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Was das Schaf zu blöken hat...Was das Schaf zu blöken hat...

Polygamie oder Monotonie?

Liebe Freunde!

Warum ist es immer so, daß schaf nie in ungetrübten Freuden leben kann? Gerade bin ich bester Laune, da ... Aber der Reihe nach!

Meine Herrin läßt mich, nachdem ich nun schon lange quengele, hin und wieder aus dem Pferch. Sie bestimmt nicht einmal, wann ich zu Hause zu sein habe. "Schaf", sagt sie, "du bist an die Leckereien in deinem Trog gewöhnt. So mache ich mir keine Sorge, daß du mir abhanden kommst." Ich stelle meine Ohren auf: sie möchte gern, daß ich zurückkomme. Ja, hängt sie vielleicht an mir? Das verbirgt sie aber immer sehr gut.

Ob dieser neuen Gewißheit beflügelt, eile ich beschwingter Klaue aus Pferch und Haus, in die Weiten der wogenden Wiesen - in die Freiheit. Dort treffe ich einen älteren Esel, der gerade seinem Herrn entwischt ist, und wir kommen ins Plaudern über mein aktuelles Thema: die Polygamie.

"Wie kommst du denn darauf?" fragt der Esel. "Du scheinst nicht einmal eine einzige Schafsbraut zu beglücken, und da redest du schon begeistert von zwei, drei, vieren? Na, da trifft er mich auf der falschen Klaue. Es stimmt, ich habe die schöne Schafsbraut aus dem Baskenland schon lange aus den Augen verloren und inzwischen vernommen, daß sie die Angetraute eines Bockes ist, der aus Altersschwäche nicht einmal mehr für die Armenküche taugt. Aber ein Gutes hat das für sie: der nimmt sich kein zweites oder gar drittes Schaf zur Frau. Der Esel bringt mich auf den Gedanken: Vielleicht polyandre ich doch noch dahin und bespringe die Schöne?

"Und was ist mit dir?" frage ich den Esel, "du scheinst doch auch keine Eselin dein eigen zu nennen - oder hast du hier eine versteckt?" "Nein", ich bin froh, "endlich allein zu sein und mir die Eseleien vom Fell zu halten." Ich blöke suffisant, auf seinen lang ausgefahrenen Stengel starrend: "Ach, du bist der Esel mit den saueren Trauben?" Da wird er tückisch und will doch tatsächlich nach mir ausschlagen!

Also: die Polygamie.... Ich verabschiede mich von dem heimtückischen Esel und trotte nach Hause, in meinen Pferch.

Kaum angekommen, geht das Gewitter los: "Schaf, wo sind die Zettel, die ich vor deinen Pferch gelegt hatte, über die Polygamie?" Ich blöke ahnungslos: "???" Sie legt nach: "Wo hast du sie verbuddelt, blöke endlich!" Da merke ich, daß es ihr ernst ist. "Herrin, meinst du das Papier von diesem Mansur? Ist das der Perser Husain Ibn Mansur al-Hallaj, der Baumwollhechler? Welch ein wunderbarer Mann! ´Ana´l- Haqq´, ich bin die Wahrheit, meint der. ´Ich bin derjenige, den ich liebe´, sagt der ..." (1)

Da rastet sie aus: "Nein, der ist das nicht, der wird für seine Sprüche 922 in Bagdad gehängt. Ich meine diesen selbsternannten Leiter der spanischen Konvertiten und marokkanischen Immigranten Mansur Abdussalam Escudero." Ich überlege: "Ach, du meinst den von der Izquierda Unida - oder war er bei den Kommunisten?" Da steigen ihr fast die Tränen in die Augen. "Schaf", sagt sie, "es ist einer von den ehemaligen Linken, die Führung, Heil und finanzielle Sicherheit jetzt im Islam finden und die arabisch- oder türkischstämmigen Immigranten benutzen wollen, um mit deren Hilfe die ihnen verhaßte kapitalistische Gesellschaft zu beseitigen und an die Macht zu gelangen. Es ist einer wie dieser Sulaiman Wilms, von der Sekte Murabitun, der Chefredakteur der ´Islamischen Zeitung´. Er erhält inzwischen eine Plattform auf dem als links geltenden "Trend", um dort seine verworrene Analyse über ´sektiererische Linke´ auszubreiten. (2)

Sie werden entweder von den wahhabitischen Saudis, vom alavitischen Königshaus von Marokko, den schiitischen Iranern oder von den sunnitischen Golfemiraten finanziert, die einen warmen Petrodollar-Regen über sie ausgießen."

