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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Mahmud Ahmadinejad - Anbruch eines neuen Morgens der islamischen Revolution

Liebe Freunde!

Ich bin gerĂŒhrt. Ich danke Euch! Jetzt endlich habe ich die vielen Emails entdeckt von Euch, die Ihr bei mir und bei meiner Herrin angefragt habt, warum ich außer ein paar "Weisheiten" anderer nichts mehr zu blöken habe. Meine Herrin hat diese rĂŒhrenden Äußerungen wahrer Zuneigung vor mir weggeschlossen, und ich blöke Euch auch, warum.

Sie ist nicht gut drauf und knausert mit allem, was mein Leben erfreuen könnte. Sie hat vor einer Woche ihre Brille zerbrochen, und, geizig wie sie auch sich selbst gegenĂŒber ist, gibt es keine geeignete Ersatzbrille, sondern nur uralte GlĂ€ser, mit denen sie nicht einmal das Schubfach erkennen kann, wo sie die fĂŒr mich bestimmten Emails versteckt. Eine geerbte Leselupe muß ich ihr heraussuchen, dazu öffnet sie den bestens verriegelten Pferch. Ich nutze die Gelegenheit, nach dem Rechten zu sehen - und so bin ich jetzt im Besitz des Schatzes an guten WĂŒnschen fĂŒr mein Wohlergehen.

Nebenbei finde ich aber auch noch einige Informationen, auf denen meine Herrin gluckt, als wenn sie ´n Atomei ausbrĂŒten wollte. Ich muß mit meinen Klauen richtig fest zupacken, damit sie mir die sorgsam gehĂŒteten Papiere nicht entreißt. Sie handeln vom neuen iranischen PrĂ€sidenten Mahmud Ahmadinejad und seinen unflĂ€tigen Äußerungen vor 4000 radikalen Studenten ĂŒber Israel. Er fordert die "Tilgung Israels von der Landkarte", droht jedem islamischen Land, das auf Druck der "FĂŒhrer der Weltarroganz" (=USA) "das zionistische Regime" (=Israel) anerkennt, daß es im "Feuer der unversöhnlichen Wut der Umma" verbrennen werde, und scheint darauf zu hoffen, daß die glĂŒhenden Verehrer des Ayatollah Ruhollah Khomeini nun zur Tat schreiten, wenn auch nicht, um Israel sofort anzugreifen, aber doch zunĂ€chst einmal, um im Lande die zunehmend verwestlichende Jugend auf ihre demnĂ€chst geforderten Dienste als Basij der Pasdaran vorzubereiten. Millionen krĂ€ftiger Jungen werden gebraucht, um endlich die Endlösung anzupacken und sie diesmal vielleicht doch erfolgreich durchzufĂŒhren. (1)

"Um den Ernst der Lage zu demonstrieren, setzen sich die wahren Herrscher des Iran, Ayatollah Ali Khamenei und sein Clan in die erste Reihe", sagt meine Herrin, " und den GeneralsekretĂ€r der Hezbollah Scheich Sayyed Hassan Nasrallah nehmen sie in die Mitte, um zu beweisen, daß es ihnen ernst ist mit der ´SĂ€uberung der islamischen Welt von dem Schandfleck Israel´."

Nun bin ich meiner Herrin fast böse, was sie mir alles vorenthĂ€lt. Ich entdecke die herrlichsten Fotos von Hassan Nasrallah auf der Web Site eines Sunniten, der ihn gar nicht liebt. Auf dem ersten wedelt er als KĂ€mpfer der Wehrsportgruppe Hezbollah mit einer Kalaschnikow. Er sieht aus, als hĂ€tte er sie soeben bei Ebay erworben und wolle sie seinen begeisterten AnhĂ€ngern vorzeigen, dabei weiß jeder, daß sie aus dem Arsenal des Ayatollah Ali Khamenei stammt, der dem spirituellen FĂŒhrer der Hezbollah Scheich Sayyed Mohamed Hussein Fadlallah derartig zugetan ist, daß er an ihn ganze Waffenarsenale verschenkt. (2)

"Herrin," blöke ich aufgeregt, "auch SprenggĂŒrtel?" Das bejaht sie, meint aber, die seien nicht so fotogen, und darum wĂŒrden auf den weiteren Fotos die getreuen Mannen bewaffnet und im Hitlergruß gezeigt, gesegnet vom spirituellen FĂŒhrer der Hezbollah Scheich Sayyed Mohamed Hussein Fadlallah.

