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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Nicolas Sarkozy und der neue Außenminister

Liebe Freunde!

Es wird wieder Zeit fĂŒr einen Kehraus, meine Herrin hat meinen Pferch derartig zugemĂŒllt, daß ich kaum noch mit meiner Klaue treten kann. Ich weiß gar nicht, was ich zuerst blöken soll. Fange ich also mit der letzten Ladung MĂŒll an. Der beginnt mit einem Aufschrei, bei dem ich meine, es platze mir mein Trommelfell. Nicolas Sarkozy will den Sozialisten Hubert VĂ©drine als Außenminister in sein Kabinett aufnehmen. Herrin, blöke ich halb taub, aber das ist doch gut fĂŒr Frankreich, das wĂ€re eine Öffnung zur Mitte und sogar nach links, das erwarten die Franzosen von der neuen Regierung, und das hat auch Nicolas Sarkozy als PrĂ€sidentschaftskandidat versprochen. (1)

Da antwortet sie böse: Wenn frau es nicht schon gewußt hĂ€tte, daß du ein Schaf bist, ab sofort gibt es keine Zweifel mehr daran. Ich verkrieche mich unter den PapiermĂŒll im Pferch und halte den Atem an. Nicolas Sarkozy hat eine neue Politik versprochen, und die ist hauptsĂ€chlich fĂ€llig im Bereich der Wirtschaft und Finanzen sowie der Außenpolitik, was Hubert VĂ©drine angeht, so vertritt der keine neue, sondern eine uralte Außenpolitik, sie stammt aus der Zeit des François Mitterand.

Ich schaue auf die Site des Hubert VĂ©drine, und da freuen sich die Franzosen bestimmt, daß alles so schön fortgesetzt werden soll, was sie soeben mit großem Mut abgewĂ€hlt haben. Im Mai 1997 schlĂ€gt der sozialistische Premierminister der Kohabitationsregierung Lionel Jospin dem StaatsprĂ€sidenten Jacques Chirac und seiner Chiraquie den Hubert VĂ©drine als Außenminister vor, der nimmt an, und bis zum Ende der Kohabitation, Mai 2002, bleibt er auf diesem Posten. (2)

FĂŒr den Nahen Osten ist es eine wichtige Zeit. In den palĂ€stinensischen Gebieten findet die Intifada II statt, die maßgeblich ausgelöst wird durch die bis heute nicht zugegebenen LĂŒgengeschichten des Charles Enderlin, des Auslandskorrespondenten von France 2, ĂŒber die angebliche Ermordung des PalĂ€stinenserjungen Mohammed al-Dura durch israelische Soldaten. (3)

Charles Enderlin erhĂ€lt vom damaligen Außenminister Hubert VĂ©drine jede UnterstĂŒtzung, damit er im Mai 2002 sein Buch Le rĂȘve brisĂ© herausbringen kann. Nach seinem Ausscheiden aus dem Außenministerium fördert er die Verbreitung der einseitigen Ansichten dieses Korrespondenten, fĂŒr dessen Buch auf der offiziellen Site des französischen Außenministeriums geworben wird. Den Israelis ist allerdings nicht unbekannt, daß Hubert VĂ©drine der Urheber eines Vorschlags an die EU ist, ohne EinverstĂ€ndnis der beiden kriegfĂŒhrenden Seiten Truppen in die Region zu entsenden, eine Truppe zum Auseinanderhalten beider Seiten, wie sie sich in die Strategie der FlugzeugtrĂ€ger des Yasser Arafat einfĂŒgt. ZusĂ€tzlich ist Hubert VĂ©drine der Urheber von VorschlĂ€gen, Wirtschaftssanktionen gegen Israel einzufĂŒhren. Entsprechend Ă€ußert er sich in der Nationalversammlung in Beantwortung der Frage eines Abgeordneten: Wirtschaftssanktionen seien eine Möglichkeit, um die Regierung des Ariel Sharon "auf ihren Platz zu verweisen". (4)

Liebe Freunde, ich will hier nicht die Arbeit meiner Herrin machen, sonst beschwert sie sich bei Euch, oder ich komme gar an den Spieß oder in den Kochtopf, dennoch darf ich an AusfĂŒhrungen erinnern aus ihrem Artikel ĂŒber den ehemaligen Europa-Abgeordneten des PS François Zimeray: (5)

FrĂ©dĂ©rique Sprang, Paris, und der UnterstĂŒtzer der Bewegung Nouveau Monde des Jean-Luc MĂ©lanchon, Christoph Sellin, Toulouse, angeblich einfache Mitglieder der Basis, initiieren, am 15. Dezember 2003, ganz eigenstĂ€ndig eine Unterschriftenkampagne bei FunktionĂ€ren des PS fĂŒr eine Petition der Socialistes pour une paix juste et durable au Proche-Orient, fĂŒr eine Petition der Sozialisten fĂŒr einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten. Die gesamte anti-israelische Lobby des PS, 1002 (!) ehemalige Minister und weitere hochrangige FunktionĂ€re der sozialistischen Partei unterschreiben den Aufruf, in dem von neun AbsĂ€tzen acht massive Anklagen gegen Israel enthalten, das die ganze Schuld am Konflikt im Nahen Osten zugewiesen bekommt. Die PalĂ€stinenser werden dort als Opfer dargestellt. Der Text wird am 3. MĂ€rz 2004 offiziell vom NationalbĂŒro des PS angenommen. Einer der Unterzeichner ist Hubert VĂ©drine. (6)

