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Was das Schaf zu blöken hat...√∂ken hat...

Airbus: Vom Clearstream zum Dreamliner

Liebe Freunde!

Ich wei√ü, ich wei√ü! Ihr habt schon wieder Angst um mich, weil ich au√üer hin&wieder ´ne Weisheit nichts bl√∂ke. Meine Herrin stopft mir das Maul mit frischen M√∂hren und duftendem Heu. W√§hrend ich in meinem Pferch mit Fressen besch√§ftigt bin, geht sie heimlich an meine Seite und setzt Weisheiten ein, die sie selbst gefunden hat, und von denen sie annimmt, da√ü ich sie niemals ver√∂ffentlichen w√ľrde, weil sie nichts als traurig stimmen: Moshe Sharon, Daniel Pipes. Das ist nicht von mir, das ist nicht weise, solches den Lesern zuzumuten; die glauben das alles doch eh nicht, und dann soll ich es gewesen sein - ein Schaf eben!

Ich befrage lieber den Ferni: Tanzen ist Träumen mit den Beinen! Das ist weise. Na, sagt meine Herrin bissig, solange du nicht mit dem Schwanz träumst, du Heidschnuckenbock! Gemein!

Dann komme ich ob ihrer Gro√üz√ľgigkeit aus dem Staunen nicht heraus: Hier, du kannst dich ein wenig bilden, ich habe die Aktualit√§tenseite und den Wirtschaftsteil des "Ind√©pendant" aus dem Caf√© mitgebracht; die wollte sowieso keiner lesen, weil Frankreich bescheinigt wird, da√ü es im Land z√ľgig weiter bergab geht mit Politik und Wirtschaft, meint sie streng und wirft das Papier in meinen Pferch: Lies!

Der kriminelle Maisausrei√üer Jos√© Bov√© wird Pr√§sident Frankreichs, bl√∂ke ich fasziniert. Da kriegt meine Herrin einen Anfall: Schaf, das haben die Journalisten als Realsatire oben auf die Seite gesetzt, damit die Peinlichkeit der franz√∂sischen Politik vollends offensichtlich wird. "Bov√© candidat"! Diese Geschmacklosigkeit ist nicht zu unterbieten. Die Kandidatur klinge wie eine Drohung an die Linke, lese ich, und erinnere mich an den April des Jahres 2002, als meine Herrin, soeben in Perpignan angekommen, mit mir √ľber die nordkatalanischen D√∂rfer f√§hrt und die Kandidaten der ersten Runde zur Pr√§sidentschaftswahl z√§hlt. Schaf br√§uchte dazu fast einen Taschenrechner, so viele sind es: 16 (sechzehn!). Meine Herrin kann sie aber auch so zusammenz√§hlen, die H√§lfte davon sind Kandidaten der Linken. In einem Dorf haben sie sechzehn Tafeln mit Fotos der Kandidaten aufgestellt. Ein Breitwand-Foto davon hat meine Herrin ihren Freunden nach Deutschland geschickt. Selten so gelacht! (1)

Wenn Ihr √ľber Jos√© Bov√© und seine faucheurs volontaires, die freiwilligen Schnitter, lesen wollt, schaut in mein Archiv, da findet Ihr reichlich dar√ľber, auch √ľber die franz√∂sische Justiz, und wie die solche Angriffe auf das Eigentum der Saatguthersteller behandelt. Es fallen Euch die Augen aus dem Kopf! Die faucheurs volontaires haben sogar eine eigene Web Site, auf der sie sich ganz legal ihrer Taten r√ľhmen. Das l√§uft unter dem Motto Construire un monde solidaire, eine solidarische Welt bauen. Was daran solidarisch sein soll, den Menschen in armen L√§ndern preisg√ľnstiges genver√§ndertes Getreide vorzuenthalten, das bleibt ihr kleines gr√ľnes Bio-Geheimnis. Was daran solidarisch sein soll, die franz√∂sische Forschung zu zerst√∂ren, das ist ebenfalls unklar. (2)

Aber ich schweife ab. Die franz√∂sische Wissenschaft und Industrie m√ľssen damit leben, da√ü ihre Forscher ´ne Green Card beantragen und ihre Genforschungen in den USA weiterf√ľhren, und jetzt wird ihnen der desolate Stand der Luft- und Raumfahrt bei EADS zus√§tzlichen Brain Drain bringen.