"Schau mal, darĂŒber freut sich aber der Nasr ed-Din Hodja", blöke ich und tippe dabei mit meiner Klaue auf den feixenden Dickling. "Nein", meint meine Herrin, "der freut sich ĂŒber das gelungene Foto von ihm mit Kofi Annan, der auf einer Tour durch die LĂ€nder des Nahen Ostens soeben aus dem Iran kommt, wo der Terrorgruppe weitere UnterstĂŒtzung fĂŒr ihren Kampf gegen Israel zugesagt wird. Mit Engelszungen redet Kofi Annan am 18. Juni 2000 auf den Außenminister des Iran Kamal Kharrazi ein, um finanzielle und militĂ€rische Hilfe dafĂŒr zu erhalten, endlich die israelischen Besatzer vom libanesischen Grund vertreiben zu können, damit das Schußfeld nach Israel wieder frei werde fĂŒr die Hezbollah-Milizen."

"Dabei braucht´s dazu gar keiner großen Überzeugungskraft, nicht wahr?", blöke ich bescheiden. "Nein; denn der Außenminister will mit Kofi Annan sowieso ĂŒber die wachsende politische, wirtschaftliche und soziale Rolle der Hezbollah im Libanon verhandeln. Dann reist er mit der frohen Botschaft nach Kairo. Bedenke, Schaf, daß Ägypten mit Israel einen Friedensvertrag hat, da muß man sich schon etwas einfallen lassen, damit die tatsĂ€chlichen Absichten nicht auffallen. Kofi Annan breitet in Ägypten seine Sorgen und Nöte aus, die er mit dem Verhalten Israels hat, mit der ´blauen Linie´, mit der Demarkationslinie und mit der RĂŒckzugslinie Israels," meint meine Herrin böse, "und dann noch etwas: der Scheich heißt nicht Nasr ed-Din Hodja, sondern Scheich Sayyed Hassan Nasrallah, und das Foto ist auch erst entstanden, als alle Verhandlungen mit dem Iran und mit Ägypten zur Zufiredenheit des Scheichs beendet sind." (3)

"Herrin", blöke ich verwundert, "das ist also alles schon seit Jahren klar, die UNO weiß bestens Bescheid und spielt sogar noch den Vermittler, und gestaltet die Zusammenarbeit der Terrorregime und -gruppen reibungslos. Hat das denn niemand in der EU mitgekriegt?"

Also, wenn Blicke töten könnten, dann wĂ€re ich jetzt nicht nur mausetot, sondern schafstot, gargekocht und fertig zum Essen, so versengt sie mich aus ihren lĂ€dierten Augen. "Schaf", antwortet meine Herrin streng, "seit Jahren ist alles bekannt, seit Jahren verschließen die Staaten der EU davor die Augen, um ihren Interessen in der Region nicht zu schaden. Hast du nichts gelesen ĂŒber die Hamas, den PalĂ€stinensischen islamischen Djihad, ĂŒber die Hezbollah und das Theater in Frankreich um ihren Hetzsender Al Manar TV?

FĂŒr Einzelheiten dazu schau in mein Archiv und langweile nicht weiter! Außerdem dachte ich, du wĂŒĂŸtest Bescheid. Wer hat sich denn hergemacht ĂŒber die sĂŒĂŸe kleine Minu Barati, wenn nicht du? Ich mußte deiner hĂ€mischen, zotigen Bemerkungen wegen virtuelle Waschkörbe voller empörter Emails in Empfang nehmen! (4)

