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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Das Schaf blökt Neuigkeiten ĂŒber Abdelkader Bouziane.
Stand: 24. April 2004, 15:30 Uhr

Liebe Freunde,

hier ĂŒberschlagen sich nun, was Abdelkader Bouziane, den salafidischen Imam von VĂ©nissieux angeht, die Ereignisse. Sie enbehren nicht der Komik!

Gespannt war ich ja, ob die Linksradikalen von der Ligue communiste rĂ©volutionnaire (LCR), vom Mouvement contre le racisme et pour l´amitiĂ© des peuples (MRAP) und von der Ligue des Droits de l´Homme (L.D.H.) Sympathiedemonstrationen gegen die Ausweisung des Imam Abdelkader Bouziane organisieren. Da ist mir nichts zu Ohren gekommen.

In ChĂąlons-en-Champagne sind einige seiner Freunde aus der Moschee, in der Abdelkader Bouziane von 1979 bis 1983 predigt und in die er im Jahre 2000 fĂŒr einige Monate zurĂŒckkehrt, entsetzt ĂŒber die Behandlung ihres Freundes, der niemals davon gesprochen habe, daß man seine Frau schlagen dĂŒrfe. Der salafidische Imam sei gegen jede Gewalt, ein guter Muslim, Ehemann und Vater, wird er allseits gelobt. Andererseits berichten diese Freunde auch, daß er umstritten ist und sogar Todesdrohungen erhalten habe, derentwegen er ChĂąlons-en-Champagne verlassen habe Richtung VĂ©nissieux. Immer trifft es die friedfertigen Menschen, Abdelkader Bouziane, auch er ist Opfer! (1)

Noch jemand nimmt sich liebevoll des Falles an: der PrĂ€sident des Front National Jean-Marie Le Pen. Er setzt sich fĂŒr den Imam ein, in dem er im Fernsehsender LCI gegen dessen Ausweisung protestiert; sie richte sich gegen die Meinungsfreiheit. Er ist auch gegen das Verbot des Kopftuches in den Schulen und Behörden, weil er meint, die Franzosen sollten getrost sehen, wie von Muslimen ĂŒberfremdet Frankreich schon sei. Konstante 15 Prozent der Franzosen wĂ€hlen seit Jahren diese Partei, die sich stĂ€ndig widerspricht. (2)

Umgehend sorgt das Verwaltungsgericht von Lyon dafĂŒr, daß der Ausweisungsbeschluß aufgehoben wird. Die Richter erwarten eine grĂŒndliche Untersuchung des Falles, um zu einem Urteil zu kommen. Derweil darf der Imam wieder nach Frankreich einreisen, wenn er will. Der Innenminister, der nicht so schnell aufgibt, ist nun dabei, neue Beweise fĂŒr die RechtmĂ€ĂŸigkeit seiner Entscheidung beizubringen. Am Montag, den 26. April, entscheidet das Gericht ĂŒber die Stichhaltigkeit der ministeriellen Unterlagen. (3)

Zur Erinnerung:

In VĂ©nissieux, in Frankreich, lebt seit 1979 und bis zu seiner Ausweisung Abdelkader Bouziane, ein algerischer salafidischer Imam, der u.a. in Saudi-Arabien studiert hat, 52 Jahre alt ist, an verschiedenen Moscheen tĂ€tig war, zwei Ehefrauen und 16 Kinder hat, die alle die französische StaatsbĂŒrgerschaft besitzen. Zehn von ihnen sind minderjĂ€hrig. Der Imam erklĂ€rt das VerprĂŒgeln von Ehefrauen fĂŒr rechtens, predigt die Steinigung von Ehebrecherinnen, und kann das auch in der April-Ausgabe der Zeitschrift Lyon-Mag publizieren. Diese Zeitschrift beleidigt also nicht nur die Winzer des Beaujolais.

Abdelkader Bouziane will ĂŒberhaupt die Scharia einfĂŒhren in Frankreich. Musik sei eine SĂŒnde, weil sie vom Koran ablenke und zur Prasserei fĂŒhre. Die GlĂ€ubigen mĂŒĂŸten zur wahren Religion zurĂŒckkehren. SelbstverstĂ€ndlich hĂ€lt er das Kopftuch fĂŒr eine Pflicht jeder Muslimin. Frauen seien den MĂ€nnern nicht gleichberechtigt.

Es ist die Frage wohl erlaubt, wieso in Frankreich ein Mann ungeschoren Bigamie betreiben kann, so blöke ich zunĂ€chst unglĂ€ubig, bis mir geflĂŒstert wird, daß in Deutschland solche BrĂ€uche ebenfalls gestattet sind und durch Gerichtsentscheidung gefördert werden, und daß sich nichtmuslimische Deutsche sogar ĂŒberlegen, ob sie nicht besser zum Islam ĂŒbertreten, um die teure Scheidung zu umgehen. Ihr wißt ja, alle MĂ€nner bauen die neuen Beziehungen sowieso lieber an, als daß sie sich ent-scheiden. Die muslimische Variante bekĂ€me in Deutschland sicherlich zahlreiche mĂ€nnliche FĂŒrsprecher.