Alles f√§ngt so vielversprechend an. Am 27. April 2005 sind die Medien live dabei, als EADS der Welt und vor allem der Konkurrenz Boeing den Airbus A380, das Wunder der Luftfahrttechnik, pr√§sentiert. Die Entwicklung des Riesenflugzeugs wird sogar als Argument f√ľr ein "Ja" zur europ√§ischen Verfassung, am 29. Mai 2005, hochgejubelt. Die franz√∂sische Regierung macht ihrer Bev√∂lkerung weis, da√ü der Airbus A380 dank der Europ√§ischen Verfassung m√∂glich ist, w√§hrend die kommunistische Humanit√© den Flieger sprechen l√§√üt: A380 stimmt mit "Nein". (3)

Nach der Luftschau bestellen die Fluggesellschaften der Welt 150 Exemplare des Airbus A380. Singapore Airlines, Die Emirates Airlines und die australische Qantas sind die ersten Kunden, Singapore Airlines soll das erste Exemplar im M√§rz 2006 geliefert bekommen. Dieser Termin kann nicht eingehalten werden, sondern er wird aufs Jahresende verschoben. Am 15. Februar 2006 verliert das Flugzeug bei einer Serie statischer Tests einen Fl√ľgel. Dar√ľber berichten die franz√∂sischen Medien nichts: personne n´en parle, niemand spricht dar√ľber. Im Gegenteil, in den Korridoren von Airbus werden Witze √ľber den Konkurrenten Boeing und seine schwachen Leistungen gerissen, wie meiner Herrin bekannt wird. Googelt auf den franz√∂sischen Seiten A380 perd aile, und Ihr findet au√üer zwei oder drei medienkritischen Sites, darunter Media-Ratings, niemanden, der den Verlust des Fl√ľgels bemerkenswert findet. Media-Ratings berichtet in franz√∂sisch und englisch, so da√ü auch Nicht-Fr√∂sche verstehen, worum es geht. Quak und bl√∂k! (4)

"Media-Ratings" kennen die Leser meines Artikels "Sommer in Frankreich" bereits aus der Berichterstattung √ľber den Zuschlag der Olympischen Spiele 2012 an London, wirft meine Herrin ein. Sie sind es, die bei den Londoner Buchmachern nachfragen und deshalb lange wissen, da√ü Paris f√ľr JO 2012 keine Chance hat. (5)

Herrin, bl√∂ke ich daraufhin frech, neulich habe ich dir die Anekdote von der Klofrau erz√§hlt, und du warst gar nicht angetan davon. Ich wiederhole sie; denn sie pa√üt immer noch: "Bei EADS sitzen die Ingenieure bei offener T√ľr in ihrem Atelier und debattieren heftig; bei statischen Tests ist vom neuen Airbus 380 ein Fl√ľgel abgefallen. Da kommt die Klofrau den Gang entlang und h√∂rt die Klage der Verzweifelten. Sie tritt ins Atelier und r√§t: Das ist doch ganz einfach, Sie m√ľssen die Ansatzstelle perforieren! - ??? - Ja, das Klopapier rei√üt auch nie an der Perforation!"

Das Lachen kann dem Schaf vergehen, da es wei√ü, da√ü bei EADS noch so einiges los ist. Woher wei√üt du´s denn? fragt meine Herrin spitz, wenn nicht aus meinem Artikel √ľber Clearstream? Da mu√ü ich ihr recht geben. Bei EADS wirkt bis vor kurzem, als er schm√§hlich entlassen wird, Jean-Louis Gergorin, der ber√ľchtigte Clearstream-Louis, der seine und die des Jacques Chirac politischen und gesch√§ftlichen Gegner mit gef√§lschten Listen ausschalten will, aus denen hervorgehen soll, da√ü diese Gegner beim Finanzinstitut Clearstream Konten mit Schmiergeldern unterhalten. Der Louis ist seit dem Jahr 2000 gesch√§ftsf√ľhrender Vizepr√§sident f√ľr strategische Koordination und Mitglied des Exekutivrates des Konzerns EADS, in dem die Familie Lagard√®re √ľber ihre Aktiengesellschaft D√©sirade Gro√üaktion√§r ist. Sie und die staatliche franz√∂sische Gesellschaft Soci√©t√© de Gestion de Participations A√©ronautiques (SOGEPA), besitzen zu gleichen Teilen insgesamt 30,19 Prozent der Aktien von EADS, Europas gr√∂√ütem und weltweit zweitgr√∂√ütem Aeronautik-Konzern. Noch im April 2006 erkl√§rt Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton, da√ü sich der Staat nicht von seinem Besitz an EADS trennen werde. (6)

