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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Frankreichs nÀchste Waffe im Irakkrieg: Florence Aubenas

Liebe Freunde!

WĂ€hrend Ihr tĂ€glich sehen könnt, vor welchen Problemen die "Koalition der Willigen" im Irak steht, um dort Frieden herzustellen, wĂ€hrend Ihr verfolgen könnt, dass immer wieder amerikanische Soldaten und Iraker, Zivilisten, Polizisten und andere, die gern am Aufbau des Landes mitarbeiten wĂŒrden, von Terroristen umgebracht werden, beteiligt sich auch Frankreich, obgleich es beim Irakkrieg nicht mitgemacht hat, in letzter Zeit mit den ihm zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln an der Schaffung der Voraussetzungen zur Befriedung des Irak und zur Abhaltung einigermaßen demokratischer Wahlen, am 30. Januar. Die sind inzwischen gefĂ€hrdet. (1)

Die Geiselnahme und Befreiung der beiden am 20. August 2004 verschleppten Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot samt dem dazu gehörenden Klamauk um den Abenteurer Didier Julia ist Euch sicherlich noch frisch im GedÀchtnis. Das ist der eine wesentliche Beitrag. Aber Frankreich will weiter mithalten, schon allein, damit die USA nicht immer sagen können, Frankreich hÀtte nichts zu bieten.

"Hach", blöke ich, "weit gefehlt! Frankreich ist ausgezeichnet im Rennen!"

Zum Beweise stelle ich Euch die Schilderung durch Ilan Saada vor. Seit Jahren kennt er einen der beiden, den "dĂ©sinformateur patentĂ©", den anerkannten Desinformator und Israelhasser Georges Malbrunot und dessen Begeisterung fĂŒr die Sache der PalĂ€stinenser und deren TerroranschlĂ€ge. Er schildert das am 23. Dezember nochmal kurz und knapp. Sein pro-arabischer Aktivismus diene ihm zu zweierlei, bekannt zu werden und viel Geld zu verdienen, sage er selbst.

Bei den beiden handele es sich nicht um Journalisten, sondern um KundenfĂ€nger ohne Moral, die sich mit sĂ€mtlichen palĂ€stinensischen Mafiosi exzellent verstĂŒnden - und mit dem französischen Außenminister Michel Barnier auch, kann schaf ergĂ€nzen. Darum setzten sich die Terrororganisationen Hamas, PalĂ€stinensischer islamischer Djihad, die Fatah und Jasser Arafat persönlich fĂŒr ihre Freilassung ein. Ihre Berichterstattung stehe im Einklang mit der pro-arabischen französischen Politik und der unwĂŒrdigen Kampagne der französischen Medien gegen Israel. Die beiden Journalisten, vor allem Georges Malbrunot, sind seit langem bekannt fĂŒr ihren Aktivismus im Sinne der arabischen Sache, jedenfalls der Sache, so wie sie von Jasser Arafat, dem irakischen Widerstand und der Hezbollah verstanden wird. (2)

Ich blöke schon lange, dass der Fall eher in meinen Pferch gehört, aber meine Herrin meint zunĂ€chst, dass die Angelegenheit der Geiselnahme und -freilassung wirklich zu ernst und deshalb nichts fĂŒr mich sei. Nun aber Ă€ndert sie ihre Ansicht: "Schaf", sagt sie, "es kommt genau, wie Du es vorausgesehen hast. Ich wĂ€re Dir ja neulich schon beinahe gefolgt, obgleich ich´s im Grunde heute noch nicht glauben kann: das von dem ´Kielschwein´ Jean-Louis BruguiĂšre, dem angeblich unbestechlichen Antiterrorismusrichter, in Gang gesetzte juristische Verfahren gegen Philippe Brett und Philippe Evanno verhindert die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses. GemĂ€ĂŸ Artikel 140 der Ordnung der Nationalversammlung darf die Kommission nicht eingesetzt werden. So unterdrĂŒcken sie jede Möglichkeit der AufklĂ€rung der Rolle des Didier Julia und seiner Zusammenarbeit mit der französischen Regierung." (3)

"Herrin", blöke ich, "er hat sich doch aber aus seinem AbgeordnetenbĂŒro allen Schriftwechsel klauen lassen, den er seit Jahren mit Jacques Chirac fĂŒhrt, und davon beglaubigte Kopien bei seinem Anwalt hinterlegt, so dass er jederzeit auspacken kann, wenn´s ihm zu dumm kommt, oder?" (4)

"Ja, schon", antwortet sie nicht sehr ĂŒberzeugt, " was will er denn damit anfangen? Die Machenschaften des Jacques Chirac und der französischen Regierung kennt doch schon jeder, ob da noch einige Einzelheiten aus Didier Julias Schriftwechsel dazu kommen oder nicht, ist unbedeutend."