Mit solcher Wahl tĂ€te Nicolas Sarkozy der Chiraquie und den Sozialisten, die nicht weit auseinanderliegen in ihrer Israelfeindschaft, einen großen Gefallen. Aber kaum habe ich das hier mit schwerer Klaue auf die virtuelle Wiese geworfen, dreht sich das Karussell der Macht schon weiter. Jetzt könnte der ehemalige sozialistische Gesundheitsminister Bernard Kouchner der neue Außenminister werden. Bevor noch andere Namen verheizt werden, schicke ich Euch, liebe Freunde, meine GrĂŒĂŸe aus dem Pferch, nicht ohne Euch zu verraten, daß die erfolglose PrĂ€sidentschaftskandidatin SĂ©golĂšne Royal bereits jetzt ihren Anspruch auf die Kandidatur fĂŒr 2012 anmeldet. (7)

Liebe Kampf-Blogger, denkt auch bitte noch einmal nach darĂŒber, ob die Bezeichnung des PrĂ©sident Ă©lu Nicolas Sarkozy als "Retter Europas" wirklich gerechtfertigt ist. Oder ist er nicht vielmehr ein Politiker zwischen Baum und Borke wie alle anderen? (8)

Blök!
Euer Schaf
Rasender Reporter der Macht

WeidegrĂŒnde direkt neben dem Quai d´Orsay

(1) L´espoir Ă©phĂ©mĂšre d´un changement promis ? (info # 011305/7).
Par Stéphane Juffa, Metula News Agency, 13 mai 2007
http://www.menapress.com/article.php?sid=1742

Élections 2007. Sarkozy a proposĂ© le Quai d´Orsay Ă  VĂ©drine, Lauvergeon refuse d´entrer au gouvernement. AFP, NouvelObs.com, 12 mai 2007
http://tempsreel.nouvelobs.com/depeches/politique/elections_ 2007/20070512.AFP0958/sarkozy_a_propose_a_hubert_vedrine_et_ anne_lauvergeon_d.html

(2) Hubert VĂ©drine.net Biographie
http://www.hubertvedrine.net/index.php?id_rubrique=1

(3) Der Fernsehkanal France 2 als aktiver KĂ€mpfer der Al-Aqsa Intifada.
10. Februar 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-02-10_01-52-36.html

Justiz und Medien Frankreichs im Dienst der Politik des Jacques Chirac.
2. November 2006
http://www.eussner.net/artikel_2006-11-02_02-21-36.html

(4) Une initiative française : sanctions économiques contre Israël. Ce texte a été diffusé par Réponses Israël, 16 juillet 2001. Le Ghetto de verre, no 1, 26 août 2001, page 12
http://www.chretiens-et-juifs.org/article.php?voir%5B%5D=229 &voir%5B%5D=5898

(5) Warum François Zimeray vom Parti Socialiste (PS) keine Chance als Kandidat des Europaparlaments 2004 bekam. 27. Juni 2004
http://www.eussner.net/artikel_2004-06-28_00-16-26.html

(6) Les Socialistes pour une paix juste et durable auch Proche-Orient. Texte adopté par le Bureau Nationale du Parti Socialiste le 04 mars 2004. Démocratie&Socialisme, 26 janvier 2004
http://www.democratie-socialisme.org/article.php3?id_article =345

À gauche, la guerre des pĂ©titions. par Jacques Paryzer. L´Arche, mars 2004
http://www.col.fr/arche/article.php3?id_article=7

(7) Élections 2007. Kouchner pourrait devenir ministre des Affaires Ă©trangĂšres. AFP, NouvelObs.com, 13 mai 2007
http://tempsreel.nouvelobs.com/depeches/politique/elections_ 2007/20070513.AFP0966/kouchner_pourrait_devenir_ministre_des _affaires_etrange.html

SĂ©golĂšne Royal veut s´imposer au PS pour la prĂ©sidentielle 2012. LaTribune.fr,
13 mai 2007
http://www.latribune.fr/info/Segolene-Royal-veut-s-imposer-a u-PS-pour-la-presidentielle-2012-~-ID38524D4E252D5A66C12572DA004A6AD9-$Db=Tribune/Articles.nsf

(8) Triumph fĂŒr den Retter Europas: Nicolas Sarkozy! Von Stefan Herre, Politically Incorrect, 6. Mai 2007
http://www.politicallyincorrect.de/2007/05/triumph_fur_den_r etter_europas.html


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