Das schreibt meine Herrin Anfang Mai 2006, da ist es noch nicht bis zu ihr vorgedrungen, da√ü Arnaud Lagard√®re einen Anteil von 7,5 Prozent verkauft hat, also die H√§lfte seines Aktienpaketes. Das tut er im April 2006, und er wei√ü angeblich nichts von einem kommenden Kurssturz. Auch Daimler-Chrysler reduziert seinen Anteil an EADS. Insidergesch√§fte wird man sp√§ter nur dem Co-Vorstandschef No√ęl Forgeard und einigen Managern vorwerfen, die im M√§rz (!) 2006 ihre Stock-Options, ihre Aktienoptionen f√ľr F√ľhrungskr√§fte, verscherbeln: Vehement trat Lagard√®re der Vermutung entgegen, in der Erwartung des Kurssturzes im April die H√§lfte seiner 15 Prozent EADS-Anteile verkauft zu haben, schreibt die Financial Times Deutschland, am 15. Juni 2006. Jetzt erkl√§rt sich auch die √Ąu√üerung des Finanzministers.

Der UMP-Abgeordnete der Nationalversammlung Jacques Myard bezichtigt Arnaud Lagardère und Manfred Bischoff, die beiden Vorsitzenden des Aufsichtsrates von EADS, der Insidergeschäfte, und fordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuß. Wie solche Ansinnen bei Desinteresse der Regierung enden, haben meine Herrin und ich im Falle des UMP-Abgeordneten Didier Julia gesehen. (7)

Die Aktien des Thierry Breton will sowieso keiner mehr haben, erwidert meine Herrin darauf kalt, es ist das Geld der franz√∂sischen Steuerzahler, sie erleiden Verluste in Millionenh√∂he. Wieso besitzt ein Staat Aktien eines Industrieunternehmens, das Auftr√§ge des Verteidigungsministeriums erh√§lt? Es ist ein einziger Sumpf. Erinnert Ihr Euch, wie die franz√∂sischen Journalisten und Politiker sich √ľber die Verh√§ltnisse in den USA aufregen, √ľber Bechtel, Halliburton, Lockheed, Enron?

Die Deutsche Bank hat von "Kauf" auf "Hold" runtergeschaltet, aber ich w√§re f√ľr "Sell", was noch nicht hei√üt, da√ü einer √ľberhaupt das Papier will, bl√∂ke ich; denn ich lese inzwischen nicht nur im Ind√©pendant, sondern auch in anderen franz√∂sischen und deutschen Medien, beispielsweise im Handelsblatt, das gespickt ist mit Artikeln √ľber den Niedergang von EADS. Schaut nur auf die Startseite des Blattes. Heute, am 5. Oktober 2007, m√ľ√ütet Ihr allerdings EADS Insidergesch√§fte in die Suchfunktion eingeben. Es lohnt sich. (8)

Von den Entwicklungen bei EADS ist nicht nur Frankreich betroffen, sondern auch die deutsche Daimler-Chrysler-Gruppe, die britische R√ľstungsfirma BAE Systems, und das spanische Staatsunternehmen SEPI, die Anteile an EADS besitzen. Sowohl die Familie Lagard√®re als auch Daimler-Chrysler haben ihr Engagement bei EADS verringert, was kein Vertrauen erweckt an der B√∂rse. Ko-Aufsichtsratsvorsitzender von EADS ist der Deutsche Manfred Bischoff, der demn√§chst Pr√§sident von Daimler-Chrysler werden soll. Die Gr√ľnde f√ľr den R√ľckzieher teilt Arnaud Lagard√®re nicht mit, er habe seine Entscheidung bereits 2005 getroffen, berichtet er der Le Monde. Da ist der Fl√ľgel noch dran, und auch die anderen Schwierigkeiten sind ihm angeblich nicht bekannt zu der Zeit. Die Ausma√üe der Baisse h√§tten ihn √ľberrascht. Im Konzern kennt sich anscheinend niemand aus, von den Aufsichtsratsvorsitzenden Arnaud Lagard√®re und Manfred Bischoff √ľber die Vorstandschefs und die Abteilungsdirektoren bis zur Putzfrau, die ich aber nicht beleidigen will, vielleicht liest sie ja Media-Ratings, wei√ü schon lange mehr, h√§lt aber keine Stock-Options, die sie verkaufen k√∂nnte, die arme Frau.