Denkst du auch daran, daß dieser ganze Spuk wĂ€hrend der Verhandlungen zwischen Israel und den PalĂ€stinensern ĂŒber den Status der PalĂ€stinensergebiete erfolgt? Am 8. November 1999 werden sie aufgenommen, der Gipfel vom 3. Februar 2000 bringt keine Einigung, und am 21. MĂ€rz 2000 werden sie auf dem US-StĂŒtzpunkt Camp David wieder aufgenommen. Das berĂŒhmte Gipfeltreffen zwischen Bill Clinton, Jasser Arafat und Ehud Barak beginnt am 11. Juli 2000, keine drei Wochen nach dem Foto, auf dem der UN-GeneralsekretĂ€r Kofi Annan und Scheich Sayyed Hassan Nasrallah so ĂŒberaus zufrieden strahlen, da die Reisediplomatie des UN-Freundes dem friedensunwilligen Jasser Arafat eine gestĂ€rkte Position beschert. So kann er am 25. Juli 2000 gelassen den Gipfel platzen lassen. Die zukĂŒnftige Intifada II wird vorbereitet und mit finanzieller UnterstĂŒtzung der wahhabitischen Saudis einerseits und der schiitischen Mollahs des Iran sowie deren Arm, der libanesischen Hesbollah andererseits, bei geeignetem Vorwand losgetreten."

"Herrin", blöke ich verschĂŒchtert, "wenn das alles so gut lĂ€uft, wenn die EU schon seit Jahren die Augen verschließt vor den Machenschaften im Nahen Osten, dann verstehe ich nicht, warum die Mollahs im Iran nicht einen Politiker zum PrĂ€sidenten haben wĂ€hlen lassen, der von den bereitwilligen EU-Politikern als gemĂ€ĂŸigt und verhandlungsbereit beschrieben werden könnte. Einen, der wie der palĂ€stinensische UnterhĂ€ndler Saeb Erekat auf englisch vor der Öfffentlichkeit sĂ€uselt und auf arabisch unter Freunden den Hardliner gibt. Warum machen sie diesen schon 1979 als radikal bekannten StudentenfĂŒhrer zum PrĂ€sidenten? Die Mollahs mĂŒssen doch damit rechnen, daß US-Geiseln ihn wiedererkennen und behaupten werden, er sei ein Folterer und Mörder?" (5)

Meine Herrin ist ratlos. Da habe ich eine Idee, und Ihr wißt, meine Freunde, daß meistens sehr gute Ideen aus meinem Schafskopf quellen: "Herrin", wenn Ayatollah Ali Khamenei und sein Clan nun gar keine andere Wahl hĂ€tten, als diesen radikalen Mahmud Ahmadinejad einzusetzen? Wer sonst soll ihnen im Land die Jugend aufhetzen, sie in Angst und Schrecken halten und damit ihre Macht sichern, wenn nicht dieser fanatische BarttrĂ€ger? Etwa der alte korrupte Erdnußbauenrsohn Ayatollah Ali-Akbar Hashemi Rafsanjani? Der ist zwar genauso radikal und hetzerisch wie Mahmud Ahmadinejad, haßt die USA und Israel und will Massenvernichtungswaffen fĂŒr den Iran, aber die Jugendlichen können mit dem nichts anfangen. Wenn der erklĂ€ren wĂŒrde, daß mit seiner Wahl der neue Morgen der Revolution anbrĂ€che, dann lachten sie nur. So sieht das auch der Ayatollah Ali Khamenei." (6)

"Das hast du gut beobachtet," rĂ€umt sie ein, "aber nun haben die Ayatollahs ein Dilemma am Hals. Sie können ihren Zauberlehrling nicht zĂ€hmen, sondern er propagiert die reine Lehre völlig undiplomatisch, ohne jede Taqiyya. Schon als BĂŒrgermeister von Teheran schwingt er Reden, die dem Ayatollah Ali Khamenei gar nicht passen. Er ist dem revolutionĂ€ren Fanatismus seiner Basij-Zeit treu geblieben und viele seiner AnhĂ€nger folgen dem Ayatollah Ali Khamenei nicht mehr."