Die islamische Vielehe sollte aber nach Schafes Meinung nicht auf die Christen, Juden und Heiden ausgedehnt werden, die Einehe sollte nicht zugunsten der Mehrehe erodieren, denn wo bliebe bei derartiger Nivellierung die multikulturelle Vielfalt? "Gleiches Recht fĂŒr alle" macht unser Leben nur langweilig, selbst wenn solches Recht auch in diesem Falle nur auf dem Papier stehen wĂŒrde. Das Anti-Kopftuch-Gesetz ist doch eher der Beweis fĂŒr das, was ich hier blöke. Ideen wie die von Henryk M. Broder, daß es sich in die Richtung entwickeln könnte, gar Frauen zu gestatten, mehrere MĂ€nner zu ehelichen, na, das sind doch AlptrĂ€ume, und zwar fĂŒr die Frauen. Oder, liebe Dame, die Sie dies hier lesen, ist Ihnen nicht oft Ihr einer und einziger Mann schon lĂ€stig? Also! Wer mir jetzt entgegenhĂ€lt, frau mĂŒĂŸte das ja nicht, den erinnere ich daran, daß immer noch Konkurrenz und Neid die Welt bestimmen. Hat die Nachbarin drei EhemĂ€nner, dann muß frau vier haben, und zwar schönere, grĂ¶ĂŸere, schnellere (nein, nicht "dabei", sondern beim Geldverdienen). Wir Schafe beobachten solche VerrĂŒcktheiten der Menschen schon immer mit Verwunderung und Staunen.

FĂŒr MĂ€nner allerdings hĂ€tte die islamische Vielehe viel fĂŒr sich. Bundeskanzler und Außenminister beispielsweise brĂ€uchten sich doch nicht gleich scheiden zu lassen, nein, bis zu vier Frauen sind ihnen gestattet, sie mĂŒĂŸten nur Muslime werden. WĂ€re das kein Angebot? (4)

Weitere wunderbare Perspektiven zum Ausleben der Leidenschaften eröffneten sich fĂŒr alle zum Islam ĂŒbergetretenen deutschen und französischen EhemĂ€nner, denn in seinen Predigten gibt Abdelkader Bouziane allen muslimischen MĂ€nnern Tips, wie sie ihre Frauen am besten verprĂŒgeln. Spuren sollten davon nicht zurĂŒckbleiben. Der Mann möge nicht ĂŒberall hin schlagen, nicht ins Gesicht, aber auf Beine und Bauch schon. Er dĂŒrfe ordentlich zuschlagen, um seiner Frau angst zu machen, damit sie sich ihm fĂŒge. Dies alles sei vom Koran erlaubt. Nicht erwĂ€hnt der Imam hier, aber sicherlich weiß er darĂŒber Bescheid, welche Lust und Befriedigung solches PrĂŒgeln dem Mann bringt, wenn er in die schreckgeweiteten Augen seiner angetrauten Liebsten blickt. Die wird ihm anschließend aber gefĂŒgig sein! Hat er GlĂŒck, so sind seine Ehefrauen masochistisch veranlagt und haben auch etwas davon.

Wenn es an die Steinigung geht, so sind hoffentlich alle bei dem Ereignis zugegen, MĂ€nner und Frauen. Der Imam Ă€ußert sich leider nicht ĂŒber die DurchfĂŒhrung, so kann schaf nur spekulieren. Ein Fest könnte daraus gemacht werden. Zugang sollten aber nur Muslime haben. Das wĂ€re die Strafe fĂŒr Nicht-Muslime, daß sie den rechten Glauben nicht annehmen. Kein rechter Glaube, kein Spaß!

Fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich mir das Handabhacken vorstelle. Vielleicht beim fachmÀnnischen Fleischer? oder im Wald, bei schlagkrÀftigen Holzhackern? Ihr Menschen habt in solchen Dingen doch eine ausufernde Phantasie. Fragt einfach den Imam!

Die Äußerungen des Imam richteten sich gegen die Menschenrechte meint lapidar (!) der nicht konvertierte Innenminister Dominique de Villepin und hat den salafidischen Prediger deshalb umgehend zum Flughafen transportieren lassen, wo er am Mittwochmorgen, den 21. April, mit einem Linienflug der Aigle Azur nach Algier ausgeflogen worden ist. Gegen ihn wird auf Anweisung des französischen Justizministers Dominique Perben, der sich sowieso mit seinem neuen Innenministerkollegen besser versteht als mit dem VorgĂ€nger, vom Gericht in Lyon Klage erhoben. Auch der Abgeordnete AndrĂ© Gerin, der kommunistische BĂŒrgermeister der Stadt VĂ©nissieux, will gegen den Fundamentalisten und Anti-Republikaner klagen.