Ihr könnt Euch sicherlich vorstellen, dass die Aufgabe der Irakberichterstattung im Sinne des irakischen Widerstandes und der französischen Irakpolitik dringlich ist, hat doch Frankreich durch das Verbot des Hezbollah-Senders Al-Manar TV und die Zustimmung in der UNO, am 2. September, zur Aufforderung an Syrien, den Libanon zu rÀumen, einiges bei seinen arabischen Freunden verscherzt und nun wieder gutzumachen.

Der zweite Streich folgt also auf dem Fuße, Ă€hnlich wie bei meinen besten Freunden Max&Moritz: "Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich!"

Am 16. Dezember, also nur einige Tage vor der Freilassung der beiden Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot, macht sich Florence Aubenas, von der linken Zeitung "LibĂ©ration", in den Irak auf, um die arabergenehme Berichterstattung ĂŒber die Ereignisse in der Gegend aufrecht zu erhalten. Sie ĂŒbernimmt rechtzeitig die Staffette. Auch sie soll wie die beiden verschleppten Journalisten eine ĂŒber alle Zweifel erhabene Expertin und professionelle Journalistin sein: "grand reporter Ă  LibĂ©ration". Etwa wie Georges Malbrunot, oder noch grĂ¶ĂŸer?

Nun erleben Menschen und Schafe in Frankreich ein "déjà vu". Die Szenen laufen ab wie bei den beiden gerade freigelassenen Journalisten. Schaf will es hier nicht wiederholen. Es ist öde.

"Appell der arabischen Journalisten. Retten wir das Leben von Florence", titelt die islamistische Web Site Oumma.com, am 10. Januar. Die Journalistin setze sich weltweit ein dafĂŒr, ĂŒber die Ereignisse zu berichten. "Florence ist das Beispiel der unabhĂ€ngigen Journalistin, die sagt, was sie sieht ...", na, und so weiter, wie auch die beiden Journalisten vor ihr. Im Maghreb und im Maschrek schĂ€tzten die Journalisten sie als wertvolle Freundin, die es immer verstanden habe, auf der Seite der gerechten Anliegen zu stehen. Es unterschreiben 23 arabische Journalisten, darunter einer aus dem Irak und zwei aus "PalĂ€stina". Nun weiß auch das letzte Schaf, woran es mit Florence Aubenas ist. (5)

Im Abendjournal des Senders France2, vom 11. Januar, wird dieser Appell eingeblendet, ohne dass auf die Quelle Oumma.com hingewiesen wird. Die Journalisten sind ausdrĂŒcklich im Schulterschluß mit ihren arabischen Kollegen. Die französischen Medien und ihre Journalisten haben jedes Augenmaß verloren. WĂŒrdelos werfen sie sich, wem auch immer aus der arabischen Welt, an den Hals. In Balad, nördlich von Bagdad, behaupten am Freitagabend, den 8. Januar, drei vermummte MĂ€nner gegenĂŒber AFP, dass Florence Aubenas und ihr Dolmetscher Hussein Hanoun al Saadi "bei guter Gesundheit" seien, was die Kollegen der "LibĂ©ration" mit ZurĂŒckhaltung aufnehmen. (6)

Ich Schaf blöke: "Glaubt es getrost! Auch diese Freundin der arabischen Sache wird Euch in einer Geste des EinverstÀndnisses mit Frankreich wiedergegeben!"

SelbstverstĂ€ndlich ist auch diesmal die gesamte französische Regierung auf den Beinen und profiliert sich durch Reden ĂŒber die Befreiung der Geisel. Didier Julia und seine Gruppe können heuer allerdings nicht helfen, sie sind kaltgestellt. Nochmal lĂ€ĂŸt sich die französische Regierung die Show nicht stehlen. Der Außenminister Michel Barnier, der Justizminister Dominique Perben, sie setzen sich medienwirksam in Szene. Sie seien nicht sicher, ob es sich um eine EntfĂŒhrung handle, meint Michel Barnier: "Im Augenblick, in dem ich zu Ihnen spreche, rede ich nicht von EntfĂŒhrung". (7)

Die Araber spielen mit den Franzosen Katz und Maus. Die ÜbergĂ€nge zur Schmierenkomödie sind fließend.

