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Was das Schaf zu blöken hat...Was das Schaf zu blöken hat...

Wer hat Feuer und Flamme für Frankreich?

Liebe Freunde!

Heutzutage kommt schaf aus dem Staunen nicht heraus. Ihr Menschen seid doch immer wieder merkwürdig!

Ich bin ein stolzer Heidschnuckenbock. Mein Geblöke mag meiner Herrin nicht gefallen und mir ihre Vorwürfe einbringen, was sie mir aber noch nie vorwerfen konnte, war, daß ich mich und meinesgleichen, die wenigen Schafe und Esel, die mir am Wege begegneten, nicht in ihrem Tatendrang und Tiersein angemessen gewürdigt hätte. Ihr Menschen aber versteckt die handelnden Personen, und ich kann blöken, daß Ihr sie desto besser versteckt, je mehr sie Euch in Euerem Leben zu schaffen machen, je mehr ihre Nennung Eueren verständnisvollen Schönreden Abbruch tun, sie widerlegen würde.

Mir sind Beispiele, die Krawalle in Frankreich betreffend, unter die Klauen gekommen. Da ich aber ein dezenter Bock bin, nenne ich die unglücklichen Autoren nicht, sondern blöke in ihrem Stile: es kommt zu merkwürdigen Formulierungen, die Berichterstattung geschieht im Passiv.

Nun ist mir Schaf diese Art des Versteckens der handelnden Subjekte nicht fremd. Ein solches Spiel treiben die linken einseitig palästinenserfreundlichen europäischen Journalisten schon lange. So liest schaf in einem Bericht aus Israel nicht: "Ein Selbstmordattentäter hat sich in einem Bus umgebracht und dabei 18 Menschen mit sich gerissen", sondern "ein Selbstmordattentat hat 18 Menschen in einem Bus getötet". Das Attentat ist verantwortlich, nicht der Attentäter. Die Israelis aber, die greifen daraufhin sehr aktiv an.

Um Euch nicht zu langweilen, bringe ich nur einige Beispiele vor, die erhellen mögen, was ich meine:

In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es zu schweren Unruhen. Sie waren zunächst auf die Banlieues von Paris beschränkt, erreichten dann aber auch die Banlieues von Provinzstädten in anderen Gegenden Frankreichs.

Das stelle schaf sich vor: aus dem dunklen Unbekannten heraus, aus dem Nichts gewissermaßen, kommt es zu Unruhen. Na, wenn ich Unsinn in meinem Pferch mache, sollte ich meiner Herrin mal erklären, es sei eben dazu gekommen, daß beim Fressen meiner welken Möhren Dreck entstanden sei, zunächst auf die linke Ecke des Pferchs beschränkt, er hätte dann aber übergegriffen auf den gesamten Pferch und aufs Wohnzimmer. Ich wäre reif für den Spieß, blök!

Überall brennen Autos, Kindergärten, Schulen, Postzweigstellen.

Das erinnert mich an die Erzählungen meiner Herrin aus ihrer Kindheit. Zu Weihnachten brennen auf unerklärliche Weise die Kerzen an einem Tannenbaum, und einmal, erzählt sie, kokelt ihr Vetter mit einem angetrockneten Tannenzweig herum, es brennen Gardinen, Tischdecken, eine platzende Christbaumkugel zerschellt. Dann weiten sich ihre Augen in Schrecken - nach so vielen Jahren - und sie berichtet, wie ihr Vetter versohlt wird. Jetzt überlege ich, ob wieder der Vetter meiner Herrin in Aktion ist und in großem Maßstab wütet? Aus dem Bericht jedenfalls erfahre ich nichts über die Täter. Es ist bestimmt der Vetter!

Molotow-Cocktails treffen Kirchen und die Wand einer Synagoge.

Beim Treffen von Molotow-Cocktails mit Kirchen und der Wand einer Synagoge fragt schaf, was die wohl zu bereden haben, wollen sie einen Nichtangriffspakt abschließen oder nur gemeinsam Kaffee trinken?

