 
Illusionen des "Figaro": Möge Barack Hussein Obama gewinnen!
Liebe Freunde!
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Eben kommt meine Herrin, ein Liedchen trällernd, aus ihrem Café, jawohl, ich traue meinen Augen und Ohren nicht. Herrin, was ist dir, blöke ich schüchtern; denn ich will noch immer nicht an den Spieß oder in den Kochtopf. Schaf, antwortet sie leichthin, ich habe deinen Rat beherzigt, den du mir nach der VP Debatte gegeben hast! (1)
Ich bin geschmeichelt, als sie fortfährt: Du bist mir schon manches Mal ein guter Ratgeber gewesen, wenn ich nur an deinen Bericht über den Zaun von Den Haag denke. Ich nehme die Korrespondenten des Figaro nicht mehr ernst, sondern ich amüsiere mich über sie. (2)
Aber Georges Malbrunot nimmst du bitte davon aus und Yvan Rioufol auch, blöke ich, sei jetzt nicht unfair. Sie stimmt zu. Dire la vérité aux Français: chiche ! Den Franzosen die Wahrheit sagen: nix da! darf Yvan Rioufol auf seinem Figaro Blog schreiben. Den letzten Eintrag setzt er vor der VP Debatte in sein Blog: Cette nuit, Sarah Palin devait affronter Joe Biden. Depuis sa désignation comme colistière de McCain, les élégants démocrates mènent contre elle une campagne incroyablement cruelle et sexiste. Craignent-ils tant cette femme, qui parle comme la majorité silencieuse? Diese Nacht soll Sarah Palin Joe Biden gegenübertreten. Seit ihrer Designation zur Mitkandidatin von McCain führen die eleganten Demokraten gegen sie eine unglaublich grausame und sexistische Kampagne. Fürchten sie diese Frau so sehr, die wie die schweigende Mehrheit spricht? (3)
Herrin, ist das nichts? - Ja, ja, ja, aber Yvan Rioufol wird auf die vorletzte Seite und in seinen Blog verbannt, die Meinungsmacher produzieren sich auf den vorderen Seiten des Figaro, sieh selbst!
Ich reiße meine Schafsaugen weit auf: Was hast du da unterm Arm, das sind ja ganze Papiermüllberge! - Mein Zeitungsverkäufer nennt die Aktion des Figaro an den Wochenenden la vente forcée, Zwangsverkauf, da muß ich nämlich, um die Dummheiten des Washington-Korrespondenten lesen zu können, noch Figaro Madame, Figaro Magazine und ein Fernsehprogramm käuflich erwerben. Das zusammen kostet 4,50 Euro, statt 1,20 Euro in der Woche. Ich kratze mich mit der Klaue hinterm Ohr. Wahnsinn, denke ich. Schaf, meint sie, ich mache mir aber Freunde; denn Figaro Madame verschenke ich an Elodie, die modebewußte Tochter meines Konditors, und das Fernsehprogramm bekommt Jacques, in meinem Café. Ich höre nicht auf, mich zu wundern. Was ist nur mit meiner Herrin?
Sie wirft mir den Müll in den Pferch: Lies auf Seite 7! (4)
Ich staune nicht, daß der Washington-Korrespondent sich gegen alle Tatsachen auf die Seite des Kandidaten der Demokraten schlägt und von ihm überzeugt ist. Mit seinen persilweiß strahlenden dritten Zähnen hat Joe Biden ihn geblendet. Es führt dazu, daß er die Augen schließt, die Ohren verstopft, und anstatt über die Debatte zu berichten, seine vorgefaßte Meinung herunter leiert. Er ist einer der zahlreichen europäischen Journalisten, die über Joe Bidens Unkenntnis der Fakten und über seine Falschaussagen einfach nicht berichten, schaf liest nichts von den angeblich in der West Bank gewonnenen Wahlen der Hamas und nichts vom Sieg der Amerikaner und Franzosen über die Hezbollah des Libanon. Nichts erfährt schaf über den Eindruck, den Joe Biden macht, den eines verbrauchten, in den Ämtern müde gewordenen Politikers, knocked down, dem der eine oder andere Blick auf Sarah Palin den Hauch eines Lächeln entlockt. (5)
Wer sich unvoreingenommen einläßt auf die VP Debatte, entdeckt außer über Hamas und Hezbollah noch mehr Ungereimtheiten. Philippe Gélie berichtet nichts davon. Sogar die Washington Post kann nicht umhin, solche Stimmen zu veröffentlichen, wenn sie den Kommentar von Jackson Diehl auch schleunigst mit einem Joe Biden-freundlichen Kommentar der Anne Applebaum in die unteren Ränge verweist. Anne Applebaum meint, Sarah Palin habe besseres Fernsehen geliefert, Joe Biden aber bessere Argumente. (6)