Proche-Orient.info veröffentlicht derweil ein KommuniquĂ© des "Commandement gĂ©nĂ©ral des Moudjahidin", der Generalkommandantur der FreiheitskĂ€mpfer, die das "französische Volk" dafĂŒr loben (!), dass es nicht auf der Seite der amerikanischen Besatzung steht, und ihm deshalb großzĂŒgig ihre UnterstĂŒtzung anbieten. (8)

Ganz Frankreich als Dhimmi von islamischen Terroristen, die den unterworfenen Franzosen zu Hilfe eilen!

"Betrifft: Verschwinden der französischen Journalistin (Florence Aubenas):

Im Namen des barmherzigen Gottes,

wir möchten die Aufmerksamkeit des irakischen Volkes und der französischen Regierung auf die Tatsache lenken, dass das Verschwinden der Journalistin der ´LibĂ©ration´ mit Dunkelzonen behaftet bleibt, was die angewandten Methoden betrifft.

Wir sind der Ansicht, dass das Ziel dieser Operation eine reine Medienkampagne ist, um dem Image des irakischen Widerstandes zu schaden, oder um ihre Freilassung durch ein Lösegeld zu Geld zu machen. Um genaue Informationen zu erhalten, denken wir, dass es vernĂŒnftig wĂ€re, die Wahrheit bei ihrem Begleiter und Dolmetscher Hussein Hanoun Al Saadi zu suchen, einem ehemaligen Jagdbomberpiloten (Mirage), einem Absolventen der Akademie der Luftwaffe in Tours, in Frankreich. Er ist seit 1992 ausgeschieden und wohnt seit der Zeit in Bagdad, im Stadtteil von Al Karada. Er ist direkt verwickelt in die EntfĂŒhrung der französischen Journalistin.

Wir legen Wert darauf, dem französischen Volk zu sagen, dass seine gerechte Haltung betreffend der amerikanischen Besatzung des Irak uns dazu drÀngt, ihm zu helfen, dieses Verschwinden zu erhellen. Wir hoffen, dass die Informationen, die wir in ihre HÀnde geben, was den Begleiter angeht, werden helfen können, den Fall aufzuklÀren.

Das Zentralkommando der FreiheitskÀmpfer
Bagdad, den 7. Januar 2005
Proche-Orient zugeleitet, am 10. Januar 2005"

Derweil liest der Vorsitzende des Parti Socialiste François Hollande irgend etwas vom Blatt ab ĂŒber die Aufhebung der 35-Stunden-Woche in Frankreich - und ich Schaf dachte immer, er wĂ€re der Erfinder der Sauce hollandaise!

Blök!
Euer Schaf
Irakberichterstatter

11. Januar 2005

Im "Spiegel" und in der französischen MedienwĂŒste gefunden:

(1) MinisterprĂ€sident hĂ€lt landesweite Wahl fĂŒr unmöglich. Der Spiegel, 11. Januar 2005
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,336398,00.html

(2) Unanimes dans la bĂȘtise, par Ilan Saada. Arouts 7 en français, 23 dĂ©cembre 2004
http://www.a7fr.com/article.php?id=2819

(3) Affaire Julia: pas de commission d´enquĂȘte
http://permanent.nouvelobs.com/etranger/20050111.OBS5941.htm l

(4) Didier Julia victime d´un vol. NOUVELOBS.COM, 7 janvier 2005
http://permanent.nouvelobs.com/politique/20050106.OBS5565.ht ml

(5) Appel des journalistes arabes. Sauvons la vie de Florence, par le comité pour la libération de Florence Aubenas, Oumma.com, 10 janvier 2005
http://www.oumma.com/article.php3?id_article=1340

(6) Disparition de Florence Aubenas en Irak: une semaine dĂ©jĂ  et toujours le silence. L´Express.fr, 11 janvier 2005
http://www.lexpress.fr/info/infojour/infos.asp?id=0501111937 40.fhxou3jg&rub=fra&pid=050111183640

(7) Le gouvernement mobilisé sur le sort de Florence Aubenas, selon Dominique Perben. NouvelObs.com, 11 janvier 2005
http://permanent.nouvelobs.com/societe/20050111.FAP6619.html ?1946

Aubenas: "pas de certitude d´enlĂšvement". TF1/LCI.fr, 11 janvier 2005
http://news.tf1.fr/news/monde/0,,3196291,00.html

(8) CommuniquĂ© du "Commandement gĂ©nĂ©ral des Moudjahidin", RĂ©publique d´Irak, Bagdad. Proche-Orient.info, 10 janvier 2005
http://www.proche-orient.info/xjournal_pol_der_heure.php3?id _article=34657


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