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Was das Schaf zu blöken hat...√∂ken hat...

Fall Murat Kurnaz. Wolfgang Bosbach antwortet ...

Liebe Freunde!

Ich habe versprochen, besonders witzige Emails zu veröffentlichen, die bei meiner Herrin und bei mir ankommen. Nun sollte schaf aber im Falle, daß es sich um eine Antwort-Email handelt, fairerweise den Vorgang insgesamt darstellen.

Meine Herrin schreibt dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfang Bosbach am 26. Januar 2007, weil sie ihn ernstester Miene in den ARD-Nachrichten f√ľr eine Untersuchung der eventuellen Verfehlungen des deutschen Au√üenministers Frank Walter Steinmeier in der Aff√§re Murat Kurnaz eintreten sieht. Der Au√üenminister hat zu der Zeit gerade im Interesse der EU-Pr√§sidentschaft Deutschlands alle H√§nde voll zu tun, in Br√ľssel. Zwei Tage vorher entnimmt sie einem Artikel von Rolf Kleine, in Bild.de, einige sehr konkret erscheinende Informationen des LKA Bremen √ľber den T√ľrken im Kampfanzug, mit dem leuchtenden Wort "Taliban" auf dem Handy: (1)

Tatsache ist, noch 2005 waren sich deutsche Ermittlungsbehörden sicher: Kurnaz ist brandgefährlich! In einem Vermerk des LKA Bremen vom Mai 2002 heißt es: Es "besteht Grund zu der Annahme, dass Kurnaz nach Pakistan gereist ist, um von dort aus an der Seite der Taliban in Afghanistan gegen die USA zu kämpfen."

F√ľr meine Herrin ist Murat Kurnaz kein Einzelfall; sie befa√üt sich seit geraumer Zeit mit diesen eifrigen Sch√ľlern des Koran und der Kalaschnikow, zum Beispiel mit dem tunesisch-st√§mmigen Franzosen Nizar Sassi, aus V√©nissieux, einem Vorort von Lyon, der Hochburg der fundamentalistischen Muslime, Sitz des salafistischen Verlages Tawhid des Predigers Tariq Ramadan, und des polygamen Imams Abdelkader Bouziane (2 Frauen, 16 Kinder, 10 davon minderj√§hrig). (2)

Meine Herrin hat √ľber die Zust√§nde in V√©nissieux geschrieben, und ich habe dazu gebl√∂kt. (3)

Der Autor Ian Hamel schreibt in der Schweizer Zeitung Le Matin √ľber Nizar Sassi. Ian Hamel ist ein Freund des Salafisten Tariq Ramadan, √ľber ihn und seine Familie hat er ein Buch geschrieben. Das Vorwort zu dem Buch ist vom Forscher des CNRS Vincent Geisser, ebenfalls ausgewiesener Fundamentalistenfreund, der mit Tariq Ramadan und Mouloud Aounit gern durch Frankreich tingelt, um die Leute von der "Islamophobie" zu heilen. (4)

Im Juni 2001 reisen Nizar Sassi und ein Freund mit falschen P√§ssen nach Afghanistan zu den Taliban. Im Januar oder Februar 2002 wird Nizar Sassi von den Amerikanern verhaftet und nach Guant√°namo √ľberstellt. 2 1/2 Jahre verbringt er in Gef√§ngnissen, in Afghanistan und Guant√°namo. Dort wird er, wie er sp√§ter berichtet, eines der Folteropfer der Amerikaner. Bei seiner R√ľckkehr nach Frankreich wird er zu 18 Monaten Gef√§ngnis verurteilt. Vier Jahre Knast nur aus "Liebe zu den Waffen". In Afghanistan k√∂nnte man lernen, mit der Kalaschnikow umzugehen, wie andere Karten spielen lernen, berichtet er Ian Hamel. Er habe gedacht, er h√§tte f√ľr einen Sommer ein bi√üchen Abenteuer, und siehe da, er w√§re ohne sein Zutun mitten in den Afghanistankrieg geraten. Dabei habe er vorher nicht einmal den Namen Al-Qaida geh√∂rt. Das beschw√∂rt Nizar Sassi, und Ian Hamel macht den Lesern weis, da√ü er es glaubt. In Frankreich erz√§hlt er erst nach geraumer Zeit, weil er zun√§chst Angst hat, f√ľr verr√ľckt erkl√§rt zu werden, die grausligen Geschichten √ľber seine Leiden durch Folter. Wikip√©dia, der Volksbrockhaus f√ľr Eilige im Internet, widmet ihm einen ganzen Absatz im Beitrag √ľber die Gefangenen von Guant√°namo. (5)

Das bringt meine von den Spr√ľchen des Wolfgang Bosbach ziemlich entt√§uschte Herrin dazu, ihm zu schreiben:

Sie, sehr geehrter Herr Bosbach, blasen eben zum R√ľcktritt des einzigen passablen SPD-Politikers in der Regierung, "wenn sich erweisen sollte, an der Sache ist was dran". Dann kann Murat Kurnaz endlich seinen Bart stutzen; denn er hat sicherlich geschworen, den solange unber√ľhrt zu lassen, bis der Islam in der Angelegenheit gesiegt hat.

√úber die Ausma√üe der L√ľgen von entschlossenen islamischen Fundamentalisten haben Sie schon geh√∂rt? Von Taqiyya beispielsweise?