A good deal of what Biden said was exaggerated, distorted or simply false — especially in his nominal area of expertise, foreign policy. Ein großer Teil dessen, was Biden sagte, war übertrieben, verdreht oder schlicht falsch - besonders in seinem angeblichen Gebiet der Sachkenntnis, der Außenpolitik. Die von Jackson Diehl gelieferte Liste ist lang. Der Zeitplan für den Rückzug der US-Truppen aus dem Irak ist unrichtig dargestellt, die von Joe Biden behaupteten Kosten für die Kämpfe im Irak gegenüber den Ausgaben für Afghanistan sind vom Kandidaten bewußt verfälscht; denn er stellt die Gesamtkosten im Irak den Kosten für den Aufbau (!) Afghanistans gegenüber. Sogar Slate, auf Seiten der Demokraten, weist auf diese Lügen hin, die Joe Biden bereits am 2. März 2008 in der New York Times so vorgetragen habe. Konkrete Zahlen findet man im Artikel von Chris Wilson. (7)
Die Politik gegenüber Israel, dem Iran und Pakistan ist ein weiteres Thema der Liste. Da behauptet Joe Biden, es gebe keinen Unterschied der Politik von George Bush und John McCain. Er verschweigt dabei, daß es auch keinen gibt zwischen dieser und den Vorschlägen von Barack Obama. Joe Biden leugnet, daß Barack Obama einverstanden ist, bedingungslos mit dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad zu verhandeln. Das habe er richtig und falsch zugleich berichtet; denn der Präsidentschaftskandidat erklärt dies vor einem Jahr, weicht aber später von seiner Ansicht beträchtlich ab: he has since hedged his position considerably. Es sei aber ohnedies sehr unwahrscheinlich, daß Barack Obama, sollte er zum Präsidenten gewählt werden, Mahmud Ahmadinejad treffen würde.
Nun weiß schaf, warum Gwen Ifill die Debatte zügig vom Thema Iran/Israel weg auf allgemeinere Gefielde lenkt, und warum sie versucht, nachdem Joe Biden zu Israel nichts zu sagen weiß, Sarah Palin zum Thema Israel in Schwierigkeiten zu bringen: Was sind die Fehler der Bush-Regierung in der Nahostpolitik?
Zu den Wahlen in der West Bank und in Gaza, vom 9. Januar 2005, sagt Joe Biden in der VP Debatte: He (John McCain) insisted on elections on the West Bank, when I said, and others said, and Barack Obama said, "Big mistake. Hamas will win. You´ll legitimize them." What happened? Hamas won. Er bestand darauf, daß Wahlen in der West Bank stattfänden, zu einer Zeit, als ich und andere und Barack Obama sagten: "Ein großer Fehler. Die Hamas wird gewinnen. Sie werden sie legitimieren." Was geschah? Die Hamas gewann. Der Kandidat, Experte der Außenpolitik, verwechselt die West Bank und Gaza; dort gewinnt die Hamas. Aber nicht nur dies, sondern während Barack Obama gemeinsam mit 90 anderen Senatoren einen Brief unterzeichnet, in dem gewarnt wird vor einer Teilnahme der nicht entwaffneten Hamas, in dem aber von einem erwarteten Sieg der Hamas nicht die Rede ist, unterschreibt Joe Biden diesen Brief nicht, sondern er dient sogar als Beobachter bei den Wahlen, von denen er jetzt sagt, sie hätten niemals stattfinden sollen. (8)
Wer´s nicht glaubt, findet die Liste der Delegation zu den Wahlen auf der Site des United Nations Information System on the Question of Palestine (UNISPAL): The United States is sending an Official U.S. Observer Delegation to the January 9, 2005 Palestinian Presidential Election. The delegation will be led by Senators John Sununu (R - NH) and Joseph R Biden, Jr. (D - DE) of the U.S. Senate Foreign Relations Committee. Die USA schicken eine Offizielle US Beobachterdelegation zu den am 9. Januar 2005 stattfindenden palästinensischen Präsidentschaftswahlen. Die Delegation wird geführt von den Senatoren John Sununu (R-NH) und Joseph R. Biden Jr. (D-DE), vom US Senatskomitee für Auswärtige Angelegenheiten. (9)
Philippe Gélie bemüht die Spontan-Umfrage von CNN, unmittelbar nach der VP Debatte. 84 Prozent der Befragten haben demnach Sarah Palin besser gefunden als erwartet, trotzdem hätten 51 Prozent, gegen 35 Prozent für Sarah Palin, den Sieg in der Debatte Joe Biden zugesprochen. Die Erwartungen zu übertreffen, heißt nicht, die Debatte gewonnen zu haben; der Notwendigkeit dieses Ergebnisses ist sich der den Demokraten zugeneigte Fernsehsender CNN bewußt. Entsprechend werden die Interviewer die Frage gestellt haben. Wer aber geantwortet hat, daß er mit negativer Erwartung der VP Debatte gefolgt ist, der wird sich schwertun zuzugeben, daß er nun Sarah Palin für geeigneter hält als Joe Biden. Niemand gesteht gern ein, daß er sich irrt, also hat Joe Biden trotzdem zu gewinnen, q.e.d.