Ich bin beeindruckt. "Also, wo ist das Papier", fragt sie streng und ergänzt: "Schaf, ich hätte es wissen können. Diese Linken, sie waren nie anders, immer autoritätshörig, immer frauenfeindlich, und viele von ihnen antisemitisch. Die Juden, das sind für sie die Vertreter des kapitalistischen Systems, des ´raffenden Kapitals´."

"Waren denn die Linken früher auch für Polygamie?" frage ich verschreckt. "Nein, aber sie waren Machos, die kaum Frauen duldeten. Du siehst das heute noch bei den Grünen." "Wieso, blöke ich, "da sind doch reichlich Frauen." "Ja, sie dürfen ausführen, was der grüne Männerbund unter Anleitung des Joschka Fischer beschließt."

"Der gehört auch zu den Polygamisten, nicht?" frage ich. "Nein, noch nicht, der muß sich jedesmal scheiden lassen; denn erstens ist bei uns noch nicht die Scharia eingeführt, und zweitens ist er kein Muslim." "Da wünsche ich ihm aber, daß die Scharia bald bei uns eingeführt wird, und daß er Muslim wird. Dann spart er fürderhin viel Geld für teuere Scheidungen."

Ich weiß nicht, warum meine Herrin jetzt ausrastet: "Schaf", kreischt sie, "es geht im konkreten Falle darum, daß sich eine Bande ehemaliger Linker in Spanien darin versucht, die marokkanisch-stämmigen Immigranten in den Griff zu bekommen und mit ihnen gemeinsam die bürgerliche Demokratie aus den Angeln zu heben. Sie haben dabei volle Unterstützung von ehemaligen Genossen vom Partido Comunista und der Izquierda Unida, die offensichtlich nicht begreifen, daß bei Gelingen kein Sozialismus, sondern finsterstes Mittelalter einzieht.

Die Konvertiten setzen bei der Polygamie an. Da beziehen sie sich auf die Torah, das Neue Testament und auf orthodoxe Christen Amerikas, die seien auch für die Polygamie. " (3)

"Das glaube ich überhaupt nicht!" blöke ich. "Aber ja, Mansur Abdussalam Escudero beruft sich ausdrücklich auf den katholischen amerikanischen Anthropologen Philip Leroy Kilbride; der schreibt 1994 den hochgelobten Bestseller ´Plural Marriage for Our Times. A Reinvented Option?´. Die Polygamie sei die Lösung für einige Männer der amerikanischen Gesellschaft, vor allem für die Farbigen, und besonders im Zeichen der Krise der Familie. Sie sei dazu da, die Ehefrau und die Kinder zu schützen und zu unterstützen. Das meinen auch konservative evangelikale Polygamie-Aktivisten, die sich über die Wiederwahl George W. Bushs freuen. (4)

Ich wundere mich: Frau und Kinder schützen könnten diese Männer doch bei einer Scheidung ebenfalls. Sie müßten nur angemessen zahlen. Die Frau könnte arbeiten, finde ich. Meine Herrin scheint meine Gedanken zu erraten: "Nein, Schaf, es geht hier um eine Scheidung, die von der Ehefrau gewollt wird. Sie wollen weiter die Verfügungsgewalt über die Frau haben und das Geld für die Scheidung sparen. Außerdem ist ihr Stolz verletzt, wenn sich die Frau scheiden lassen will. Was sollen die Familie und die Nachbarn denken?"

"Und was ist, wenn der Mann sich scheiden lassen will?" frage ich verschüchtert. "Wenn der sich von der Frau scheiden lassen will, dann geht das ganz schnell. Er verstößt die Frau - und fertig. Das ist ebenfalls das Recht nach der Scharia."

