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Was das Schaf zu blöken hat...öken hat...

Ratlos ĂŒber die Politik Israels!

Liebe Freunde,

kann mir einer weiterhelfen? Meine Herrin möchte wissen, warum sie ihre Arbeit hier auf der Site macht. Weiß es jemand? Sie ist doch nicht pĂ€pstlicher als der Papst. Wer ist sie, daß sie sich anmaßen könnte, die Politik der israelischen Regierung so zu kritisieren, wie ihr heute zumute ist? Sie sitzt seit einigen Tagen zerknittert und gelĂ€hmt vor mir: Ich will nicht zu denen gehören, die es besser wissen. Das ist es genau, was ich an unseren Landsleuten ablehne, daß sie immer meinen, sie wĂŒĂŸten es besser als diejenigen, die es in erster Linie angeht, stĂ¶ĂŸt sie hervor.

Was soll ich nur dazu blöken?

Vielleicht sollte sie sich bei Ami Isseroff und bei StĂ©phane Juffa aus dem Verteiler austragen lassen? Soviel "Sturm der Liebe" kann es gar nicht geben, daß meine Laune wieder hell wird, seufzt sie, und das ist wirklich außergewöhnlich bei ihrem sprichwörtlichen Optimismus. Wenn dann auch noch die Folge Nr. 655 ausfĂ€llt des versifften Drogentrips wegen, den man Tour de France nennt, dann möchte ich aus meinem Pferch hĂŒpfen und meine Herrin lieb und zĂ€rtlich mit meinen Hörnern kraulen, so traurig, wie sie ist. (1)

Wer englisch und französisch liest, der mag sich die Artikel Blut an ihren HÀnden und Die Verantwortung der Regierung im strategischen Debakel von gestern ist vollstÀndig antun. Warum soll es Euch besser gehen als meiner Herrin und mir? Blök! (2)

Die kann gestern in den heute-Nachrichten des ZDF, um 19 Uhr, die Korrespondentin Karin Storch hören, wie sie die Tatsache verschleiert, daß die beiden in den SĂ€rgen direkt von zweijĂ€hriger Lagerung in einem KĂŒhlhaus in Beirut heimgekommenen Soldaten von unstrittig israelischem Territorium entfĂŒhrt wurden, in dem sie erzĂ€hlt, sie seien im Grenzgebiet entfĂŒhrt worden. Jeder der deutschen Sprache mĂ€chtige versteht darunter, wenn nicht der Name eines der beiden (oder drei) LĂ€nder genannt wird, das Gebiet beiderseits (!) der Grenze, was bedeutet, daß die israelischen Soldaten auch von libanesischem Territorium hĂ€tten entfĂŒhrt sein können. Solches nehmen die deutschen Zuschauer doch sowieso schon an, oder?

Heute dĂŒrfen meine Herrin und ich die Freudenfeier in Beirut in den ZDF-Nachrichten bewundern. Ein Bild des Mörders Samir Kuntar in libanesischer Uniform wird dazu eingespielt. Ihn mit zum Hitlergruß erhobenem Arm könnt Ihr bei Lizas Welt sehen und Text lesen, der ebenfalls nicht zur Hebung von Laune beitrĂ€gt. Das Foto sagt aus, daß inzwischen nicht nur die Hezbollah, sondern die gesamte libanesische Armee sich des Nazi-Grußes bedient. (3)

Bei Liza und bei Lila, die auf einer versunkenen Insel wohnt und von dort schreibt, lest Ihr auch, daß Mahmud Abbas, der eben noch den Nicolas Sarkozy umarmt, drei Tage spĂ€ter GlĂŒckwunschtelegramme nach Beirut schickt, an die Familie des Mörders Samir Kuntar. Bei der MĂ©na ist vermerkt, daß der neue libanesische PrĂ€sident Michel Suleiman den von Israel verschenkten Gefangenen Samir Kuntar auf dem Rollfeld des Flughafens Rafik Hariri vor zig Tausenden begeisterten Libanesen umarmt; auch er liegt am 13. Juli in den Armen seines französischen Gönners. (4)

Wenn Ihr im Artikel von Lizas Welt auf den Link klickt: Aus der Westbank schickte der PalĂ€stinenserprĂ€sident Mahmud Abbas seine GlĂŒckwĂŒnsche an Kuntars Familie, dann kommt Ihr in die von Ynet dokumentierte bizarre Welt des sogenannten Gefangenenaustausches, der mangels Gefangener keiner ist, sondern eine Schenkung. Dabei soll das internationale Judentum doch so geschĂ€ftstĂŒchtig sein! Will der Premierminister das widerlegen? (5)

Ismail Haniyeh kĂŒndigt aus Gaza an, daß Israel noch mehr zu zahlen haben wird. Wenn Ehud Olmert weiter freie Hand gelassen wird, dann verscherbelt er bald ganz Israel. Irgendwie muß er ja sein von Korruption verdunkeltes Image bei der israelischen Bevölkerung aufhellen; dabei schĂ€mt er sich nicht, aus den GefĂŒhlen der Angehörigen der beiden Gefangenen seine Taktik fĂŒr ein kurzfristiges politisches Überleben zu konstruieren.

StĂ©phane Juffa schreibt, daß es schon lange ohne jeden Zweifel klar ist, daß die beiden Gefangenen Ehud Goldwasser und Eldad Regev wĂ€hrend der EntfĂŒhrung getötet worden sind. Wissentlich hat der Premierminister sein Spiel getrieben und den Druck der beiden Familien und der von diesen mobilisierten BefĂŒrworter eines Gefangenenaustausches fĂŒr sich ausgenutzt.

Liebe Freunde, fĂŒr diejenigen, die nicht französisch lesen, hat meine Herrin den Inhalt der AbsĂ€tze aus StĂ©phane Juffas Artikel in Stichworten zusammengefaßt. (6)

Blök!
Euer Schaf
in seinem Pferch - ratlos!

17. Juli 2008

Am Rande welcher Rollfelder ich das ausgerupft habe:

(1) Sturm der Liebe. Das Erste
http://www.daserste.de/sturmderliebe/

(2) With blood on their hands. By Ami Isseroff, ZioNation, June 20, 2008
http://www.zionism-israel.com/log/archives/00000573.html

La responsabilitĂ© du gouvernement dans la dĂ©bĂącle stratĂ©gique d´hier est totalement engagĂ©e. Par StĂ©phane Juffa, Metula News Agency, 17 juillet 2008
http://www.menapress.com/article.php?sid=2109

(3) Die Fratze der Barbarei, Lizas Welt, 17. Juli 2008
http://www.lizaswelt.net/2008/07/die-fratze-der-barbarei.htm l

(4) GlĂŒckwĂŒnsche. Von Lila, Letters from Rungholt, July 16, 2008
http://rungholt.wordpress.com/2008/07/16/gluckwunsche/

(5) Moishe Hundesohn. Strandbuddelei - ohne Mythos. Von Daniel Haw, HaGalil, 17. Juli 2008
http://www.israeli-art.com/satire/strandbuddelei.htm

(6) Israels strategisches Debakel und die Folgen. 17. Juli 2008
http://www.eussner.net/artikel_2008-07-17_20-36-15.html


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