigen Leben auch. Vom Zaun keine Spur. Ich kenne mich ja nicht so aus, aber irgendwann werde ich ihn hier sehen, denke ich, und dann Gnade ihm! Ich werde ihn anblöken!

Aber der Zaun kommt nicht, und dann stellt sich heraus, daß ich im falschen Verfahren bin. Die Richter verhandeln gar nicht über einen Zaun, sondern über eine Mauer, sagen sie. Dabei habe ich doch vorher schon Fotos von diesem Zaun gesehen. Auf Pressemitteilungen kann schaf sich heuer also nicht verlassen. Ich zücke nochmal den Artikel, und da lese ich erst richtig zu Ende: Sperrzaun - Mauer - Sperranlage - Wall - Zaun. Blööök! Alles auf einmal! So locken diese Journalisten mich braves Schaf von der Wiese!

Ich nun aber doch gespannt auf die Mauer, aber die ist auch nicht anwesend, stattdessen Leute, die wie blöd über sie herziehen, einer nach dem andern, sie reden ins Leere, denn die Mauer ist gar nicht da, gegen die sie klagen könnten: Schattenboxen.

Ich armes Schaf versuche herauszufinden, was das soll. Die Angeklagte ist abwesend und viele, die dahin mit Worten werfen, wo sie auf der Anklagebank sitzen sollte, treffen damit doch nur die Richter, die dem ungeschützt ausgesetzt sind. Irgendwie scheinen diese Wortewerfer das zu merken, und um sich die Richter nicht zu vergrätzen, schmieren sie ihnen ständig Honig um den Bart, wie wichtig sie wären, und daß sie die Mauer verurteilen sollten, das auch dürften, sie sollten sich keine Hemmungen auferlegen. Derweil schlafen die Richter fast ein.

Sie wissen eh schon vorab, wie´s ausgehen wird, nesteln an ihren Bäffchen und an den vielen Papieren vor ihnen, hören viele Lügen, mehr Dichtung als Wahrheit, schließen die Sitzung und schreiten würdig, 14 ältere Männer und eine Frau, zum Gerichtssaal hinaus.

Sperrzaun - Mauer - Sperranlage - Wall - Zaun.

Blööök!
Euer Schaf
Gerichtsberichterstatter

25. Februar 2004

Israels Sperrzaun vor Gericht http://www.taz.de/pt/2004/02/24/a0130.nf/text
International Court of Justice http://www.icj-cij.org/

Der Artikel erschien auch auf der Jüdischen, am 14. April 2004
Ein Schaf im Internationalen Gerichtshof von Den Haag
http://www.juedische.at Artikelrubriken: Der Grenzzaun gegen Terror : Die Verhandlung in Den Haag und die Folgen


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