Homepage von Gudrun Eussner
Gudrun Eussner
Links
Homepage von Gudrun Eussner
Was das Schaf zu blöken hat...√∂ken hat...

Wo ich wirklich war!

Liebe Freunde, teure Fans!

Ersch√ľttert vor R√ľhrung bin ich √ľber die Menge an Emails, die in riesigen virtuellen Waschk√∂rben aus aller Welt bei mir anschwemmen von Euch, die Ihr Euch Sorgen macht um mich und meine vereisten Klauen!

Ich habe die Zuschriften durchgesehen. Viele von Kindern sind darunter, die in r√ľhrender Unschuld kaum leserlich hinhauchen: "Schaf, bitte bl√∂ke wieder! Wir zittern um dich!" Sie haben mir Zeichnungen geschickt, um mir ihre Zuneigung zu beweisen. (1)

Seht Ihr darauf die guten W√ľnsche der Kinder, k√∂nnt Ihr sie erkennen? Sonne, Gl√ľck und Liebe strahlen mir entgegen. Meine Herrin hat Euch einen Schreck eingejagt damit, da√ü ich in die unwirtlichen kalten Klippen von Devon Island abtransportiert werden sollte, nicht?

Da Ihr zwar ihre Elaborate auf unserer Site findet, nicht aber mein gepflegtes stilvolles Gebl√∂ke, qu√§lt Euch die Ungewi√üheit √ľber mein Schicksal nun schon viele Tage, nicht wahr?

Ich will Euch jetzt von dieser Spannung erlösen, in dem ich blöke: "Hier bin ich! Ich lebe!"

Bevor ich Euch wieder Neuigkeiten preisgebe aus dem großen Pferche Frankreich, muß ich Euch aber erst einmal mitteilen, wie es mit mir weitergeht, nachdem meine Herrin mich schnöde in die Arktis verbannen will. Vielleicht kommt Ihr selbst darauf, wer allein mich aus solchen Unbilden retten kann?

Richtig, die J√ľdische Weltverschw√∂rung (J√ľwesch)!

Helen Schwartzman, die Vizek√∂nigin f√ľr g√≥jische Aff√§ren, Abteilung Nordamerika der J√ľwesch, beauftragt den Direktor der CIA Cole Porter und die Grand Muckaluck Fiona Schimona, Abteilungsdirektorin f√ľr Ordnung, List und Groll der J√ľwesch, mich zu befreien.

Das ist gar nicht so einfach zu erz√§hlen, und √ľber einige Einzelheiten bewahre ich Stillschweigen; denn ich habe es mit zum Schwure erhobener rechter Klaue versprechen m√ľssen. Au√üerdem k√∂nnte ich mir widersprechen, was meiner Reputation als intelligenter zuverl√§ssiger Heidschnuckenbock nicht gutt√§te. Soviel aber kann ich herausbl√∂ken: nachdem mich meine Herrin fesselt, mir die Augen verbindet und mich in einem dunklen Kellerloch von 4x2x1,5 Metern ohne Fenster und wenig Luft zwischenlagert, um vor der Reise ins ewige Eis noch einigen wichtigen Gesch√§ften nachzugehen, wird pl√∂tzlich die T√ľr des Verlieses aufgerissen, und herein st√ľrmen Cole und Fiona.

W√§hrend Cole auf der Stelle mit dem Entwurf seines Geheimberichtes √ľber meine Rettung beginnt, wedelt Fiona mir mit einem ber√ľchtigten Verschw√∂rerpamphlet K√ľhlung zu und spricht: "Schaf, zum Gl√ľck f√ľr dich hat der wachsame Volkskorrespondent H.B. uns auf die lamentablen Zust√§nde aufmerksam gemacht, in denen du schon seit 157 Tagen vegetieren mu√üt!" Dabei sind es gar nicht so viele Tage. Der Volkskorrespondent √ľbertreibt einmal mehr!

Sie befreit mich und telefoniert umgehend Dubbya herbei zu einem Gruppenfoto mit Cole Porter, Helen Schwartzman und mir. Ihr könnt es hier bewundern: (2)

Es soll Euch nicht schrecken, daß mein Kopfschmuck nicht in voller Pracht zu sehen ist, ich bin es trotzdem, großes Schafsehrenwort, und der Schmuck ist rasch wieder gewachsen. Ihr seht es auf dem gestern aufgenommenen obigen Foto.