W√§hrend der Artikel dazu in Le Monde am Erscheinungstag √ľberschrieben ist M. Lagard√®re : "Pas question de faire payer un lampiste" chez Airbus, Herr Lagard√®re: Es ist keine Frage, den Kleinen Mann bei Airbus zahlen zu lassen, hei√üt er im Archiv M. Lagard√®re : "Si nous avions √©t√© malhonn√™tes, ce n´est pas 7,5 % du capital que nous aurions vendu, mais la totalit√©", Herr Lagard√®re: wenn wir unehrlich gewesen w√§ren, w√§ren es nicht 7,5 Prozent des Kapitals gewesen, das wir verkauft h√§tten, sondern alles. Da ist Schlu√ü mit dem lampiste, den Arnaud Lagard√®re nicht sch√§digen m√∂chte. (9)

Der Totalausverkauf allerdings hätte die Börsenaufsicht sofort auf den Plan gerufen, wie die Medien zu der Zeit berichten. Da hätte auch Jacques Chirac nicht helfen können.

Die BAE Systems will ihren Anteil von 20 Prozent am Airbus ebenfalls und zwar umgehend verkaufen und beschleunigt ihren Ausstieg, schreibt das Handelsblatt. Die Briten, nicht gerade bekannt als Busenfreunde der Franzosen, hat man wohl nicht rechtzeitig informiert, so daß sie auf ihrem Aktienpaket sitzenbleiben. Ich kann sie sehr wohl verstehen, daß sie es eilig haben; denn der Schaden wird noch größer: Die Aktienwerte von EADS-Großaktionär Daimler-Chrysler sanken ebenso wie die des Airbus-Zulieferers und Triebwerkherstellers MTU Aero Engines. (10)

Der Airbus A380 ist nicht das einzige Sorgenkind, Schwierigkeiten entstehen auch beim Airbus A350, der Konkurrent des Dreamliner von Boeing werden soll. Die Konstruktionspl√§ne m√ľssen ver√§ndert werden, sie gen√ľgen dem Bedarf der Fluggesellschaften nicht. Singapore Airlines bestellt nun schon den Dreamliner, die japanische All Nippon sowieso. Der Airbus A340 ist ebenfalls in der Kritik; er verbraucht zuviel Sprit, was die Kunden dazu bringt, auf Boeing umzusteigen. 400 Bestellungen gibt es schon, und der Jungfernflug findet im Fr√ľhjahr 2007 statt. (11)

EADS chute de plus de 26%, die EADS-Aktien fallen um mehr als 26 Prozent, schreibt der Ind√©pendant, EADS erleide eine der schlimmsten Baissen, die eine Gesellschaft des CAC 40, des "franz√∂sischen Dax", je erlitten hat: -26,32% auf 18,73 Euro. Gewinnverluste von j√§hrlich mehr als 500 Millionen Euro gegen√ľber dem Plan f√ľr 2007 bis 2010 werden erwartet, eine gepfefferte Rechnung. EADS: Sechs Milliarden Euro verflogen in einigen Stunden. (12)

Das ist am 14. Juni 2006. Als wenn es noch nicht genug w√§re mit Lieferverzug, schweren Vorw√ľrfen der Aktion√§re und der Gesellschaft Emirates Airlines, die mit fliegenden Fahnen zu Boeing √ľberlaufen will, macht auch der Co-Vorstandschef von EADS No√ęl Forgeard von sich reden. Ihm werden Insider-Gesch√§fte vorgeworfen. Er und einige andere leitende Angestellte von EADS h√§tten, berichtet die Autorit√© des march√©s financiers (AMF), die Kontrollbeh√∂rde der Finanzm√§rkte, im M√§rz 2006, bevor die schlechten Nachrichten bekannt sind, eine gro√üe Anzahl ihrer Stock-Options verkauft, No√ęl Forgeard in H√∂he von 2,5 Millionen Euro. Seine drei Kinder h√§tten jedes 1,4 Millionen Euro eingesteckt. Auch die Direktoren der EADS-Abteilungen Raumfahrt, Personal, Marketing und Sicherheit h√§tten Stock-Options verkauft. Die F√§lle werden nun untersucht, und der Sprecher der EADS behauptet, No√ęl Forgeard habe zur Zeit, als er die Aktien verkaufte, keinerlei Informationen √ľber die Verz√∂gerung des Baus von A380 gehabt, der Zufall geht oft seltsame Wege. Auch Arnaud Lagard√®re wei√ü angeblich nichts √ľber die Zust√§nde in seinem Konzern und verkauft die H√§lfte seines Aktienanteils unabh√§ngig davon. (13)