"Ja," blöke ich, "du hast recht. Die Verbreitung des Islams ist die Sache des Ayatollahs Ali Khamenei, meint dieser. Daran halten sich aber Mahmud Ahmadinejad und seine jungen fanatischen Freunde nicht, sondern viele von ihnen sind AnhĂ€nger des 71-jĂ€hrigen revolutionĂ€ren Fanatikers Ayatollah Muhammad Taqi Misbah-Yazdi, eines SchĂŒlers des Ayatollah Ruhollah Khomeini. Jener studiert die Einsatzmöglichkeit des Glaubenskrieges zu Zeiten, als Khomeini im Exil ist. GegenwĂ€rtig ist er von Ayatollah Ali Khamenei aus der Politik entfernt und von ihm als Direktor des Imam Khomeini Education and Research Institute in Qum eingesetzt. Er hat eine eigene Web Site, in farsi, arabisch und englisch, sein Institut informiert in vier Sprachen, in farsi, arabisch, englisch und deutsch.." (7)

Meine Herrin liest im "Australian", vom 1. Juli 2005, daß nun Mahmud Ahmadinejad und seine Freunde unter der Leitung des Ayatollah Ali Khamenei sĂ€mtliche Schaltstellen der Macht kontrollieren. Der Iran lebt unter der Knute einer islamistischen Diktatur. Es gibt in dem Land niemanden, der es wagen könnte, diese Herrscher aufzuhalten, und so machen sie sich auf, dem Westen und seinen "korrumpierenden EinflĂŒssen" entgegenzutreten. Schon als der jetzige PrĂ€sident BĂŒrgermeister in Teheran ist, verbietet er Konzerte, schließt Fast-Food LĂ€den und Kulturzentren. Die Arbeiter mĂŒssen sich BĂ€rte wachsen lassen und immer lange Ärmel tragen. Unmittelbar nach seiner Einsetzung als PrĂ€sident des Iran erklĂ€rt er, daß der Iran keiner Beziehungen zu den USA bedĂŒrfe. Das werden die Regierungen der EU mit Interesse zur Kenntnis genommen haben, nicht ahnend, daß auch an ihnen kein Interesse besteht.

"Herrin", blöke ich, "Wochenzeitungen haben doch ihren Wert. Wenn bei denen Redaktionsschluß ist, bevor solche Hetzreden wie die vom 26. Oktober gehalten werden, kann schaf auf der Grundlage der aktuellen Ereignisse einen vor dem Ereignis geschriebenen Artikel besser verstehen. In der neuesten Ausgabe der Schweizer Zeitung "Tachles" lesen sich Überlegungen ĂŒber die Rolle der EU im Atomenergiestreit mit dem Iran wie kindliche TrĂ€ume. Es gelten weder die Meinung des UN-Sicherheitsrates noch gar die der EU. Der Iran will den Atomsperrvertrag kĂŒndigen und lĂ€ĂŸt sich davon nicht abbringen. Als Folgen fĂŒr den Iran hĂ€lt der Autor dieses fĂŒr möglich:

´Der Uno-Sicherheitsrat könnte Massnahmen gegen Iran ergreifen, die von der VerhĂ€ngung eines Wirtschaftsembargos und der Reduzierung diplomatischer Beziehungen auf niedrige Ebenen bis hin zum Ausschluss iranischer SportverbĂ€nde von internationalen Turnieren reichen wĂŒrden.´"

Als ich meiner Herrin das mit dem Ausschluß iranischer SportverbĂ€nde von internationalen Turnieren vorlese, will sie sich ausschĂŒtten vor Lachen. Das muß schaf sich mal ausmalen! Was interessiert es diese machtbesessenen Religionseiferer, ob ihre SportverbĂ€nde von Turnieren ausgeschlossen werden? Die hĂ€tten die Teilnahme ja sowieso bald als unislamisch verboten. Der Iran hat die EU vollstĂ€ndig in der Hand. Sie ist von der Erdöleinfuhr aus dem Iran abhĂ€ngig. Ein Embargo wĂŒrde der EU mehr Schaden als dem Iran; denn dessen Wirtschaft liegt sowieso darnieder. Fanatiker kĂŒmmern sich nicht um das Wohlergehen ihrer Bevölkerung, das haben wir Deutschen im Dritten Reich lernen mĂŒssen.