"Steht denn etwas davon auf den Zetteln, die du suchst?" frage ich. "Nein, von Verstoßen steht da nichts, das täte auch der Argumentation nicht gut. Der Konvertit macht nur klar, daß Vielmännerei nach dem Koran nicht in Frage kommt."

"Da können die Frauen aber froh sein", blöke ich, "dann brauchen sie nicht mitzuhalten in dem Wettkampf, wer die meisten Ehepartner hat. Wieviele darf denn jeder Mann haben?"

"Werd´ nicht albern, Schaf, der Typ hat genug drauf, wovon einem die Haare zu Berge stehen können. Er will alle Vorteile der Demokratie zu ihrer Abschaffung nutzen. Er meint, ein akonfessioneller Staat habe die verfassungsmäßige Pflicht, die religiösen Praktiken aller Konfessionen und Glaubensrichtungen zu schützen, wozu bei den Muslimen die Vielweiberei gehöre. Bei einigen konservativen Christen auch, sollte schaf ergänzen. In einer Gesellschaft, die Prostitution und außereheliche Liebschaften toleriere, sei es nicht verständlich, warum die Polygamie verboten sei.

Dabei macht er indirekt deutlich, daß er nichts von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Männern und Frauen hält; denn diese werden als minderwertige, zu schützende Wesen halluziniert, die sich dem Manne in der Ehe zur Verfügung zu halten haben. Er will Juden und Christen eine Diskussion über die Einführung der Polygamie aufnötigen. Dabei könne auch die Rolle der Frau in jeder der Konfessionen vertieft werden. Aber lies selbst!"

Das tue ich, und mir wird schlecht. (5)

Da aber kommt mir ein wunderbarer Vorschlag von Daniel Pipes unter die Klauen. Den hat er schon im August 1993 gemacht:
"Die Scharia anzuwenden, würde den Männern erlauben, sich scheiden zu lassen, wann sie wollen, die Kinder zu behalten und der geschiedenen Frau den Unterhalt zu verweigern. Sie würde ebenfalls die Polygamie für Männer gesetzlich zulassen. Das wirft eine weitere Frage auf: wenn Muslime den islamischen Familiengesetzen unterworfen sind, warum dann nicht auch ihren eigenen Strafgesetzen, einschließlich das Handabhacken bei Dieben und die Steinigung von Ehebrechern?" (6)

Blök!
Euer Schaf
medreseli

15. Februar 2005

In der Medrese habe ich das aufgestöbert:

(1) Husain Ibn Mansur al-Halladsch (858-922)
http://www.litlinks.it/hx/halladsch.htm

(2) Hintergrund: Wenn Islamkritik zur Ideologie wird. Warum ein kleiner Teil der überlebenden Linken die Muslime als neuen Feind auserkoren hat. Von Sulaiman Wilms, Berlin. Trend Onlinezeitung 01/05
http://www.trend.infopartisan.net/trd0105/t280105.html

(3) Polygamy. ThruthBearer.org. Continuing the Reformation. Organization for Christian Polygamy
http://www.truthbearer.org/

Polygamy. Punishing Honesty and Rewarding Deception? Edited by Rabia Mills
http://muslim-canada.org/polygamy.html

Women in Islam versus Women in the Judeo-Christian Tradition. The Myth and The Reality. Part 14 - Polygamy? By Sherif Abdel Azim, Ph.D. - Queens University, Kingston, Ontario, Canada
http://www.islamicity.com/mosque/w_islam/poly.htm

(4) Christian Polygamists Rejoice at 2004 Election. Pro-Polygamy.com,
November 07, 2004
http://www.pro-polygamy.com/articles.php?news=0027

(5) La poligamia está más extendida en nuestra sociedad que en la musulmana, según Mansur Escudero. Entrevista por Hashim Cabrera. WebIslam Número 277,
4 de Febrero de 2005/ 24 Dhu´l Hiyya 1425
http://www.webislam.com/?idt=38

(6) Muslims in the West: Can Conflict Be Averted? I. Separatism. By Daniel Pipes and Khalid Durán. United States Institute of Peace. August 1993
http://www.danielpipes.org/article/232


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