Das mu√ü schaf sich einmal vorstellen, bl√∂ke ich, im M√§rz 2006 ist zum Co-Vorstandschef der EADS nicht vorgedrungen, da√ü am 15. Februar 2006 dem Flugzeug ein Fl√ľgel abf√§llt, oder ist ihm die Bedeutung dieses Unfalls f√ľr die Auslieferung des Airbus A380 nicht klar? Es hei√üt Lieferverzug von mindestens einem halben Jahr. Nun ist sein Vorstandssessel in Gefahr. Auch f√ľr Arnaud Lagard√®re, Manfred Bischoff und viele andere Manager kommt der Kurseinbruch aus heiterem Himmel. Ich bin ger√ľhrt!

Hast du nun genug gebl√∂kt? fragt mich meine Herrin. Wenn ja, dann schlag´ doch vor, was zu tun ist! - Na, ganz einfach: Die European Aeronautic Defence and Space Company schlie√üt ihr Airbus-Atelier, und wir alle fliegen nur noch mit dem Dreamliner. Boeing! Boeing!

Blök!
Euer Schaf
Börsenspekulant

16. Juni 2006

Liebe mit EADS-Aktien geschlagene Freunde!

Bis heute schreibt die franz√∂sische Presse nichts √ľber die Panne des am 15. Februar 2006 vom A380 abgerissenen Fl√ľgels. Das aber ist das sonnenklare Anzeichen f√ľr eine mindestens halbj√§hrige Verschiebung der Lieferung, woraus die weiteren Probleme bis hin zum Kurssturz notwendig folgen. Von den Entwicklungsproblemen des A350 und dem im Benzinverbrauch zu teuren A340 ist dabei noch gar nicht die Rede.

Jedermann wu√üte, da√ü der Zeitplan f√ľr die Lieferung des A380 nicht eingehalten werden konnte, sagen die Mitarbeiter von Airbus der Lib√©ration. (14)

Dieses Insiderwissens wegen sollen No√ęl Forgeard, seine drei Kinder und f√ľnf Direktoren von EADS drei Wochen sp√§ter ihre Stock-Options verkauft haben. Es sieht f√ľr die Finanzwelt so aus, da√ü Arnaud Lagard√®re eine Schamfrist bis April 2006 verstreichen l√§√üt. Er kann allerdings nur die H√§lfte seiner Anteile verkaufen, sonst w√ľrde die AMF sofort aus ihren Tr√§umen gerissen. (15)

Heute steht im Figaro, da√ü bereits Ende 2005 der ehemalige deutsche Co-Vorstandsvorsitzende Rainer Hertrich ein Projekt "au co√Ľt alarmant", von alarmierenden Kosten, kritisiert. Es geht dabei um den A380, das Lieblingsprojekt des No√ęl Forgeard. In EADS finden √ľber die Strategie st√§ndig Auseinandersetzungen zwischen den Franzosen und den Deutschen von Daimler-Chrysler statt, die bislang 30 Prozent hielten, aber mit Arnaud Lagard√®re zeitgleich ebenfalls 7,5 Prozent ihrer Anteile verkaufen. Wenn Ihr wi√üt, liebe Kleinaktion√§re, da√ü No√ęl Forgeard ein Intimfreund von Jacques Chirac ist, der bis heute in Treue fest zu ihm steht, dann ahnt Ihr, wie die Mi√üwirtschaft zu erkl√§ren ist. EADS ist ein Nest der Korruption, sonst w√§ren auch solche kriminellen Handlungen wie die des Jean-Louis Gergorin nicht m√∂glich.

No√ęl Forgeard, dessen Wunsch es immer gewesen ist, die Alleinherrschaft an der Spitze von EADS anzutreten, schiebt jetzt alle Probleme auf die Deutschen, vor allem auf die Produktion in Hamburg. Angriff meint er, ist die beste Verteidigung: die Deutschen sind schuld. Diese, in Gestalt des deutschen Co-Vorstandsvorsitzenden Thomas Enders und s√§mtlicher deutscher Manager in EADS, schweigen dazu noch h√∂flich. Da kommt noch reichlich auf uns zu; denn das Verhalten des No√ęl Forgeard ist zur L√∂sung der Probleme des Konzerns wenig hilfreich. Gegenw√§rtig erweckt der Konzern den Eindruck, da√ü er so versumpft ist wie die gesamte Chiraquie. (16)