Noch scheint es Stimmen von Reformern im Lande zu geben. Sie beklagen die außenpolitische Inkompetenz und den sinnlosen Radikalismus. Wielange wird es dauern, bis Mahmud Ahmadinejad diese Stimmen zum Schweigen gebracht haben wird, sei es, daß die Reformer das Land verlassen, wie bereits Millionen vor ihnen, sei es daß sie im Evin-GefĂ€ngnis umgebracht oder an KrĂ€nen öffentlich aufgehĂ€ngt werden. Den Gesetzen der Scharia sind da kaum Grenzen gesetzt. (8)

Eines ist mit der Hetzrede des iranischen PrĂ€sidenten zum Thema "The World without Zionism" bewirkt worden: weite Teile der internationalen Staatengemeinschaft wachen endlich auf und sehen ein, daß ihre Beschwichtigungspolitik zu nichts fĂŒhrt. Zwar berichtet die ARD Tagesschau noch von "indirekter" Vernichtungsdrohung gegen Israel, aber diesem vermieften Haufen willfĂ€hriger Journalisten glaubt eh keiner mehr. Wozu gibt es das Internet? Da ist in allen Sprachen zu lesen, was der PrĂ€sident will: Israel von der Landkarte ausradieren, islamische Staaten, die es wagen wollten, Israel anzuerkennen, mit dem "Feuer der unversöhnlichen Umma" zu bedrohen, also mit Krieg, sowie den Islam weltweit zu verbreiten. (9)

Nun empören sich sĂ€mtliche Staaten der EU, bestellen die Botschafter des Iran in die Außenministerien ein und tun so, als wenn die Rede eine Sensation wĂ€re. Liebe Freunde, ich habe im Internet eine im November 2003 veröffentlichte Liste gefunden, in der fĂŒr den Zeitraum vom 2. Oktober 2000 bis 11. Oktober 2003, also fĂŒr drei Jahre, 48 FĂ€lle aufgelistet werden, da vom iranischen PrĂ€sidenten abwĂ€rts Regierungsbeamte des Iran Vernichtungsdrohungen gegen Israel aussprechen. (10)

Das hindert weder Deutschland noch ein anderes EU-Land, mit dem Iran einen "Dialog" zu fĂŒhren und GeschĂ€fte zu machen. Die Deutschen hindert es nicht, dort als Touristen aufzutreten, die Frauen verkleidet als Pinguine. Jetzt verdammen alle die Äußerungen des wildgewordenen Iraners, wobei sie gleichzeitig ĂŒberlegen, die Ungeheuerlichkeiten kleinzureden und zur Tagesordnung ĂŒberzugehen.

Den Freiburger BĂŒrgermeister Dieter Salomon, von den GrĂŒnen, stört es bis zur letzten Rede des Mahmud Ahmadinejad nicht, was im Iran abgeht. Nun allerdings hat er keine Ausrede mehr:

"UrsprĂŒnglich wollten Salomon, KulturbĂŒrgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) sowie zehn GemeinderĂ€te morgen ĂŒber Teheran nach Isfahan reisen. Freiburg unterhĂ€lt als einzige Stadt in Deutschland eine Partnerschaft mit einer iranischen Stadt." Sinnigerweise ist es die Stadt, in der das Atomprogramm des Iran vorwĂ€rts getrieben wird. (11)

Wer sich lustige Gruppenbilder mit unbeschwerten Touristen, darunter den verkleideten Freiburger Damen ansehen will, der klicke auf "Fakten und Fiktionen" von Kewil. Es ist zu komisch. "Vogelscheuchenreise nach Isfahan", nennt Kewil das treffend. (12)

Dazu sagt meine Herrin traurig: "Schaf, ich habe mal im Iran studiert, an der Teheraner UniversitĂ€t, ich habe dort sehr liebe Freunde, die ich zuletzt 1974 fĂŒr einige Tage gesehen habe. Wie gern wĂŒrde ich hinfahren, sie wĂŒrden mich aufnehmen wie ein Familienmitglied. Aber ich fahre nicht dorthin, solange ich mich in einen uniformierten Pinguin verwandeln muß, solange die Islamisten dort herrschen und die Menschen unterdrĂŒcken. Die Rede dieses Heißsporns tut dabei nichts mehr zur Sache."

