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Gudrun Eussner
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Was das Schaf zu blöken hat...√∂ken hat...

Quod licet Jovi, non licet ovi!

Liebe Freunde!

F√ľr wie undankbar m√ľ√üt Ihr mich halten! Euere Sorge um mein Wohlergehen ist beispiellos. T√§glich erreichen meine Herrin waschk√∂rbeweise Emails mit der Frage, ob ich zu Pessach oder zu Ostern vielleicht im Kochtopf gelandet w√§re. Sie l√§√üt mich keine einzige lesen, und sie antwortet auch nicht; denn sie ist wieder einmal neidisch auf meine Beliebtheit bei Mensch und Tier. Mich l√§√üt sie deshalb immer nur ganz kurz an den Dell, und so kann ich Euch au√üer ein paar Weisheiten kein Lebenszeichen von mir geben. Man k√∂nnte meinen, die h√§tte meine Herrin mir nur untergeschoben, um zu vertuschen, da√ü ich gemeuchelt bin.

Herrin, bl√∂ke ich, was kann ich daf√ľr, da√ü du Menschen als deine Freunde bezeichnest, die dich beleidigen, dir mi√ütrauen und dich verschei√üern? Das macht mit mir nicht Esel, Hahn noch Depp. Du bist es, die Anla√ü gibt, dich vorzuf√ľhren, du zeigst, da√ü mensch das mit dir machen kann. Jetzt l√§√üest du es an mir aus! Darauf antwortet sie mit sanfter Stimme, mindestens drei Minuten hat sie eine halbe Tr√§ne der R√ľhrung im linken Auge, und ich darf eine weitere Weisheit von mir geben, bl√∂k!

Wenn schon keine Gr√ľnderzeit, dann wenigstens wieder mal ¬īne Fresswelle.

Da paradiesische Zust√§nde nicht lange andauern, erst recht nicht, wenn schaf statt M√∂hren und Heu einen Apfel gereicht bekommt, ist nun bereits wieder Schlu√ü mit der guten Laune meiner Herrin, und ich bin zur Vertreibung aus dem Garten Eden reif. Nun mu√ü ich meine Leistungen wieder bei ung√ľnstigen Bedingungen und mit nat√ľrlichem Grundfutter erbringen, ich, der graue geh√∂rnte Heidschnuckenbock. Ich bin marsch- und denkf√§hig und verwerte mein wenig gehaltvolles Futter, das meine Herrin achtlos √ľber den verzinkten Drahtgitterzaun kippt, so gut ich kann.

Der √Ąrger mit meiner Herrin f√§ngt so richtig an, als sie mir verbietet, den neuen Hoffnungstr√§ger der SPD Porky zu nennen. Dabei meine ich das nur gut; er ist einer von uns. Porky will f√ľr uns alle sorgen, das bringt ihn richtig ins Schwitzen, seine kurzen Borsten stehen ihm vom Gesicht ab und gl√§nzen mit. Traditionssozi f√ľrs Gem√ľt aber nennt meine Herrin den geliebten Porky ohne jeden Skrupel. Es ist wie immer: quod licet Jovi, non licet ovi!

Es w√§re besser, Schaf, du n√§hmest deine Klauen von Angelegenheiten der deutschen Politik, warnt sie mich drohenden Blickes. Hast du denn bei deinen Streifz√ľgen durch den franz√∂sischen Bl√§tterwald keine Beispiele erfolgreicher franz√∂sischer Politik gefunden, die R√ľcknahme des CPE beispielsweise?

Ach, immer CPE, nörgele ich herum, die blöden demonstrierenden Mittelschichtkinder! Was, bitte, ist an ihren verfehlten Protesten erfolgreich? Sie demonstrieren gegen sich und ihre eigenen Interessen, vor allem aber gegen die Interessen der muslimischen Vorstadtkinder. Wirklich: "erfolgreiche Massenproteste"!

Ich bin √ľberzeugt, da√ü Jacques Chirac die CPE-Arie, die Regelung der Ersteinstellung von Jugendlichen bis 26 Jahre, mit Hilfe seiner Hofschranze Dominique Galouzeau de Villepin inszeniert und wochenlang am Kochen h√§lt, damit die UMP, seine eigene Partei, so verliert an Sympathie, da√ü im April 2007 S√©gol√®ne Royal oder ein anderer Kandidat des PS im zweiten Durchgang gegen Nicolas Sarkozy gewinnt. Anders ist die st√∂rrische Beharrlichkeit des Premierministers nicht zu erkl√§ren, der doch nach der Verfassung der V. Republik nur auszuf√ľhren hat, was der Pr√§sident anordnet: Je d√©cide et il ex√©cute !