K√∂nnen Sie vor lauter Taktieren eigentlich noch einen klaren, f√ľr unsere Gesellschaft n√ľtzlichen Gedanken fassen? Ich habe nicht den Eindruck.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen!
Dr. Gudrun Eussner

Es folgt seine Antwort, in der er auf nichts eingeht, was die Argumente meiner Herrin angeht, sondern im Gegenteil, er ernennt Murat Kurnaz zu einem einfachen B√ľrger der Bundesrepublik Deutschland, dem meine Herrin gerade seines Bartes wegen die Menschenrechte aberkennen will. Aber vielleicht liest er keine Bild, und vielleicht kennt er die Unsitten des Islam, der Taqiyya und des Bartes des Propheten nicht und h√§lt den f√ľr einen Modegag des jungen T√ľrken aus Bremen. Seine Mutter Rabiye Kurnaz sieht das mit dem Bart, am 5. Oktober 2001, bei einer Aussage vor der Staatsanwaltschaft Bremen allerdings in ganz anderen Zusammenh√§ngen, berichtet Rolf Kleine heute in Bild.de: (6)

"Mein Sohn ist wie wir islamischen Glaubens. Er ging von klein an in die Moschee in der Hemelinger Bahnhofstra√üe. Vor einem Jahr sagte er dann, was dort √ľber den Islam gesagt wird, sei ihm nicht genug. Er ging dann ... in die Abu-Bakr-Moschee. Dort verkehren meist Personen arabischer Herkunft. Er hat sich einen langen Vollbart wachsen lassen und seine Essgewohnheiten strengeren islamischen Regeln angepasst. Er hat mir gesagt, ich solle ein Kopftuch tragen. Ich solle auch beten, damit ich nicht in der H√∂lle brennen muss ..."

Leider kann ich Euch nicht mit der niedlichen Kerze dienen, die auf der Original-Email des Wolfgang Bosbach direkt √ľber seinem Namen strahlt. Wie die dahin kommt? Allah bilir!

Blök!
Euer Schaf
mißtrauisch gegen Unschuldslämmer und ihre Verteidiger
1. Februar 2007

Wolfgang Bosbach

Rechtsanwalt
Mitglied des Deutschen Bundestages
Stellvertretender Vorsitzender der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Berlin, 31. Januar 2007

Frau
Dr. Gudrun Eussner

per Email

Fall Murat Kurnaz
Sehr geehrte Frau Dr. Eussner,

in vorbezeichneter Angelegenheit danke ich Ihnen herzlich f√ľr Ihr liebensw√ľrdiges Schreiben vom 26. Januar 2007.

Soweit es in Ihrem Schreiben w√∂rtlich hei√üt: "Sie ‚Ķ blasen eben zum R√ľcktritt des einzigen passablen SPD-Politikers in der Regierung", sei der Hinweis erlaubt, dass diese Feststellung, zur√ľckhaltend formuliert, schlicht falsch ist ‚Äď es sei denn, dass Sie selber davon ausgehen, dass die gegen Herrn Steinmeier erhobenen Vorw√ľrfe sachlich zutreffend sind. Sollten diese Vorw√ľrfe, die nicht von mir erhoben werden, zutreffend sein, so w√§re ich Ihnen allerdings dankbar, wenn Sie mir einmal n√§her erl√§utern k√∂nnten, wieso dies ohne jede Konsequenz bleiben sollte. Anders gefragt: Wieso muss jeder einfache B√ľrger bei Rechtsverst√∂√üen mit staatlichen Konsequenzen rechnen, wenn dies f√ľr f√ľhrende Repr√§sentanten des Staates nicht gilt?

Im √úbrigen sei der Hinweis erlaubt, dass Menschenrechte unteilbar sind, sie gelten sogar f√ľr Menschen mit √ľberlangen B√§rten. Sollten Sie diesbez√ľglich einer anderen Auffassung sein, so w√§re ich Ihnen f√ľr eine Begr√ľndung wirklich dankbar.

Mit besten Gr√ľ√üen und allen guten W√ľnschen
Ihr

Wolfgang Bosbach MdB

(1) "Bremer Taliban". Wie gefährlich ist er wirklich? Von Rolf Kleine, Bild.de,
24. Januar 2007
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/01/24/kurnaz-murat -ausschuss/taliban-kurnaz-steinmeier.html

(2) Interview : Nizar Sassi s´exprime √† propos de sa d√©tention √† Guantanamo. Par Ian Hamel, Le Matin Online, 18 juin 2006. Int√©r√™t-g√©n√©ral.Info
http://www.interet-general.info/article.php3?id_article=7218

(3) Das Schaf bl√∂kt Neuigkeiten √ľber Abdelkader Bouziane. 24. April 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-09-18_23-03-18.html

La Marseillaise und mögliche Umfragen der Zeitung "Midi Libre".
20. November 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-11-20_01-02-40.html

(4) Le MRAP assure la d√©fense de l´islam. Ath√©isme, mars 2006
http://www.atheisme.org/mrap-islam.html

(5) Prisonniers de Guantánamo. Wikipédia
http://fr.wikipedia.org/wiki/Prisonniers_de_Guantanamo

(6) Wie der T√ľrke Kurnaz zum radikalen Moslem wurde. Von Rolf Kleine, Bild.de,
1. Februar 2007
http://www.bild.t-online.de/BTO/news/2007/02/01/kurnaz-musli me/polizei-akte.html

So bel√ľgt uns Familie Kurnaz. gw, OutcutTV, 2. Februar 2007
http://www.outcut.tv/2007/02/so_belugt_uns_familie_kurnaz.ph p


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