Niemand hat mehr Ausreden. Bis hin zur russischen Regierung Ă€chten alle die Rede dieses Hetzers zur Vernichtung Israels. Niemand kann auch vorgeben, Israel hĂ€tte das provoziert, was man ja bei den PalĂ€stinensern immer hinkriegt. Da reagieren die Terroristen nach Ansicht der EU-Regierungen und ihrer gleichschreitenden Medien in allen FĂ€llen auf israelische Aktionen. Aber auch da gibt es das Internet, niemand muß dumm schlafen gehen. Die Außenministerien der EU-Staaten sowie die britische EU-RatsprĂ€sidentschaft protestieren. Selbst der "Spiegel", den Davids Medienkritik stĂ€ndig auf dem Kieker hat, titelt heute: "Anti-israelische Propaganda. Zehntausende bei Hass-Demo in Teheran", und in dem Artikel ist nur im letzten Absatz eine kleine Spitze gegen Israel, weil ganz ohne geht es wirklich nicht in deutschen Medien. Bereits der nĂ€chste Artikel zeigt aber, daß der "Spiegel" sich wieder gefaßt und sein Weltbild zurechtgerĂŒckt hat. "Sicherheitsrat verurteilt Irans israelfeindliche Hetze", heißt es. "Israel hatte sogar gefordert, Iran mĂŒsse aus der Uno ausgeschlossen werden." Das stelle sich einer vor, welche Anmaßung! Ein UN-Mitglied wird von einem anderen mit Vernichtung bedroht und erwartet daraufhin "sogar", daß das drohende Land aus der UNO ausgeschlossen wird! DafĂŒr hat Kofi Annan nicht jahrelange MĂŒhen auf sich genommen im Iran, in Ägypten und im Libanon bei der Hezbollah! (13)

Niemandem scheint aufzufallen, daß nur Israel selbst solche Forderungen stellt. Nicht einmal ein Hauch einer derartigen ErwĂ€gung ist von einem EU-Staat zu lesen, etwa: "man sollte vielleicht darĂŒber nachdenken, ob man den Antrag stellt, den Iran aus der UNO auszuschließen ..."

"Die gesamte internationale Gemeinschaft mĂŒsse zusammenstehen, ´um die Iraner zu stoppen´, hatte Israels Außenminister Silvan Schalom gefordert," schreibt der "Spiegel". Schon stellen die Israelis Forderungen. Was die Israelis sonst noch sagen, darĂŒber berichtet der "Spiegel" in dem Artikel nicht viel, wohl aber ausfĂŒhrlichst, was iranische Regierungsmitglieder noch nachschieben, um ihren Vernichtungswillen zu rechtfertigen. Kommentarlos wird Ali-Akbar Hashemi Rafsanjani zitiert: "Iran sei in ´PalĂ€stina´ nicht selber prĂ€sent, sondern unterstĂŒtzte die PalĂ€stinenser lediglich ´spirituell, ideologisch und medizinisch´, betonte Rafsandschani." Da hĂ€lt es der "Spiegel" nicht fĂŒr geboten, auf die vom Iran finanzierten Terroristen der Hezbollah auch nur in einem Nebensatz hinzuweisen, nein, durch das Zitat macht sich der "Spiegel" lustig ĂŒber die Israelis und ihren Überlebendkampf.

Liebe Freunde, wir können darauf warten, daß nach einer bescheidenen Karenzzeit alle EU-Staaten und ihre Regierungen zum business as usual zurĂŒckkehren. Diese Staaten leben seit 1979 völlig problemlos mit den iranischen ZustĂ€nden. Wen kĂŒmmert es, daß Frauen unterdrĂŒckt und in schwarze SĂ€cke gesteckt, daß Homosexuelle an Galgen aufgeknĂŒpft und daß Dieben die HĂ€nde abgehackt werden? Was stört eine Liste mit 48 Vernichtungsdrohungen, in drei Jahren, der iranischen Regierung gegen Israel?

Blök!
Euer Schaf!
Safar Kardeh (14)

29. Oktober 2005

Ihr nennt mich einen kargen Mann;
Gebt mir, was ich verprassen kann!