Das hat barak, vom IRIS Blog schon vor einem Monat vorausgesagt, dazu hätte Philippe Gélie nicht nach St. Louis zu reisen brauchen: Palin will defeat Biden in the Vice President debates in terms of popular opinion, but the mainstream media will declare Biden the winner. Sarah Palin wird in den Augen der öffentlichen Meinung siegen, aber die MSM werden Joe Biden zum Sieger erklären. (10)
Philippe Gélie, dem die Fakten anscheinend nicht bekannt sind, zitiert die Lügen des Joe Biden über die Ausgaben für den Irak und Afghanistan. Er hätte Zeit gehabt, einen Blick auf die Richtigstellung von Jackson Diehl und von Chris Wilson zu werfen, aber nein, er muß die französischen Leser verdummen: "Nous dépensons en trois semaines en Irak ce que nous avons investi (sic!) en sept ans en Afghanistan." Wir geben im Irak in drei Wochen aus, was wir in Afghanistan in sieben Jahren investiert haben. Auch die Politik von George Bush und John McCain gegenüber Israel, dem Iran und Pakistan stellt Philippe Gélie Joe Biden-konform verdreht dar, er weiß nicht oder gibt vor, nicht zu wissen, daß es darin keinen Unterschied gibt zu den Vorschlägen von Barack Obama.
Für den fernsehgerechten Auftritt von Sarah Palin und ihren Wunsch, sich für den mittleren amerikanischen Wähler verständlich auszudrücken, findet der Korrespondent die angemessenen Worte der Verachtung, sie sei nah daran, ins Gewöhnliche abzugleiten, ihre Äußerungen klängen wie Werbespots; Joe Biden aber bevorzuge seriöse Zahlen anstatt flammende Tiraden. Wie es damit bestellt ist, liest schaf bei Jackson Diehl und bei Chris Wilson. Zum Ende seines Artikels fährt er noch einmal Umfrageergebnisse auf, damit auch der letzte Leser weiß, wer Präsident wird.
Schaf, wirft meine Herrin ein, du bist schweigsam, so ich kenne ich dich gar nicht; was ist dir? Ich schaue sie verwundert an: Warum bin ich nicht schon längst darauf gekommen? - Auf was denn, mach´s nicht so spannend! - Herrin, auf die Bewerbung von Paris für die Olympischen Spiele 2012. - ??? - Erinnerst du dich nicht, Herrin?
Was die Olympiabewerbung 2012 der Stadt Paris angeht, so lassen sich die Franzosen monatelang blenden von Medienberichten, in denen der Stadt Paris vor ihrer Hauptgegnerin London ein Vorsprung attestiert wird. Tatsächlich liegt Paris immer knapp hinter London in der Bewertung der Wetter bei den Londoner Buchmachern. Diese Wetter wollen Geld machen. Sie haben ihre Augen und Ohren überall, wo es Informationen zum Stand der Chancen gibt. Die französischen Medien halten es nicht für angebracht, solche Recherchen anzustellen. Sie verweben in ihre Artikel ihre und die Wünsche und Hoffnungen der Franzosen. Das steigert Auflage und Ansehen. (11)
Les illusions gauloises, gallische Illusionen, nennt Pierre Lellouche das in seinem gleichnamigen Buch, das von der Herausforderung durch den Terror, vom Anti-Amerikanismus und vor allem von der Traumtänzerei der Mehrheit der Franzosen, ihrer Regierung und ihrer Medien über die Stellung Frankreichs in der Welt handelt; es ist eine Absage an den Kitsch der wunderbaren Welt der Amélie Poulain. (12)
Vielleicht schaut Philippe Gélie einmal bei Ladbrokes vorbei; die nehmen schon seit langem Wetten an zum Wahlausgang. Great opportunity for political betting, Goße Gelegenheit zu politischem Wetten. Da können sich alle Journalisten anmelden, die bis heute so phantasievoll die Figaro Wahlseiten mit ihren Wünschen und Hoffnungen vollmüllen und damit die Leser auf falsche Fährten locken. (13)
Bei Ladbrokes steppt der Bär, da ist the betting in full swing. Auf die US-Politik zu wetten ist angesagt; man wie schaf wettet auf die Ergebnisse vom 4. November 2008 und auf die von 2012. Hillary Clinton might have lost the chance to make the White House in 2008, but she is third favourite in this market behind Barack Obama and John McCain. Other names in the frame in that market could be former candidate Al Gore and McCain´s vice presidential candidate Sarah Palin. Wenn Hillary Clinton auch die Chance verpaßt hat, 2008 ins Weiße Haus zu ziehen, ist sie doch die drittplazierte Favoritin auf dem Markt nach Barack Obama und John McCain. Andere Namen könnten in diesem Rahmen der frühere Kandidat Al Gore und McCains Kandidatin zur Vizepräsidentschaft Sarah Palin sein. Register now! Jetzt anmelden! (14)
Wie wär´s mit ´ner Wette, ihr verblendeten Journalistenscharen, die ihr wie die herrenlosen Schafe umherirrt? Am 4. November 2008 gewinnen John McCain und Sarah Palin.