Ich bin abgemagert durch die lange Haft, und da schwindet zuerst das Horn. Bei Menschen in vergleichbarer Lage schwinden zuerst Verstand und Moral, weil sie keine H√∂rner tragen, die schwinden k√∂nnten. Der schwarze Balken √ľber meinen Augen soll die h√§√ülichen Spuren verdecken, die durch die Augenbinde entstanden sind. Helen Schwartzman tr√§gt den Balken, weil sie unerkannt bleiben will, um weitere vergleichbare Rettungsaktionen durchf√ľhren zu k√∂nnen.

Nun will ich Euch aber nicht mehr länger auf die Folter spannen!

Mitverschw√∂rer der J√ľwesch verfrachten mich zur Dickf√ľtterung und zur raschen Neubildung meines Kopfschmucks nach Bella Italia, in eine malerische Gegend. "Wo Gefahr w√§chst, w√§chst das Rettende auch" - meine H√∂rner n√§mlich.

Ich traue meinen Augen nicht, als ich sehe, wohin mich die J√ľwesch verschl√§gt. Als ich so richtig zu mir komme, bin ich auf einem Anwesen mit zwei Menschen und vielen Tieren, vier Pferden, drei Eseln, zwei Hunden und einer Katze. Ich bin in der Cascina Erbade, in Vercelli. Ich wei√ü gar nicht, wohin vor Begeisterung ich zuerst springen soll. Besonders gefallen mir die sardischen Esel. Sie hei√üen Mafalda, Giuditta und Jonas. Ich gr√ľ√üe sie von meinem Freund, dem Burro catal√†, was sie mit einem lauten "Iahiahiaaaah!" beantworten. Es klingt so √§hnlich wie "Hallelujah!"

Die Pferde sind ziemlich stolz, besonders die drei Stuten Impel, Poésie und Rapisarda. Sie schnauben nicht einmal, als ich mein Geblöke an sie richte. Bello, der Wallach, blinzelt ziemlich wallachmäßig träge aus dem Gatter - auch kein Spielgefährte.

Da tritt Kaspar auf, freudig bellend, im Schlepptau die zur√ľckhaltendere H√ľndin Diana. Sie kommen von der Scheune, vor der sie t√§glich die Katze Palinka ankl√§ffen. "Warum la√üt ihr sie nicht in Ruhe," frage ich streng, "was hat sie euch getan?" Beide schauen mich fassungslos an. "Die Katze ist der nat√ľrliche Feind des Hundes!" knurrt Kasper. Ich lasse das zun√§chst einmal so stehen, um nicht gleich in den Kampf zu ziehen. Meine H√∂rner m√ľssen erst wieder richtig wachsen.

Nun treten Carola und Diedrich aus dem Hause, die Herren des Anwesens. Sie ziehen mir kurzerhand die Ohren lang und stecken mich in den Stall, neben die Pferde und Esel. Dort bekomme ich, was auch meine Herrin mir immer in den Pferch gibt: Wasser und Heu. Am nächsten Tag darf ich aber auf die Weide, blök! (3)

Als meine Herrin dann eintrifft, vergeht mir jeder Spa√ü, weil ich wei√ü, da√ü sie mich bald wieder mitnimmt und ihre humorlosen Spr√ľche abl√§√üt, wie: "Solange du deine Klauen in meinen Pferch stellst ..."

Als wir nach Hause kommen, sehe ich sofort die Veränderungen, die sie an meinem Pferch angebracht hat. Er ist jetzt noch besser umfriedet durch ein verzinktes Drahtknotengitter. Es starrt mich kalt an, fast wie die Kanäle von Devon Island. Gemein!

Blök!
Euer Schaf
Geisel im Pferche

22. Juni 2005

Weidegr√ľnde:

(1) Hier zeige ich Euch nur drei Beispiele von ganz vielen:
http://www.bgs.goe.ni.schule.de/Kinderzeichnungen/BGSlogogem alt0001.jpg
http://www.thpf.de/p2/img0107.jpg
http://www.goedartpalm.de/robota1.JPG

(2) Bush, And Chaos, To Be Given Second Chance. International Jewish Conspiracy
http://www.internationaljewishconspiracy.com/articles/ijc_04 1103_election.html

(3) Bed&Breakfast Cascina Erbade, Vercelli/Italia
http://www.bedbreakfasteurope.com/cascinaerbade/de.htm


Hoch zum Seitenanfang Diese Seite drucken
Zurück zur vorigen Seite Zum Archivdieses Abschnitts Weiter zur nächsten Seite