(1) Iranischer PrÀsident ruft zu Zerstörung Israels auf. Basler Zeitung, 26. Oktober 2005
http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=2CBAB9DE-60CF-2062 -F4B893BC54BEB979

Iranian President at Tehran Conference: "Very Soon, This Stain of Disgrace [i.e. Israel] Will Vanish from the Center of the Islamic World - and This is Attainable", MEMRI Special Dispatch Series No. 1013, October 28, 2005
http://www.memri.org/bin/opener_latest.cgi?ID=SD101305

Military. Pasdaran. GlobalSecurity.org
http://www.globalsecurity.org/military/world/iran/pasdaran.h tm

(2) Hassan Nasr Allah : "Moudjahid" ou comédien ? Pour tout chiite raisonnable
http://chiite.over-blog.com/article-935932.html

(3) Le SecrĂ©taire gĂ©nĂ©ral : situation au Moyen-Orient- Suite 2. Centre d´information de l´ONU Ă  Tunis
http://www.onu.org.tn/sgmo2.htm

(4) Minu Barati, von mir! 11. Mai 2005
http://www.eussner.net/schaf_2005-05-11_23-07-19.html

(5) Mahmoud Ahmadi-Nejad´s Questionable Past and Future. Blog of War. Defense-Tech-Space, June 30, 2005
http://www.blogsofwar.com/mahmoud_ahmadi-nejads_questionable _past_and_future

(6) Ayatollah Ali-Akbar Hashemi Rafsanjani. Radio Free Europe. Iran Votes 2005
http://www.rferl.org/specials/iranelections/bios/Hashemi-Raf sanjani.asp

(7) Ayatollah Muhammad Taqi Misbah-Yazdi
http://www.mesbahyazdi.org/english/index.htm

QABAS. Imam Khomeini Education and Research Institute
http://www.qabas.net/

(8) Rasseln mit nuklearen SÀbeln. Im Atomenergiestreit mit Iran scheint sich die Lage alles andere als beruhigt zu haben. Die EU könnte auf diplomatischer Ebene zu schlichten versuchen. Von Behrouz Khosrozadeh. Tachles Nr. 43, 28. Oktober 2005
http://www.tachles.ch/artikel.php?id_art=2118

(9) Islamic revolution ´to cover the globe´. By Ramita Navai, Tehran. The Australian, July 01, 2005
http://www.theaustralian.news.com.au/common/story_page/0,574 4,15783115%255E2703,00.html

(10) Iran Calls for the Destruction of Israel. "ISRAEL MUST BE ERADICATED FROM THE ANNALS OF HISTORY". Intelligence and Terrorism Information Center at the Center for Special Studies (C.S.S) Special Information Bulletin, November 2003
http://www.intelligence.org.il/eng/bu/iran/shihab_11_03.htm

(11) Iran-Reise wegen Israel-feindlicher Aussagen abgesagt. SW R.de, 27. Oktober 2005
http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=7598 94/5wi8bo/

(12) "Tod dem Staat Israel! Tod den USA!" Fakten und Fiktionen, 28. Oktober 2005, 13:49 Uhr.
http://www.myblog.de/kewil/art/2196867#comm

(13) Bundesregierung verurteilt Äußerungen des iranischen StaatsprĂ€sidenten zu Israel. AuswĂ€rtiges Amt, 27. Oktober 2005; mit Statement der britischen EU-RatsprĂ€sidentschaft. Iran: Statement by the Presidency on behalf of EU leaders meeting at Hampton Court, UK Presidency of the EU, 27 October 2005
http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/ausgabe_archiv?archiv_ id=7751

ANTI-ISRAELISCHE PROPAGANDA. Zehntausende bei Hass-Demo in Teheran. Der Spiegel, 28. Oktober 2005
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,382105,00.html

Sicherheitsrat verurteilt Irans israelfeindliche Hetze
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,382157,00.html

(14) Safar Kardeh. Taraneh. Delkash (eine Reise zu meinen Freunden in der Ferne)
http://www.taranehbaran.com/music/delkash_1.php4


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