Brandsätze fliegen auf Busse der RATP. Das ist sicherlich noch Teil des Weihnachtszaubers vom Vetter, oder? Nein, es sind "les jeunes", sie schlagen zu und hauen dann ab. Jetzt ist es heraus, dahinter gibt´s kein Zurück. Es sind die Jugendlichen!

Großes zu finden, ist viel, ist viel noch übrig, und wer so
Liebte, gehet, er muß, gehet zu Göttern die Bahn.
Und geleitet ihr uns, ihr Weihestunden! ihr ernsten,
Jugendlichen! ...

Und dann werden Polizisten mit scharfer Munition schwer verletzt, 60 Beamte geraten in einen Hinterhalt von 200 Jugendlichen, die mit Steinen und anderem werfen. Dabei fallen Schüsse aus einem Jagdgewehr.

Da fragt schaf sich doch, wenn die ernsten Jugendlichen, schön wie die Kuroi von Melos und Anavyssos, mit Steinen und sonstigem werfen, wer verletzt die Polizisten mit scharfer Munition, wer ist "dabei"? Dabei ist vor allem dieser da, ein 61-jähriger Mann. Er fällt, und sieh dir andre an, es ist in allen! Von den jugendlichen Palästinensern lernen, heißt siegen lernen, die sind auch immer dabei, werfen mit Steinen, Schüsse schlagen ein, und viele fallen. Tot ist der Mann, er erliegt seinen Verletzungen; die also haben ihn gemordet.

Apropos Palästinenser: die Islamisten gibt´s nicht nur bei ihnen, vertreten durch Hamas, Palästinensischem Djihad und Hezbollah, sondern auch in den Vororten von Paris, Lyon und anderswo sind sie vertreten, wenn auch nicht als eine Art Jugendorganisation von al-Qaida. Ihre tatsächliche Bedeutung dort erscheint größer, als sie in Wirklichkeit ist.

Das weiß ich doch von meiner Herrin schon lange. Die Islamisten haben fast gar keine Bedeutung dort, sie leiten erst recht nicht die Krawalle der Jugend an; denn Islam ist Frieden. Das sagt Tariq Ramadan auch. Bei allem Schielen nach religiösen Einflüssen vergessen wir die sozio-ökonomischen Motive. Die zerstören Frankreich. Er ist vielleicht unser moderner Jean Jaurès?

Während er noch eine Weile an diesem Image basteln müßte, bevor schaf es ihm abnähme, besänftigen die "Grand frères" die aufgewühlten Jugendlichen und gehen mit ihnen in die Moschee beten. Nur wenn ein als besonders skandalös empfundenes Ereignis von außen eintritt, also eines, zu dem die Bewohner der Trabantenstädte nichts können, dann stellen sich viele von ihnen gemeinsam dagegen, große und kleine Brüder, alte und junge, wie eine Mauer. Wogegen? In der Regel ist es die Polizei.

Da jetzt also schon in vielen Nächten die Krawalle stattfinden, muß schaf annehmen, daß sie von außen verursacht sind, und sich viele Bewohner dagegen stellen. Die ernsten Jugendlichen nehmen dabei aber auf die älteren sowie auf nicht-arabisch-stämmige Franzosen, Europäer und Asiaten Rücksicht. Die dürfen zu Hause bleiben, wenn sie, die arabisch-stämmigen muslimischen Jugendlichen, gegen das als besonders skandalös empfundene Ereignis von außen vorgehen. Sie kämpfen stellvertretend für die gute Sache, damit die Vororte nicht noch einmal solche Repression erleben müssen wie seinerzeit unter Charles Pasqua. Deshalb gehen die holden Jugendlichen gegen den Innenminister Nicolas Sarkozy konsequent vor. Sie sind ja nun auch viel mehr, ungefähr doppelt soviel wie zu Zeiten des Islamistenjägers Charles Pasqua. Hat er nicht Tariq Ramadan ein ganzes Jahr Hausverbot erteilt in Frankreich? Das soll nie wieder vorkommen!

Schaf fordert mehr Schönreden, schaf will viel mehr der göttlichen Weihestunden des Verständnisses für Feuer und Flammen in Frankreich.

Blök!
Euer Schaf
Feuer und Flamme fürs Passiv

10. November 2005


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