Blök!
Euer Schaf
im Wettfieber
4. Oktober 2008
Quellen
(1) Sarah Palin for Vice-President! 3. Oktober 2008
http://www.eussner.net/schaf_2008-10-03_21-46-38.html
(2) Ein Schaf im Internationalen Gerichtshof von Den Haag. 25. Februar 2004
http://www.eussner.net/schaf_2004-09-18_22-49-17.html
(3) Bloc-Notes: Dire la vérité aux Français: chiche ! Par Yvan Rioufol, Le Figaro,
3 octobre 2008
http://blog.lefigaro.fr/rioufol/2008/10/bloc-notes-dire-la-v erite-aux-1.html
Video. Couric / Palin Open. Saturday Night Live, September 27, 2008
http://tinyurl.com/3zfsub
(4) Sarah Palin séduit, Joe Biden convainc. Par Philippe Gélie, Le Figaro,
4./5. octobre 2008, p. 7
http://tinyurl.com/52nzds
(5) Joe Biden
http://tinyurl.com/69ctly
CNN. Obama Picks Biden for VP. Strong Moderate, August 23, 2008
http://tinyurl.com/4x8mxn
(6) The VP Debate: The Read-Only Version. By Anne Applebaum, PostPartisan,
October 3, 2008
http://tinyurl.com/3pj9p8
(7) Biden´s Fishy Claim: Three Weeks in Iraq. By Chris Wilson, Slate,
October 2, 2008
http://tinyurl.com/4bmhjg
(8) The VP Debate: Biden´s Distortions. By Jackson Diehl, PostPartisan,
October 3, 2008
http://tinyurl.com/4gbzmz
Joe Biden´s 14 Errors/Lies. McCain/Palin Report, Israpundit, October 3, 2008
http://www.israpundit.com/2008/?rfdid=6746333&p=3445
(9) High-level U.S. delegation to observe Palestinian elections, UNISPAL,
January 5, 2005
http://tinyurl.com/4kwjdy
(10) Prediction Confirmed: Palin Won, Media Called it for Biden. By barak, IRIS Blog, October 3, 2008
http://tinyurl.com/4vktod
Palin shines in her first post-debate interview. By Ted Belman, Israpundit,
October 3, 2008
http://www.israpundit.com/2008/?rfdid=6767049&p=3448
(11) JO 2012 : Paris 2012 devance-t-il vraiment Londres 2012 ?, Media-Ratings,
Mis en ligne le 5 juillet 2005
http://www.m-r.fr/actualite.php?id=1126
Jacques Chirac - Olympiade 2012 - Sommeruniversität des Parti Radical, Juli 2005
http://www.eussner.net/artikel_2005-07-12_03-52-17.html
(12) Illusions gauloises. 1. April 2006
http://www.eussner.net/roussillon_2006-04-01_23-23-23.html
Le Fabuleux Destin d´Amélie Poulain. Song: Yann Tiersen - La Valse d´Amelie, YouTube, October 17, 2006
http://www.youtube.com/watch?v=aip3836VtZ0
(13) Great opportunity for political betting. Ladbrokes
http://betting.ladbrokes.com/en/politics-betting
(14) Presidential election 2008 betting. Ladbrokes
http://betting.ladbrokes.com/en/us-election-betting
|