Es geht um die gegen die langfristigen Interessen Frankreichs und Europas gerichtete aber dem Pr√§sidenten und der Chiraquie, allen voran der EADS, eintr√§gliche Arabienpolitik. F√ľr ihre Forsetzung hat Jacques Chirac nur dann eine winzige Chance, wenn sein gr√∂√üter Widersacher, "le petit Nicolas", nicht sein Nachfolger wird, bl√∂ke ich halblaut vor mich hin.

Meine Herrin ist ganz Ohr: Dann kann er vielleicht gemeinsam mit dem Schusterchen in Spanien und seinem alten Kumpel, dem "Professore", noch etwas retten. Hat der nicht mit dem italo-pal√§stinensischen Il Manifesto-Journalisten Ali Hassan Rashid, von der Rifondazione comunista, im Parlament einen Regierungsvertreter der PLO? Der wird den Kontakt zur Hamas auch f√ľr Frankreich aufrecht erhalten.

Meine Herrin mag recht haben. Schon jetzt wei√ü Ali Hassan Rashid zu berichten, da√ü die Hamas gar nicht anders k√∂nne, als "einen Schritt vorw√§rts" zu tun und mit Israel zu verhandeln. So sieht´s auch Romano Prodi und telefoniert, da ist er noch nicht als Ministerpr√§sident eingesetzt, mit dem pal√§stinensischen Regierungschef Ismail Haniyeh. Seine linken politischen Freunde sind begeistert. Begeistert ist auch Jacques Chirac, der sofort nachzieht und fordert, die Geh√§lter der 140 000 Angestellten der Pal√§stinensischen Autonomie zu bezahlen, an die gegeneinander (au√üer, wenn´s um Israel geht) arbeitenden Sicherheitsdienste und die zus√§tzlichen Hamas-Angestellten, denen der inzwischen zum Au√üenminister der PA aufgestiegene Mahmoud Zahar ein gutes Auskommen versprochen hat.

Herrin, bl√∂ke ich beeindruckt, die Pal√§stinenser sind ca. 4 Millionen in Gaza und der "West Bank", das bedeutet, da√ü auf 200 Einwohner 7 √∂ffentlich Bedienstete kommen, darunter reichlich Sicherheitsdienste. In Deutschland m√ľ√üte es bei gleichen Verh√§ltnissen 5,6 Millionen √∂ffentliche Bedienstete geben.

Da verengen sich die Augen meiner Herrin zu kleinen funkelnden Schlitzen, und sie preßt hervor: Diese palästinensischen Zustände haben wir beinahe erreicht. Wir haben einschließlich der 246 380 Soldaten und zivilen Bundeswehrmitarbeiter 4,8 Millionen , darunter 1,66 Millionen Beamte und Richter. 46 Prozent der öffentlich Bediensteten sind in unteren und mittleren Rängen: "We kehr for you!"

Jetzt weiß ich, warum wir uns mit den Palästinensern so gut verstehen, blök!

Die Euro-arabische Achse "Eurabia" kann vielleicht aufrecht erhalten werden, Frankreich, Italien und Spanien sind schon ´ne sichere Bank, nur Deutschland wackelt noch, aber das kriegt Romano Prodi auch noch hin. Die Bundeskanzlerin freut sich schon auf die Zusammenarbeit!

Blök!
Euer Schaf
Politbarometer

29. April 2006

Weidegr√ľnde, in denen ich das ausgerupft habe:

"L´apertura ad Hamas ? E´ un pericolo mortale - L´onorevole Rashid: ´L´elezione di Romano Prodi una svolta per l´Islam´ ". Emanuele Fontana - Luca Telese. Il Giornale, 14 aprile 2006
http://www.informazionecorretta.com/main.php?mediaId=9&sez=1 20&id=16035

Prodi sprach mit Haniyeh. APA/dpa, derStandard.at, 21. April 2006
http://derstandard.at/?url=/?id=2418991

Prodis heißer Draht zur Hamas. Martin-Hagen.de, 27. April 2006
http://martin-hagen.blogspot.com/2006/04/prodis-heier-draht- zur-hamas.html

Chirac calls for fund to pay PA salaries. AP, Jerusalem Post, 28 April 2006
http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1145961243956&pag ename=JPost%2FJPArticle%2FPrinter

Zahhar: Hamas victory big blow to USA, Israel. Hamas Daily News, January 26, 2006
http://www.palestine-info.co.uk/am/publish/article_16620.sht ml

Berlin weint Berlusconi keine Träne nach. Von Björn Hengst und Severin Weiland. SpiegelOnline, 12. April 2006
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,411119,00.h tml

Stichwort öffentlicher Dienst: Wichtigster Arbeitgeber in Deutschland. ZDF heute.de, 6. Januar 2003
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/10/0,3672,2023178,00.htm l

Streitkräfte. Stärke der Bundeswehr. Autor: Frank Bötel. Stand: 6. April 2006
http://www.bundeswehr.de/

BSR: We kehr for you
http://www.bsr-online.de/%20bsr/html/2763.htm


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