Seit dem 26. Februar 2004 bereits liegt ein Beschluß zur Ausweisung des Imam vor. Er wird unter dem islamistenfreundlichen ehemaligen Innenminister Nicolas Sarkozy nicht ausgefĂŒhrt. Der Beschluß wegen Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung auf Grund seiner salafidischen Hetze wird dem Imam ĂŒberhaupt erst jetzt zur Kenntnis gegeben.

Die Vereinigung El Salem, von der die Moschee, in der dieser Prediger seit einem Jahr tĂ€tig ist, verwaltet wird, will sich umgehend von dem Imam trennen. LaĂŻd Bendidi, der VizeprĂ€sident des Regionalkomitees des Culte musulman in RhĂŽne-Alpes bezeichnet die Äußerungen des Abdelkader Bouziane als mittelalterlich und verurteilt sie scharf. Dies sei in Frankreich eine Ă€ußerst minoritĂ€re Auffassung des Islam. (5)

Inzwischen kommen weitere Einzelheiten ĂŒber die AktivitĂ€ten des salafidischen Imam ans Licht. Der Anwalt der französischen Regierung bringt vor, daß geheimdienstliche Erkenntnisse vorlĂ€gen, die besagen, daß der Imam in der Moschee Al Forkane anlĂ€ĂŸlich des Irakkrieges eine "Fatwa" ausgesprochen habe, in der zum Glaubenskrieg (Djihad) gegen US-amerikanische Einrichtungen aufgerufen wird. (6) Das scheint Frankreich, dem Kriegsgegner und dem Konkurrenten und Widersacher der USA denn doch zu viel. Es kann nicht mehr geduldet werden.

Sehr wohl kann in Frankreich aber ein Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti, im MĂ€rz und im April 2004, viermal in der grĂ¶ĂŸten Pariser Moschee auftreten und dort seinen Haß predigen. Auf seiner Web Site ruft er die Mosleme der Welt auf, nach Israel zu gehen und im Glaubenskrieg die Juden zu töten oder aus PalĂ€stina zu vertreiben, aus ganz PalĂ€stina, in den Grenzen des Mandatsgebietes, wohlgemerkt. (7)

Wo liegt VĂ©nissieux? Es ist ein Vorort von Lyon, dem Zentrum der salafidischen Predigt des Tariq Ramadan und des Salafidenverlages Tawhid. Über beide kann man in unserem Artikelarchiv einiges finden. In VĂ©nissieux also findet der Imam eine ihm angemessene WirkungsstĂ€tte, dort findet er in der Zeitschrift Lyon-Mag ein Publikationsorgan, das seine Lehren verbreitet.

Findet Ihr das alles nicht auch irre komisch?

Blök!
Euer Schaf

(1) Imam de VĂ©nissieux : consternation Ă  ChĂąlons, par Francis Dujardin. L´union en ligne, samedi 24 avril 2004
http://www.lunion.presse.fr/fmd/20040424.UNA0446.html?0754

(2) LE PEN AU SECOURS D´ABDELKADER BOUZIANE, IMAM DE VENISSIEUX
http://www.primo-europe.org/docs.php?numdoc=Br-116527226

(3) Coup de thĂ©Ăątre dans l´affaire Abdelkader Bouziane, mLyon.fr, 24/04/2004
http://www.mlyon.fr/index.php3?act=7j&num=16287

(4) POLYGAMIE-URTEIL. Vom Islam lernen heißt heiraten lernen! Von Henryk M. Broder, http://www.henryk-broder.de, Spiegel Online, 6. April 2004
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,294227,00.html

(5) L´imam de VĂ©nissieux arrĂȘtĂ© et en voie d´expulsion, LibĂ©ration, mardi 20 avril 2004 - 18:14
http://www.liberation.fr/page.php?Article=198188

Abdelkader Bouziane, imam de Vénissieux, a été expulsé (préfecture). Volià.fr, 21 avril 2004 - 9:40
http://actu.voila.fr/Depeche/depeche_politique_040421074041. ay48ghvu.html

(6) L´avocat de l´Imam Bouziane dĂ©nonce le "fait du prince", 20 Minutes.fr, vendredi 23 avril 2004
http://www.20minutes.fr/journal/lyon/article.php?ida=22631

(7) Monthly Word - April 2003. A Message From A Humiliated Slave To The Grand Lord
http://www.bouti.com/bouti_e_monthly34.htm

Veranstaltungen Nr. 989 bis 992 mit Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti
http://oumma.com/agenda/detail.php?NumEvenement=989/990/991/ %20992 (nicht mehr dort)
http://www.oumma.com

AusfĂŒhrlich dazu mein Artikel: Antisemitismus und Israelfeindschaft in Frankreich
Scheich Mohamed Said Ramadan al-Bouti: "Fatawa" und "Monthly Word", vom 29. Januar 2004. Der Artikel erschien zuerst auf der "JĂŒdischen", Artikelrubriken - Antisemitismus, 30. Januar 2004
http://www.juedische.at

24. April 2004 - 15:30 Uhr


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