Blök!
Euer Schaf
deutscher Heidschnuckenbock

17. Juni 2006 - erweitert und mit aktualisierten Links versehen, am 5. Oktober 2007

Von diesem Rollfeld habe ich die Flugzeugteile aufgelesen:

(1) √Člection pr√©sidentielle fran√ßaise de 2002
http://tinyurl.com/3386fh

(2) Faucheurs volontaires d´OGM
http://www.monde-solidaire.org/spip/rubrique.php3?id_rubriqu e=131

(3) L´A380 vote "non". Par Jean Navals, technicien d´Airbus √† la retraite. Humanit√©, 27 avril 2005
http://www.humanite.fr/popup_print.php3?id_article=633229

(4) L´A380 perd une aile en silence. Media-Ratings, 23 f√©vrier 2006
http://www.m-r.fr/actualite.php?id=1287

Airbus A380 prototype ruptures wing, February 27, 2006
http://m-r.fr/actualite.php?id=1295

A380 : rupture sur une aile pendant un test statique. Futura-Sciences,
17 février 2006
http://www.futura-sciences.com/sinformer/b/news479b_xml.php

(5) JO 2012 : Paris 2012 devance-t-il vraiment Londres 2012 ?,
Media-Ratings, 5 juillet 2005
http://www.m-r.fr/actualite.php?id=1126

Sommer in Frankreich. 12. Juli 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-07-12_03-52-17.html

(6) Clearstream: der klare Strom sp√ľlt Jacques Chirac und Dominique de Villepin hinweg. 3. Mai 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-05-03_01-23-58.html

(7) EADS untersucht Produktionspanne. Financial Times Deutschland, 15. Juni 2006
(zug√§nglich f√ľr Abonnenten der FTD)
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/84701.html

EADS. News Explorer, 16 juin 2006
http://tinyurl.com/yra3ea

EADS : top secret mensonges ? Lait d´Beu, archive de juin, 2006
http://kamizole.blog.lemonde.fr/2006/06/

Jacques Myard. Député de la 5ème conscription des Yvelines
http://www.jacques-myard.org/

(8) Aktuelle Nachrichten aus Wirtschaft, Politik, Unternehmen
http://www.handelsblatt.com

(9) M. Lagard√®re : "Si nous avions √©t√© malhonn√™tes, ce n´est pas 7,5 % du capital que nous aurions vendu, mais la totalit√©", / M. Lagard√®re : "Pas question de faire payer un lampiste" chez Airbus. Propos recueillis par Dominique Gallois, Le Monde, 15 juin 2006
http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0,36-783922,0.html

(10) EADS wird Anlegern zu heiß. HANDELSBLATT, Mittwoch, 14. Juni 2006
http://tinyurl.com/28j84o

BAe bestätigt Bewertung ihres Airbus-Anteils durch Rothschild. Dow Jones Newswires, FAZ.net, June 19, 2006 (nicht mehr online)
http://www.faz.net/d/invest/meldung.aspx?id=28024169

(11) Boeing Dreamliner. Boeing Commercial Airplanes. 787 Home
http://www.boeing.com/commercial/787family/

(12) L´Ind√©pendant, 15 juin 2006, page 13-14

(13) Rien ne va plus chez EADS. Par Valérie Gas, RFI, 15 juin 2006
http://www.rfi.fr/actufr/articles/078/article_44430.asp

Großkunde stellt Airbus miserables Zeugnis aus, HANDELSBLATT, Mittwoch, 11. Juni 2006
http://tinyurl.com/2hhx2r

Schwarze Wolken am Himmel von Airbus. vau, Amsterdam, Neue Z√ľrcher Zeitung, 15. Juni 2006
http://www.nzz.ch/2006/06/15/wi/articleE7MBD.html

(14) "Tout le monde savait qu´on ne tiendrait pas les d√©lais". Par Gilbert Laval, Lib√©ration, 17 juin 2006 (nicht mehr online)
http://www.liberation.fr/

(15) EADS Executive Calls His Sale of Shares Coincidental. By Nicola Clark, The New York Times, June 17, 2006
http://tinyurl.com/2pakeq

(16) EADS vit au rythme des tensions franco-allemandes. Par Christine Ducros, Le Figaro, 16 juin 2006
http://tinyurl.com/2levsy

L´affaire EADS peut-elle mettre √† mal le couple industriel franco-allemand ? Par Yves de Kerdrel, Le Figaro, 17 juin 2006
http://tinyurl.com/2sxw8r


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